E-Book-Reader auch in Europa
Amazon Kindle im Test
Mehr als 200.000 Titel hält der Kindle-Store in Form von E-Books bereit. Rund 85 internationale Zeitungen und Zeitschriften stehen in den aktuellen Ausgaben zur Verfügung - an deutschsprachigen Periodika gibt’s allerdings bislang nur die Wirtschaftswoche, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und das Handelsblatt, die der Kunde auch im Abo beziehen kann. Die Preise liegen in aller Regel knapp unter dem Preis für das gedruckte Werk - zumeist zwischen 12 und 14 Dollar, es gibt aber auch ältere Bücher für 2 bis 6 Dollar. Doch nicht in allen Fällen sind die E-Books für den Kindle günstiger als das gedruckte Werk - vor allem bei älteren Werken, die bereits als Paperback erschienen sind, gibt es diese Ungereimtheiten.
Technisch wird der Anwender vor keine großen Hürden gestellt: Wer den Kindle über Amazon bestellt, bekommt bereits ein auf seinen Namen eingerichtetes Gerät, das direkt auf das hinterlegte Amazon-Konto zugreifen kann. Seine Inhalte bezieht das Gerät über eine kostenlose Internetanbindung, die Amazon den Kunden zur Verfügung stellt. Der Download eines Buches ist in ein bis zwei Minuten erledigt. Im Gegensatz zu anderen Ländern sind in Deutschland allerdings die Zusatzfunktionen (Surfen und Bloggen) deaktiviert. Die Handyverbindung funktionierte in unserem Test nicht an allen Orten zuverlässig, insbesondere bei schlechter Netzabdeckung gab es Verbindungsprobleme. Kunden können jedoch im Notfall den Kindle mit Hilfe eines beiliegenden USB-Kabels bestücken.
Einige Zusatzfunktionen, die keine großen zusätzlichen Kosten durch Datenverkehr verursachen, hat Amazon dem Kindle allerdings auch in Deutschland belassen: So kann der Anwender Notizen einfügen und innerhalb des Buches nach Begriffen und Textstellen suchen. Außerdem kann das Gerät PDF-Dokumente und andere Dateien anzeigen. Dazu muss man das Dokument entweder mit einem Spezial-Tool per Kabel auf den Reader laden oder (kostenpflichtig) an die zum Kindle gehörende eigene Mailadresse schicken - Amazon konvertiert die Datei dann ins Kindle-Format. Dass man damit Amazon die Möglichkeit gibt, eigene, Dokumente mitzulesen, mag nicht jedem gefallen. Man sollte sich ungeachtet dessen aber ohnehin bewusst sein, dass Amazon mit dem Kindle-Konzept sehr genau weiß, was der Kunde tut und dessen Nutzungsverhalten kontrollieren kann.






