23.08.2006, 10:00

Thomas Hümmler

Drive Crypt Plus Pack 3.50G

Das Drive Crypt Plus Pack verschlüsselt die Festplatte oder Teile davon auf Sektorenebene „on the fly“ mit dem als sicher geltenden Algorithmus AES 256. Wir haben uns das Tool angesehen.
Drive Crypt Plus Pack verschlüsselt nicht nur Anwendungs- oder eigene Daten, sondern auch das Betriebssystem wird komplett chiffriert. Das Programm bietet dabei die Möglichkeit, den Anmeldedialog von Windows zu ersetzen, damit sich der Benutzer nicht zweimal einloggen muss.
Nach der Installation muss der Rechner einmal neu gestartet werden. Anschließend meldet sich direkt der Anmeldedialog von Drive Crypt Plus Pack; hier gibt man seinen Windows-Benutzernamen und das Kennwort ein. Danach startet Windows wie gewohnt und die Software kann registriert werden; erst im Anschluss ist das Programm einsatzfähig.
Nach dem ersten Start erzeugt der Anwender einen Chiffrier-Schlüssel. Dieser wird in einer normalen Datei abgelegt, kann aber auch in einem BMP-Bild oder einer WAV-Datei versteckt werden. Erst dann können Festplatten, Partitionen und andere Medien wie CDs und Disketten verschlüsselt werden; RAID-Platten unterstützt Drive Crypt Plus Pack allerdings nicht.
Die Verschlüsselung einer Festplatte dauert: Für eine 10-GByte-Partition mit zehn Prozent Daten benötigt das Programm fast 20 Minuten. Unterbricht der Benutzer diesen Vorgang, wird nichts verschlüsselt. Später ist der Zugriff auf die Daten nur noch möglich mit den richtigen Passwörtern. Sind die korrekt eingegeben, erfolgt der Zugriff transparent mit nur geringen Geschwindigkeitseinbußen. Ohne korrektes Passwort wird eine Partition als unformatiert betrachtet und es sind keine Daten sichtbar – sogar nicht mit einem Datenrettungssystem wie Knoppix.
Zwei Dinge fallen negativ auf: Wird das Programm de-installiert, erscheint kein Hinweis darauf, dass man zuvor verschlüsselte Daten dechiffrieren sollte. Will man das nachholen, muss man das Tool erneut installieren. Außerdem sind Programm und Dokumentation auf Englisch. Das stört den ansonsten guten Gesamteindruck des Programms ein wenig – vor allem, da das Tool mit 125 Euro nicht ganz billig ist.
Fazit: Eine Verzögerung bei der On-the-fly-Verschlüsselung ist kaum spürbar. Der AES-Algorithmus gilt bei Wahl eines komplexen Passworts als sicher. Allerdings gibt es noch keine deutsche Übersetzung.
Alternative:Securedoc von der kanadischen Firma Winmagic bietet überwiegend die gleichen Funktionen, kostet allerdings etwa 160 Euro.
BEWERTUNG
Leistung (50%): Note 2,0
Bedienung (35%): Note 3,0
Dokumentation (5%): Note 3,5
Installation/De-Installation (5%): Note 3,0
Systemanforderungen (5%): Note 2,0
GESAMTNOTE: 2,5
Anbieter: Securstar
Weblink: www.securstar.com
Preis: ca. 125 Euro
Betriebssysteme: NT 4, 2000, XP
Plattenplatz: ca. 16 MB
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