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Der große Praxis-Test: Das beste Business-Notebook

13.05.2016 | 11:22 Uhr |

Notebook ist nicht gleich Notebook: Wer seinen Laptop im Beruf nutzt, sollte auf andere Kriterien achten als ein Privatanwender. Der PC-WELT-Ratgeber erklärt, was ein gutes Business-Notebook ausmacht.

Notebooks, die mehr als 1000 Euro kosten, bieten die aktuellste Technik, die höchste Rechenleistung, die stabilste Verarbeitung, die längste Akkulaufzeit und die schönsten Displays. Diese Merkmale sind besonders wichtig, wenn Sie das Notebook für die Arbeit brauchen.

Denn dann sorgt ein schneller Prozessor und eine SSD dafür, dass Sie Office- und Multimedia-Aufgaben rasch erledigen. Und das nicht nur am Schreibtisch, sondern auch unterwegs: Denn viele Notebooks aus der hohen Preisklasse sind leicht und arbeiten dank sparsamer Komponenten auch im Akkubetrieb ausdauernd und mit langer Leistung. Suchen Sie ein Notebook für die Arbeit sollten Sie auch auf bestimmte Ausstattungsmerkmale achten: Komponenten wie LTE oder Schnittstellen wie ein Smart-Card-Reader sind vor allem für den Einsatz in größeren Unternehmen wichtig. Dass geschäftstaugliche Ausstattung nicht gleichbedeutend mit drögem Design sein muss, beweist zum Beispiel das Toshiba Portégé Z30t-C-110 .

Das Surface Book ist das erste Notebook von Microsoft.
Vergrößern Das Surface Book ist das erste Notebook von Microsoft.
© HP

Geschwindigkeit

Ein leistungsfähiger Prozessor ist die Basis für ein gutes Business-Notebook. Aktuelle Notebooks arbeiten mit einer CPU aus Intels Skylake-Generation, der sechsten Core-Generation. Ein Core i7 bietet dabei höhere Taktraten als ein Core i5. Das bringt vor allem bei rechenintensiven Aufgaben Vorteile, beispielsweise, wenn Sie Full-HD-Videos bearbeiten oder Video- und Audioformate umwandeln. Auch Office und Surfen beschleunigt ein schnellerer Prozessor, allerdings fällt der Tempo-Vorteil hier nicht mehr so eindeutig aus.

Ein Core i5 ist auch deshalb meist die vernünftigere Wahl, weil ein hochgetakteter Core i7 seine Schnelligkeit häufig gar nicht ausspielen kann. Denn damit er lange im Turbo-Modus mit erhöhter Taktrate arbeiten kann, muss das Kühlsystem des Notebooks die entstehende Abwärme rasch aus dem Gehäuse bringen. Doch viele Business-Notebooks sind aus optischen Gründen sehr flach, was den Einsatz großer Lüfter ausschließt. Damit der Prozessor nicht heiß läuft, muss er deshalb seine Taktrate drosseln.

Neuer Business-Trend: Hybrid-Notebooks, die zum Tablet werden wie das HP Elite x2
Vergrößern Neuer Business-Trend: Hybrid-Notebooks, die zum Tablet werden wie das HP Elite x2
© HP

Wenn Sie ein komplett leises Notebook suchen, müssen Sie einen Laptop mit Core M wählen. Er produziert so wenig Abwärme, dass kein Lüfter notwendig ist. Da er mit geringer Taktrate als ein Core i5 oder Core i7 arbeitet, ist er langsamer: Bei Office-Programmen rund fünf bis zehn Prozent, bei rechenintensiven Multimedia-Aufgaben zehn bis 15 Prozent. Geräuschlos dank Core M, aber trotzdem leistungsfähig sind zum Beispiel das Apple Macbook 12 und das HP Elite x2 1012.

Spieletauglich ist fast kein Business-Notebook: Die meisten setzen ausschließlich auf die GPU des Prozessors. Diese integrierte Grafikeinheit genügt selbst in der aktuellen Skylake-Generation nur für ältere Spiele und höchstens mittlere Detailstufen. Am besten schneidet das Surface Book von Microsoft ab, das in bestimmten Modellen eine Geforce-GPU von Nvidia mitbringt.

Schnäppchen-Alarm: Notebooks unter 500 Euro

Der wichtigste Tempomacher in Business-Notebooks ist eine SSD. Fast alle Business-Notebooks setzen auf den Flash-Speicher: In der Preisklasse von rund 1000 Euro dürfen Sie 256 GB erwarten. Für ultramobile Notebooks hat die SSD noch weitere Vorteile: Sie arbeitet geräuschlos und ist anders als eine Festplatte unempfindlich gegen Stöße und Erschütterungen. In ultramobilen 13-Zoll-Notebook sitzt die SSD als platzsparende M.2-Steckkarte und ist meist per PCI-Express angebunden: Die SSDs im Apple Macbook 12, dem Microsoft Surface Book und dem Dell XPS 13 nutzen außerdem das tempo-optimierte NVMe-Protkoll, das noch mehr Speichergeschwindigkeit bringt, sofern die passenden Treiber installiert sind.

Die leistungsfähigsten Notebooks im Testfeld sind das Microsoft Surface Book und das Macbook Retina Pro. Ebenfalls hohe Geschwindigkeit bieten das Dell XPS 13, das Toshiba Satellite Radius 12, dessen Core i7 aber manchmal wegen Hitzeproblemen eingebremst werden muss sowie das lautlose HP Elite x2.

Hohe Auflösungen liegen im Trend: Das Toshiba Radius 12 besitzt sogar ein 4K-Display.
Vergrößern Hohe Auflösungen liegen im Trend: Das Toshiba Radius 12 besitzt sogar ein 4K-Display.
© Toshiba

Bildschirm

Der größte Unterschied gegenüber günstigen Notebooks zeigen teure Laptops bei der Displayqualität: Nur hier bekommen Sie Bildschirme mit hoher Auflösung und hervorragender Bildqualität. Das verschönert nicht nur den Film- und Fotogenuss, sondern lohnt sich auch beim Arbeitseinsatz: Eine hohe Auflösung macht die Darstellung angenehm scharf und augenfreundlich. Außerdem lässt sich dann mehr Bildinhalt darstellen: Sie müssen bei Texten, Tabellen oder Webseiten weniger scrollen oder können für Multi-Tasking selbst auf einem kleinen Display mehrere Programme bequem nebeneinander platzieren.

Hohe Display-Helligkeit und ein hoher Kontrast garantieren, dass Sie den Notebook-Bildschirm auch unter wechselnden Lichtverhältnissen gut ablesen können: Das ist besonders wichtig für Nutzer, die unterwegs am Laptop arbeiten wollen.

Im Testfeld ist die Full-HD-Auflösung Standard. Das HP Elite x2 geht mit einer Auflösung von 1920 x 1280 etwas darüber hinaus, weil sein Bildschirm ein Seitenformat von 3:2 statt 16:9 hat. Das 3:2-Format, das sich besser für Webseiten und Texte eignet, hat auch das Surface Book – allerdings gefüllt mit mehr Pixeln: Das Microsoft-Notebook zeigt 3000 x 2000 Bildpunkte. Ähnliche hohe Auflösungen bringen auch das Yoga 2 und 3 Pro von Lenovo, das Zenbook UX305FA von Asus sowie das Dell XPS 13 mit. Sogar Ultra-HD zeigt der Bildschirm des Toshiba Radius 12.

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In der nativen Auflösung lassen sich diese Notebooks aber nicht nutzen – Schriften und Icons sind dann unerkennbar winzig. Aber die zahlreichen Pixel lassen Ihnen frei Hand beim Skalieren der Darstellung: Die meisten Notebooks mit sehr hoher Auflösung nutzen dafür 150 oder 200 Prozent. Das sieht hervorragend aus, solange die Programme die Windows-Skalierung unterstützen.

Von allen Modellen außer den Apple-Notebooks gibt es Varianten mit Touchscreen: Sie lassen sich außer mit Tastatur und Maus also auch per Finger bedienen. Das lohnt sich besonders bei 2in1-Geräten: Sie lassen sich im Notebook-Modus verwenden und als Tablet – entweder, indem Sie den Bildschirm auf das Gehäuse falten wie bei den Yoga-Notebooks oder indem Sie das Display aus der Tastatur ziehen wie zum Beispiel beim Surface Book oder beim Elite x2. Eine seltene, aber sinnvolle Kombination bietet das Toshiba Protégé Z30t-C-110: Es hat einen Touscreen, aber dennoch eine entspiegelte Bildschirmoberfläche.

Die beste Bildqualität im Testfeld zeigen das Microsoft Surface Book, das Dell XPS 13 sowie die beiden Macbooks. Besonders gut geeignet für unterwegs ist das Dell XPS 13, dessen Bildschirm mit knapp 350 cd/qm sehr hell ist und außerdem entspiegelt.

Ausdauer dank doppeltem Akku: Beim Toshiba Portégé Z20t sitzen Akkus in der Tastatur und im Display
Vergrößern Ausdauer dank doppeltem Akku: Beim Toshiba Portégé Z20t sitzen Akkus in der Tastatur und im Display
© Toshiba

Akkulaufzeit

Geringes Gewicht und lange Akkulaufzeit sind entscheidende Faktoren für ein Business-Notebook: Das gilt für die Arbeit im Büro, wenn Sie nicht nur am Schreibtisch sitzen, sondern häufig in Meetings. Und natürlich auf Geschäftsreise unterwegs, damit Sie im Flieger oder der Bahn weiterarbeiten können.

Sie müssen sich aber zwischen minimalem Gewicht und sehr lange Akkulaufzeit entscheiden. Denn obwohl Notebook-Komponenten immer sparsamer werden, garantiert vor alle ein großer Akku eine lange Laufzeit – und der wiederum erhöht das Gewicht.

Den besten Kompromiss bieten im Test das Macbook Retina Pro und das Toshiba Protégé Z20t: Das Toshiba-Notebook erreicht im WLAN-Test über 13 Stunden, weil sowohl im Bildschirm als auch im Gehäuse ein 35-Wattstunden-Akku sitzt. Auch dem Macbook Pro verhilft ein großer 75-Wattstunden-Akku zu über neun Stunden Laufzeit.

Bei unserem Test müssen die Notebooks im Akkubetrieb alles 30 Sekunden eine neue Webseite laden. Im normalen Office-Betrieb arbeiten Sie aber meist nicht so intensiv, deshalb fallen die Laufzeiten in der Praxis rund zwei bis drei Stunden länger aus. Alle Notebooks, die im Test über sieben Stunden schaffen, sollten also ausreichend Akkulaufzeit für einen ganzen Arbeitstag liefern.  

Ausstattung

Ultramobile Notebooks bieten weniger Anschlüsse als Schreibtisch-Laptops mit 15-Zoll- oder noch größerem Display. Am kleineren und schmaleren Gehäuse ist weniger Platz für Schnittstellen. Extrem reduziert sind die Anschlüsse beim Macbook 12. Neben dem Kopfhörerausgang hat es nur noch einen Typ-C-Port, über den Sie das Notebook auch laden. Deshalb brauchen Sie eine Vielzahl an Adaptern, um Peripherie anzuschließen. Besser sind ein bis zwei USB-3.0-Ports sowie ein Monitorausgang – so können Sie auch unterwegs mit USB-Stick oder externer Festplatte hantieren beziehungsweise für Präsentationen einen größeren Monitor, TV oder einen Projektor anschließen.

Die besten Anschlussmöglichkeiten bieten das HP Spectre x360 mit drei USB-3.0-Ports sowie HDMI-Ausgang sowie das Toshiba Radius 12, das zwei schnelle USB-Ports und einen Typ-C-Anschluss bietet. Übrigens sollten Sie bei Typ C ganz genau hinschauen: Denn nicht immer laufen über den Mini-Anschluss Strom, USB und Videosignale zusammen. Bei Notebooks mit Thunderbolt 3 ist das der Fall: Für das HP Elite X2 und das Dell XPS 13 (9350) gibt es passende Docking-Stationen, die den Anschluss mehrerer 4K-Monitore, von USB-3.0-Peripherie und Netzwerk ermöglichen.  

Ein LAN-Anschluss wird bei Business-Notebooks immer seltener: Im Testfeld bringen das Lenovo Thinkpad X1, das HP Spectre 13 x360, das Portege Z20t sowie das HP Elitebook Folio einen Gigabit-LAN-Port mit. Bei den anderen Notebooks benötigen Sie einen USB-Adapter, wenn Sie per Kabel ins Netzwerk wollen. Per WLAN sind dagegen fast alle Geräte schnell unterwegs, weil sie den aktuellen Standard 802.11ac nutzen – meist mit zwei Datenströmen, was idealerweise ein Übertragungstempo von bis zu 867 Mbit/s erlaubt.

Ein LTE-Modem ist dagegen normalerweise nicht verbaut. Viele Hersteller bieten es aber als Option für bestimmte Modelle an – abgesehen von Microsoft und Apple. Größere Unternehmen sollten beim Notebook-Einkauf für die Mitarbeiter auch auf Ausstattungsmerkmale für die Sicherheit achten - dazu gehören zum Beispiel ein Fingerprint-Scanner oder ein Smart-Card-Leser. Beides hat beispielsweise das Toshiba Portégé Z30t-C-110 an Bord.

Tastatur

Den Wert einer guten Tastatur und eines ergonomischen Touchpads sollten Sie nicht unterschätzen. Am Schreibtisch können Sie sich zwar mit einer externen Tastatur und einer Bluetooth-Maus behelfen – wirklich überall können Sie aber nur arbeiten, wenn Sie die Eingabemöglichkeiten des Laptops nutzen. Positiv: Bei allen Testkandidaten lässt sich eine Tastenbeleuchtung einschalten, sodass Sie auch im Dämmerlicht weiterarbeiten können.

Die Qualität der Tastatur ist bei allen Geräten sehr hoch, selbst bei den Ansteck-Tastaturen wie beim HP Elite x2. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings die sehr flache Tastatur des Macbook 12, der fast der Tastenhub fehlt.

Dafür bringt das kleine Apple-Notebook wie das Macbook Pro Retina mit dem Force-Touch-Trackpad ein ganz spezielles Touchpad mit: Es simuliert einen Mausklick durch Drucksensoren und erlaubt dadurch neben Links- und Rechtsklick je nach Druckstärke weitere Funktionen. Beim Toshiba Portégé und beim Thinkpad X1 haben Sie die Wahl zwischen Touchpad und Trackpoint.

Verarbeitung und Design

Business-Notebook kosten mehr: Nicht nur, weil sie mit teuren Komponenten arbeiten, sondern auch weil sie stabiler verarbeitet und einfach schöner sind als Notebooks der 500-Euro-Klasse. Die Testkandidaten nutzen Magnesium-Legierung, Karbonfaser oder Aluminium als Gehäusematerial. Alle sind deutlich widerstandsfähiger als Kunststoff, weshalb Gehäuse, Komponenten und Display bei Stürzen besser geschützt sind. Das soll Ausfallzeiten verhindern oder minimieren, auf die Geschäftskunden besonders allergisch reagieren.

Testsieger: Microsoft Surface Book

Mit seinem ersten Notebook gelingt Microsoft gleich ein Volltreffer: Das Surface Book begeistert mit seinem Design, der hohen Rechenleistung und dem Top-Display. Über den auffälligen und stabilen Mechanismus können Sie den Bildschirm von der Tastatur abkoppeln und als Tablet nutzen. Die Akkulaufzeit geht in Ordnung. Das große Aber beim Surface Book: Der enorm hohe Preis: Das günstigste Modell kostet 1650 Euro, das teuerste sogar fast 3000 Euro.

Microsoft Surface Book: Zum ausführlichen Testbericht

Microsoft Surface Book: Der beste Preis

Ausdauer dank doppeltem Akku: Beim Toshiba Portégé Z20t sitzen Akkus in der Tastatur und im Display
Vergrößern Ausdauer dank doppeltem Akku: Beim Toshiba Portégé Z20t sitzen Akkus in der Tastatur und im Display
© Toshiba

Alternative: Toshiba Portégé Z20t-B-103

Das Toshiba-Notebook ist nicht günstiger, aber genauso flexibel und besser ausgestattet als das Surface Book. Außerdem hat die Kombination aus Tablet und Tastatur einen insgesamt größeren Akku und erreicht damit rund 13 Stunden Laufzeit. Trotz Touchscreen ist das Full-HD-Display entspiegelt. LTE ist auch mit an Bord. Einzig die Rechenleistung liegt nicht in der Spitzengruppe: Aber dafür arbeitet das Portégé dank des Core M und der SSD vollkommen lautlos.

Toshiba Portégé Z20t-B-103: Zum ausführlichen Testbericht

Toshiba Portégé Z20t-B-103: Der beste Preis

Das beste pure Notebook: Apple Macbook Pro 13 Retina
Vergrößern Das beste pure Notebook: Apple Macbook Pro 13 Retina
© Apple

Das beste Notebook: Apple Macbook Pro 13 Retina

Brauchen Sie keinen Touchscreen und Tablet-Modus, sondern wollen einfach einen Laptop, der mit Notebook-Kernkompetenzen glänzt, greifen Sie zum Macbook Pro von Apple. Es bringt hohe Rechenleistung, eine lange Akkulaufzeit von rund neun Stunden und ein großartiges Touchpad mit. Nur wenn Sie es länger unter voller Last betreiben, nervt es: Dann arbeitet der Lüfter laut und das Gehäuse erwärmt sich spürbar.

Apple Macbook Pro Retina: Zum ausführlichen Test

Apple Macbook Pro Retina: Der beste Preis

Preistipp: Dell XPS 13

In einer Preisklasse über 1000 Euro ist ein Schnäppchen-Tipp natürlich gewagt: Doch das Dell XPS 13 hat ihn verdient. Für rund 1200 Euro bekommen Sie ein Top-Notebook ohne Schwächen – Rechenleistung und Akkulaufzeit stimmen, das Display ist hervorragend und auch das Design überzeugt.

Dell XPS 13: Zum ausführlichen Test

Dell XPS 13: Der beste Preis

 

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