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PC-WELT Lesertest von Uwe Schlotterer

Erfahren Sie, wie sich der Dell Precision M3800 im Lesertest bei Uwe Schlotterer - einem professionellen Fotografen - schlägt.

Die Dell Workstation M 3800 ist ein Laptop im Ultrabook-Format. Schon die hochwertige Verpackung  schürt Erwartungen, die nicht enttäuscht werden.

Haptisch ein Erlebnis

Ein nur zwei Zentimeter hohes Gerät mit gerade einmal nicht ganz zwei Kilo Gewicht, Oberflächen aus Aluminium, Karbonfasern und hochwertigem Kunststoff begeistern mich sofort. Die Handauflagefläche und das Touchpad unter der Tastatur sind in einer angenehm weichen Gummioberfläche ausgeführt. Kompakte Maße und geringes Gewicht sind gerade bei Einsätzen on Location wichtig. Kamera und Objektive wiegen schon genug und nicht selten muss ich alles noch weit schleppen. Die Form und Verarbeitung ist perfekt. Haptisch ein Erlebnis ohne angeberisch zu wirken. Man meint (fast) ein Gerät der Apfelfraktion in Händen zu halten.

Das Display lässt sich leicht aufklappen und hält trotzdem seine gewählte Position. Ein Druck auf den Einschaltknopf und innerhalb weniger Sekunden leuchtet auf dem hellen, glänzenden Display der Startdialog um Windows 8.1 einzurichten. Es ist mein erstes Gerät mit Windows 8, aber ich werde Schritt für Schritt durch das Menü geführt und nach ungefähr zehn Minuten ist alles eingerichtet. Ein paar Klicks auf der ungewohnten Kacheloberfläche und ich weiß wo die Einstellungen zu finden sind.
Mein W-Lan wird sofort erkannt und eingerichtet. Der Empfang ist gut und es treten keine Verbindungsabbrüche auf. Nach der Installation eines Virenschutzes kommen die obligatorischen Windows-Updates.

Einige Programme sind noch nicht auf die hohe Auflösung angepasst

Ich installiere Adobe Photoshop CC sowie Lightroom und muss leider feststellen, dass die Programme mit der QHD-Auflösung nicht harmonieren. Die Darstellung ist viel zu klein um damit zu arbeiten. Ich stelle die Auflösung auf HD um und es sieht schon besser aus. Das Display ist von der Farbwiedergabe und Helligkeit her super! Für langes Arbeiten würde ich zwar ein entspiegeltes Display bevorzugen, aber das ist wohl der Touchfunktion geschuldet. Das Touchdisplay ist sehr schön um Porttraitkunden Bilderserien zu zeigen, da durfte der Kunde auch mal selber drüberfahren. Zur Bedienung von Programmen bevorzuge ich eine Maus und ich denke, dass die meisten Programme auch nicht für Touch ausgelegt sind. Die maximale Helligkeit ist ausreichend, um auch im Freien damit klar zu kommen. Für farbverbindliches Arbeiten ist es aber unabdingbar konstantes Licht zu haben d.h. ab nach drinnen. Über den Mini-Displayport kann ich problemlos meinen großen, farbverbindlichen Bildschirm zur Bildbearbeitung anschließen, auch ein HDMI-Anschluss für einen Beamer ist vorhanden und auch sonst hat das Gerät genügend Anschlüsse.

Für externe Festplatten zur Bildersicherung oder für die Bildübertragung ( Tethered Shooting) direkt auf die DELL Workstation (bei Lightroom) gibt es drei schnelle USB-3 Anschlüsse. Diese weisen sogar alle eine Ladefunktion z.B. für ein iPad auf, das oft zur drahtlosen Bildkontrolle verwendet wird. Außerdem gibt es noch einen USB 2 Anschluss, Headsetanschluß, Kensington Lock und einen SD-Cardreader. Alle Anschlüsse sind rechts und links auf den Seiten verteilt und machen einen soliden Eindruck. Die zuschaltbare Tastaturbeleuchtung (unter den Tasten) ist sehr von Vorteil. Wenn das Studio abgedunkelt ist und ich die richtigen Tasten treffen muss, bin ich sehr froh über diese Option!

Hohe Geschwindigkeit

Nun zu einem nicht unwichtigen Aspekt, der Arbeitsgeschwindigkeit. Auch hier ist alles vom Feinsten und zu meiner vollsten Zufriedenheit! Der Intel i7 Quadcoreprozessor berechnet Tiffs aus Raw-Daten ungefähr doppelt so schnell wie mein bisheriges, vier Jahre altes Laptop, das einen älteren Quadcore i7 hat.

Ein- und Auszoomen in Photoshop geht ohne Verzögerung. Hier merkt man, dass Prozessor, Grafikkarte und SSD zusammen genügend Datendurchsatz auch bei größeren Datenmengen an den Tag legen. Die Grafikkarte, eine Nvidia Quadro K1100M, ist für Bildbearbeitung und externe Bildschirme mehr als ausreichend.

Für mich als Fotograf ein sehr wichtiges Kaufargument. Nichts nervt mehr als ein ruckelndes Bild. Ich bin von der DELL Workstation echt begeistert!

Die SSD und Hybridfestplatte reichen auch für große Aufträge aus

Eine 256 GB große SSD für System und Programme und zusätzlich 500 GB auf einer Hybridfestplatte reichen bei weitem für große Aufträge aus, danach wird sowieso alles zur Sicherheit auf ein RAID im Studio übertragen. Bei der Batchverarbeitung von Bilddaten hat natürlich auch der i7 Prozessor ganz schön zu ackern, die Lüfter der Workstation drehen dann zwar auf, es ist aber kein lästiger Lärm, nur ein wahrnehmbares Rauschen und sobald die Berechnungen abgeschlossen sind, wird es wieder still. Beim Surfen oder sonstigen nicht so anspruchsvollen Aufgaben, entsteht so gut wie keine Geräuschkulisse. Die SSD ist sowieso lautlos und auch die konventionelle Festplatte ist nicht zu hören.

Bei der Ausdauer des Akkus darf man keine Wunder erwarten. Für den Betrieb mit hellem Display und Programmen, die den i7 Quadcore fordern, sind nach meiner Erfahrung zwei bis drei Stunden Laufzeit schon viel. Schade, dass der Akku nicht direkt zu tauschen ist, das ist immer eine gute Option wenn man nicht weiß, wie man unterwegs an Strom kommt.

Das Netzteil ist nicht so plump wie manches andere, braucht aber mit den Kabeln auch Platz in der Tasche. Eine LED im Netzteilstecker, der an der DELL Workstation eingesteckt wird, leuchtet, sobald das Netzteil in eine Steckdose gesteckt wird. Ob allerdings eine Aufladung stattfindet, zeigt die LED damit leider nicht an. Und eine kleine Statuslampe im Gehäuse der DELL M 3800 wäre auch nicht schlecht. Wenn die geräuschlose Workstation in Standby geht und das Display schwarz wird, kann man leider nirgends erkennen, ob das Gerät noch läuft.

Fazit

Alles in allem ein fast perfektes Gerät für einen Fotografen. Die Vorteile überwiegen die kleinen Kompromisse die man machen muss. In der täglichen Praxis könnte ich sehr gut mit der technischen High-End-Maschine im schönen leichten Kleid zurechtkommen.

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