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Seagate Barracuda 7200.11 ST31500341AS

01.04.2009 | 12:12 Uhr |

Weltrekord: 1500 GB passen auf die Seagate Barracuda 7200.11 ST31500341AS. Unser Test klärt, ob das 1,5-TB-Monster auch qualitativ neue Maßstäbe setzt und das Zeug zum Testsieger hat.

Wichtiger Hinweis: Der Festplatten-Hersteller Seagate hat offiziell eingeräumt, dass bei einigen Festplatten-Modellen der Baureihe Barracuda 7200.11 ein Firmware-Fehler existiert, der schlimme Folgen haben kann.

Flash-Speicher-Festplatten sind in aller Munde. Das die Laufwerks-Hersteller auch bei der herkömmlichen ferromagnetischen Technik große Fortschritte erzielen, geht da ein bisschen unter. Seagate bricht jetzt wieder die Lanze für die klassischen Scheibendreher und erhöht die maximale Speicherkapazität gleich um satte 50 Prozent auf nunmehr 1,5 Terabyte. Den Kapazitätssprung erreicht Seagate durch eine deutlich gesteigerte Datendichte: Eine Magnetscheibe fasst statt 320 jetzt bis zu 375 GB.

Kurioses am Rande: So mancher Festplatten-Treiber ist mit der neuen Kapazitätsdimension überfordert. Basiert Ihre Hauptplatine auf einem Nvidia-Chipsatz, sollten Sie vor dem Einbau der 1,5-Terabyte-Platte unter Windows XP die aktuelle Version des Nforce-Treibers aufspielen - andernfalls kann das Betriebssystem nur circa 1,1 Terabyte adressieren. Hintergrund: Der SATA-IDE-Treiber älterer Forceware-Versionen verwendet statt der gängigen 32- nur eine 31-Bit-Adressierung. Weiterführende Informationen sowie Download-Links zu den fehlerbereinigten Nforce-Treibers finden Sie in der Knowledge Base von Seagate .

Ausstattung: Die vier Datenscheibe der Seagate-Festplatte rotieren mit der gängigen Maximalgeschwindigkeit von 7200 Umdrehungen pro Minute an insgesamt acht Schreib-Lese-Köpfe vorbei. Der Pufferspeicher der Barracuda 7200.11 ST31500341AS beträgt 32 MB - Standard für hochkapazitive 3,5-Zoll-Laufwerke. Die Stoßfestigkeit des SATA/300-Laufwerks fällt im ausgeschalteten Zustand mit 300 G etwas niedriger aus, als wir es von Seagate gewohnt sind, die 70 G im Betrieb sind hingegen überdurchschnittlich. Der nutzbare Speicherplatz des nominell 1500 GB mächtigen Laufwerks schrumpft nach NTFS-Formatierung auf rund 1397 GB.

Der Listenpreis für die ST31500341AS liegt bei 250 Dollar, nach dem aktuellen Wechselkurs umgerechnet rund 170 Euro. Allerdings bietet der Online-Versandhandel das 1,5-Terabyte-Monster bereits ab 151 Euro an. Das ist ungewöhnlich für ein Produkt, das frisch auf den Markt kommt, zumal zum „Euro-Listenpreis“ in der Regel noch ein Aufschlag kommt - der Einzelhandel will ja auch etwas verdienen. In jedem Fall sind Sie als potentieller Käufer der lachende Dritte, da die ST31500341AS nun mit einem attraktiven GB-Preis von 11 Cent aufwarten kann.

Geschwindigkeit: Aus dem Stand katapultierte sich das 1,5-Terabyte-Modell auf Platz 2 bei den Transferratenmessungen. Die maximale Datenrate der ST31500341AS betrug beim Lesen exzellente 123,0 MB/s und legte beim Schreiben noch leicht auf 124,5 MB/s zu. Im Vergleich zur schnellsten 3,5-Zoll-Festplatte im Test, der Western Digital Velociraptor WD3000GLFS , war das Seagate-Laufwerk bei dieser Einzelmessung sogar noch einen Tick schneller.

Aber auch die durchschnittliche Datenrate des Speicherriesen kann sich sehen lassen: Beim Lesen knackte die Seagate Barracuda 7200.11 ST31500341AS mit 99,5 MB/s fast die magische 100-MB-Grenze, und beim Schreiben war das Barracuda-Modell mit gut 97,7 MB/s ebenfalls sehr flott unterwegs. Auch nicht von schlechten Eltern war die minimalen Lese- und Schreibtransferrate der Barracuda 7200.11 ST31500341AS von rund 61 MB/s.

Zähe Zugriffszeiten: Mit 15,2 Millisekunden für den Fullstroke-Zugriff lies es die Seagate Barracuda 7200.11 ST31500341AS gemächlich angehen - nur drei der derzeit 29 internen 3,5-Zoll-Festplatten im Test wiesen bis dato eine noch höhere Zugriffszeit auf. Immerhin fiel die durchschnittliche Zugriffszeit mit 6,1 Millisekunden befriedigend aus - das reichte zumindest für einen Platz im hinteren Mittelfeld. Da Seagate seine Festplatten nur auf Wunsch von Großkunden mit automatischem Akustik-Management (AAM) ausliefert, müssen wir Ihnen die AAM-Zugriffszeiten schuldig bleiben.

Ergonomie: Trotz fehlendem AAM schnitt die Seagate Barracuda 7200.11 ST31500341AS bei der Lautstärkemessung gut ab. Im Ruhezustand arbeitete die 3,5-Zoll-Festplatte mit 22,9 dB(A) respektive 0,3 Sone sehr leise. Unter Volllast stieg der Geräuschpegel des Barracuda-Modells auf noch unauffällige 26,5 dB(A) beziehungsweise 0,7 Sone – tadellos für ein 3,5-Zoll-Laufwerk mit 7200 Rotationen pro Minute.

Seagate ST31500341AS: Die größte Platte der Welt fasst pro Datenscheibe 375 GB
Vergrößern Seagate ST31500341AS: Die größte Platte der Welt fasst pro Datenscheibe 375 GB
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Fazit: Die Seagate Barracuda 7200.11 ST31500341AS bietet exzellente Datentraten und verrichtet dabei schön leise ihre Arbeit. Ebenfalls positiv schlägt der günstige Gigabyte-Preis von 11 Cent zu Buche, zumal Seagate als Sahnehäubchen noch fünf Jahre Herstellergarantie draufsattelt. Die Zugriffszeiten sind hingegen nur ausreichend. Da sie allerdings nur zu 20 Prozent Eingang in die Temponote finden, verhageln sie Seagate nicht die ansonsten guten bis sehr guten Testergebnisse. Unterem Strich geht die 1,5-Terabyte-Festplatte daher als neuer Testsieger der internen 3,5-Zoll-Festplatten über den Zielstrich und verdrängt das seit Monaten dominierende Samsung-Laufwerk Spinpoint F1 HD103UJ von der Spitze unserer Topliste.

Alternativen: Für Schnäppchenjäger interessant ist die Western Digital Caviar SE16 WD6400AAKS . Aktuell müssen Sie für das 640-GB-Laufwerk nur 9 Cent pro Gigabyte berappen, dafür aber geringere Datenraten als bei der Barracuda 7200.11 ST31500341AS in Kauf nehmen. Steht Tempo an erster Stelle, und spielt der Preis keine Rolle, sollten Sie den Kauf unserer Tempo-Empfehlung Western Digital Velociraptor WD3000GLFS in Erwägung ziehen.

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