02.06.2008, 09:00

Thomas Rau

Der Windows-Mini im Test

Asus EEE PC 900

Ab 26.Juni schickt Asus den Eee PC 900 ins Rennen: Das zweite Modell des erfolgreichen Mini-Notebooks arbeitet mit Windows XP. Das ist nicht der einzige Unterschied zum Linux-Vorgänger Eee PC 701.
Für den Eee PC mit Windows verlangt Asus 399 Euro – 100 Euro mehr als für die Linux-Version. Beim Eee PC 900 sind die Lautsprecher vom Display auf die Unterseite des Gehäuses gewandert. Deshalb hat der Eee PC 900 mehr Bildschirmfläche: Das Display ist 8,9 Zoll groß und zeigt eine Auflösung von 1024 x 600. Die eignet sich zum Surfen deutlich besser als die mickrigen 800 x 480 der Linux-Variante, die zum häufigen Scrollen zwang. Dennoch meckerten einige Webseiten auch beim Eee PC 900 wegen der geringen Auflösung. Windows kommt aber gut mit 1024 x 600 Bildpunkten zurecht: Abgeschnittene Dialog-Boxen und ähnliche Handhabungshindernisse begegneten uns im Test nicht. Allerdings erscheinen Icons und Schriften sehr klein auf dem Display.
Mehr Hardware für Windows: Etwas mehr Festplattenplatz hat der Windows-Eee-PC auch bekommen: Neben der 4-GB-Flashplatte mit dem Betriebssystem – einem vollwertigen Windows XP Home mit Service Pack 2 – steckt eine weitere 8 GB große Platte im Mini-Notebook: Darauf belegt die von Asus vorinstallierte Software – unter anderem Microsoft Works 9, Sun Star Office, Skype und die Windows-Live-Dienste – rund 1,2 GB. Die Betriebssystem-Platte ist übrigens deutlich schneller als die Disk mit den Programmen. Insgesamt waren bei unserem Testgerät rund 8 GB frei: Wer Videos und Fotos auf dem Eee PC speichern will, sollte also nach wie vor die Investition für eine externe Lösung wie USB-Festplatte oder SD-Karte einplanen.
Akkulaufzeit: Der Eee PC 900 wiegt genau ein Kilogramm – rund 80 Gramm mehr als der Linux-Vorgänger: Trotzdem hat der Akku der Windows-Variante ein geringeres Fassungsvermögen (32 Wh gegenüber 38 Wh). Im Test wirkte sich das nicht negativ aus: Ohne Last war beim Eee PC 900 zwar 15 Minuten schneller Schluss. Beim Abspielen eines DivX-Videos hielt er allerdings eine halbe Stunde länger durch als das Linux-Modell. Der Grund: Die CPU-Last liegt mit rund 20 Prozent unter Windows deutlich niedriger als bei der Video-Wiedergabe unter Linux.
Tempo: Bei der Rechenleistung hat sich kaum etwas getan: Auch im Windows-Mini sitzt der betagte Celeron M 353 mit Dothan-Kern (900 MHz) – also keine Spur von Intel Atom. Daher liegt die Leistung des Eee PC 900 deutlich hinter dem, was derzeit selbst die billigsten Notebooks bieten. Im PC Mark 05 erreichte der Eee PC 900 beispielweise 1085 Punkte. Notebooks mit einem Celeron M 540, die es derzeit – allerdings ohne Betriebssystem – schon für unter 400 Euro gibt, schaffen locker das Doppelte.
Handhabung: Zum Surfen reicht die Leistung des Eee PC 900 allerdings, und auch sonst geht die Arbeit am Mini-Notebook unter XP dank 1 GB RAM ausreichend flott von der Hand. Längeres Tippen macht aber auf der kleinen Tastatur wenig Spaß – viel mehr als Mail und Chatten ist mit dem Eee PC nicht drin: Dank der 1,3-Megapixel-Web-Cam bekommt man seinen Gesprächspartner dabei auch zu Gesicht. Online geht der Asus-Zwerg übrigens nach wie vor über Netzwerkkabel oder 11g-WLAN – ein integriertes UMTS/HSDPA-Modem fehlt. Mangels PC-Card-/Expresscard-Steckplatz lässt es sich auch nicht elegant nachrüsten: Will man per Mobilfunk ins Internet, muss man einen passenden USB-Stick anflanschen. Die Modembuchse am Gehäuse hat Asus beim Eee PC 900 übrigens weggelassen: Das Linux-Modell besaß zwar den Modemanschluss, aber kein Modem. Asus wertet beim Eee PC 900 den Touchpad auf: Mit Fingergesten können Sie zum Beispiel die Windows-Lupe aufrufen oder Bilder vergrößern. Echtes iTouch-Gefühl kommt damit aber aufgrund des recht kleinen Touchpad-Feldes nicht auf.
Ergonomie: Wie beim Linux-Modell leuchtet auch beim Eee PC 900 das Display nicht besonders hell – die durchschnittliche Helligkeit liegt bei mauen 92 cd/m2. Dank der matten Oberfläche und des hohen Kontrasts kann man es aber auch draußen noch einigermaßen gut ablesen, wenn man im Schatten sitzt. Die Helligkeit lässt sich außerdem sehr weit herunterregeln: Wer den Eee PC als Surfmaschine mit ins Bett nehmen will, stört so weder den Lebenspartner noch ruiniert er sich die Augen. Kleinere Nervereien bleiben Ihnen auch beim Eee PC mit Windows nicht erspart: Im laufenden Betrieb lädt der Akku schneckenlangsam, denn das Netzteil ist sehr schwachbrüstig. Der Lüfter ist häufig im Betrieb: Messtechnisch schneidet er dabei mit 0,5 Sone zwar gut ab. Sein Laufgeräusch, das an eine summende Mücke im Schlafzimmer erinnert, nervt aber gewaltig.
Fazit: Asus hat den Eee PC passend für Windows aufgepeppt: Größeres Display, mehr RAM und Plattenspeicher garantieren, dass Sie auch mit dem Microsoft-Betriebssystem unkompliziert arbeiten können. Doch das hat seinen Preis: Der liegt mit 400 Euro zwar immer noch sehr niedrig. Doch dafür (oder ein wenig mehr) bekommen Sie heute schon ein Standard-Notebook mit großem 15,4-Zoll-Display, das deutlich leistungsfähiger und besser ausgestattet ist als der Zwergen-Laptop von Asus. Der Clou am EEE-PC 900 ist deshalb nicht der Preis, sondern das geringe Gewicht und die taschenfreundliche Größe. Als Mini-Notebook für unterwegs ist er nämlich immer noch konkurrenzlos günstig.
Eine Linux-Variante des Eee PC 900 ist laut Asus für Deutschland übrigens derzeit nicht geplant. In einigen Online-Preisvergleichen und auch bei Ebay wird das 900er-Modell allerdings mit Linux und mit 20 GB-Festplatte (eigentlich zwei Platten 4 GB plus 16 GB) angeboten: Hier handelt es sich um die Variante, die Asus im April 2008 beispielsweise in Hongkong verkaufte.
Sehen Sie den Asus Eee PC in Aktion. Im Video stellen wir Ihnen unter anderem die innovative Touchpad-Steuerung genauer vor.
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