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PC-WELT Lesertest von Josef Zmyslowski

Der Dell Precision M3800 im Lesertest bei Josef Zmyslowski. Der Systemadministrator schildert hier seine Eindrücke.

Viel Rechen- & Grafikleistung für CAD-Anwendungen

Die Komponenten dieser mobilen Workstation scheinen sehr gut aufeinander abgestimmt zu sein.
Der mobile Quad-Core Prozessor Intel Core i7-4712HQ taktet mit 2,3 GHz und ist perfomant genug für die Berechnung von großen CAD-Modellen. Auch bei mehreren geöffneten Applikationen im Hintergrund traten Leistungsengpässe nicht auf. Sicherlich, für unsere CAD-„Poweruser“ kann der beste Prozessor, die beste Grafikkarte und auch der größte Arbeitsspeicher nicht gut genug sein, die M3800 ist für ihren Einsatzbereich dennoch sehr gut ausgestattet. Unsere Projektleiter können beim Kunden vor Ort live am Modell konstruktive Änderungen durchsprechen. Hierfür ist das Gerät auch hauptsächlich vorgesehen.

Der vorinstallierte NVIDIA-Treiber der Version 332.35 sollte umgehend durch den von SolidWorks zertifizierten Treiber ersetzt werden. Dies ist aber jedem CAD-Administrator bewusst, dass die für die aktuell im Einsatz befindlichen 3D-CAD Programme zertifizierten Treiber zu installieren sind. Jede gut dimensionierte Grafikkarte wird zur "Spaßbremse" wenn nicht der richtige Treiber installiert ist. Die Nvidia Quadro K1100M überzeugte in ersten Tests mit großen 3D-Baugruppen.
Sie gehört nicht zu den High-End Grafikkarten aber im direkten Vergleich zu einer im M4800 verbauten Nvidia Quadro K2100M konnte ich keine gravierenden Performanceunterschiede, bei gleichen CAD-Modellen, feststellen.

Hochauflösendes Touch-Display sinnvoll beim Kunden

Das QHD+ Panel mit Touch-Oberfläche löst mit 3.200 x 1.800 Bildpunkten sehr fein auf. Man hat damit einen sehr großen Arbeitsbereich auf dem Desktop. Die Konstruktion von Modellen mit mehreren Fenstern wurde komfortabler. Die Icons, Symbole und Schriften werden teilweise sehr klein dargestellt. Selbst für mich als Brillenträger fällt es hier manchmal schwer eine Beschriftung zu lesen. Die optimierten Einstellungen im SolidWorks für Touch-Bedienung und die Einstellung der Textgröße auf „groß“ konnten hier etwas Abhilfe schaffen. Bei den meisten Applikationen war eine Skalierung unvermeidbar.

Die Kombination der Touchscreen-Funktion zu den bisherigen Eingabegeräten hat natürlich Auswirkung auf die Effizienz des Arbeitsalltags. Hier musste ich erst lernen wann es Sinn macht eher den Touch zu bedienen als das Scrollrad der Maus oder gar das Eingabegerät der 3D-CAD Anwendung. Beim Scrollen ist der Touchscreen die beste Alternative - egal ob Webrecherche oder dem Arbeiten mit Excel-Tabellen. Im SolidWorks wurde z.B. die Zoomfunktion des Eingabegeräts durch Gestensteuerung am Bildschirm abgelöst. Auch das Drehen eines 3D-Models per Gesten am Display – z.B. bei Präsentationen beim Kunden vor Ort oder bei Schulungen - ist äußerst hilfreich.

Die Displayoberfläche ist stark spiegelnd. Je nach Beleuchtungssituation im Innenbereich, sowie Außeneinsatz muss die Helligkeit deutlich höher eingestellt werden. Am Arbeitsplatz im Büro gelingt das sehr gut mit mittlerer Helligkeitsstufe. In den Montagehallen, mit ihren großen Lichtkuppeln und hohen Anzahl an Deckenleuchten, muss schon länger nach einem geeigneten Platz gesucht werden um die Spiegeleffekte möglichst zu neutralisieren. Hier musste ich schon mit maximaler Helligkeit agieren was natürlich für die Akkulaufzeit nicht förderlich war. Im Freien war die blendfreie Positionierung einiges schwieriger.

Sehr gute Verarbeitung des Gehäuses bei geringem Gewicht

Die Erwartungen an ein Gerät dieser Preisklasse waren von meiner Seite relativ hoch. Nachdem ich das Gerät erstmals in den Händen hielt war ich erfreut, dass sich meine Erwartungen erfüllt haben. Die Verarbeitung des Geräts ist Top. Für ein Gerät dieses Formfaktors ist das Gehäuse sehr verwindungssteif. Die Materialkomposition aus Aluminium, Karbon, Glas und einer gummierten Handballenauflage ist Dell wirklich gelungen. Es wirkt alles sehr filigran und wie aus einem Guss. Das Design der Tastatur ermöglicht ein sehr gutes Reinigen der Eingabeoberfläche. Mein erster Gedanke zur gummierten Oberfläche war, dass sich hier der Staub besonders gern anlagern wird. Dies ist nicht der Fall. Nur das Display bedarf regelmäßiger Reinigung. Der Touchscreen ist nach kürzester Zeit mit verwischten Fingerabdrücken übersät.

Mehrmals wöchentlich nehme ich an Projektmeetings teil, welche in wechselnden Besprechungs-zimmern auf dem Betriebsgelände stattfinden. Bei regelmäßigen Schulungsmaßnahmen unserer Anwender bzw. bei Einweisung neuer Mitarbeiter ist die mobile Workstation immer mit dabei. Vor-Ort-Termine bei unseren In- und ausländischen Tochtergesellschaften finden regelmäßig statt. Das geringe Gewicht von knapp 2 kg und die sehr schlanke Bauform sind für mich sehr von Vorteil. Meist reicht nun eine Notebooktasche um sämtliche Unterlagen zum Schulungstermin oder zur Projektbesprechung mitzuführen.

Mit der Dell Grundkonfiguration der Energieoptionen liegt die Standzeit des Akkus bei durchschnittlicher Belastung der Workstation bei ca. 4,5 Stunden. Unter durchschnittlicher Belastung ist zu verstehen: Per WLAN ins Firmennetzwerk verbunden, modellieren von einfachen Teilen im SolidWorks, Mailbearbeitung und dem Schreiben von Besprechungsprotokollen, sowie Bildbearbeitung für ein Anwenderhandbuch. Beim Rendern von 3D-Modellen und häufigem Festplattenzugriff reduzierte sich die Akkulaufzeit auf knapp 2 Stunden. Für meinen Anwendungsbereich ist die Laufzeit ausreichend. Zudem ist in der Regel immer eine Steckdose in Reichweite. Das recht schlanke Netzteil ist auch kein besonderer Ballast, so dass ich es eigentlich immer in Griffnähe habe.

Ausreichender Festplattenspeicher, beleuchtete Tastatur - ideal für den Einsatz mit Beamer

Der Festplattenspeicher reicht für meine Bedürfnisse aus. Das Betriebssystem und die installierten, für den Businessalltag notwendigen Programme, verschlingen ca. 85 GB des SSD Laufwerks. Unsere 3D-Daten werden im Firmennetzwerk gespeichert. Die zu bearbeitenden Dateien werden aus dem Storage ausgecheckt und lokal auf die Hybridfestplatte abgelegt. Von dort werden die Dateien zum Bearbeiten in SolidWorks geöffnet. Am Ende des Arbeitstages werden die lokalen Dateien wieder ins Storage zurückgesichert. Die lokalen Daten werden dann umgehend gelöscht. Hierdurch ist der Festplattenplatz mehr als ausreichend.

Die integrierte Tastaturbeleuchtung erleichtert die Bedienung des Geräts während Schulungen oder Meetings sehr. Die Schulungsräume bzw. die Besprechungszimmer sind - zwecks Beamer-Präsentationen - oft abgedunkelt. Durch das Einschalten der Tastaturbeleuchtung sind die Buchstaben auf den Tasten, sowie die Außenkontur der Tasten immer gut erkennbar. Die Helligkeit kann mehrstufig reguliert werden. Nach 60 Sekunden Inaktivität erlischt die Tastaturbeleuchtung automatisch und wird durch einfaches Drücken einer beliebigen Taste oder dem Berühren des Touchpads umgehend reaktiviert.

Gutes Kühlsystem und einfache Inbetriebnahme

Das Kühlsystem der M3800 besteht aus zwei recht großen Lüftern. Im Dauerbetrieb konnten meinerseits hier keine störenden Geräusche festgestellt werden. Auch als die Workstation unter Volllast die Berechnungen durchführte waren keinerlei Geräusche zu vernehmen. Eine leichte Erwärmung am Boden des Gerätes war zu spüren. Auch im hinteren Tastaturbereich konnte eine leichte Erwärmung registriert werden. Die Warmluft wird zwischen Gehäuse und Display ausgeleitet. Dabei erwärmt sich das Displayglas im unteren Bereich etwas. Dies hat aber keinerlei funktionelle Beeinträchtigung.
Auspacken, einschalten, läuft! Ganz so schnell ist die Erstinbetriebnahme des Dell Precision M3800 dann doch nicht. Jedoch war ich erstaunt, dass tatsächlich vom Auspacken des Gerätes bis zur fertigen Grundinstallation nur 20 Minuten vergangen sind. Gut, ich hatte bereits ein Konto bei Microsoft, jedoch ist das Anlegen dieses Kontos nicht wirklich zeitintensiv. Die Einbindung ins Netzwerk, auch in das WLAN erfolgte ebenfalls problemlos. Alle Gerätetreiber wurden sauber installiert. Den Grafikkartentreiber musste ich jedoch durch den von SolidWorks zertifizierten Treiber ersetzen. Da der Grafikkartentreiber für die Gesamtperformance des 3D-CAD Programms SolidWorks 2015 keine unerhebliche Rolle spielt, ist dies unbedingt zu empfehlen.

Zahlreiche Schnittstellen

Die 4 USB Schnittstellen (3 x USB 3.0, 1 x USB 2.0), der Mini-Display-Port, 1x HDMI, SD-Kartenleser und ein kombinierter Kopfhörer-/Mikrofonanschluss sind seitlich rechts und links auf Höhe der Tastatur angebracht. Diese sind ausreichend und von der Lage ideal platziert. Kabel oder USB-Sticks sind dann im Arbeitsbereich nicht störend. Da der VGA Port fehlt muss ein Mini-Display-Port auf VGA Adapter angeschafft werden, sofern man keine USB 3.0 Docking Station hat. Da der Docking Port am Gerät fehlt können wir unsere im Einsatz befindlichen Docking Stationen nicht verwenden. Die meisten unserer Besprechungsräume haben leider noch Beamer mit VGA Anschluss. Hat man kein WLAN, so muss man den mitgelieferten USB-LAN Adapter verwenden.

Anzeige: Dell M3800 - Lesertester Josef Zmyslowski

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