18.03.2009, 18:43

Michael Schmelzle, Martin-Roger Jones

Duell der Speicher-Techniken

Festplatte versus SSD

2009 wird das Jahr der SSD. Die Technik der Flash-Disk ist ausgereift und in fast allen Belangen der klassischen SATA-Festplatte überlegen. Nur beim Preis herrscht noch eine große Diskrepanz, doch auch hier kommt inzwischen Bewegung in den SSD-Markt.
In mobilen Geräten wie Handys und MP3-Playern dominiert Flash-Speicher gegenüber ferromagnetischen Festplatten schon seit längerem. Nun hält die Flash-Disk - die gängige Bezeichnung lautet Solid State Drive / Disk (SSD) - zunehmend auch Einzug im Computer. Insbesondere die Netbooks - kleine und günstigen Mini-Notebooks - haben die SSD salonfähig gemacht. Die Ankündigen zahlreicher Hersteller auf der CeBIT, den Markt mit einer wahren Flut neuer SSD-Modelle zu überschwemmen, ist ein sicheres Zeichen dafür, dass die Flash-Disk 2009 mit Macht in den Massenmarkt vordringt.
Geringere Kapazitäten und hoher Gigabyte-Preis
Die Vorraussetzungen sind gut, dass das schon dieses Jahr gelingen könnte. Kontinuierlich sinkende Preise für Flash-Speicher bei gleichzeitig rasant ansteigender Kapazität der neuen SSD-Modelle setzten genau bei den beiden Nachteilen an, mit der die Technik noch zu kämpfen hat: So halbiert beispielsweise Samsung bei seinem brandneuen 256-GB-Modell den Einstiegspreis für Hochleistungs-SSDs auf 2,70 Euro pro Gigabyte, während Toshiba im April 2009 eine SSD mit 512 GB Kapazität anbieten will.
Status Quo derzeit: Je nach Kapazität und Flash-Speicher-Technik liegt der GB-Preis für SSDs zwischen 2 und 13 Euro. Für 2,5-Zoll-Laufwerke mit klassischer Magnettechnik müssen Sie hingegen 20 bis 50 Cent pro Gigabyte berappen. Durchschnittlich kostet Sie das Gigabyte bei einer Solid State Disk im jeweils günstigsten Fall also noch zehnmal so viel. Die Kapazitätslücke schließen die SSDs hingegen ab April 2009 mit den 512-GB-Modellen von A-Data und Toshiba. Solid State Drives werden dann erstmals mehr Speicherplatz in der 2,5-Zoll-Klasse anbieten als die alteingesessenen Scheibendreher - dort ist momentan bei 500 GB Ende der Fahnenstange.
Deutlich ungünstiger fällt der Vergleich mit 3,5-Zoll-Festplatten aus, schließlich denken der eine oder andere unter Ihnen darüber nach, mittelfristig eine SSD auch im Desktop-PC einzusetzen. Bei den Dickschiffen reicht der Gigabyte-Preis aktuell von 8 Cent bis 1,20 Euro. Im günstigsten Fall kostet bei dieser Gegenüberstellung das Gigabyte einer Solid State Disk also ungefähr zwanzigmal so viel. Zugleich bieten 3,5-Zoll-Laufwerke derzeit noch bis zu achtmal so viel Kapazität - das 2-Terabyte-Modell Western Digital Caviar Green WD20EADS hat gerade erst die Messlatte noch ein Stück höher gelegt.
Geräuschlos, sparsam und kaum kaputt zu kriegen
Kommen wir nun zu den Vorteilen, die SSDs gegenüber herkömmlichen Festplatten haben: Eine Solid State Drive arbeitet gänzlich ohne bewegliche Teile, ergo erzeugt die Festplatte auch kein Betriebsgeräusch. Zudem sind SSDs dadurch auch viel robuster als ferromagnetische Laufwerke, die im Betrieb Erschütterungen von maximal 350 G vertragen, während SSDs bis zu 1500 G aushalten. Keine beweglichen Teile zu haben, macht SSDs obendrein unempfindlicher gegenüber übermäßiger Wärmeentwicklung: Sie vertragen eine Betriebstemperatur von bis zu 70 Grad Celsius, während herkömmliche 2,5-Zoll-Modelle bereits ab 55 Grad Celsius die Segel streichen.
Und sparsamer im Stromverbrauch sind SSD auch noch. Vor allem im Leerlauf glänzen sie mit extrem niedrigen Werten zwischen 0,06 und 0,6 Watt, während sich klassiche 2,5-Zoll-Platten zwischen 0,5 und 2,0 Watt genehmigen. Aber auch die Verbrauchswerte unter Last liegen in einem genügsamen Bereich zwischen 0,15 und 2,5 Watt, insbesondere die Intel X25-M SSDSA2MH080G1 spielt hier mit 0,06 sowie 0,15 Watt eine Vorreiterrolle. All diese Eigenschaften prädestinieren SSD insbesondere für den Einsatz im Notebook und lassen klassische Scheibedreher schlecht aussehen.
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