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Elster-Software für den Mac

17.02.2017 | 08:10 Uhr |

Stichtag 31. Mai. Es ist höchste Zeit für die Abgabe der Steuererklärung. Dank ELSTER geht das auch ohne Papier.

Im letzten Jahr sah es noch so aus, als dass sich alle Steuerpflichtigen ab 2017 mit der Steuererklärung mehr Zeit lassen können. Dieser Traum hat sich jedoch zerschlagen, denn der Fiskus wendet die neuen Abgabefristen erst ab 2018 für das Veranlagungsjahr 2017 an. Konkret bedeutet dies, dass Sie Ihre Steuererklärung zukünftig spätestens bis zum 31.07. abgeben müssen. Für 2017 und das Veranlagungsjahr 2016 gilt nach wie vor der 31.05. als letzter Abgabetermin, um keine Säumniszuschläge zu zahlen. Damit Sie diese Fristen nicht versäumen und die Zahlung von Säumniszuschlägen umgehen, stellen die Finanzbehörden mit Elster ein hauseigenes Bordmittel für die elektronische und fristgerechte Übermittlung der Steuerdaten bereit.

Aktuellen Statistiken zufolge verzichten bereits mehr als 20 Millionen Steuerpflichtige darauf, ihre Steuererklärung per Post an das Finanzamt zu schicken. Stattdessen übermitteln sie ihre Steuerdaten entweder mit „Elster Formular“, dem kostenlosen Steuerprogramm der deutschen Finanzverwaltung, oder mit einem anderen Software-Produkt, das die offizielle Elster-Schnittstelle der Finanzverwaltung verwendet. Ein gewichtiger Nachteil von Elster Formular ist nach wie vor, dass die Finanzverwaltung diese Anwendung ausschließlich als PC-Programm anbietet. Mac- oder auch Linux-Anwender schauen in die Röhre oder müssen den Umweg über ein Emulationsprogramm gehen. So verwundert es nicht allzu sehr, dass findige Entwickler diese Marktlücke nun mit nativen, aber kostenpflichtigen Alternativen schließen.

Alternativ kann man auf das Dienstleistungsportal ElsterOnline zur Abgabe verschiedener Steuererklärungen und Meldungen ausweichen. Diese kann man im Elster-Online-Portal mit jedem Internet-Browser unter beliebigen Betriebssystemen online erfassen und abgeben. Der Nachteil von ElsterOnline ist jedoch, dass Sie keine sinnvollen Hinweise erhalten, wie man Steuern sparen kann. Insofern ersetzt ElsterOnline keine professionelle Steuererklärung oder alternativ die fachkundige Unterstützung durch einen Steuerberater.

Das ändert sich 2017

Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag steigt um 168 EUR von bisher 8.652 EUR auf 8.820 EUR für Ledige und von 17.304 EUR auf 17.640 EUR für zusammenveranlagte Ehepaare bzw. eingetragene Lebenspartner. Der Grundfreibetrag ist die Grenze, bis zu der das Einkommen steuerfrei bleibt.

Weniger Papier

Ab dem Veranlagungsjahr 2017 müssen Sie keine Belege mehr wie Spendenquittungen oder Bankbescheinigungen über Kapitalerträge papierhaft beim Finanzamt einreichen. Allerdings sollten Sie die Unterlagen in jedem Fall aufbewahren, denn das Finanzamt kann die Belege bei Bedarf im Original anfordern.

Altersvorsorge

Für 2017 erkennt das Finanzamt 2 Prozent mehr Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, zur Rürup-Rente und zu berufsständischen Versorgungswerken als Sonderausgaben an. Maximal werden 23.362 EUR bei Ledigen oder 46.724 EUR bei Zusammenveranlagten berücksichtigt.

Grunderwerbssteuer

Thüringen hat 2017 die Grunderwerbssteuer von 5 auf 6,5 Prozent erhöht. Damit gehört Thüringen zu den fünf teuersten Bundesländern.

Behinderten-Pauschbetrag

Menschen mit Behinderung können 2017 den Behinderten-Pauschbetrag einfacher bekommen. Unterlagen müssen nur noch vorgelegt werden, wenn der Pauschbetrag erstmalig beantragt wird oder wenn sich etwas ändert.

Die vorausgefüllte Steuererklärung

Bereits seit 2014 bieten die Finanzbehörden den Service der vorausgefüllten Steuererklärung an. Mit diesem Angebot können Sie alle Daten, die elektronisch beim Finanzamt gespeichert sind, abrufen und in Ihre Steuererklärung übernehmen. Der Vorteil besteht darin, dass Sie Eingabefehler beim Übertragen der Steuerdaten minimieren und zudem auch viel Zeit für die Datenerfassung einsparen. Damit Sie von diesem Service profitieren können, benötigen Sie Ihre persönliche Steueridentifikationsnummer sowie ein Benutzerkonto bei ElsterOnline. Nach erfolgreicher Registrierung haben Sie unter anderem Zugriff auf Ihre steuerlichen Stammdaten wie Name oder Religion, auf die Daten aus den Lohnsteuerbescheinigungen, die Angaben aus den Rentenbezugsmitteilungen, die Bescheinigungen zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie auf die Daten über Beiträge zur Riester-Versicherung oder Rürup-Rente.

Den Steuerbescheid abrufen

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Dieses alte Sprichwort sollte man tunlichst beherzigen, wenn man nach einiger Zeit den Steuerbescheid vom Finanzamt erhält. Denn das Finanzamt macht mehr Fehler, als es uns glauben machen will, auch wenn die Fehler natürlich nicht böswillig geschehen, sondern vielmehr der angespannten Arbeitssituation der Finanzbeamten  geschuldet sind.

Seit einigen Jahren ermöglichen die Finanzbehörden den elektronischen Bescheiddatenabruf via Elster. Voraussetzung für diesen Service ist, dass Sie bereits vor der Datenübermittlung Ihrer Steuererklärung das Einverständnis erteilt haben, dass die Steuerbescheiddaten elektronisch bereitgestellt werden dürfen. Dann können Sie Ihre Steuerdaten abrufen, sobald der papierhafte Steuerbescheid zugegangen ist. Haben Sie Ihre E-Mail-Adresse angegeben, erhalten Sie bereits vorab eine Benachrichtigung zum Abruf der Bescheiddaten.

Der Steuerbescheid erhält auch spezielle Erläuterungen zur Festsetzung. Weicht also der Steuerbescheid von der Steuererklärung ab, gibt das Finanzamt genau dort an, wo bestimmte Werbungskosten oder Sonderausgaben nicht anerkannt wurden.

Gute Steuererklärungen gehen sogar noch einen Schritt weiter. Sie vergleichen den Steuerbescheid mit der eingereichten Steuererklärung und weisen unmittelbar auf Differenzen hin. Im Idealfall liefern sie kompetente Erklärungen und mögliche Gründe. Passend dazu schlagen sie gleich ein Einspruchsschreiben anhand der Angaben im individuellen Steuerfall vor. Nicht immer muss es jedoch gleich ein formeller Widerspruch sein. Manchmal genügt auch ein Anruf, wenn es um einen simplen Zahlendreher geht oder im Steuerbescheid ganz offensichtlich etwas übersehen wurde. Andere Steuer-Software für den Mac haben wir in diesem Überblick-Artikel getestet.

Musterrechnung:

Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit

Bruttogehalt

€ 80.000,00

Einkommensteuer

€ 20.887,00

Solidaritätszuschlag

€ 1.148,78

Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung

€ 6.956,40

Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung

€ 6.956,40

Steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung

€ 4.309,56

Arbeitnehmerbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung

€ 7.932,72

Arbeitnehmerbeiträge zur sozialen Pflegeversicherung

€ 1.322,16

Arbeitnehmerbeiträge zur Arbeitslosenversicherung

€ 1.116,00

Werbungskosten

Arbeitsmittel

€ 300,00

Arbeitsweg

40 km an 220 Tagen

Verpflegungsmehraufwand

€ 350,00

Kontoführungspauschale

€ 16,00

Einkünfte aus selbständiger Arbeit

Gemäß Einnahmen-/Überschussrechnung

€ 1.500,00

Einkünfte aus Kapitalvermögen

Kapitalerträge

€ 3.000,00

In Anspruch genommener Sparer-Pauschbetrag

€ 0,00

Kapitalertragsteuer

€ 750,00

Solidaritätszuschlag

€ 41,25

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