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FARBLASERDRUCKER: WIE WIR TESTEN

11.10.2004 | 12:00 Uhr |

Im Büro muss das Drucken vor allen Dingen schnell gehen. So ist ein Laserdrucker erste Wahl. Sollen zudem farbige Dokumente ausgegeben werden, bietet sich ein Farblaserdrucker an. Doch beim Druckerkauf ist nicht nur das Drucktempo und die Druckqualität des Geräts wichtig, es kommt auch auf die Folgekosten an. Deshalb untersuchen wir neben dem Stromverbrauch die Kosten pro DIN-A4-Seite.

Die PC-WELT bewertet Farblaserdrucker in sechs Kategorien: Geschwindigkeit , Druckqualität , Ausstattung , Handhabung , Verbrauch und Service . Die einzelnen Testkriterien gewichten wir unterschiedlich stark (vergleiche Tabelle 1). Die Geschwindigkeit ist mit 35 Prozent das wichtigste Kriterium. Druckqualität macht 30 Prozent der Wertung aus. Die Ausstattung, Handhabung und der Verbrauch haben je einen Anteil von 10 Prozent. Der Service geht mit 5 Prozent in die Gesamtnote ein.

Zu den Tests im Einzelnen
Sie laufen unter Windows XP Professional, Version 2002, Service Pack 1.

Bei allen Tests kommt folgendes System zum Einsatz:
- Pentium 4 2.40 GHz
- Intel-Hauptplatine D845GEBV2 mit im Chipsatz integrierter Grafik
- 512 MB DDR SDRAM
- Lite-On LTN 526 CD-ROM-Laufwerk
- Intel-Bios P17 vom 14.07.2003
- Festplatte WD400BB

An Software ist aufgespielt:
- Adobe Photoshop 7.0
- Corel Draw 12.0
- Acrobat Reader 6.0
- MS Word 2000
- Visio 2000.

Geschwindigkeit

Wir beurteilen die Druckgeschwindigkeit in Farbe und Graustufen . In jedem der beiden Bereiche sind maximal 100 Punkte (siehe Tabelle 2) zu vergeben. Sie gehen unterschiedlich stark gewichtet in die Note für die Geschwindigkeit ein. Da immer noch mehr schwarzweiße Dokumente ausgedruckt werden, machen diese auch 60 Prozent, die farbigen Dokumente 40 Prozent der Temponote aus.

Zu den farbigen Dokumenten :
Die erste Aufgabe des Testkandidaten ist ein 12-seitiges Acrobat-Dokument (maximal 15 Punkte). Hier testen wir die Leistungsfähigkeit bei mehrseitigen Dokumenten im Normalmodus. Zu den üblichen Aufgaben im Büro gehören Dreiseiter . Wieder nutzen wir ein Acrobat-Dokument . Dieses Mal wählen wir jedoch den Qualitätsmodus aus (20 Punkte). Wie es um die Druckqualität bei Bildern steht, zeigt uns ein fast DIN-A4-großes Foto , das wir im Qualitätsmodus (15 Punkte) sowie im Entwurfsmodus (10 Punkte) ausgeben. Verfügt der Drucker über keinen Entwurfsmodus, wählen wir den Modus, der Entwurf am nächsten kommt. Die grafische Qualität muss das Gerät anhand der Corel-Lokomotive aus dem Programm Visio unter Beweis stellen. Dabei unterscheiden wir das Drucken im Normalmodus (20 Punkte) und im Qualitätsmodus (10 Punkte). Wie der Testkandidat mit einem kompliziert zusammengesetzten grafischen Dokument zurecht kommt, verrät uns eine Testseite, die von der European Color Initiative (ECI) stammt. Der schnellste Drucker erhält dafür 10 Punkte.

Zu den Dokumenten in Graustufen :
Unser Augenmerk liegt besonders auf dem Textdruck , immer noch dem Haupteinsatzbereich von Laserdruckern. Wir drucken ein 20-seitiges Standarddokument , den Grauert-Brief , der auf jeder Seite etwas verändert wurde, damit der Drucker nicht in den Kopiermodus fallen kann (20 Punkte). Zeitlich relevant ist das Hochfahren des Geräts aus dem Stromsparmodus . Um diese Zeit zu erfassen, gilt es, ein 1 -seitiges Word-Dokument (Grauert-Brief) zu drucken (20 Punkte). Der zeitliche Unterschied wird besonders deutlich, wenn wir dasselbe Dokument danach in Betriebswärme im Entwurfsmodus ausgeben (10 Punkte). Im Arbeitsalltag kommen auch kompliziertere Graustufendokumente vor. Deshalb erfassen wir diese Zeiten anhand eines kompliziert aufgebauten Visio-Dokuments , das ein Strahlenkreuz, verschiedene Deckungsdichten und Schriften in unterschiedlichen Größen enthält. Es wird im Normalmodus (20 Punkte) und im Qualitätsmodus (10 Punkte) ausgedruckt.

Druckqualität

Wie schon bei der Druckgeschwindigkeit haben wir die Kategorie Druckqualität in farbige und schwarzweiße Dokumente unterteilt (je 100 Punkte – siehe Tabelle 2). Zur Ermittlung der Druckqualitätsnote gehen die Wertungen der monochromen Ausdrucke mit 60 Prozent, die Wertungen der Farbdokumente mit 40 Prozent ein.

Zu den farbigen Dokumenten :
Seine grafischen Talente zeigt der Drucker anhand der Corel-Lokomotive , die wir aus dem Programm Visio im Qualitätsmodus drucken (20 Punkte). Ein Acrobat-Dreiseiter im Qualitätsmodus zeigt, wie das Gerät mit Farbflächen umgeht (20 Punkte). Ob sich die verschiedenen Druckfarben korrekt platzieren, deckt eine Testseite auf, die von der European Color Initiative (ECI) erstellt wurde (5 Punkte). Eine weitere Testseite dieser Organisation verrät uns, wie gut Haut- und Pastelltöne sowie schwierige Details bei Brauntönen dargestellt werden (10 Punkte). Die Fotoqualität ermitteln wir anhand unseres Stilllebens aus dem Scannertest, das wir im Qualtiätsmodus ausgeben (20 Punkte). Die Visio-Grafik geben wir in den 3 Farben Cyan , Magenta und Gelb aus. Dabei wird deutlich, in welchem Farbbereich der Drucker Schwächen und Stärken hat. Es gibt dafür maximal 10 Punkte. Abgerundet wird die Qualitätsbewertung von einer Seite mit 18 Farbfeldern (Pastell- und Vollfarben). Diese Seite drucken wir mit dem Testgerät, vermessen sie mit einem X-Rite 948 Spectrolcolorimeter und vergleichen das Ergebnis mit den Referenzwerten (15 Punkte).

Zu den Dokumenten in Graustufen :
Der 20-seitige Grauert-Brief (in normaler Qualität) gibt uns Aufschluss über die Güte des Textdruckes (20 Punkte). Dazu kommt dasselbe Dokument , allerdings nur eine Seite davon im Qualitätsmodus (10 Punkte). Ein Strahlenkranz aus Visio zeigt, wie weit die Drucker feine Linienraster auflösen (20 Punkte). Außerdem befinden sich auf diesem Dokument Schriften in verschiedener Größe. Wir fotografieren die 4-Punkt-große Arial-Schrift mit einer Spezialkamera unserer Schwesterpublikation tecCHANNEL. Anhand dieser Aufnahme beurteilen wir die Textschärfe und die Platzierung der Tonerpartikel (50 Punkte).

Wir vergleichen die Ausdrucke unserer Testkandidaten grundsätzlich mit den Drucken von Vorgängermodellen und dem derzeitigen Top-Gerät. Als Hilfsmittel verwenden wir einen Fadenzähler (feine Lupe).

Ausstattung

Hier gibt es insgesamt 100 Wertungspunkte (siehe Tabelle 2) zu vergeben, die sich in die Bereiche technische Daten (25 Punkte), Anschlüsse (25 Punkte), Papiermanagement (25 Punkte) und Treiber (25 Punkte) aufteilen. Dabei entgeht uns kein Detail. Alles zählt – von der Auflösung (physikalisch) über die vorhandenen und optionalen Anschlüsse bis zur Duplexeinheit.

Handhabung

Bei diesem Bewertungspunkt steht die Bedienfreundlichkeit im Mittelpunkt. Von den maximal erreichbaren 150 Wertungspunkten vergeben wir für das Gewicht des Druckers und den benötigten Platz mit je 20 Punkten die meisten Punkte. Der Grund: In dieser Druckerklasse bringen die Geräte massiv Gewicht auf die Waage. Außerdem benötigen sie im Zweifel mehr Platz als die Angaben der Hersteller vermuten lassen. Nicht selten müssen zum Bestücken mit Toner oder zum Auswechseln von Fixiereinheiten oder Übertragungsbändern mehrere Abdeckungen aufgeklappt werden. Das muss beim Wählen des Druckerstandorts genau bedacht werden. Außerdem untersuchen das Handbuch (10 Punkte): Ist es deutschsprachig, verständlich und übersichtlich? Ist es ausführlich? Gibt es ein Inhalts- oder Stichwortverzeichnis? Werden mögliche Fehler beschrieben? Enthält das Handbuch ein Glossar? Bilder und Grafiken? Uns ist auch wichtig, ob und wie die Installation des Druckers im Handbuch beschrieben ist (5 Punkte). Neben der Verarbeitungsqualität (10 Punkte) und der Gehäuseform (5 Punkte) des Druckers bewerten wir den Aufwand, den die Installation von Hardware (10 Punkte) und Software (10 Punkte) bereiten. Das Bedienfeld sollte einwandfrei lesbar, gut erreichbar und intuitiv bedienbar sein. Dies ist uns maximal 20 Punkte wert. Wir achten ferner darauf, ob der Papiertransport einwandfrei funktioniert (15 Punkte). Uns ist zudem wichtig, welche Verbrauchsmaterialien verwendbar sind (15 Punkte), und ob ein Display vorhanden ist (10 Punkte).

Verbrauch

Der Verbrauch bei Farblaserdruckern gliedert sich in Strom , Lebensdauer, Verbrauchsmaterial und Seitenkosten . Insgesamt vergeben wir 100 Punkte. Die Geräte sind in der Regel echte Stromfresser. Wir bewerten den Verbrauch im Betrieb (10 Punkte), im Ruhe - (10 Punkte) und Stromsparmodus (10 Punkte). Lässt sich der Drucker zudem komplett ausschalten , ist uns das weitere 5 Punkte wert. Aus den Preisen für Belichtereinheiten und weiteren auszutauschenden Komponenten (bis hin zum Resttonerbehälter) und den Tonerkartuschen ermitteln wir den Seitenpreis (Deckung pro Farbe sowie Schwarz von 5 Prozent im Normalmodus ohne Papierkosten). Für die Kosten pro Seite vergeben wir 35 Punkte. Die höchste Lebensdauer von Trommel, Fixiereinheit, Transportband und Resttonerbehälter ist uns 10 Punkte wert, die der Tonerkartuschen 15 Punkte. Sind im Lieferumfang keine Startertoner, sonder normal gefüllte Kartuschen enthalten, bekommt der Testkandidat 5 Punkte extra. Denn in der Regel werden die Drucker mit weniger gefüllten Startertonern ausgestattet.

Service

Hier bewerten wir vor allem die Garantiezeit (60 Punkte). Den zweiten Schwerpunkt bilden die Service-Leistungen der Hersteller (40 Punkte). In dieses Kriterium gehen mit maximal 24 Punkten die Ergebnisse unserer Brand-Awareness-Studie ein. Bei dieser Studie befragt die PC-WELT Endanwender, wie zufrieden sie mit den Service-Leistungen ihres Herstellers waren. Maximal 8 Punkte kann sich ein Hersteller mit einem guten Internet-Auftritt verdienen – dazu gehört beispielsweise eine gut strukturierte Seite , auf der sich auch aktuelle Firmware- oder Treiber-Updates für die eigenen Geräte finden. Ein strukturierter FAQ-Bereich ist uns ebenfalls wichtig. Natürlich ist auch eine deutschsprachige Website positiv. Letztlich bewerten wir die Hotline des Herstellers mit bis zu 8 Punkten. Wichtig ist hierbei beispielsweise, ob sich die Hotline-Nummer problemlos auf der Website finden lässt, wie lange die täglichen Sprechzeiten sind, an wie vielen Tagen die Hotline offen ist und was sie den Anrufer kostet .
Der beste Farblaserdrucker in dieser Kategorie erhält 100 Punkte, die übrigen werden entsprechend skaliert.

Preis-Leistungs-Note

Die aktuellen Preise recherchieren wir Monat für Monat anonym , weil wir uns nicht auf die wenig aussagefähigen Listenpreise der Hersteller stützen wollen. Dazu rufen wir bundesweit Versandhändler und Fachgeschäfte an und errechnen aus den Angaben den Mittelwert . Zusätzlich durchforsten wir die Angebote der Internet-Händler. Aus den recherchierten Angaben bilden wir den Durchschnittspreis . Anhand dieses Preises vergeben wir Punkte. Das billigste Modell bekommt 100 Punkte. Alle übrigen bekommen entsprechend skaliert weniger Punkte. Nachdem wir aus den Punkten die Preisnote für ein Gerät gebildet haben, berechnen wir die Preis-Leistungs-Note. In diese Note gehen die Geschwindigkeit zu 25 Prozent, die Druckqualität zu 20 Prozent, die Ausstattung, die Handhabung und der Verbrauch zu je 10 Prozent, der Service zu 5 sowie der Preis zu 20 Prozent ein. In der Top-Tabelle der besten Geräte spielt der Preis allerdings keine Rolle. Hier geht es lediglich um Qualität und Leistung. Zusätzlich präsentieren wir Ihnen die drei Geräte mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis, bei denen Sie der Hersteller keinesfalls über die Ladentheke zieht.

Gesamtbewertung

Alle Ergebnisse werden in eine umfangreiche Tabelle eingetragen. Der zuständige Redakteur wertet diese aus und berechnet in einer weiteren Tabelle das Endergebnis und damit den Testsieger. Die Tabellen und Testberichte erscheinen tagesaktuell auf unserer Website www.pcwelt.de mit dem zu diesem Zeitpunkt gültigen Straßenpreis. Für das Heft aktualisieren wir einmal im Monat kurz vor Druckbeginn alle Preise der Top-200-Geräte. Zudem arbeiten wir kontinuierlich eventuelle technische Änderungen ein. Damit wir frühere Testgeräte mit den neuen vergleichen können, normieren wir auf das jeweils beste Ergebnis (maximale Punktzahl). Die anderen Geräte werden am Spitzenreiter gemessen und entsprechend skaliert. So entsteht die Top-5-Liste.

Bewertungsschema der Farblaserdrucker-Top-10 im Überblick

Tabelle 1: Prozentualer Anteil der einzelnen Kriterien am Gesamtergebnis

Tabelle 2-1: Punktevergabe innerhalb der einzelnen Kriterien (Teil 1)

Tabelle 2-2: Punktevergabe innerhalb der einzelnen Kriterien (Teil 2)

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