Angesichts der Benchmark-Ergebnisse ist es nicht übertrieben von einer Leistungsexplosion zu sprechen: Intels neue Core-i7-Prozessoren sind unter idealen Voraussetzungen über 40 Prozent schneller als die Core-2-Modelle mit der selben Taktrate. Durchschnittlich liegt der Vorsprung des Core i7 gegenüber vergleichbaren Core-2-Varianten bei circa 15 Prozent. Über alle Wertungskriterien gemittelt geht der Core i7 965 Extreme trotz des hohen Preises als neuer Testsieger über den Zielstrich.
Besonders interessant ist das Einsteigermodell Core i7 920, das zum Preis von rund 300 Euro unterem Strich auf dem Niveau des circa vier Mal so kostspieligen Core 2 Extreme QX9770 rechnet. Clevere Käufer rennen aber nicht gleich zum Verkaufsstart am 17. November in die Läden, um sich mit einem Core-i7-Prozessor einzudecken, sondern warten noch bis Anfang 2009.
Denn: Die preisgünstigste X58-Hauptplatine, die MSI X58 Platinum, kostet mindestens 230 Euro, im Schnitt müssen Sie mindestens 280 Euro anlegen - viel Geld für ein Motherboard. X58-Modelle mit einem deutlich attraktiveren Preis erwarten wir erst im neuen Jahr. Dann sollte auch die Auswahl üppiger sein, die derzeit gerade einmal aus einem Dutzend Varianten besteht.
Neben dem hohen Einstiegspreis in die Core-i7-Klasse missfällt auch der gestiegene Stromhunger der neuen Plattform, insbesondere das 920er-Modell fällt hier negativ auf: So genehmigte sich der Test-PC mit dem Core i7 920 bei Auslastung aller Kerne mit 283 Watt fast 100 Watt mehr als der Core 2 Quad Q9450. Der Bruttomehrverbrauch wäre ja zu verschmerzen, wenn die Energieeffizienz sich nicht verschlechtert hätte. Mit 46 Punkten pro Watt ist sie aber de facto um fast 20 Prozent gesunken.
Abschließend sollten Sie sich auch die Frage stellen, ob Sie überhaupt Programme einsetzen, die vier oder gar acht Prozessorkerne voll auslasten - bei den wenigsten gängigen Desktop-Anwendungen ist das der Fall. Möglicherweise ist ein Doppelkerner mit hohem Arbeitstakt nicht nur die preisgünstigere, sondern auch schnellere Alternative.
Wer hingegen nie genug Rechenleistung haben kann - etwa weil Sie Ihren Lebensunterhalt mit einer Rendering-Workstation verdienen - darf ohne Reue zu unserem neuen Testsieger Core i7 965 Extreme greifen. Der 3,2-GHz-Prozessor bietet die mit Abstand beste Rechenleistung bei einer noch sehr guten Energieeffizienz. Damit heimst der Rechenchampion einen weiteren Award ein: unsere Tempo-Empfehlung. Und dank des frei wählbaren Multiplikators ist - eine adäquate Kühler-Lüfter-Kombination vorausgesetzt - auch noch Luft nach oben.
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