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Test: Das bringt ein schneller Prozessor

04.10.2012 | 10:00 Uhr |

Core i3, i5 oder i7: Welche Notebook-CPU die richtige ist, hängt vor allem davon ab, was Sie mit dem Laptop vorhaben. Lesen Sie, ob viele Kerne und eine hohe Taktrate tatsächlich einen klaren Tempo-Vorteil bringen.

Das Rechentempo eines Notebooks bestimmen der Prozessor, der Arbeitsspeicher, die Festplatte und die Grafikkarte. Für die meisten Programme ist es optimal, wenn die Leistung dieser Komponenten ausgewogen ist. Natürlich spielt das Tempo des Prozessors eine wichtige Rolle. Allerdings sind aktuelle Notebook-CPUs für die meisten Anwendungen schnell genug: Im Arbeitsalltag wird Ihnen der Unterschied zwischen einem Core i3, Core i5 und einem Core i7 nur selten auffallen.

In den günstigen Netbooks sitzt der rechenschwache Intel Atom N2600
Vergrößern In den günstigen Netbooks sitzt der rechenschwache Intel Atom N2600
© Toshiba

Welche Rolle sollte also die Prozessorleistung bei Ihrer Entscheidung für ein Notebook spielen? PC-WELT hat verschiedene Szenarien getestet, aus denen hervorgeht, wann eine stärkere CPU wirklich mess- und spürbare Vorteile beim Arbeiten am Notebook bringt. Im Test treten Prozessoren aus verschiedenen Preisklassen gegeneinander an: Den Intel Atom N2600 finden Sie in aktuellen Netbooks, die 250 bis 300 Euro kosten. Etwas teurer sind Einsteiger-Notebooks mit dem Core i3-2350M aus Intels Sandy-Bridge-Generation: Sie vertreten im Test die Preisklasse 400 bis 500 Euro.

CPU-Modell

Anzahl Kerne /Hyper-Threading

Taktrate: Standard / maximal (GHz)

TDP (Watt)

Architektur (nm)

Code-Name

Atom N2600

2 / 4

1,6 / -

3,5

32

Cedarview

Core i3-2350M

2 / 4

2,3 / -

35

32

Sandy Bridge

Core i3-2367M

2 / 4

1,4 / -

17

32

Sandy Bridge

Core i5-2430M

2 / 4

2,4 / 3,0

35

32

Sandy Bridge

Core i5-3317U

2 / 4

1,7 / 2,6

17

22

Ivy Bridge

Core i5-3210M

2 / 4

2,5 / 3,1

35

22

Ivy Bridge

Core i7-3517U

2 / 4

1,9 / 3,0

17

22

Ivy Bridge

Core i7-3720QM

4 / 8

2,6 / 3,6

45

22

Ivy Bridge

In Ultrabooks sitzt eine sparsame Dual-Core-CPU wie der Core i5-3317U
Vergrößern In Ultrabooks sitzt eine sparsame Dual-Core-CPU wie der Core i5-3317U

Der Core i5-2430M stammt ebenfalls aus der nicht mehr top-aktuellen Sandy-Bridge-Familie: Diese CPU finden Sie häufig in Notebooks für 500 bis 600 Euro. Etwas teurer sind Laptops mit dem Core i5-3210M, der der Ivy-Bridge-Plattform entstammt. Der Core i3-2367M sitzt in günstigen Ultrabooks für rund 700 Euro: Er soll bei angemessener Rechenleistung vor allem sparsam arbeiten. In aktuellen Ultrabooks für rund 1000 Euro sitzt der Core i5-3317U, der Intels aktueller Ivy-Bridge-Familie entstammt. Der Dual-Core-Prozessor Core i7-3517U ist derzeit Intels schnellste Ultrabook-CPU und kommt in Flach-Laptops für über 1000 Euro zum Einsatz.  Nach oben rundet der Quad-Core-Prozessor Core i7-3720QM unser Testfeld ab: Er besitzt vier Rechenkerne, aus denen per Hyper-Threading acht logische Einheiten werden können.

Die Testergebnisse haben wir auf den Core i5-2430M normiert: Die Mittelklasse-CPU bekommt immer den Wert 100. So sehen Sie in den Ergebnis-Diagrammen auf einen Blick, um welchen Prozentsatz die anderen CPUs schneller oder langsamer sind.

Fazit: Core i5 bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis

Wenn es viel zu tun gibt, lohnt sich ein Quad-Core-Prozessor – aber nur dann. Wenn Sie häufig HD-Videos bearbeiten und aufwändiges Multi-Tasking betreiben, sollten Sie zu einem Notebook mit Quad-Core-CPU greifen: Hier kann der Prozessor den Vorteil der zahlreichen Kerne, des großen Caches und der hohen Taktrate am besten umsetzen.

Für alle anderen Aufgaben – auch solche, die den Prozessor fordern – genügt ein leistungsfähiger Doppelkern-Prozessor: Der Core i5 bietet dabei das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Unterschied zwischen älterem Sandy-Bridge-Modell und neuerer Ivy-Bridge-CPU fällt dabei kaum ins Gewicht, sodass Sie ruhig zu älteren Notebooks greifen können.

Die sparsamen CPUs in den Ultrabooks erweisen sich im Test als fast genauso leistungsfähig wie die Standard-Prozessoren: Ein ULV Core i7 ist ungefähr so schnell wie ein Standard-Core-i5, ein ULV Core i5 arbeitet so flott wie ein Standard-Core-i5 der Sandy-Bridge-Plattform.

Dem Core i3 fehlen Turbo Boost, ein großer Cache sowie Spezialbefehle. Deshalb bleibt er teilweise spürbar hinter dem Core i5 zurück. Wenn aber CPU-Leistung bei Ihrer Arbeit am Notebook eine untergeordnete Rolle spielt, reicht auch ein Core-i3-Laptop.
Der Atom kommt in allen Tests abgeschlagen auf den letzten Platz. Für große Rechenaufgaben ist er nicht gemacht – und damit auch ein Netbook nicht.

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