71640

Asus Eee PC 1000H

02.10.2008 | 09:14 Uhr |

Der Asus Eee PC 1000H ist das erste Asus-Netbook mit 10,2-Zoll-Display und Standard-Festplatte. Dafür ist es mit rund 430 Euro auch das bisher teuerste. Lohnen die Neuerungen den Aufpreis? Unser Test gibt die Antworten.

Der Asus Eee PC 1000H ist in schwarzem oder weißem Gehäuse erhältlich
Vergrößern Der Asus Eee PC 1000H ist in schwarzem oder weißem Gehäuse erhältlich
© 2014

Gestartet ist der Asus Eee PC im Januar 2008 als rund 920 Gramm leichtes Mini-Notebook mit 7-Zoll-Display, Linux und 4 GB Flash-Speicher für 299 Euro. Das inzwischen vierte Modell 1000H lotet jetzt die Grenzen für ein Netbook aus: Es kostet 430 Euro und liegt damit deutlich über der bisher üblichen Netbook-Preisschwelle von 399 Euro. Es wiegt aufgrund des 10,2-Zoll-Displays und des 6-Zellen-Akkus 1,42 Kilogramm und damit mehr als manche 12- und 13,3-Zoll-Notebooks auf die Waage bringen.

Allerdings behebt Asus mit dem 1000H auch viele Mängel, die die anderen Eee-PC-Modelle schwächten: die kleine Tastatur, die aufgrund des kleinen Akkus recht kurze Laufzeit und das besonders beim ersten Modell viel zu kleine Display. Wir hatten das Modell des 1000H im schwarzen Gehäuse im Test, Asus verkauft auch eine weitere Version im gewohnten Weiß.

Größere Tastatur, besseres Display
Die Tastatur des Asus Eee PC 1000H ist 25,5 Zentimeter breit, und damit 4,5 Zentimeter breiter als beim 8,9-Zoll-Modell Eee PC 901. Dadurch kann Asus ein 17,5-Millimeter-Raster für die Tasten verwenden wie beispielsweise Medion beim Akoya Mini Netbook E1210 .

Bis auf die oberste Leiste mit den Funktionstasten besitzen deshalb alle Tasten des Eee PC 1000H dieselbe Größe – nur die rechte Hochstelltaste fällt ebenso wie die einzeilige Eingabetaste kleiner als gewohnt aus. Mit dieser Tastengröße dürften nun auch Schnellschreiber oder Anwender mit kräftigeren Händen keine Probleme mehr mit der Tastatur des Eee PC haben.

Ganz zufrieden waren wir mit der Tastatur trotzdem nicht: Auf der rechten Seite war sie nicht stabil eingebaut und klapperte deshalb beim Tippen deutlich. Der Tastendruckpunkt war dagegen angenehm deutlich zu spüren. Insgesamt bietet der Asus Eee PC 1000H eine deutlich verbesserte Tastatur gegenüber den anderen Modellen. An die Netbook-Referenz, das Medion Akoya Mini E1210 , reicht sie allerdings nicht heran.

Das Display zeigt auf einer 10,2 Zoll großen Diagonale 1024 x 600 Bildpunkte – das ergibt eine angenehme Auflösung von 117 dpi und dürfte auch Anwender mit schwächeren Augen nicht überanstrengen. Die durchschnittliche maximale Leuchtdichte beträgt 183 cd/m2: Damit kann man mit dem entspiegelten Display auch unter freiem Himmel arbeiten. Die Messwerte für die Helligkeit fallen vom Zentrum vor allem nach unten deutlich ab, auf dem kleinen Display stört das aber kaum. Der Kontrast liegt sehr hoch. Bei Farbdarstellung und Graustufenauflösung bietet das Asus 1000H dagegen nur Mittelmaß.

Lange Laufzeit, hohes Gewicht
Geringes Gewicht oder lange Akkulaufzeit: Diese Frage beantwortet Asus beim 1000H deutlich zugunsten der Laufzeit und packt einen 6-Zellen-Akku ins Netbook. Damit hält es bei der Video-Wiedergabe mehr als 4,5 Stunden durch, auch beim WLAN-Surfen knackt es die 4-Stunden-Grenze. Damit läuft es doppelt so lange wie vergleichbare Netbooks, die nur einen 3-Zellen-Akku nutzen, etwa das Medion Akoya Mini E1210 . Gegenüber dem Asus Eee PC 901 mit kleinerem Display und Flash- statt Standard-Festplatte schafft es aber rund eine Stunde weniger.

Der 6-Zellen-Akku ist auch für das hohe Gewicht des Asus Eee PC 1000H verantwortlich: Er wiegt 1,42 Kilogramm – das sind 280 Gramm mehr als der Medion Akoya Mini E1210 und 460 Gramm mehr als der Acer Aspire One A110L. Dafür ist das Netzteil des Eee PC mit 220 Gramm um 160 Gramm leichter als des Medion-Netbooks.

Festplatte statt Flash-Speicher
Statt eines Flash-Speichers nutzt Asus im Eee PC 1000H eine übliche 2,5-Zoll-Notebook-Festplatte mit 160 GB Kapazität - unser Testgerät besaß übrigens nur eine 80-GB-Platte: Damit hat der neue Eee PC nicht nur erheblich mehr Speicherplatz als die Vorgänger. Er ist auch ein wenig schneller, denn die Festplatte ist beim sequentiellen Lesen und Schreiben schneller als der Flash-Speicher – nur bei der Zugriffszeit liegt der Flash-Speicher deutlich in Front.

Ansonsten gibt es bei der Hardware keine Änderungen zum Eee PC 901: Auch das 10,2-Zoll-Modell arbeiten mit Intels Atom N270 (1,6 GHz) sowie 1 GB Arbeitsspeicher. Ins Netz kommt er per Fast-Ethernet, 11n-WLAN oder Bluetooth.

Fazit: Der Eee PC 1000H hat endlich, was den Vorgängermodellen fehlte: Ein helles Display, das man auch draußen nutzen kann, eine große, tipptaugliche Tastatur und viel Speicherplatz. Vom Eee PC 901 übernimmt er den großen Akku, der ihm eine lange Laufzeit ohne Netzstrom bringt.

Doch das Gute kommt nicht ohne das Schlechte: Mit einem Preis von 430 Euro kann man den Eee PC eigentlich nicht mehr als Billig-Laptop bezeichnen – zu diesem Preis muss man sich schon genau überlegen, ob man sich statt eines Standard-Laptops das Netbook als funktions- und ausstattungsreduziertes Zweit- oder Drittgerät anschaffen will. Auch mit dem Gewicht stößt der Eee PC 1000H an eine Grenze: Bei 1,42 Kilogramm wird man sich öfters als bei einem Gewicht von unter einem Kilo überlegen, ob man das Netbook unbedingt mitnehmen muss.

Alternativen: Der Asus Eee PC 901 wiegt nur 1,14 Kilogramm und läuft im Akkubetrieb noch einen Tick länger als der 1000H. Sein Display ist allerdings nicht outdoor-tauglich und die Tastatur ist recht klein. Ebenfalls ein 10,2-Zoll-Display besitzt der Medion Akoya Mini E1210 : Allerdings ist er standardmäßig nur mit einem 3-Zellen-Akku ausgestattet, was seine Laufzeit auf 2,5 bis 3 Stunden beschränkt.

Vergleichstest: Die besten Netbooks

Hardware-Galerie: Die Netbooks mit der längsten Akkulaufzeit

PC-WELT forscht: So (gut) läuft Windows 7 auf Netbooks

0 Kommentare zu diesem Artikel
71640