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Devialet Phantom im Test – Preis, Verfügbarkeit, Funktionen

26.11.2015 | 11:21 Uhr |

Mit dem Phantom Musik-Streamingplayer präsentiert der High-End-Hersteller Devialet ein Einstiegsprodukt für den Endverbraucher. Wir haben den Player getestet.

Musik-Streaming erobert mehr und mehr den Massenmarkt, was nicht zuletzt an den immer kleiner werdenden CD-Abteilungen in Elektrofachmärkten zu beobachten ist. Doch neben dem passenden Streaming-Anbieter wie Deezer, Napster, Spotify und Co. benötigen Sie auch die entsprechende Hardware, um die Musik in die eigenen vier Wände zu bekommen. Als neuer Player auf dem Markt für Streaming-Lautsprecher bringt sich nun das französische Unternehmen Devialet in Position – mit dem Phantom . Und dieser soll nicht nur in Sachen Design, sondern vor allem in Sachen Sound neue Maßstäbe setzen.

Phantom: Hardware & Spezifikationen

Der Transport des Phantom vom Büro ins traute Heim ersetzt schon fast den Gang zur Muckibude. Satte 11 Kilogramm bringt der Player auf die Waage, bei einer Größe von 253x255x343mm (BxHxT). Unter einer Buchse verbergen sich Anschlüsse für die Stromversorgung, Ethernet sowie ein optischer Eingang für die Verbindung mit einem TV, Blu-Ray-Player oder der Spielekonsole. Bluetooth (A2DP und AVRCP Profile) sowie WLAN (a/b/g/n 2,4 GHz & 5 GHz) werden ebenfalls unterstützt. An Audioformaten gibt der Phantom Files mit folgenden Codierungen wieder: HE‑AAC (V1), AAC (16 bis 320 kbit/s), WMA, MP3 (16 bis 320 kbit/s), MP3 VBR, Apple Lossless, AIFF, WAV, FLAC, OGG und VORBIS.

Bei dem von uns getesteten Modell handelt es sich um den Silver Phantom, der laut Hersteller 3.000 Watt und bis zu 105 dB (auf einen Meter) leisten soll. Ebenfalls erhältlich ist der Phantom, der 750 Watt und 99 dB bietet. Devialet bewirbt den Phantom als die „Beste Musikanlage der Welt – 0 Rauschen, 0 Sättigung, 0 Verzerrung" – so zumindest das Unternehmen. Auch das Klangspektrum liest sich auf dem Papier beeindruckend: von 16 Hz bis 25 kHz reicht dieses laut Devialet. Wer das nötige Kleingeld hat (dazu später mehr), kann bis zu 24 Phantoms zusammenschließen. Hierfür ist jedoch noch eine zusätzliche Hardware namens Dialog vonnöten.

Phantom: Das Design

Ja, das Design des Phantom ist sehr gewöhnungsbedürftig. Böse Zungen könnten gar behaupten, der kleine Player könnte das Produkt einer Liaison zwischen R2D2 und einem Dyson-Staubsauger sein. Andere Freunde des Testers hingegen waren von der klaren Linienführung des Überraschungseis sofort hin und weg – Geschmackssache. Besonders hervorstechend sind die beiden seitlichen Dome-Treiber, die für den Bass zuständig sind.

Für den Bass zuständig: einer links, einer rechts.
Vergrößern Für den Bass zuständig: einer links, einer rechts.

Nettes Detail: Nach dem Einschalten pumpen die beiden Treiber, als ob der Phantom sich für einen kleinen Flug durchs Wohnzimmer vorbereiten möchte. Hinter der vorderen Blende, deren Design an eine Blume oder Schneeflocke erinnert, verbergen sich die Hochtöner.

Etwas zwiespältig ist der Eindruck beim Gehäuse: Die deutlich sichtbare Fuge an der weißen Oberseite wirkt billig. Auch die Farbe des Stromkabels (gelb) dürfte nicht jedermanns Sache sein.

An der Oberseite stört die Fuge den Gesamteindruck.
Vergrößern An der Oberseite stört die Fuge den Gesamteindruck.

Phantom: Die Einrichtung & Spark-App

Für die Einrichtung des Silver Phantom waren zwei Dinge nötig: Strom und die Phantom-App Spark für iOS oder Android. Mit Hilfe der App wird der Musikplayer in das heimische WLAN eingebunden. Alternativ kann auch per Bluetooth auf den Phantom zugegriffen werden. Die Spark-App ist dabei äußerst spartanisch gehalten und führt Sie Schritt für Schritt durch die Einrichtung. Beim ersten Verbindungsversuch hatten wir ein wenig Schwierigkeiten, den Player mit dem WLAN zu verbinden, nach einem Hardware-Reset war das Gerät jedoch zur weiteren Zusammenarbeit bereit.

In Summe gestaltete sich die Einrichtung ein wenig fummelig, was jedoch auch daran lag, dass der Player beim Drücken der Verbindungstaste keinerlei Feedback zurück gab (ein kurzes Piepen oder Brummen würde schon genügen). So wusste man nicht immer eindeutig, ob das Drücken der Taste einfach nichts gebracht hatte, oder zu schwach beziehungsweise in zu kurzem Abstand hintereinander erfolgte. In diesem Bereich hat die Einrichtung eines Sonos-Systems (noch) die Nase vorn ( Test Sonos Play:5 ).

Und auch in einem weiteren Punkt kann Sonos im Vergleich zum Phantom ein dickes Plus verbuchen. Denn im Gegensatz zur Sonos-Konkurrenz kann der Phantom out-of-the-box keine Musik-Streamingdienste via Spark-App wiedergeben (Lesetipp: Kostenlos Musik hören im Internet ). Über die App ist nach der Einrichtung nur der Zugriff auf die auf dem Endgerät gespeicherte Musik möglich. Lediglich per Bluetooth können Dienste wie Deezer genutzt werden. In der Praxis ist Bluetooth zwar ein durchaus gangbarer Weg, allerdings stört es schon ungemein, wenn auf diese Weise Musik abgespielt wird, aber gleichzeitig jedes Tastaturgeräusch ebenfalls über den Player ausgegeben wird. Zur Anbindung von Streamingdiensten ist die zusätzliche Hardware namens Dialog nötig. Erst dann stehen Deezer und Co. auch über die App zur Auswahl bereit. Diesen Punkt sollten sich die Entwickler von Devialet unbedingt noch einmal zu Gemüte führen und für Abhilfe sorgen. Denn andere Hersteller bieten durchaus Zugriff auf Streaming-Angebote per App - ohne zusätzliche Hardware.

Phantom: Sound & Musikwiedergabe

Neben Design und Einrichtung ist natürlich in erster Linie der Sound eines Streaming-Players entscheidend. Und hier hat der Hersteller offensichtlich nicht zu viel versprochen. Zum Test stand uns lediglich ein Silver Phantom zur Verfügung, so dass wir echtes Stereo nicht überprüfen konnten, doch auch als Einzelkämpfer macht der Player eine extrem gute Figur. Weder bei den Höhen noch bei den Bässen zeigte der Phantom Schwächen, im Gegenteil: Egal welcher Song, ob Rock, Pop oder Klassik – die Soundwiedergabe war in jeder Hinsicht absolut glasklar und rein. Selbst bei maximaler Lautstärke kam zu keiner Zeit zu irgendwelchen Verzerrungen, Störgeräuschen oder Klirren, die das Hörerlebnis in irgendeiner Weise stören. Extrem wuchtig verhielt sich auch der Bass, der gehörig in die Magengegend wummerte und das heimische Wohnzimmer vibrieren ließ. Allerdings: Erst mit zunehmender Lautstärke zeigte der Bass, was er wirklich drauf hat. Bei normaler Zimmerlautstärke war die Basswiedergabe recht verhalten und für meinen persönlichen Geschmack zu wenig druckvoll.

Bei den Höhen präsentierte sich der Phantom hingegen von seiner besten Seite. So rein und klar habe ich den Sound über Musikstreaming-Player erst selten erlebt. Selbst kleinste Details, wie beispielsweise das Luftholen der Bläser bei einem klassischen Musikstück, waren auf einmal hörbar, auch bei schon hunderte Male gehörten Rock-Titeln zeigte sich das ein oder andere, winzige Detail, das über andere (günstigere) Player nicht einmal wiedergegeben wird.

3.000 Watt beziehungsweise 105 Dezibel maximal lesen sich natürlich beeindruckend, sollten aber in erster Linie als Marketing bewertet werden. Immerhin entsprechen 105 dB Schalldruckpegel in etwa der Lautstärke einer Kettensäge aus einem Meter Entfernung und wer hört schon gerne dauerhaft so laut? Dennoch: Ja, der Silver Phantom ist auf Anschlag gedreht extrem laut, aber, wie oben beschrieben, immer noch hör- und aushaltbar Dank der ausgewogenen Höhen und Bässe. Mit einem Silver Phantom ließe sich ohne Probleme eine kleinere Party in einem mittelgroßen Raum (50 – 60 m²) musikalisch befeuern. Mit zwei Phantom könnte es auch schon eine kleinere Halle sein.

In Summe gehört der Silver Phantom bei der Soundwiedergabe was Klarheit und Reinheit angeht, zu dem besten, was ich in den letzten Jahren im Bereich Streaming-Lautsprecher gehört habe. Lediglich der Bass könnte bei reduzierter Lautstärke druckvoller sein. Aber letzteres ist Geschmackssache.

Phantom: Preise und Verfügbarkeit

Wenn Sie schon dachten, dass Sonos extrem teuer ist, sollten Sie sich nun die Augen zuhalten, denn die Preise der Phantom-Player haben es in sich. Für das normale Modell Phantom verlangt der Hersteller 1.690 Euro. Für den Silver Phantom beträgt der Preis satte 1.990 Euro. Stereo-Fans holen jetzt ihre Herztabletten, denn im Bundle (zwei Player plus Dialog) kostet der Phantom 3.679 Euro respektive 4.279 Euro (Silver Phantom Bundle). Beide Modell sind ab sofort online über die Web-Seiten von Devialet erhältlich.

Phantom: Fazit

Betrachtet man die reine Soundwiedergabe, lässt sich beim Phantom kaum ein Haar in der Suppe finden. Der Player gehört – entsprechend hochwertiges Soundmaterial vorausgesetzt – zu dem Besten, was aktuell auf dem Markt für Streamingplayer verfügbar ist.

Aber: Ein Preispunkt von rund 4.300 Euro für zwei Player (= Stereo) ist ebenfalls eine Ansage. Das ist für mich persönlich eine Preiskategorie, die weit über dem steht, was ich für einen für meine Bedürfnisse passenden Player bereit bin auszugeben. Vergleicht man die Soundleistung des Silver Phantom zudem mit dem neuen Sonos Play:5, sehe ich nicht unbedingt das gewaltige Plus in Sachen Sound, das einen Preisunterschied von nahezu 1500 Euro rechtfertigen würde. Wohlgemerkt: Dies gilt für meine rein persönlichen Bedürfnisse: Handlicher Player, guter Sound in mittleren Lautstärkebereichen und große Auswahl an angebundenen Streaming-Diensten. Gerade letzteres bietet mir der Phantom im Setup Player und App nicht. Lediglich per Bluetooth ist dann der Zugriff auf Streaming-Dienste möglich. Wenn man – so wie ich – ausschließlich Musik-Streaming-Dienste nutzt, muss man den Dialog im Wert von 299 Euro schon mit in die Kaufüberlegung einbeziehen.

Wenn Sie aber das nötige Kleingeld haben und auf der Suche nach einem ausgefallenen, bei der Soundwiedergabe extrem hochwertigen Player sind, dann sollten Sie den Phantom durchaus in Erwägung ziehen.Denn wie bereits mehrfach betont: Der Phantom ist ein wirklich herausragender Player. Und für Devialet-Verhältnisse ist auch der Preis günstig, denn die Produkte des Herstellers bewegen sich sonst eher im fünfstelligen Bereich.

Bei einer Online-Bestellung des Phantom können Sie das System übrigens 45 Tage lang testen und sich so ein eigenes Bild machen.

Transparenz-Disclaimer

Wir möchten für unsere Leser so transparent wie möglich sein: Für diesen Test wurde uns ein Testgerät des Silver Phantom zur Verfügung gestellt. Dieses Testmodell wurde nach dem Test selbstverständlich an den Hersteller zurück geschickt. Der Test steht in keinem Zusammenhang mit der Schaltung von Phantom-Werbung auf pcwelt.de oder macwelt.de. Darüber hinaus wurde uns für den Test ein kostenloser, dreimonatiger Zugang zum Musik-Dienst Deezer bereitgestellt.

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