23.04.2012, 18:00

Thomas Rau

Die neue CPU-Generation

Ivy Bridge für Notebooks im Test

Ivy Bridge: Intels neue Generation der Notebook-CPUs geht an den Start ©Intel

Intel lässt für Notebooks die neue Prozessor-Generation Ivy Bridge vom Stapel – scheibchenweise. Den Anfang machen die schnellen Vierkern-CPUs der Core-i7-Familie.
Die neuen Notebook-Prozessoren heißen weiterhin Core i7, Core i5 und Core i3. Ihre vierstellige Modellnummern beginnen aber nun mit einer 3 –  Ivy Bridge ist die dritte Generation der Core-Prozessoren. Ab sofort sind Notebooks mit Ivy Bridge verfügbar, zum Beispiel von Alienware, Asus, MSI, Schenker, Samsung und Toshiba: In diesen neuen Laptops arbeitete die teure Quad-Core-Variante Core i7. Deswegen richten sich diese Notebooks vor allem an Spieler und Multimedia-Fans, die für hohe Rechenleistung mehr als 1000 Euro anlegen wollen. Zum Start von Ivy Bridge bringt Intel sechs Vier-Kern-Modelle auf den Markt, darunter eines aus der Übertakter-Serie Extreme Edition. Notebooks mit den günstigeren Dual-Core-Prozessoren i5 und i3 auf Ivy-Bridge-Basis folgen wohl erst ab Juni, ebenso wie stromsparende Ultrabook-CPUs.
Nicht nur für Notebooks startet Ivy Bridge. Auch in Desktop-PCs werden die Core-Prozessoren der dritten Generation arbeiten: Was Ivy Bridge für PCs bereithält, hat PC-WELT ebenfalls getestet.
Prozessor Taktrate maximaler Turbo Boost L3-Cache TDP (Watt) CPU-Grafik (Takt in MHz)
Core i7-3920XM 2,9 GHz 3,6 GHz 8 MB 55 650 - 1300
Core i7-3820QM 2,7 GHz 3,5 GHz 8 MB 45 650 - 1250
Core i7-3720QM 2,6 GHz 3,4 GHz 6 MB 45 650 - 1250
Core i7-3615QM 2,3 GHz 3,1 GHz 6 MB 45 650 - 1200
Core i7-3610QM 2,3 GHz 3,1 GHz 6 MB 45 650 - 1100
Core i7-3612QM 2,1 GHz 2,8 GHz 6 MB 35 650 - 1100

Nicht viel Neues im Prozessor

Ivy Bridge ist im Intel-Entwicklungsplan eine sogenannte Tick-Generation: Die Rechenarchitektur bleibt weitgehend unverändert zum Vorgänger Sandy Bridge, die Chips werden aber nun im 22-Nanometer-Prozess gefertigt. Intel nutzt dafür erstmals 3D-Transistoren (Tri-Gate-Transistors): Damit lassen sich die Schaltkreise enger packen, ohne dass ungewollte Leckströme zunehmen. Der nächste Tock kommt bei Haswell: Mit der Prozessor-Generation für 2013 führt Intel eine neue Mikroarchitektur ein.
Deshalb gibt es nur wenige Neuerungen im Prozessor: Der eingebaute Speicher-Controller unterstützt jetzt in allen Vierkern-Modellen schnellere Module (DDR3-1600 statt DDR3-1333). Bisher war das nur bei den mobilen Vierkern-Modellen aus der 2700- und 2800er-Serie der Fall. Außerdem können Hersteller nun Module nach dem Standard DDR3L verbauen: Sie arbeiten mit einer geringeren Versorgungsspannung von 1,35 Volt statt 1,5 Volt. Einen echten Spareffekt erzielen Sie dadurch aber erst bei großem Speicherausbau: Daher sind die DDR3L-Module eher für Server als für Notebooks interessant.
Die Ivy-Bridge-Vierkerner beherrschen Hyper-Threading: Das Betriebssystem kann Rechenaufgaben also auf acht Kerne verteilen. Weitgehend unverändert bleibt das automatische Übertakten per Turbo Boost. Wie bisher werden auch die künftigen Core-i3-Modelle Turbo Boost nicht beherrschen.
Grafikkarten bindet der PCI-Express-Controller im Prozessor jetzt mit PCI-Express 3.0 an. Die PCI-Express-Lanes im Chipsatz laufen aber weiterhin nach Version 2.0, also mit netto maximal 500 MB/s pro Kanal.

Intel HD Graphics 4000: Nur die Grafik ist wirklich neu

Deutlich verbessert hat Intel dagegen den Grafikkern der CPU: Die HD Graphics 4000 nimmt rund ein Drittel der Chipfläche von 160 qmm ein und teilt sich den 6 oder 8 MB großen L3-Cache mit den vier CPU-Kernen. Mehr 3D-Leistung bringen 16 statt 12 Recheneinheiten.
Aktuelle Effekte dank Direct X 11 kann die Ivy-Bridge-Grafik ebenfalls darstellen und unterstützt zum Beispiel Hardware-Tessellation. Außerdem versteht sich die Intel-Grafik auf Open GL 3.1 und Shader Model 5.0. Bei aktuellen Spielen ist sie trotzdem zu langsam, das 3D-Tempo liegt auf dem Niveau von AMD- oder Nvidia-Grafikchips für Einsteiger-Notebooks: Freuen dürfen sich höchstens Gelegenheitsspieler, die sich mehr 3D-Tempo für flache Ultrabooks wünschen, in die keine zusätzliche Grafikkarte passt.
Mit Ivy Bridge können Sie über die Intel-Grafik jetzt zwei externe Monitore anschließen ans Notebook anschließen, sofern das Notebook entsprechende Anschlüsse wie HDMI oder Displayport besitzt. Mit dem Notebook-Bildschirm lässt sich das dann Bild über drei Displays strecken. Das Notebook-Display ist dabei meist über den Embedded Displayport angeschlossen: Dadurch kann zum Beispiel die CPU beziehungsweise die Grafikkarte die Refresh-Rate reduzieren, muss den Bildschirminhalt also so häufig erneut ans Display senden (Refresh), wenn er sich nicht ändert. Die bisherige Standardschnittstelle LVDS (Low Voltage Differential Signaling) wird Intel übrigens mit Ivy Bridge zum letzten Mal unterstützen.
Außerdem will Intel das Tempo beim Umwandeln von Videoformaten erhöht haben. Wie der Vorgänger erledigt dies die HD Graphics 4000 per Hardware - Intel nennt das Quick Sync Video. Voraussetzung: Die Software, mit der Sie die Videos umwandeln, muss diese Funktion der Prozessor-Grafik unterstützen - das gilt beispielsweise für ArcSoft MediaConverter, Cyberlink MediaEspresso oder Roxio Creator.
Nicht richtig in Schwung gekommen ist bisher Wireless Display (WiDi), das auch schon in Sandy Bridge steckte. Damit übertragen Sie den Inhalt des Notebook-Bildschirms kabellos auf einen Fernseher: Allerdings benötigen Sie dafür am TV einen zusätzlichen WiDi-Adapter, zum Beispiel von Belkin oder Netgear. Doch diese fanden bisher kaum Käufer. Intel hofft, dass Wireless Display in der neuen Version 3.0 mehr Anklang findet, denn nun kann der Adapter direkt im Fernseher integriert sein: Toshiba will demnächst entsprechende TV-Modelle auf den Markt bringen.

Chipsatz: Endlich USB 3.0

Die Chipsätze der 7er-Serie (Panther Point) bringen nun endlich USB 3.0 mit: Notebook-Hersteller müssen dafür keinen Zusatzchip mehr einbauen. Flotter wird’s durch die Integration im Chipsatz aber nicht – der USB-3.0-Controller im Chipsatz liefert die gleichen Datenraten wie die bisherigen Controllerchips etwa von Renesas oder Fresco Logic.
Von den maximal 14 USB-Ports verstehen maximal vier die schnelle Version: Nur der günstigste Chipsatz HM75 muss ohne USB 3.0 auskommen.
Ein Thunderbolt-Controller sitzt nicht im Chipsatz – dafür benötigen die Hersteller nach wie vor einen zusätzlichen Chip: Das Zusammenspiel zwischen Thunderbolt-Controller und Notebook-Chipsatz soll aber mit Panther Point problemloser funktionieren.
Chipsatz USB-Ports davon USB 3.0 PCI-Express-
Kanäle
SATA-Ports davon SATA-III
HM75 12 0 8 6 2
HM76 12 4 8 6 2
HM 77 14 4 8 6 2
UM77 10 4 4 4 1
QM77 14 4 8 6 2
Wenig Neues bieten die WLAN-Module, die Intel zum Start von Ivy Bridge herausbringt - den neuen Gigabit-WLAN-Standard 802.11ac wird Intel frühestens mit Haswell unterstützen. Das Dual-Band-Modell Centrino Advanced-N 6235 für maximal 300 MBit/s bekommt jetzt Bluetooth 4.0 spendiert, ebenso wie das Kombi-Modell Centrino Wireless-N 2230, das nur über die Frequenz 2,4 GHz funkt. Für günstige Notebooks gibt es noch die 150-MBit/s-Modelle Centrino Wireless-N 135 (mit Bluetooth 4.0) und Wireless-N 105.

Diebstahlschutz: Intel Anti-Theft Technology

Besonders für Ultrabooks ist der im Prozessor und Chipsatz eingebaute Diebstahl-Schutz interessant. Den beherrschen zwar schon die Sandy-Bridge-CPUs. Doch bei Ivy Bridge will Intel deutlicher auf diese Funktion hinweisen. Auf Ultrabooks wird eine 90-Tage-Demo vorinstalliert sein, auf Modellen bestimmter Hersteller soll ein einjähriges Abo freigeschaltet sein. Mit dieser Technik lässt sich zum Beispiel ein als gestohlener PC aus der Ferne löschen. Auch wenn sich der Notebook-Besitzer nicht in regelmäßigen Abständen auf dem Laptop anmeldet, kann die Fernlöschung ausgelöst werden.
Ob sich die technischen Neuerungen auch in höherem Tempo niederschlagen, erfahren Sie auf der nächsten Seite.
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Vorherige Seite
Seite 1 von 2
Diskutieren Sie mit anderen Lesern über dieses Thema:
Windows 8: Alle Informationen
Windows 8
Alle Details

Alle Informationen und Updates zum neuen Betriebssystem Windows 8 von Microsoft. mehr

- Anzeige -
PC-WELT Specials
Angebote für PC-WELT-Leser
PC-WELT Onlinevideothek

PC-WELT Online-Videothek
Keine Abogebühren oder unnötige Vertragsbindungen. Filme und Games bequem von zu Hause aus leihen.

Tarifrechner
Der PC-WELT Preisvergleich für DSL, Strom und Gas. Hier können Sie Tarife vergleichen und bequem viel Geld sparen.

PC-WELT Sparberater
Das Addon unterstützt Sie beim Geld sparen, indem es die besten Angebote automatisch während des Surfens sucht.

- Anzeige -
Marktplatz

Amazon Preishits
jetzt die Schnäpchen bei den Elektronikartikel ansehen! > mehr

1444580
Content Management by InterRed