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Logitech diNovo Mini im Test

28.05.2008 | 10:25 Uhr |

Mit der kabellosen diNovo Mini hat Logitech eine ausgesprochen spezialisierte Bluetooth-Tastatur vorgestellt. Denn die wirklich kleine Tastatur - Nomen ist hier wirklich Omen - passt locker in eine Hand und ist ideal dafür geeignet, um bequem von der Wohnzimmer-Couch aus den Multimedia-PC zu steuern. Längere Texte darauf zu tippen ist jedoch ein Graus.

Wer schön sein will, muss leiden. Dieses altbekannte Motto gilt irgendwie auch für die diNovo Mini, genauer gesagt für deren Benutzer. Denn wer mit der wirklich edel aussehenden Mini-Tastatur seinen Multimedia-PC steuern will, muss sich erst einmal an die Tastenbelegung und an das Clickpad (als Mausersatz) gewöhnen.

Ausstattung: Zwei Bedienmodi stehen für die Tastatur zur Wahl (die über einen Umschalter an der Oberseite der Tastatur ausgewählt werden): Wählt man den Multimedia-Modus, so wird die Tastenbelegung für das Windows Media Center optimiert. Entscheidet man sich dagegen für den Mauszeigermodus, so stehen dem Benutzer die üblichen Tastatur- und Touchpad-Funktion zur Verfügung.

Aus Platzgründen musste Logitech die Anordnung der Tasten verändern beziehungsweise einige Tasten mehrfach belegen. Die blau aufgedruckten Funktionen lassen sich aktivieren, wenn man die FN-Taste drückt. Die OK-Taste links oben ersetzt die Maus-Tasten. Die Bild-auf- und Bild-ab-Tasten sind am linken statt am rechten Tastaturrand angeordnet. Die wichtige Tastenkombination STRG+ALT+Enter wird durch FN+Enter ersetzt. Die Windows-Taste hat sich in den linken mittleren Bereich verirrt. Einen separaten Ziffernblock gibt es nicht.

Die Verbindung zum PC erfolgt via Bluetooth, ein USB-Bluetooth-Dongle liegt bei und ließ sich bei unserem Testrechner problemlos in Betrieb nehmen. Laut Logitech beträgt die maximale Reichweite der Datenübertragung zehn Meter. Für die Stromversorgung dient ein Lithium-Ionen-Akku, der aufgeladen bis zu einem Monat halten soll. Das Netzkabel zum Aufladen des Akkus löste sich allerdings sehr leicht aus der Buchse, wenn man das Kabel mal versehentlich etwas spannt.

Die diNovo Mini verfügt über eine Tastenbeleuchtung, so dass sie sich auch im Dunklen problemlos bedienen lässt. Wenn Sie den Winzling nicht benötigen, klappen Sie einfach den transparenten Deckel zu. Er schützt die Tasten vor Verschmutzung und Beschädigung, muss aber regelmäßig mit dem mitgelieferten Pflegetuch geputzt werden, sonst wirklich er aufgrund der vielen Fingerabdrücke schnell unansehnlich.

Bedienung: Eine Tastatur ist in erster Linie zum Tippen da. Eigentlich. Die diNovo Mini macht da eine Ausnahme. Zwar ist der Druckpunkt deutlich spürbar, aber die Tasten sind nun einmal deutlich kleiner als bei einer normalen Tastatur, so dass man nur ungern darauf längere Texte tippt. Und wenn doch, dann fällt das filigranen Frauenhänden deutlich leichter. Doch für die Eingabe längere Texte ist die diNovo Mini trotz der vollständigen Qwertz-Tastatur auch nicht gedacht. Ihr natürliches Terrain ist eindeutig das Home Entertainment, sprich: Media Center starten, Filme oder Sender auswählen, Musik abspielen. Zumal man die Tastatur bequem mit einer Hand halten kann. Für Surfausflüge ins Internet eignet sie sich ebenfalls bestens.

Wir empfanden die Bedienung der Tastatur als gewöhnungsbedürftig, daran konnte auch das schmucke Design nichts ändern. Die Geschwindigkeit des Mauszeigers lässt sich ebenso wie die Tastenbelegung der Tastatur mit der auf CD-ROM mitgelieferten Setpoint-Software steuern, doch so ganz fanden wir nicht die ideale Einstellung für den Mauszeiger, er zeigte sich mitunter etwas widerspenstig.

Zielgruppe: Die diNovo Mini eignet sich für Windows XP- und Vista-PCs und für die Sony Playstation 3. MacOS- und Linux-Nutzer bleiben außen vor, wobei es uns ohnehin etwas schwer fällt, sich einen Linux-Freak vorzustellen, der ellenlange Shell-Befehlszeilen mit zig Linux-Befehlen auf dieser Tastatur ins System hackt. Der typische Benutzer der diNovo Mini ist eindeutig ein Windows-Benutzer, der seinen Rechner im Wohnzimmer als Ersatz für die Stereoanlage und für den Fernseher nutzt.

Preis: Die Preisempfehlung von Logitech für die diNovo Mini liegt bei 149,90 Euro, die Tastatur ist bereits im Handel erhältlich. Im Online-Handel wird sie aber bereits zu Preisen ab 110 Euro angeboten.

Fazit: Der "Zweitwagen" für den PC

Logitech beschreibt diese Tastatur als "eine Hand voll Luxus". Damit trifft das Unternehmen ins Schwarze. Denn die pfiffige und optisch wirklich ansprechende diNovo Mini ist eigentlich eine Zusatz- beziehungsweise Zweittastatur, sie kann nach unserem Empfinden eine normale Standardtastatur bei der Eingabe längerer Texte nicht ersetzen. Somit dürfte sich in der Praxis eine Aufgabenteilung ergeben: Längere Texte, Kommandozeilen-Befehle und Programmier-Quellcode tippt man mit der herkömmlichen Tastatur, wenn man es sich danach auf der Couch gemütlich machen will und das Media Center anwirft um sich einen Blockbuster reinzuziehen, dann wechselt man zur schmucken diNovo Mini.

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