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FOTODRUCKER: WIE WIR TESTEN

12.10.2004 | 13:15 Uhr |

Wer eine digitale Kamera benutzt, interessiert sich früher oder später auch für einen Fotodrucker. Die Geräte arbeiten mit bis zu 6 Farben, bieten Speicherkarteneinschübe oder Anschlüsse für Digitalkameras am Drucker und funktionieren zum Teil sogar ohne PC. Und das Beste: Gerade die Sechs-Farben-Drucker bestechen durch ihre Topqualität im Fotodruck.

Die PC-WELT bewertet Fotodrucker in fünf Kategorien: Druckqualität , Geschwindigkeit , Handhabung , Verbrauch und Service . Die einzelnen Testkriterien gewichten wir unterschiedlich stark (vergleiche Tabelle 1). Die Druckqualität macht 40 Prozent der Wertung aus und ist damit der wichtigste Punkt. Mit 25 Prozent der Gesamtnote folgt die Geschwindigkeit. Der Verbrauch macht 20 Prozent aus. Die Handhabung hat einen Anteil von 10 Prozent. Der Service geht mit 5 Prozent in die Gesamtnote ein.

Zu den Tests im Einzelnen
Sie laufen unter Windows XP Professional, Version 2002, Service Pack 1. Bei allen Tests kommt folgendes System zum Einsatz:
Pentium 4 2.40 GHz, Intel-Hauptplatine D845GEBV2 mit im Chipsatz integrierter Grafik, 512 MB DDR SDRAM, Lite-On LTN 526 CD-ROM-Laufwerk, Intel-Bios P17 vom 14.07.2003 und Festplatte WD400BB.
An Software ist aufgespielt: Adobe Photoshop 7.0, Corel Draw 12.0, Acrobat Reader 6.0, MS Word 2000, Visio 2000.

Druckqualität

Die Tests zur Druckqualität gliedern sich in zwei Bereiche: Drucke in Farbe und in Schwarzweiß Hier vergeben wir jeweils maximal 100 Punkte, wobei die Farbdrucke zwei Drittel, die Drucke in Schwarzweiß ein Drittel zählen (siehe Tabelle 2). Dabei verarbeiten wir standardmäßig das für den Drucker empfohlene Papier. Bei Qualitätspapier stellen wir den Drucker auf die Auflösung ein, die als Qualitätsmodus vorgesehen ist. Daneben drucken wir auch auf Normalpapier , um zu sehen, was der Drucker im Textmodus kann. Denn auch bei Fotodruckern kann der Textdruck nicht ganz außen vor bleiben. Schließlich will das Album oder die Präsentation auch beschriftet sein. Hier drucken wir bei der niedrigsten Auflösung, die aber nicht dem Tintensparmodus entspricht. Wir vergleichen die Ausdrucke unserer Testkandidaten grundsätzlich mit den Drucken von Vorgängermodellen und dem derzeitigen Top-Gerät. Ausschlaggebend sind die Faktoren: Raster , Farbauftrag und -übergänge , Hauttöne , Buchstabenschärfe und Tintenspritzer . Das stellen wir anhand eines Fadenzählers (feine Lupe) fest.

Im Farbmodus (maximal 100 Punkte) muss der Testkandidat folgende Ausdrucke erledigen: Ein Motiv ist die bekannte Corel-Lokomotive , die wir im Qualitäts- (maximal 20 Punkte) und Normalmodus (maximal 10 Punkte) ausgeben. Im Fotomodus nutzen wir dasselbe Bild, das auch im Scannertest eingesetzt wird (siehe genaue Beschreibung unter ”Scanner: wie wir testen”). Dafür gibt es im Qualitätsmodus maximal 20 Punkte, im Normalmodus maximal 10 Punkte. Zudem geben wir sechs Bilder auf einer DIN-A-4-Seite in Fotoqualität (maximal 15 Punkte) und im Qualitätsmodus (maximale 15 Punkte) aus. Gleichzeitig testen wir die Farbgenauigkeit des Druckers. Dazu erstellen wir eine Testseite mit Farbfeldern. Diese werden mit Hilfe eines Spectralcolorimeters (Farbmessgerät) von X-Rite eingelesen. Das Ergebnis sind die L*a*b-Werte des Geräts. Sie werden mit Referenzwerten verglichen. Dabei gewähren wir dem Drucker eine Abweichung von +/- 10 Prozent pro Farbwert. Liegen die Messwerte innerhalb dieser Toleranz, werten wir das als Treffer (maximal 10 Punkte). Je mehr Treffer ein Gerät für sich verbucht, desto farbgenauer arbeitet es.

Im Schwarzweiß-Modus (maximal 100 Punkte) begutachten wir den Ausdruck des Grauert-Briefs im Normal- und im Qualitätsmodus (je maximal 30 Punkte). Anhand einer selbst erstellten Visio-Grafik prüfen wir, wie gut die Testkandidaten feine Linien auflösen (maximal 20 Punkte). Abschließend zeigt uns das Acrobat-Dokument , wie gut der Drucker gemischte Dokumente (bestehend aus Schrift, Grafik und Bild) wiedergibt (maximal 20 Punkte).

Geschwindigkeit

Hier bewerten wir die Leistungsfähigkeit des Fotodruckers. Wieder unterscheiden wir zwischen Farbe und Schwarzweiß (insgesamt maximal 100 Punkte).

Für das Tempo in Farbe (maximal 70 Punkte) werten wir, wie lange die Testkandidaten für das Acrobat-Dokument (25 Punkte), das Testfoto (maximal 10 Punkte), die sechs Bilder auf einer DIN-A4-Seite in Foto-, Qualitäts- und Normalmodus (maximal 15 Punkte) und die Lokomotive aus Corel Draw (Normal- und Qualitätsmodus) brauchen (maximal je 10 Punkte).
Im Schwarzweiß-Druck (maximal 30 Punkte) werten wir das Tempo des Grauert-Briefs (10 Seiten im Normalmodus) mit 70 Punkten am stärksten, weil er häufigen Anwendungen wie dem Korrespondenz-Druck sehr nahe kommt. Der Drucker, der den einseitigen Grauert-Brief (Qualitätsmodus) am schnellsten ausgibt, erhält 20 Punkte. Wer die Visio-Testseiten (Normal- und Qualitätsmodus) am flottesten druckt, wird mit jeweils 5 Punkten belohnt.

Handhabung

Bei diesem Bewertungspunkt steht die Bedienfreundlichkeit im Mittelpunkt.
Wir untersuchen das Handbuch : Ist es deutschsprachig , verständlich und übersichtlich ? Ist es ausführlich ? Gibt es ein Inhalts - oder Stichwortverzeichnis ? Werden mögliche Fehler beschrieben? Enthält das Handbuch ein Glossar ? Bilder und Grafiken? Hier vergeben wir für jede positive Antwort 1 Punkt (maximal 10 Punkte). Wie die Installation des Druckers im Handbuch beschrieben ist, beurteilen wir mit maximal 15 Punkten.
Zudem prüfen wir, wie der Drucker verarbeitet ist (maximal 10 Punkte), ob sich seine Patronen einzeln austauschen lassen (maximal 15 Punkte), wie schwierig der Kartuschenwechsel ist (maximal 5 Punkte) und wie gut der Papiertransport geregelt ist (maximal 10 Punkte). Außerdem vergeben wir für ein übersichtliches Frontpanel maximal 5 Punkte. Der Druckertreiber erhält maximal 10 Punkte, wenn er funktional aufgebaut und einfach zu bedienen ist. Ein durchdachter Geräteaufbau und eine einfache Software-Installation sind uns jeweils maximal 2,5 Punkte wert. Bietet der Drucker überdies besondere Ausstattungsmerkmale , kann er dafür maximal 15 Punkte ergattern.

Verbrauch

Hier unterscheiden wir die Bereiche Strom- (maximal 15 Punkte) und Tintenverbrauch (maximal 85 Punkte). Je niedriger der Stromverbrauch des Druckers, desto besser. Für den Verbrauch im Betrieb , im Standby-Modus und ausgeschaltet kann der Drucker je maximal 5 Punkte ergattern. Außerdem errechnen wir aus der Lebensdauer und dem Preis für Tintenpatronen und Druckkopf die Kosten für eine schwarzweiße und eine farbige DIN-A4-Seite (je maximal 30 Punkte). Sind Druckkopf und Patrone getrennt , gehen sie als getrennte Einheiten in die Rechnung ein. Bilden sie eine Einheit, verwenden wir auch nur einmal den Preis. Die Lebensdauer berechnen wir nach DIN-A4-Seiten. Insgesamt gilt: je sparsamer, desto mehr Punkte.
Zu einem sparsamen Umgang mit Tinte gehören separate Schwarzpatronen (10 Punkte), einzeln austauschbare Patronen (5 Punkte) und Farbtanks, die vom Druckkopf getrennt sind (10 Punkte).

Service

Hier bewerten wir die Garantiezeit (maximal 60 Wertungspunkte) und den Vor-Ort-Service (maximal 40 Wertungspunkte). Die 100 möglichen Punkte werden auf 60 Punkte skaliert. Den zweiten Schwerpunkt bilden die Service-Leistungen der Hersteller (40 Punkte). In dieses Kriterium gehen mit maximal 24 Punkten die Ergebnisse unserer Brand-Awareness-Studie ein. Bei dieser Studie befragt die PC-WELT Endanwender, wie zufrieden sie mit den Service-Leistungen ihres Herstellers waren. Maximal 8 Punkte kann sich ein Hersteller mit einem guten Internet-Auftritt verdienen – dazu gehört beispielsweise eine gut strukturierte Seite , auf der sich auch aktuelle Firmware- oder Treiber-Updates für die eigenen Geräte finden. Ein strukturierter FAQ-Bereich ist uns ebenfalls wichtig. Natürlich ist auch eine deutschsprachige Website positiv. Letztlich bewerten wir die Hotline des Herstellers mit bis zu 8 Punkten. Wichtig ist hierbei beispielsweise, ob sich die Hotline-Nummer problemlos auf der Website finden lässt, wie lange die täglichen Sprechzeiten sind, an wie vielen Tagen die Hotline offen ist und was sie den Anrufer kostet. Der beste Fotodrucker in dieser Kategorie erhält 100 Punkte, die übrigen werden entsprechend skaliert.

Preis-Leistungs-Note

Die aktuellen Preise recherchieren wir Monat für Monat anonym , weil wir uns nicht auf die wenig aussagefähigen Listenpreise der Hersteller stützen wollen. Dazu rufen wir bundesweit Versandhändler und Fachgeschäfte an und errechnen aus den Angaben den Mittelwert . Zusätzlich durchforsten wir die Angebote der Internet-Händler. Aus den recherchierten Angaben bilden wir den Durchschnittspreis . Anhand dieses Preises vergeben wir Punkte. Der günstigste Fotodrucker bekommt 100 Punkte. Alle übrigen bekommen entsprechend skaliert weniger Punkte. Nachdem wir aus den Punkten die Preisnote für ein Gerät gebildet haben, berechnen wir die Preis-Leistungs-Note. In diese Note gehen die Druckqualität zu 35 Prozent, die Geschwindigkeit zu 15 Prozent, die Handhabung zu 10 Prozent, der Verbrauch zu 15 Prozent, der Service zu 5 Prozent und der Preis zu 20 Prozent ein. In der Top-Tabelle der besten Geräte spielt der Preis allerdings keine Rolle. Hier geht es lediglich um Qualität und Leistung. Zusätzlich präsentieren wir Ihnen die drei Geräte mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis, bei denen Sie der Hersteller keinesfalls über die Ladentheke zieht.

Gesamtbewertung

Alle Ergebnisse werden in eine umfangreiche Tabelle eingetragen. Der zuständige Redakteur wertet diese aus und berechnet in einer weiteren Tabelle das Endergebnis und damit den Testsieger. Die Tabellen und Testberichte erscheinen tagesaktuell auf unserer Website www.pcwelt.de mit dem zu diesem Zeitpunkt gültigen Straßenpreis. Für das Heft aktualisieren wir einmal im Monat kurz vor Druckbeginn alle Preise der Top-200-Geräte. Zudem arbeiten wir kontinuierlich eventuelle technische Änderungen ein. Damit wir frühere Testgeräte mit den neuen vergleichen können, normieren wir auf das jeweils beste Ergebnis (maximale Punktzahl). Die anderen Geräte werden am Spitzenreiter gemessen und entsprechend skaliert. So entsteht die Top-10-Liste.

Bewertungsschema der Fotodrucker-Top-10 im Überblick

Tabelle 1: Prozentualer Anteil der einzelnen Kriterien am Gesamtergebnis

Tabelle 2-1: Punktevergabe innerhalb der einzelnen Kriterien (Teil 1)

Tabelle 2-2: Punktevergabe innerhalb der einzelnen Kriterien (Teil 2)

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