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Lacie golden disk im Test

15.01.2010 | 11:35 Uhr |

Im goldenen Gewand kommt diese externe Terabyte-Festplatte aus dem Hause Lacie. Als Schnittstelle steht lediglich ein USB-Anschluss zur Verfügung. Wie sich dieses Modell im Labor schlug, erfahren Sie in diesem Testbericht.

Das Gehäuse der Lacie golden disk wurde von dem französischen Designer Ora-Ïto entworfen. Es emotionalisiert: Jeder, der die Festplatte in der Redaktion zu Gesicht bekam, reagierte - meist positiv. Auf den zweiten Blick merkten viele Kollegen jedoch an, dass die Lacie golden disk etwas protzig und eventuell sogar leicht kitschig wirkt. Im Test mussten wir immer wieder das mitgelieferte Staubtuch verwenden und die Fingerabdrücke von der Oberfläche wegpolieren. Die Hochglanzoberfläche macht jedes Staubkorn sichtbar, Fingerabdrücke sind noch deutlicher zu sehen - um die Lacie golden disk völlig sauber zu halten, müssten Sie im Stundentakt putzen. Auch ist die Oberfläche des Kunststoffgehäuses sehr empfindlich, unser Testmodell hatte schon einige leichte Kratzer. Für den mobilen Einsatz ist die externe Platte nicht geeignet.

Ausstattung: Die Lacie golden disk besitzt eine Nennkapazität von einem Terabyte, also 1024 GB - nach dem Formatieren stehen Ihnen noch 931,5 GB zur Verfügung. Ihre Daten landen auf der internen S-ATA/300-Festplatte Samsung Spinpoint F2 Ecogreen HD103SI. Sie rotiert ihre Datenscheiben mit gemächlichen 5400 Umdrehungen pro Minute (UPM) und besitzt 32 MB Pufferspeicher (Cache). Diese Angaben machen aus der Festplatte zwar keine Rennsemmel, sind für eine externe Festplatte mit langsamer USB-2.0-Schnittstelle aber ausreichend.
Im Lieferumfang finden Sie neben einem externen Netzteil eine kurze Installationsanleitung sowie das bereits am Anfang erwähnte Staubtuch. Die Sicherungs-Software 1-Click-Backup ist ebenfalls mit von der Partie. Das Programm ist auf der Festplatte gespeichert.

Tempo: Die Lacie golden disk verfügt lediglich über eine USB-Schnittstelle. Ihr Vorteil ist, dass sie sehr weit verbreitet ist, praktisch jeder PC besitzt eine. Ihr Nachteil ist die niedrige Bandbreite. Externe Festplatten mit E-SATA, Firewire 800 und USB 3.0 erreichen in der Praxis mehr als doppelt so hohe Datenraten. Bei der Lacie golden disk betrug sie 29 MB/s beim Lesen und 18 MB/s im Schreibmodus. Die durchschnittliche Zugriffszeit lag bei 8,02 Millisekunden - Mittelmaß.

Ergonomie: Die Lacie golden disk fällt nicht nur durch ihr besonderes Design auf. Sie macht sich auch durch ihre hohe Geräuschentwicklung bemerkbar. Schon im Leerlauf maßen wir in der Schallmesskammer 20,4 dB(A) - hörbar. Bei Zugriffen erhöhte sich der Pegel auf 31,4 dB(A), das kann im Dauerbetrieb empfindlichen Ohren auf die Nerven gehen.
Auch bei der Strommessung bekleckerte sich die Lacie golden disk nicht mit Ruhm. Während der Stromverbrauch im Betrieb mit 11,1 und 12,6 Watt für eine externe 3,5-Zoll-Festplatte normal war, blieb er im ausgeschalteten Zustand mit 5,6 Watt auf sehr hohem Niveau. Ohne weitere technische Maßnahmen beschert Ihnen die Anschaffung der Lacie golden disk Folgekosten von rund 8 Euro pro Jahr (bei einem Strompreis von 17 Cent/kWh).

Fazit: Außen hui, innen pfui! Die Lacie golden disk sieht zwar toll aus, ist aber ziemlich langsam. Zudem störten uns das laute Betriebsgeräusch und der hohe Standby-Stromverbauch.

Alternativen: Statt 135 Euro nur 125 Euro kostet die Seagate Free Agent Xtreme . Sie besitzt übrigens nicht nur eine lahme USB-Buchse, sondern unter anderem eine flotte E-SATA-Schnittstelle. Der absolute Preisbrecher ist die Lacie Grand , die mit 1 TB Speicher kommt und schon für 85 Euro zu haben ist - leider ebenfalls nur mit USB-Schnittstelle. Aber auch für preisbewusste Liebhaber schneller Verbindungen und gutem Design bietet Lacie ein passendes Modell - die 90 Euro teure Starck Desktop.

Varianten:
Lacie golden disk 1TB (Testmodell)
Lacie golden disk 500 GB

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