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Toshiba Qosmio X300-11L

09.12.2008 | 09:30 Uhr |

Spieler wollen auffallen - glaubt zumindest Toshiba. Mit dem feuerroten Notebook Qosmio X300-11L sollte es leicht gelingen, im Mittelpunkt jeder LAN-Party zu stehen. Unser Test klärt, welche Power im Spiele-Laptop steckt.

Toshiba Qosmio X300-11L im Sysmark-Vergleich
Vergrößern Toshiba Qosmio X300-11L im Sysmark-Vergleich
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Feuerrotes Spielmobil: Das Flammenmuster und die roten LEDs des Qosmio X300 ziehen sofort die Blicke auf sich. Den glanzlackierten Deckel zieren beispielsweise unterschiedliche Rottöne, den Rahmen hat Toshiba dunkelrot gestaltet. Hinter dem Einschaltknopf, den Sensortasten, den Status-LEDs und der Oberkante des Touchpads sitzen ebenso rote LEDs wie links und rechts oberhalb der Tastatur. Das schwere Gehäuse ist solide verarbeitet. Im Qosmio X300-11L arbeitet die 3D-Karte Geforce 9700M GTS von Nvidia: Sie bietet 48 Shadereinheiten und einen 256 Bit breiten Speicherbus. Damit gehört sie zur oberen Mitteklasse - die High-End-Chips Geforce 9800M GT und Geforce 9800M GTX sind mit 96 beziehungsweise 112 Shadereinheiten deutlich leistungsfähiger.

Tempo: Der Core 2 Duo P8600, die 4 GB Arbeitsspeicher und die beiden 160-GB-Festplatten von Hitachi beschleunigen das Qosmio X300-11L auf sehr gute 126 Punkte im Sysmark 2007. Auch bei Standardanwendungen wie Foto- und Videobearbeitung, Internet und Office gehört das Toshiba-Notebook also zu den schnellsten Laptops. Die maximale Auflösung des 17-Zoll-Displays mit 1440 x 900 Bildpunkten wirkt etwas grobkörnig: Sie passt aber perfekt zum Leistungsvermögen der Geforce 9700M GTS. Selbst anspruchsvolle DirectX9-Spiele laufen auf dem Qosmio X300-11L ruckelfrei, sofern man auf Kantenglättung verzichtet: World in Conflict beispielsweise erzielte 42 Bilder pro Sekunde. Bei älteren DX9-Spielen wie F.E.A.R. kann man die Kantenglättung problemlos aktivieren: Mit 4xFSAA kam das X300 auf 64 Bilder pro Sekunde. Aktiviert man DirectX-10-Effekte fallen die Bildraten allerdings in den Keller: World in Conflict erreichte in hoher Detailstufe war erst bei 1024 x 768 Bildpunkten mit 24 Bildern pro Sekunde spielbar. Bei Crysis muss man die Effekte auf "Niedrig" herunterdrehen, um wenigstens bei 1280 x 800 Pixel flüssig spielen zu können.

Ausstattung: Toshiba baut zwei schnelldrehende Festplatten (7200 Umdrehungen/Minute) ins X300 und kommt so auf 320 GB Plattenplatz. Trotz des hohen Preises gibt es kein Blu-Ray-Laufwerk, sondern nur einen DVD-Brenner. Bei den Schnittstellen ist das X300 gut ausgestattet - unter anderem finden sich drei USB-Ports, eine e-SATA/USB-Kombi-Buchse, ein HDMI-Ausgang und ein Firewire-Port am Gehäuse. In den Expresscard-Steckplatz passt die kleine Fernbedienung, die Toshiba mitliefert.

Ergonomie: Die Bildqualität des 17-Zoll-Display ist nur mittelmäßig - enttäuschend für ein Notebook in dieser Preisklasse. Der Kontrast liegt niedrig, die Leuchtdichte ist nicht besonders hoch und auch Farben stellt das X300 etwas blass dar. Auch der geringe Blickwinkel enttäuschte - selbst wenn man den Kopf nur etwas von der Displaymitte wegbewegt, verliert das Bild sofort an Kontrast. Der Lüfter bläst zwar mit 1,1 Sone unter Last deutlich hörbar - für ein Spiele-Notebook ist dieses Betriebsgeräusch aber akzeptabel.

Mobilität: Toshiba setzt nur einen kleinen Akku ins Qosmio X300 ein - vernünftig, denn für unterwegs ist das 4,22 Kilogramm schwere Notebook keinesfalls geeignet. Anstatt es durch eine großen Akku noch schwerer zu machen, dient der eingesetzte Stromspeicher eher als unterbrechungsfreie Stromversorgung - ohne Netzstrom sind nämlich nicht einmal 1,5 Stunden Laufzeit drin.

Handhabung: Die Tastatur verfügt über einen vierspaltigen Ziffernblock - Toshiba nutzt das breite Gehäuse also optimal aus. Beim Schreibtest konnte die Tastatur aber nicht überzeugen: Sie gab beim Tippen etwas nach, die Tasten klapperten, auch der Druckpunkt war nicht besonders ausgeprägt.

Fazit: Ideal für Spieler, deren Notebook nicht nur schnell, sondern auch auffällig sein muss. Wer bei DX9-Spielen eine höhere Auflösung als 1280 x 800 Bildpunkten nutzen will, muss zum Geforce 9700M GTS im Toshiba-Notebook greifen. Doch für flüssiges Spielen mit DX10-Effekten in hoher Auflösung ist es zu langsam. Abgesehen von der Rechenleistung und dem Design fällt das Qosmio X300-11L nicht positiv auf - und ist deshalb für Anwender, die darauf verzichten können, deutlich zu teuer.

Alternativen: Ruckelfreie DX10-Effekte bekommt man nur auf Notebooks mit Nvidias High-End-Chips Geforce 9800M GTX oder 9800M GT zu sehen, wie sie zum Beispiel im Schenker MySN XMG7 oder im Deviltech Devil 9000 DTX sitzen.

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