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Neobuy PC AMD Athlon64 X2 6000 Silent

03.02.2009 | 18:18 Uhr |

Ein Desktop-PC, der mehr Leistung bringt als ein Nettop und trotzdem nur 300 Euro kostet: Diesen Spagat versucht Neobuy mit dem PC AMD Athlon64 X2 6000 Silent. Wir verraten Ihnen, was Sie zu diesem Preis erwarten dürfen.

Wenn Sie mit Ihrem PC keine Spiele machen wollen und keine aufwändige Videobearbeitung durchführen, ist es kaum einzusehen, mehr als 600 Euro für einen Rechner auszugeben. Für die alltäglichen Büroaufgaben und das Surfen im Internet reicht meist ein PC in der Preisklasse zwischen 300 und 600 Euro aus. In der Einstiegsklasse ab 300 Euro haben mehrere Hersteller bereits Desktop-PCs mit Intel-Atom-Prozessor vorgestellt. Diese sogenannten Nettops haben sich in unseren Tests als leise und stromsparend erwiesen - bei der Rechenleistung fallen sie gegenüber Standard-PCs aber deutlich ab.

Vielleicht wollen Sie Ihrem PC in Bezug auf die Rechenleistung ab und zu doch ein klein wenig mehr zumuten und gleichzeitig nicht mehr als 300 Euro ausgeben? Mit gewissen Einschränkungen bei der PC-Konfiguration sowie beim Stromverbrauch ist dies durchaus machbar, wie der Berliner Hersteller Neobuy mit dem PC AMD Athlon64 X2 6000 Silent beweist.

Die Grafiklösung
Vergrößern Die Grafiklösung
© 2014

Ausstattung und Konfiguration: Neobuy verbaut in unserem Testgerät den AMD Athlon64 X2 6000+. Dieser Doppelkern-Prozessor bietet mehr Rechenleistung als Intels Atom-Prozessor. Die Hauptplatine Asus M3N78-VM enthält den Geforce-8200-Chipsatz, in den auch die Grafiklogik integriert ist. Aufgrund dieser Lösung verzichtet Neobuy auf den Einbau einer echten Grafikkarte. Der Chipsatzgrafik zweigt bis zu 512 MB vom Arbeitsspeicher ab.
Als Hauptspeicher verbaut Neobuy 2 GB DDR2-RAM. Audio- und Gigabit-Netzwerk-Controller sind (wie die Grafiklösung) auf der Hauptplatine integriert.

Für einen Rechner in der Preisklasse um 300 Euro ist der Neobuy-PC bei den Anschlussmöglichkeiten sehr gut ausgestattet: Neben 7 USB-Schnittstellen verfügt der Rechner über Anschlüsse für Gigabit-LAN, S/P-DIF-Out (optisch), HDMI, eSATA und eSATA-USB-Kombi.

Die Festplatte von Maxtor mit einer Kapazität von 250 GB war in unserem Test-PC weder formatiert noch partitioniert. Und damit sind wir gleich beim nächsten Manko: Um den Preis bei 300 Euro halten zu können, verzichtet Neobuy auf die Installation eines Betriebssystems. Für unbedarfte PC-Anfänger, die noch nie eine Festplatten-Partitionierung oder eine Windows-Installation vorgenommen haben, ist hier also eine erste Hürde vorhanden. Wenn Sie keine Betriebssystem-Lizenz zuhause übrig haben, müssen Sie entweder auf Linux ausweichen oder zusätzlich eine Windows-Lizenz (ab etwa 80 Euro) erwerben.

Für Treiberinstallation dringend erforderlich: Windows XP mit mindestens SP 2.
Vergrößern Für Treiberinstallation dringend erforderlich: Windows XP mit mindestens SP 2.
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Um die Kompatibilität der beigelegten Hardware-Treiber mit einem älteren Betriebssystem zu testen, haben wir auf dem Neobuy-PC nach der Festplatten-Partitionierung bewusst einmal Windows XP Home mit SP 1 installiert. Obwohl diese XP-Version schon allein aus Sicherheitsgründen hoffnungslos veraltet ist, wollten wir damit die Trefferquote bei der Hardware-Erkennung im Zusammenspiel mit einer aktuellen Hauptplatine ausprobieren: Nach dem ersten Hochfahren wurden im Gerätemanager Coprozessor, Ethernet- und HDMI-Controller, SM-Bus-Controller sowie Audio- und Grafikchip nicht richtig erkannt. Mit Hilfe der beigelegten Treiber-CD für die Hauptplatine konnten wir unter Windows XP SP 1 im Gerätemanager alle Treiber außer dem "Via Audio Driver" und dem "AMD Cool'n'Quiet-Driver" installieren. Nach dem Start des "Asus InstallAll"-Tools wurden wir darauf hingewiesen, dass für diese beiden fehlenden Treiber zwingen Windows XP mit SP2 notwendig ist. Nach der Installation des aktuellen SP 3 für Windows XP funktionierten alle Hardwarekomponenten problemlos.

Damit ist der Beweis erbracht: Wenn Sie ein älteres ungenutztes Windows-Betriebssystem zuhause herumliegen haben und dieses auf dem Neobuy-PC installieren wollen, ist es für eine volle Funktionalität aller Hardware-Komponenten dringend erforderlich, dass das System nicht älter ist als Windows XP mit SP2. Wenn der PC regelmäßig mit dem Internet verbunden ist, empfehlen wir aus Sicherheitsgründen die Installation der jeweils aktuellen Service-Packs und Patches - egal ob unter Windows XP oder Vista.

Als nächstes versuchten wir die Installation der aktuellen Beta 1 von Windows 7 (Build 7000 deutsch) auf dem Neobuy-PC. Dies ging sehr zügig vonstatten. Allerdings mussten wir auch hier im Gerätemanager mit Hilfe der beiliegenden Treiber-CD die Treiber für Ethernet- und HDMI-Controller, SM-Bus-Controller sowie Audio-Chip nachinstallieren. Windows 7 Beta 1 hat hierbei die Vista-Treiber von der CD anstandslos akzeptiert. Die komplette Installation von Windows 7 inklusive Treibern hat genau 20 Minuten gedauert, bis wir ein funktionsfähiges System ohne Hardwareprobleme zur Verfügung hatten. Dies lässt hoffen, dass die finale Version von Windows 7 bei der Installation wesentlich schneller voranprescht als frühere Windows-Versionen.

Tempo: Im Benchmark 3D Mark 06 schneidet der Neobuy-PC nicht gut ab - 889 Punkte sind ein mageres Ergebnis. Aktuelle Spiele-PCs erreichen Werte von über 10000 3D-Mark-Punkten. In der Tat ist es allerdings gerechter, den PC bezüglich der Leistung mit Nettops zu vergleichen, die in derselben Preislage (um 300 Euro) liegen. Diese Nettops auf Basis des Atom-Prozessors haben in unseren Tests bisher maximal 140 3D-Mark-Punkte erreicht. Im Vergleich dazu ist das Ergebnis des Neobuy also vergleichsweise schnell. Beim Benchmark PC Mark 05 sehen wir ein ähnliches Ergebnis: Mit 2280 Punkten liegt der Neobuy zwischen den Ergebnissen von Nettop-PCs (etwa 1500 Punkte) und denen eines Multimedia-PCs (ab 6000 Punkten).

Ergonomie: Beim Stromverbrauch orientiert sich der Neobuy-PC mehr an Spiele-PCs als an Nettops: 130,2 Watt im Desktop-Bereich sind ein sehr hoher Wert. Selbst der Spiele-PC Hardware4u Gamers Dream Rev 3.0 Air verbraucht mit 108 Watt im Desktop-Modus weniger Energie. Unter Volllast steigt der Stromverbrauch auf 165,4 Watt. Damit liegt er schon weit entfernt von Nettops, die unter Volllast in der Regel unter 50 Watt liegen, aber noch unterhalb von Spiele-PCs, die im Spiele-Betrieb mehr als 200 Watt verbrauchen.

Das Betriebsgeräusch bewegt sich mit 26,2 dB(A) im Desktop-Modus auf einem erträglichen Niveau, wenngleich Nettops mittlerweile längst Werte unter 20 dB(A) erreichen und damit praktisch unhörbar arbeiten. Erfreulich ist, dass beim Neobuy-PC unter Volllast die Lautstärke nur geringfügig auf 27,1 dB(A) ansteigt. Die Bezeichnung "Silent" in der Produktbezeichnung unseres PCs ist also lediglich für den Betrieb unter Volllast gerechtfertigt - im Desktop-Modus gibt es inzwischen ruhigere Geräte. Neobuy bietet für den PC drei Jahre Garantie inklusive 48 Stunden Pick Up & Return Service - das ist im Konkurrenzumfeld der Billig-PCs sehr großzügig.

Fazit: Für 300 Euro bietet Neobuy mit dem PC AMD Athlon64 X2 6000 Silent einen PC, der in punkto Leistung, aber auch bei Stromverbrauch und Lautstärke die Nettop-PCs auf Intels Atom-Basis übertrifft. Für Büro-Aufgaben, E-Mails schreiben und Internet-Surfen reicht die Leistung vollkommen aus. Großes Manko für PC-Einsteiger ist das fehlende Betriebssystem und die nicht formatierte Festplatte. Wer keine ungenutzte Windows-Lizenz zuhause hat, muss dafür etwa 80 Euro zusätzlich investieren oder auf Linux ausweichen.

Alternativen: Die Asus Eee Box B202 kostet nur 260 Euro und arbeitet wesentlich leiser und stromsparender. Allerdings hat sie mit dem Atom-Prozessor weniger Rechenleistung zu bieten und besitzt kein optisches Laufwerk. Der Medion Akoya P7300D MD8838 ist ein ausgewachsener Multimedia-PC mit wesentlich besserer Ausstattung, der allerdings mit 700 Euro mehr als das doppelte kostet.

Varianten: Neobuy PC AMD Athlon64 X2 7750 Silent
Neobuy PC AMD Athlon64 X2 6000 Media
Neobuy PC AMD X2 5050e Eco
Neobuy PC Core2 Duo E5300 Silent

Hardware-Galerie: Die PCs mit dem geringsten Stromverbrauch

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