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Expression Web

08.02.2007 | 08:30 Uhr |

Mit der Expression-Reihe will Microsoft im Segment der professionellen Creative-Suiten Fuß fassen. Erstes Produkt ist der Web-Editor Expression Web, der Frontpage ablösen soll.

Standen bisher kleinere Unternehmen und Privatanwender im Fokus, betont der Hersteller bereits auf der Verpackung, dass es sich um ein Profitool handelt. Profis allerdings werden den mitgelieferten Aufsteller für den Schreibtisch, der in aller Kürze CSS-Selektoren erklärt, eher albern finden. Im Paket ist zusätzlich eine DVD mit Tutorials in englischer Sprache enthalten.

Nach der unkomplizierten Installation meint man als Frontpage-Kenner, kaum Neuerungen zu erkennen, gerät aber zunehmend ins Stutzen. Die Bedienerführung wurde einer Evolution statt einer Revolution unterzogen, die Verbesserungen sind aber durchaus gelungen. Der überfrachtete Aufgabenbereich am rechten Bildschirmrand wurde aufgeräumt und stellt vorkonfiguriert die wichtigsten HTML- und ASP-Elemente bereit. Zur Bearbeitung der Seiten setzt Expression Web auf die drei bewährten Ansichten seines Vorgängers Frontpage: Entwurf, mit voller Wysiwyg-Unterstützung, Code und die Kombination aus Entwurf und Code.

In der Code-Ansicht stellt Microsoft besonders die Funktion „Intellisense“ heraus. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als eine Autovervollständigung der Code-Elemente. Die hat aber bereits der Editor Homesite Ende der 90-er geboten. Sprachelemente lassen sich aber nicht nur in der Codeansicht, sondern auch in der Entwurfsansicht über einen eigenen Aufgabenbereich bearbeiten. Dem Code selber ist anzusehen, dass Expression Web stark auf CSS als wichtigstes Layoutmittel setzt. Einerseits werden die dafür so dringend benötigten Elemente div und span prominent herausgestellt, andererseits produziert die Software gleich entsprechende CSS-Klassen. Unterstützt werden Dokumenttypen von XHTML 1.1 bis HTML 4.01. Expression Web lässt sich aber auch sehr gut als Editor für XML-Dateien nutzen.

Wer regelmäßig HTML-Seiten schreibt, erhält viel Arbeitsunterstützung, ohne bevormundet zu werden. Gut gelungen ist die Vorschaufunktion. Mit einem Mausklick kann sich der Anwender sein Werk in verschiedenen Auflösungen in seinem bevorzugten Browser ansehen. Runderneuert wurden die zahlreichen Vorlagen, die deutlich frischer und moderner wirken.

Fazit: Microsoft hat mit Expression Web nicht das Genre der Web-Editoren neu erfunden. Die vielen Verbesserungen haben dem Programm aber gut getan. Ein Update lohnt sich.

Weitere Meldungen zu Expression Web:

Expression Web ist im Handel

Microsoft Expression Web löst Frontpage ab

Alternative: Dreamweaver ( www.adobe.com/de/products/dreamweave/ ) hat immer noch den besseren Wysiwyg-Editor, ist aber auch teurer.

BEWERTUNG

Leistung (50%): Note 2,0
Bedienung (35%): Note 2,0
Dokumentation (5%): Note 3,0
Installation/De-Installation (5%): Note 2,0
Systemanforderungen (5%): Note 2,0

GESAMTNOTE: 2,0

Anbieter:

Microsoft

Weblink:

www.microsoft.com/expression

Preis:

380 Euro

Betriebssysteme:

Windows 2000, XP, Vista

Plattenplatz:

ca. 280 MB

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