Dragon Naturally Speaking 9

Freitag den 29.09.2006 um 08:30 Uhr

von Arne Arnold

Das Wichtigste an einer guten Spracherkennung ist eine gute Spracherkennung. Dragon Natrually Speaking in der Version 9 will nicht nur in diesem Punkt besser sein als zuvor. Ob das Tool bereit ist, um bei Raumschiff Enterprise mitzuspielen, haben wir getestet.

Spracherkennung am Rechner heißt: Sie diktieren in ein Mikrofon und die Spracherkennungs-Software wandelt die gesprochenen Wörter in Text um. Dieser erscheint dann in einer Textverarbeitung wie Word oder in einem Mailprogramm, einem Chat-Tool oder jeder anderen Anwendung. Die Steuerung von Programmen ist ebenfalls möglich.

Wie gut Spracherkennung funktioniert, drücken die Hersteller in Prozent aus. Dragon Naturally Speaking soll 99 Prozent schaffen. Dieser Text beispielsweise enthält rund 500 Wörter. Die Software dürfte demnach nur fünf Wörter falsch oder nicht erkennen. Ob das Programm tatsächlich die 99 Prozent erreicht, hängt im wesentlichen von zwei Faktoren ab: Wie gut erkennt das Tool den individuellen Sprecher und wie lange hat der Sprecher die Software schon trainiert. Ein Anwender mit einer undeutlichen Aussprache, der das Tool zum ersten Mal nutzt, muss mit einer schlechten Erkennungsleistung rechnen. Schlecht sind schon Raten von etwa 95 Prozent. Denn dann sind in diesem Text hier bereits 25 Wörter zu verbessern. Die meisten Anwender werden weder die schlechten 95 Prozent fürchten müssen noch die guten 99 Prozent erreichen.

Einsatzbereit auch ohne Übungstexte: In Version 9 ist die Spracherkennung vor allem dahingehend verbessert worden, dass die Fehlerrate auch ohne Training der Software akzeptabel ist. Im Gegensatz zu früher muss der Anwender also nicht mehr eine rund 20-minütige Lesung abhalten. Trotz der verbesserten Erkennung lohnt es sich aber nach wie vor, falsch erkannte Wörter über die Software zu korrigieren, da sie so aus ihren Fehlern lernt und mit der Zeit immer besser arbeitet.

Die Steuerung von Programmen ist möglich: Die Spracherkennungs-Software lässt sich auch fürs Steuern von Programmen nutzen. Speziell für den Internet Explorer gibt es ein Plug-in, das bei der Steuerung per Sprache hilft. Das funktioniert ganz gut. Mit Maus und Tastatur navigiert man aber meist schneller durchs Web. Auch bei der Steuerung von anderen Programmen ist man mit der Spracherkennung langsamer als mit der Maus.

Rechenpower ist wichtig: Ein halbwegs aktueller Rechner sollte es schon sein. Die Systemvoraussetzungen auf der Packung sind dabei Minimalangaben. Denn 512 MB Arbeitsspeicher sollten nicht nur eingebaut sein, sondern ausschließlich der Anwendung zur Verfügung stehen – sprich, der PC sollte 1 GB RAM haben. Der Prozessor sollte mindestens 1 GHz leisten – besser ist aber ein 3-GHz-PC. Zudem muss rund 1 GB freier Festplattenspeicher vorhanden sein.

Die Hilfe hat uns gut gefallen. Sie leistet bei akuten Problemen gute Dienste, liefert allgemeine Infos zum Thema und verrät etliche nützliche Tipps.

Die Version Preferred für 199 Euro liefert ein Headset gleich mit. Wer schon eines hat oder ein taugliches Mikrofon besitzt, kann auch die Standard-Version für 99 Euro erwerben.

Die Software ist für Anwender interessant, die nicht gut tippen können. Freilich müssen die Rahmenbedingungen stimmen: Der Geräuschpegel rundum darf nicht zu hoch sein, und es sollte sich etwa am Arbeitsplatz niemand durch das Diktat gestört fühlen. Ein perfektes Ergebnis darf man allerdings auch mit der Version 9 nicht erwarten. Das Tool erkennt nicht alles korrekt und Nachbearbeitung kostet Zeit. Zumindest aber ist das aus den Vorversionen bekannte Training nach der Installation nicht mehr zwingend nötig.

Fazit: Die Spracherkennung ist für Anwender interessant, die nicht gut tippen können. Die Erkennungsleistung ist auch ohne vorheriges Training gut. Korrekturarbeiten sind aber immer nötig.

Alternative: Voice Pro ( www.linguatec.de ) bietet eine vergleichbare Leistung bei gleichem Preis.

BEWERTUNG

Leistung (50%): Note 2,0
Bedienung (35%): Note 2,0
Dokumentation (5%): Note 1,5
Installation/De-Installation (5%): Note 2,0
Systemanforderungen (5%): Note 4,0

GESAMTNOTE: 2,1

Anbieter:
Nuance
Weblink:
www.nuance.de
Preis:
199 Euro
Betriebssysteme:
Windows 2000, XP
Plattenplatz:
ca. 1 GB

Freitag den 29.09.2006 um 08:30 Uhr

von Arne Arnold

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