Praxistest

Mit Emil und Pauline auf dem iPad clever Zahlen üben

Montag, 13.08.2012 | 11:15 von Hans-Christian Dirscherl
Bildergalerie öffnen Emil und Pauline
© Hans-Christian Dirscherl
Der Münchner Software-Distributor USM hat mit Emil und Pauline schon länger eine Lernsoftware-Reihe für Kinder im Angebot. Seit kurzem gibt es mit „Emil und Pauline in der Höhle“ auch eine erste Folge als iPad-App. PC-WELT kroch in die Höhle – und fand ansprechend gemachte Zahlen- und Formenübungen, die den Kids wirklich Spaß machen.
Mit „Emil und Pauline in der Höhle“ können Kinder von fünf bis sieben Jahren auf dem iPad spielerisch in die Welt der Zahlen und geometrischen Formen eintauchen (diese App ist die erste Umsetzung der bekannten Lernspielreihe Emil und Pauline für Windows-PCs für das Apple iPad). Trainiert werden vor allem das Erkennen der Ziffern von 0 bis 10 sowie einfach Additions- und Subtraktionsaufgaben wie 6+2. Die Bedienung der App, die für das iPad ab iOS 4.3 konzipiert ist, erfolgt intuitiv; Emil und Pauline erklären per Sprachausgabe den Kleinen, wie das Spiel funktioniert und wie es was bei der jeweiligen Aufgabe zu lösen gibt; die Kinder müssen nicht lesen können, um die Aufgabe zu verstehen. Wenn die Kinder auf Anhieb eine Aufgabe nicht lösen können, werden sie mit aufmunternden Kommentaren zum Weiterspielen animiert.

Nur die Käfer mit der richtigen Ziffer auf dem Rücken
dürfen ins Freie entweichen.
Vergrößern Nur die Käfer mit der richtigen Ziffer auf dem Rücken dürfen ins Freie entweichen.
© Hans-Christian Dirscherl

Fünf Einzelaufgaben/Spiele und ein Bonusspiel

Jedes Kind, das Emil und Pauline in der Höhle spielt, meldet sich zunächst mit einem Zeichen, beispielsweise dem ersten Buchstaben des eigenen Namens, an. Danach führen der Eisbär Emil und seine Pinguin-Freundin Pauline das Kind in die für die App namensgebende Höhle. Dort verstecken sich fünf Höhlen-Kobolde. Wenn Kind einen von diesen entdeckt (dazu muss es einen großen Felsblock wegrubbeln), darf es dessen Aufgabe lösen. Die Lern-App Emil und Pauline in der Höhle umfasst also insgesamt fünf Einzelaufgaben respektive Spiele, die das Kind lösen darf. Nach jeder erfolgreich gelösten Aufgabe darf es Edelsteine einsammeln. Hat es alle fünf Quests erfolgreich gemeistert, wird zur Belohnung ein Bonusspiel gestartet, bei der die zuvor eingesammelten Steine eine entscheidende Rolle spielen. Worin es darin geht, wollen wir hier nicht sagen – der Spannung wegen.

Die Bonusrunde. Was es hier zu tun gibt, verraten wir
nicht. Die zuvor eingesammelten Edelsteine haben hier aber ihren
großen Auftritt.
Vergrößern Die Bonusrunde. Was es hier zu tun gibt, verraten wir nicht. Die zuvor eingesammelten Edelsteine haben hier aber ihren großen Auftritt.
© Hans-Christian Dirscherl

Liebevolle kindgerechte Grafik

Die einzelnen Spiele sind mit kindgerechter Grafik durchaus ansprechend gemacht, schließlich erwartet bei einer Lernsoftware für Kinder niemand die detailgetreue Bildschirmdarstellung eines Ego-Shooters. Die Kinder müssen zum Beispiel Leuchtkäfer mit einer bestimmten Punktanzahl auf dem Rücken den Weg in die Freiheit lassen, alle anderen Käfer aber wieder einfangen. Oder so viele Fledermäuse wegflattern lassen, wie Ihnen Pauline per Leuchtstrahl mit der Taschenlampe vorgibt; oder zielgenau mit Schlammkugeln werfen (und dafür zuvor Rechenaufgaben lösen). Außerdem müssen ein Höhlenlabyrinth gemeistert und dabei die unterwegs eingesammelten Ziffern zusammengezählt werden.

Nach dem Lehrplan der ersten Klasse

Die Aufgaben von Emil und Pauline in der Höhle orientieren sich laut USM am Lehrplan der ersten Klasse; die Aufgaben sollen laut Produktbeschreibung die Mathekenntnisse der ersten Klasse vertiefen. Trainiert werden:
* Erstes Zählen, Lesen und Schreiben von Zahlen
* Verständnis von Mengenverhältnissen
* Erkennen, Unterscheiden und Umgehen mit geometrischen Figuren
* Addition und Subtraktion im Zahlenraum bis 10 bzw. 20
* Förderung von Konzentration, Aufmerksamkeit, Ausdauer, Gedächtnis, Logik sowie Feinmotorik

Mogeln möglich

Die fünf Lernspiele können beliebig oft wiederholt werden. Dabei stellte sich heraus, dass unsere sechsjährige Probandin immer wieder aufs Neue Spaß an den Aufgaben hatte. Der Vorteil des Wiederholungsfaktors: Die Rechenaufgaben können intensiv eingeübt werden. Der Nachteil: Das Kind merkt sich beispielsweise im Labyrinth den Weg, den es beim ersten Mal gegangen ist und das daraus resultierende Rechenergebnis – und tippt dann mit schlafwandlerischer Sicherheit die immer gleiche Zahl als Ergebnis ein. Rechnen ist dafür dann natürlich nicht mehr erforderlich.

Nach jedem erfolgreich gelösten Spiel gibt es Edelsteine
einzusammeln.
Vergrößern Nach jedem erfolgreich gelösten Spiel gibt es Edelsteine einzusammeln.
© Hans-Christian Dirscherl

Fazit zu Emil und Pauline in der Höhle

Das durchwegs verständliche Spiel funktioniert sehr flüssig, ist liebevoll gezeichnet und macht Spaß. Den Gesamtumfang der App empfanden wir als etwas knapp – das Kind sah das aber anders und war zufrieden, obwohl es bereits nach zirka einer Stunde alle Aufgaben samt Bonusspiel einmal durchgespielt hatte.
 
Das Spiel dürfte ideal für Kinder des beginnenden ersten Schuljahres sein. Vorschulkinder haben aber ebenfalls Freude damit und können ihr Verständnis für Ziffern vertiefen. Allerdings dürften die Additions- und Subtraktionsaufgaben – insbesondere im Labyrinth und beim Schlammkugelwerfen – die Fähigkeiten eines fünf- oder sechsjährigen Kindes bis zum Äußersten ausreizen. Der Spaßfaktor wurde von unserer Testkandidatin als sehr hoch angegeben, das Spiel gefällt auch noch nach mehrmaligem Wiederholen. Das Kind freute sich immer wieder, wenn es endlich die Bonusrunde erreicht hat und…. – nein, was es in der Bonusrunde zu tun gibt, verraten wir nicht.
 
Emil und Pauline in der Höhle ist für 3,99 Euro im App Store erhältlich. Auf Deutsch und auf Englisch.

Montag, 13.08.2012 | 11:15 von Hans-Christian Dirscherl
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