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Der PC Shuttle XPC H7 7800H im Test

31.07.2009 | 14:53 Uhr |

Der Shuttle XPC H7 7800H kommt zum Test als Barebone-PC zum selber bauen. Warum er trotzdem nicht überzeugt und viel zu teuer ist, verraten wir hier.

TV-Karte des Shuttle XPC H7 7800H
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Shuttle präsentiert mit dem XPC H7 7800H einen schicken und vielseitig konfigurierbaren Multimedia-PC für AMD-CPUs mit Sockel AM2+. Bei einem Preis von über 1000 Euro hatten wir hier eine Phenom-II-CPU erwartet, fanden aber den schon etwas älteren Athlon 64 X2 6000+ vor. Mit einer guten Grafikkarte an ihrer Seite kann diese CPU allerdings noch die Basis für einen bedingt spieletauglichen und kostengünstigen Multimedia-PC abgeben - doch auch diese Hoffnung hat sich im Test schnell zerschlagen.

Festplattenpartitionen des Shuttle XPC H7 7800H
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Ausstattung: Der Multimedia-PC XPC H7 7800H beruht auf dem Barebone Shuttle SN78SH7 mit einer Hauptplatine für AMD-CPUs mit Sockel AM2+. Dieser Barebone ohne CPU, RAM, Festplatte, optisches Laufwerk und Betriebssystem kostet bereits 270 Euro. Unser Testsystem war mit dem AMD-Prozessor Athlon 64 X2 6000+ ausgestattet. Diese CPU bot in unserem Einzeltest eine ordentliche Rechenleistung sowie eine pralle Ausstattung zum günstigen Preis bei recht hohem Energieverbrauch - allerdings ist der Test schon über zwei Jahre alt!

Viel zu teuer: Shuttle XPC H7 7800H
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Shuttle spendierte unserem Test-Exemplar des XPC H7 7800H magere 2 GB DDR2-RAM. Die Allround-Festplatte Samsung HD501LJ präsentierte sich im Test mit ordentlichen Transferraten und Zugriffszeiten. Das optische Laufwerk HL-DT-ST GGC-H20L liest Blu-ray- und HD-DVD-Scheiben und brennt alle gängigen CD- und DVD-Formate. Das Betriebssystem des Shuttle XPC H7 7800H ist Windows Vista Home Premium in der 32-Bit-Variante.

Die TV-Karte Hauppauge WinTV-HVR-1300 hat einen Eingang für DVB-T sowie analogen Radio-Empfang. Über den schnellen Gigabit-LAN-Anschluss verbinden Sie sich mit dem Heimnetzwerk. Das integrierte WLAN-Modul unterstützt nur den Standard 802.11g. Sechs USB-Ports sowie jeweils zwei eSATA- und Firewire-Anschlüsse stehen für Peripheriegeräte zur Verfügung. Der integrierte Kartenleser unterstützt die Formate CF, SM, SD, MMC und MS. Zum Anschluss eines Surround-Boxensets bietet der Shuttle XPC H7 7800H neben einem optischen S/P-DIF-Ausgang drei Lautsprecheranschlüsse.

Die CPU des Shuttle XPC H7 7800H
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Das größte Manko des Shuttle XPC H7 7800H ist allerdings die integrierte Chipsatzgrafik Nvidia Geforce 8200 mit 128 MB eigenem Speicher: Die Grafikleistung dieses Chips ist so schlecht, dass man den Shuttle XPC H7 7800H in dieser Konfiguration beim besten Willen nicht als Multimedia-PC bezeichnen kann. Glücklicherweise hat die Hauptplatine einen x16-PCI-Express-Steckplatz für eine richtige Grafikkarte. Shuttle bietet im Online-Shop beispielsweise die ATI Radeon HD 3650 512MB für 41 Euro Aufpreis oder die Nvidia Geforce 9600GT 512MB für 81 Euro zusätzlich an.

In der von uns getesteten Konfiguration kostet der Rechner exorbitante 1049 Euro. Warum zu diesem stolzen Preis keine der oben genannten Grafikkarten im Preis enthalten ist, blieb uns ein Rätsel. Wenn man bedenkt, dass es bereits um 900 Euro vernünftige Spiele-PCs mit ATIs Grafikchip Radeon HD 4870 und 1 GB Grafikspeicher gibt, verwundert es um so mehr, dass Shuttle für einen Multimedia-PC mit Chipsatzgrafik einen vierstelligen Preis kassiert.

Tempo: Die schwache Chipsatzgrafik zeigt sich bereits beim Abspielen von Blu-ray-Filmen über das eingebaute Laufwerk: Bei ruhigen Szenen ist das Bild klar und kontrastreich, aber bei rasanten Action-Szenen beginnt die Wiedergabe zu ruckeln. Als wir bei PowerDVD die Anzeige der technischen Informationen während der Wiedergabe aktivierten, sahen wir, dass bei einer Datenrate bis 24 MBit/s der Film flüssig wiedergegeben wurde. Bei Action-Sequenzen mit vielen herumfliegenden Partikeln stieg die Datenrate teilweise aber auf über 30 MBit/s und hier konnten wir bei unserem Testfilm ein leichtes Ruckeln sehen.

Chipsatzgrafik: die Achillesferse des Shuttle XPC H7 7800H
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Um diesen subjektiven Eindruck durch Benchmarks zu untermauern, starteten wir 3D Mark Vantage. Üblicherweise wählen wir bei PC-Tests hier die mittlere Qualitätseinstellung "Performance". Der Shuttle XPC H7 7800H weigerte sich allerdings standhaft, dieses Benchmark zu Ende zu bringen; bei allen vier Versuchen stürzte das Programm ab mit der Fehlermeldung "Device removed".

Um dem PC noch eine Chance zu geben, starteten wir die Benchmark-Software im anspruchslosen "Entry"-Level. Nun bekamen wir ein sehr mageres Ergebnis von 1589 Punkten. Andere PCs dieser Preisklasse wie der Medion Erazer X7312 D schaffen hier locker 9000 Punkte. Das sichtbare Ergebnis: 3D Mark Vantage läuft wie eine Diashow ab, von einer flüssigen 3D-Wiedergabe ist der Shuttle XPC H7 7800H bei Bildraten von unter 10 Frames pro Sekunde meilenweit entfernt.

Shuttle XPC H7 7800H: 3D Mark Vantage läuft nicht im Performance-Modus.
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Im reinen CPU-Benchmark unter 3D Mark 06 sahen wir, dass der Shuttle XPC H7 7800H dieselbe CPU-Leistung vorweisen konnte wie andere PCs mit diesem Prozessor: Der Shuttle XPC H7 7800H schaffte im Test 2172 Punkte, der Neobuy PC AMD Athlon64 X2 6000 Silent 2313 Punkte. Würde man dem Neobuy-PC noch ein Betriebssystem, weitere 250 GB Festplattenkapazität, WLAN und eine TV-Karte spendieren, hätte er zum Preis von etwa 550 Euro dieselbe Ausstattung und Leistung wie der Shuttle XPC H7 7800H.

Ergonomie: Der Energieverbrauch des Shuttle XPC H7 7800H lag im Desktop-Betrieb bei moderaten 57,5 Watt. Unter Volllast schlug allerdings die AMD-CPU mit ihrem hohen Stromverbrauch zu und bescherte dem Shuttle-PC ein Ergebnis von 148,4 Watt. Andere Multimedia-PCs verbrauchten hier deutlich unter 100 Watt.

Mit 29,9 dB(A) im Desktop-Modus rauschte der Shuttle XPC H7 7800H bereits so laut wie so mancher Spiele-PC mit mehreren Lüftern. Unter Last überträgt sich zudem das Festplattengeräusch auf den Einbauschacht und steigert damit die Gesamtlautstärke auf 33,9 dB(A). Dies ist für einen Multimedia-PC, der seinen Dienst als Medienwiedergabegerät im Wohnzimmer verrichten soll, deutlich zu laut.

Freie Konfigurierbarkeit dank Barebone-System: Shuttle XPC H7 7800H
Vergrößern Freie Konfigurierbarkeit dank Barebone-System: Shuttle XPC H7 7800H
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Fazit: Der Shuttle XPC H7 7800H kann im Test die Erwartungen bei weitem nicht erfüllen: Die Leistung der integrierten Chipsatzgrafik ist für einen PC, der 1000 Euro kostet, miserabel. Eine echte Grafikkarte ist für einen Multimedia-PC in dieser Preislage Pflicht. Unter Last verbraucht der PC zuviel Strom und arbeitet für einen Wohnzimmer-PC nicht leise genug. Obwohl die Schnittstellenausstattung, das Design und die freie Konfigurierbarkeit überzeugen, ist der Shuttle XPC H7 7800H in der von uns getesteten Konfiguration 500 Euro teurer als vergleichbare Konkurrenten. Diesen fetten Preisaufschlag ist der PC aus unserer Sicht aber bei weitem nicht wert.

Alternativen: Für 200 Euro weniger bekommen Sie bereits einen flotten Spiele-PC wie den Atelco 4gamez! AMD Phenom II X4 940. Der Neobuy PC AMD Athlon64 X2 6000 Silent bringt genau dieselbe Rechenleistung wie der Shuttle-PC und kostet (ohne Betriebssystem, TV-Karte und WLAN) nur 300 Euro.

Varianten: Shuttle XPC H7 7800H mit AMD Phenom-CPU
Shuttle XPC H7 7800H mit 4 GB RAM
Shuttle XPC H7 7800H mit PCIe-x16-Grafikkarte von Nvidia oder ATI
Shuttle XPC H7 7800H mit Festplattenkapazität von 320 GB bis 2 Terabyte
Shuttle XPC H7 7800H mit Blu-ray-Brenner
Shuttle XPC H7 7800H mit PS/2-Anschlüssen und paralleler LPT-Schnittstelle
Shuttle XPC H7 7800H mit Windows Vista Ultimate oder Windows Vista Business (inkl. Downgrade-Option auf XP Professional)
Shuttle XPC H7 7800H mit Diskettenlaufwerk anstelle des Kartenlesers
Shuttle SN78SH7 Barebone ohne CPU, RAM, Festplatte, optisches Laufwerk, Betriebssystem

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