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Die besten Grafikkarten bis 250 Euro im Test

14.01.2015 | 09:09 Uhr |

Grafik-Leistung muss nicht teuer sein: Für bis zu 250 erhalten Sie bereits Grafikkarten, die ohne Probleme aktuelle Games darstellen und Ihre Multimedia-Tools dank paralleler Rechenkraft beschleunigen. Wir haben die besten Modelle für Sie im Test.

Aktuelle Grafikkarten für bis zu 250 Euro bieten so viel Leistung wie nie: So lassen sich zum Beispiel auch grafisch aufwändige Top-Spiele wie Battlefield 4 oder Tomb Raider bereits in vollsten Details bei maximaler Kantenglättung in der Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) ruckelfrei spielen. Und selbst abseits vom Gaming übernimmt der Grafikchip allerhand Rechenprozesse, wenn Sie beispielsweise Musik in ein anderes Format umwandeln möchten oder selbst gerne Videos schneiden und bearbeiten. All das geschieht dank der Hardwarebeschleunigung durch die GPU viel flotter. Selbst Microsofts Office-Paket setzt seit der Version 2010 auf die parallele Rechenkraft des Grafikprozessors. 

Zur Bestenliste: Grafikkarten bis 250 Euro

AMD steht für gute Preis-Leistung

Schon seit jeher wissen PC-Gamer: Gute Preis-Leistung gibt es bei AMD-Grafikkarten, während Modelle mit Nvidia-Chips teurer sind, dafür aber auch etwas mehr Leistung bieten. Mittlerweile sind viele Modelle der Radeon R9 280X unter die 250-Euro-Grenze gefallen. Die neuere GPU "Tonga" in den Versionen der Radeon R9 285 hat AMD im Kern etwas verbessert, der Preis liegt weit unter 250 Euro: Gaming in Full-HD und teilweise auch in 1600p ist damit problemlos möglich.

AMDs Mantle will der nächste "Game Changer" werden und DirectX vom Thron stoßen.
Vergrößern AMDs Mantle will der nächste "Game Changer" werden und DirectX vom Thron stoßen.
© AMD

Dank Software-seitiger Verbesserungen beherrschen die GNC-Chips (Graphics Next Core) DirectX-11.2-Techniken , unterstützen die neuste OpenGL-Schnittstelle (Version 4.4) und AMDs hauseigene API (Application Programming Interface, Schnittstelle zur Anwendungsprogrammierung) mit dem Namen „ Mantle “. Letztere soll vorhandene Hardware effektiver ausnutzen und somit Spiele besser beschleunigen als der Platzhirsch DirectX. Auf Konsolen ist diese Art der Programmierung bereits seit Jahren Alltag. Das bekannteste Spiel, das Sie bereits mit Mantle daddeln dürfen, ist Battlefield 4 . In Tests ließ sich je nach Systemkonfiguration tatsächlich eine etwas höhere Bildrate erzielen, wenn Mantle zum Einsatz kam.

Nvidia verfeinert das Spielerlebnis

Nvidia betont weiterhin, Spielern stets das beste Spielerlebnis bieten zu wollen und führt deshalb reihenweise neue Techniken ein. „ Geforce Experience “ ist ein kleines Gratis-Tool, das nicht nur den Grafiktreiber stets auf dem neusten Stand hält, sondern auch noch die Grafikeinstellungen Ihrer installierten Spiele auf Ihre PC-Komponenten anpasst. Mit dem "AMD Gaming Evolved Client" hat AMD ein gleichwertiges Programm im Angebot, das allerdings mit einem Punktesystem aufwarten kann: Sie erhalten bestimmte Punktzahlen, allein wenn Sie beispielsweise ein Spiel starten. Diese Punkte lassen sich dann gegen andere Spiele, Rabatte oder Hardware eintauschen. Das Tool ist in Zusammenarbeit mit "Raptr" entstanden, das unter anderem auch Social-Media-Funktionalitäten mitbringt.

Nvidia stellt Ihnen mit Hilfe von Geforce Experience stets die besten Grafikeinstellungen für Ihr System ein - sofern das Spiel unterstützt wird.
Vergrößern Nvidia stellt Ihnen mit Hilfe von Geforce Experience stets die besten Grafikeinstellungen für Ihr System ein - sofern das Spiel unterstützt wird.

Nvidia G-Sync soll unschönen Bildrucklern , Tearing (Zerreißen des Bildschirminhalts) und Flimmern ein Ende setzen. Hierbei kommuniziert ein im Bildschirm verbautes Modul direkt mit der Grafikkarte und stimmt die Bildraten aufeinander ab. Zwar kann sich das Ergebnis in der Praxis durchaus sehen lassen, allerdings sind die entsprechenden Monitore ziemlich teuer. AMD dagegen setzt zusammen mit VESA auf einen offenen Standard namens "Freesync", der ohne extra Hardware auskommt und über die Schnittstelle Displayport 1.2a funktioniert. Auf der CES 2015 stellte Asus bereits einen Monitor vor, der beide Standards unterstützt.

Mit „ Shadowplay “ greift Nvidia den Trend der „Let’s Play“-Szene auf und erlaubt es Ihnen, Ihre Spielstunden aufzunehmen und online zu stellen. Dank besserer Ausnutzung ab der Kepler-GPU soll sich das Aufnehmen nicht negativ auf den Spielfluss auswirken. Doch auch über den AMD Gaming Evolved Client ist eine Gameplay-Aufnahme und ein Hochladen auf Twitch.tv möglich.

Das erwartet Sie bei Grafikkarten unter 250 Euro

Günstigere Grafikkarten bieten noch mehr Vorteile als den erschwinglichen Preis. So nehmen Sie auch weniger Energie auf als die protzige Oberklasse, arbeiten oft leiser und nehmen weniger Platz im Gehäuse ein. Obendrein ist das Spielen ebenfalls kein Problem, so lange Sie sich nicht allzu fern von der 250-Euro-Grenze entfernen. Oder auf drei Bildschirmen im stereoskopischen 3D zocken möchten, denn hier gehen selbst aktuelle Oberklasse-Grafikkarten in die Knie.

Doch vor allem bei der parallelen Rechenkraft sind die Grafikchips der lahmeren Onboard-Grafik haushoch überlegen. So lassen sich Video schneller in andere Formate und Auflösungen umwandeln oder große Bildbearbeitungsprojekte flott mit komplexen Filtern belegen. Denn die CPU hat als Hardwarebeschleuniger im multimedialen und auch industriellen Bereich ausgedient, selbst Supercomputer setzen auf die parallele Rechenpower der GPUs.

Die Grafikkarten-Testplattform der PC-WELT

Oft ist die Rede von „CPU-Limitierung“ , wenn es um Leistung von Grafikkarten geht. Damit ist die Problematik gemeint, wenn die CPU zu schwach ist und dem flotten Grafikprozessor nicht schnell genug die Daten liefern kann. Deshalb setzen wir bei unserer Testplattform auf die schnellsten und besten Komponenten, die Sie für Geld kaufen können. Im Artikel " So testet PC-WELT Grafikkarten " erfahren Sie, welche Hardware wir einsetzen und wie wir beim Testen vorgehen.

Unsere Testplattform für Grafikkarten verfügt über Top-Hardware, um bestmögliche Ergebnisse zu erreichen.
Vergrößern Unsere Testplattform für Grafikkarten verfügt über Top-Hardware, um bestmögliche Ergebnisse zu erreichen.

Grafikkarten in verschiedensten Variationen

Egal, ob der Grafikprozessor von AMD oder Nvidia kommt, die Boardpartner legen noch einmal kräftig Hand an und verbauen eigene Kühllösungen und schrauben Taktraten nach oben – daher der Name „Custom-Design“. So kühlt das Modell von Gigabyte mit drei Lüftern , während das restliche Testfeld nur mit Zweien arbeitet. Das dritte Gebläse machte sich im Test auch bemerkbar, die gemessenen Temperaturen waren deutlich niedriger als bei den Konkurrenten. Eine Besonderheit gibt es bei der Gainward Geforce GTX 760 Phantom: Hier lassen sich die beiden Lüfter einfach über eine Rändelschraube entnehmen, um sie so komfortabel von Staub zu befreien.

Nettes Detail: Bei den Phantom-Grafikkarten von Gainward lassen sich die beiden Lüfter für eine einfachere Reinigung herausnehmen.
Vergrößern Nettes Detail: Bei den Phantom-Grafikkarten von Gainward lassen sich die beiden Lüfter für eine einfachere Reinigung herausnehmen.

Alle Modelle bereits ab Werk übertaktet

Am stärksten übertaktet sind die Grafikkarten mit Nvidia-Chip, die Zotac Geforce GTX 760 AMP! rechnet mit einem über 13 Prozent höheren Takt als die Referenz. Im AMD-Lager taktet die Sapphire-Karte am stärksten mit einer Steigerung von 9 Prozent. Das beschert den beiden Grafikkarten auch tolle Noten in der Kategorie „Spiele-Leistung“.

Keine Stromfresser, aber Krachmacher dabei

Neben dem attraktiven Preis wissen die Grafikbeschleuniger auch mit einer geringen Leistungsaufnahme den geneigten Käufer zu betören. Selten ist ein Netzteil mit mehr als 500 Watt nötig, um den Energiehunger der Karten zu stillen. Unsere Testplattform verbraucht im Leerlauf 132 bis 156 Watt Strom, was für ein derart potentes sowie übertaktetes System völlig in Ordnung geht. Ist die Grafikkarte allerdings komplett ausgelastet, schnellt die Leistungsaufnahme in die Höhe und pendelt sich zwischen 328 und 376 Watt ein. Deshalb lassen sich die Grafikkarten nicht direkt als Stromfresser brandmarken. Den höchsten Verbrauch produzierte die Karte von Powercolor, dafür ist die erbrachte Leistung einwandfrei.

Neben dem Sapphire-Modell kühlen auch die beiden Grafikkarten von Gigabyte gleich mit drei Lüftern.
Vergrößern Neben dem Sapphire-Modell kühlen auch die beiden Grafikkarten von Gigabyte gleich mit drei Lüftern.
© Gigabyte

Viel Krach machen die vielen verschiedenen Lüfter nicht gerade, besonders nicht in einem geschlossenen Gehäuse. Nur das Zotac- und Sapphire-Modell knacken die 2-Sone-Marke und sind unter Volllast somit deutlich hörbar. Die restlichen Grafikkarten arbeiten relativ leise und stören nicht beim Zocken.

Fazit: Grafik-Leistung muss nicht teuer sein

Wenn Sie kein High-End-Gamer, Wissenschaftler bei CERN oder CAD-Programmierer sind, dann tut es für Sie definitiv auch eine Grafikkarte für unter 250 Euro. Die Gaming-Performance ist dem Preis mehr als angemessen, die noch günstigeren Modelle eignen sich besonders für den Einsatz in Wohnzimmer-PCs.

Doch während die Grafikkarten mit Nvidia-GPUs in Sachen Spiele-Leistung die Nase meist etwas vorn hatten, konnten die Modelle mit AMD-Chips in Sachen Computing-Performance wieder Boden wettmachen. Übrigens eignen sich alle Geräte für den Multi-Monitor-Betrieb mit mindestens drei Monitoren.

Die Asus Radeon R9 270 DirectCU II OC kostet Sie nur rund 150 Euro und bietet eine sehr gute Spiele-Leistung in Full-HD – unser aktueller Preis-Leistungs-Sieger!
Vergrößern Die Asus Radeon R9 270 DirectCU II OC kostet Sie nur rund 150 Euro und bietet eine sehr gute Spiele-Leistung in Full-HD – unser aktueller Preis-Leistungs-Sieger!

Die größten Unterschiede gab es vor allem beim Lieferumfang, der von üppig bis spartanisch ausfiel. Ein wichtiger Kaufgrund dürften auch die Umwelt-Eigenschaften sein, doch mit unserem Testfeld haben Sie nur wenig zu befürchten, denn üble Stromfresser sind nicht dabei. Und bis auf wenige Ausreißer halten sich auch die Lüftergeräusche in einem vertretbaren Rahmen. Ein richtiges Schnäppchen machen Sie mit der Asus Radeon R9 270 DirectCU II OC, unserem Preis-Leistungs-Sieger: Sie kostet Sie rund 150 Euro und stemmt ohne Weiteres auch aktuelle Spiele in Full-HD!

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