Einstiegs-Kombidrucker für zu Hause

Die besten Multifunktionsgeräte bis 100 Euro

Dienstag den 10.02.2015 um 12:35 Uhr

von Ines Walke-Chomjakov

Ihr neues Multifunktionsgerät darf nicht mehr als 100 Euro kosten und soll günstig im Unterhalt sein. Hier sind die besten Kombis aus den Tests.

Multifunktionsgeräte bis 100 Euro sind besonders beliebt, wenn es um das Drucken, Scannen und Kopieren zu Hause geht. Die getesteten Geräte bewegen sich im Preisbereich von 80 bis 100 Euro UVP (unverbindliche Preisempfehlung der Hersteller). In den Straßenpreisen liegen die Multifunktionsgeräte meist deutlich darunter. Sie sind so günstig in der Anschaffung, dass sie als Mitnahmeprodukte in den Elektronikmärkten und zum Teil sogar beim Discounter zu finden sind. Aber was taugen diese Multifunktionsgeräte?

Crux bei Einstiegs-Kombis: Folgekosten für Tinte und Strom

Die getesteten Multifunktionsgeräte nutzen sowohl einzelne Tintentanks für jede Druckfarbe als auch Kombikartuschen, in denen die Farben zwar in separaten Kammern, aber in einer Patrone untergebracht sind. Kombikartuschen haben den Nachteil, dass Sie die gesamte Patrone austauschen müssen, wenn nur eine Farbe leer gedruckt wurde. Gleichzeitig kommen sie selbst bei XL-Kartuschen nicht günstig: So müssen Sie bei quasi günstigen Seitenpreisen mit gut 4 Cent für die schwarzweiße und über 6 Cent für die farbige Seite rechnen. Gerade beim Farbblatt sind schon allein rechnerisch Werte von 10 Cent keine Seltenheit.

Aber auch bei separaten Tintenpatronen ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn grundsätzlich sind bei Einstiegs-Multifunktionsgeräten die Kartuschen recht klein und somit mit geringer Füllmenge ausgestattet. Wer etwas mehr druckt oder kopiert, wechselt schnell Tintentank um Tintentank. Die geringen Reichweiten machen die Seitenpreise in der Regel teuer. Noch ganz gut weg kommen Sie beim HP Photosmart 5520 mit 3,5 Cent für die schwarzweiße und 6,8 Cent für die farbige Seite.

Wer nun denkt, dass sich bei wenig Druckeinsatz und Kopien im Monat ein günstiges Multifunktionsgerät trotzdem lohnen könnte, muss noch etwas wissen. Sind die Geräte im Ruhemodus – also nicht komplett von der Stromversorgung getrennt, spülen sie in bestimmten Intervallen die Düsen. Sie verbrauchen also Tinte und das ganz ohne verwertbare Ergebnisse auf dem Papier.

Derzeitiger Testsieger bei den Multifunktionsgeräten bis
100 Euro: Canon Pixma MX495
Vergrößern Derzeitiger Testsieger bei den Multifunktionsgeräten bis 100 Euro: Canon Pixma MX495
© Canon

Apropos Strom: Grundsätzlich benötigen die günstigen Multifunktionsgeräte relativ wenig Strom. Allerdings sparen sich die Hersteller gerade im Einstiegsbereich oft einen sauberen Ausschalter. Die Folge: Die Kombidrucker ziehen auch dann Strom, wenn Sie den Ausschalter betätigt haben. Im Testfeld trifft das auf den HP Officejet 2620 zu. Das Kombigerät geht ausgeschaltet nur auf 0,2 Watt, nicht auf 0 Watt - das ist schade. Abhilfe schafft hier nur, den Stecker des Multifunktionsgeräts zu ziehen, wenn Sie den Kombidrucker sicher nicht benötigen. Dass es selbst bei sehr günstigen Geräten anders geht, zeigen die Modelle Canon Pixma MX475 und MX495, HP Photosmart 5520, Canon Pixma 4250, Canon MG2950 und HP Deskjet 2540, die sich ausgeschaltet komplett von der Energiezufuhr trennen.

Ausstattung bei günstigen Multifunktionsgeräten

Es wäre ein Trugschluss zu glauben, Multifunktionsgeräte bis 100 Euro bringen stets wenig Ausstattung mit. Selbst auf Geräte mit Fax-Funktion müssen Sie hier nicht verzichten, wie die Modelle Canon Pixma MX475, MX495 und HP Officejet 2620 zeigen. Die Multifunktionsgeräte können zusätzlich mit automatischem Vorlageneinzug und Schrift-Display punkten.

Wer drahtlos drucken möchte, findet WLAN bei den meisten Multifunktionsgeräten integriert. Nur das HP Officejet 2620 macht hier eine Ausnahme und kommt daher schon fast altmodisch ohne WLAN daher. Gleichzeitig bieten alle Hersteller Apps zum Drucken, teils auch zum Scannen an. Wer vom Mobilgerät drucken will, ohne eine App zu installieren, wählt entweder den Dienst des Hersteller wie HP ePrint oder Epson Connect oder im Gerät integrierte Services wie Apple Airprint und Google Cloud Print. Allerdings beherrschen nicht alle Geräte automatisch auch alle Standards. So kann das Canon Pixma MG2950 etwa mit Apple Airprint nichts anfangen.

Karteneinschübe für den Direktdruck ohne PC bieten die Multifunktionsgeräte HP Photosmart 5520 und Canon Pixma MG4250. Achten Sie allerdings auf die Kartenformate. In den meisten Fällen wird beispielsweise Compact Flash (CF) von den Geräten nicht unterstützt. Mit SD-Karten haben die Geräte aber in der Regel keine Probleme, solange die Kapazitäten der Karten nicht zu hoch sind.


Fazit: Kein günstiges Multifunktionsgerät ohne Kompromiss

Bei Einstiegs-Multifunktionsgeräten müssen Sie insbesondere bei Tempo und Qualität mit einigen Defiziten rechnen. So sind die Scan-Einheiten der günstigen Multifunktionsgeräte zwar für Alltagsaufgaben geeignet, sie verlieren jedoch meist schnell an Tiefenschärfe. Das macht sich besonders bei Foto-Scans bemerkbar. Ausnahme: Die Multifunktionsgeräte Canon Pixma MX475 oder das HP Photosmart 5520. Ihre Scaneinheiten liefern im Test erstaunlich scharfe Scan-Ergebnisse. Mäßig hat hier jedoch das Canon Pixma MG2950 abgeschnitten. Die Scans kommen nur auf eine mittlere Schärfe. Gleichzeitig liest die Scan-Einheit des Canon-Modells nicht sauber bis zum unteren Rand. Kopieren Sie A4-Vorlagen, kann es passieren, dass Inhalte abgeschnitten werden.

Testsieger
Vergrößern Testsieger

Als derzeitiger Testsieger hat sich das Canon Pixma MX495 entpuppt. Das Multifunktionsgerät ist der Nachfolger des MX395 und für den heimischen Einsatz gedacht, wenn ein Fax benötigt wird. Die Leistungsdaten sind solide, die Gehäusemaße kompakt und die Ausstattung für den Preispunkt von 90 Euro (UVP) üppig. So kann das Gerät zusätzlich auch den Preis-Leistungs-Sieg für sich verbuchen.

Ärgerlicher als die Kompromisse in Tempo und Qualität bleiben jedoch die Seitenpreise. Gerade günstige Multifunktionsgeräte sind keine Sparer bei Folgekosten. Wer viel druckt und kopiert, für den kommen die Einsteiger-Kombis nicht in Frage. Dafür sind die Seitenkosten durch die Bank zu hoch. Abhilfe schaffen hier aber schon Multifunktionsgeräte, die knapp über der magischen Marke von 100 Euro liegen. Lesen Sie dazu diesen Vergleichstest .

Dienstag den 10.02.2015 um 12:35 Uhr

von Ines Walke-Chomjakov

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