Zum Preis von 500 Euro bietet der Aldi-PC Medion Akoya E6300 D ein recht gutes Gesamtpaket - ein echtes Schnäppchen ist er hingegen nicht: Die Hardware-Ausstattung ist für die Preisklasse durchaus akzeptabel. Der AMD Phenom X4 9650 ist zwar nicht mehr ganz taufrisch, bringt aber eine gute Leistung für alle Alltagsaufgaben im Heimbüro. Den größten Kompromiss ist Medion bei der Grafikkarte eingegangen: Die ATI Radeon HD4550 ist für Videobearbeitung und Spiele zu schwachbrüstig und hat nur einen eigenen Speicher von 512 MB - dies ist heutzutage veraltet. Die Quittung: Es gibt bereits günstigere PCs für etwa 300 Euro wie den Firstway Indianapolis X2 7750 - HD4650, die eine bessere Leistung abliefern (Preis ohne Betriebssystem),.
Im Gegensatz zu den letzten Aldi-PCs, die 200 Euro teurer waren, fällt der Verlust einiger Schnittstellen auf: Sowohl die serielle Schnittstelle als auch der zweite S/P-DIF-Ausgang sind weggefallen, Medion hat zudem zwei USB-Anschlüsse wegrationalisiert. Eine TV-Karte mit Mediacenter-Fernbedienung sowie Video-Eingange sind ebenfalls nicht vorhanden. Aufgrund der schwachen Grafikkarte ist ernsthaftes PC-Spielen sowieso kein Thema.
Die Wahlmöglichkeit zwischen Windows Vista 32- und 64-Bit gehört bei den Aldi-PCs zum guten Ton - bisher hat kein anderer PC-Hersteller bei dieser Praxis nachgezogen. Die kostenlose, Upgrade-Möglichkeit auf Windows 7 nach dem Erscheinen des neuen Betriebssystems im Oktober ist zwar lobenswert, allerdings müssen Sie hier saftige Versandkosten in Höhe von 19,95 Euro einkalkulieren. Bei der restlichen Software-Ausstattung ist Medion wie üblich spendabel: Microsoft Works 9, Cyberlink Power2Go 6 und Corel Draw Essentials 3 beweisen, dass Medion einen solides Programm-Paket für alle Basisaufgaben beilegt.
Der stromhungrige Prozessor beschert dem Aldi-PC Medion Akoya E6300 D - trotz der anspruchslosen Grafikkarte - keine überzeugenden Ergebnisse beim Energieverbrauch: Im Desktop-Modus liegt der Stromverbrauch bei vergleichsweise hohen 81,7 Watt und auch unter Volllast ist der Stromhunger mit 152,9 Watt nicht gerade moderat. Der Vorgänger Medion Akoya P7700 D (Aldi-PC Mai 2009) leistete mehr und verbrauchte weniger. Das Betriebsgeräusch von 31,5 dB(A) unter Volllast ist noch akzeptabel, wenn Sie den Aldi-PC unter den Tisch schieben.
Alles in allem bekommen Sie mit dem Aldi-PC Medion Akoya E6300 D einen Allround-PC für Büroaufgaben, E-Mail und das Surfen im Internet. Bild- und Videobearbeitung sowie das Abspielen von hoch aufgelösten Videos ist auch problemlos möglich. Die 3D-Leistung reicht allerdings nur für anspruchslose Gelegenheits-Spieler. Dank HDMI-Anschluss und optischem S/P-DIF-Ausgang können Sie den PC zwar problemlos als Medienabspielgerät im Wohnzimmer einsetzen, für Fernsehaufnahmen fehlen allerdings eine TV-Karte und die Fernbedienung sowie kabellose Eingabegeräte. Wir dürfen allerdings nicht vergessen, dass ein solcherart ausgestatteter PC üblicherweise 700 Euro kostet.
Alternativen: Der Firstway Indianapolis X2 7750 - HD4650 hat zwar kein Betriebssystem, bietet aber für 200 Euro weniger eine bessere Rechenleistung. Ein flüsterleiser Multimedia-PC fürs Wohnzimmer ist der Fujitsu-Siemens Amilo Desktop Si 3535.
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