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Dell Precision M3800: Dell verbindet Workstation mit Ultrabook

Wuchtige Workstation-Laptops gibt es viele, Dells Precision M3800 ist anders. 20 Millimeter Bauhöhe und zwei Kilogramm Gewicht machen den 15,6-Zoller zum Hingucker.

Workstations haben kraftvolle Hardware unter der Haube, bringen zahlreiche Anschlüsse, Wartungsmöglichkeiten und Sicherheitsfeatures mit, sind robust und langlebig und beeindrucken mit den besten Bildschirmen. Ein Attribut hat sich bisher aber auch festgesetzt: Mobile Workstations sind schwer, klobig und nur begrenzt mobil.

Die Zeiten ändern sich. Der texanische Hersteller Dell verbindet die leichte, schwungvolle Welt der Ultrabooks mit der kraftvollen, robusten Welt der mobilen Workstations. Im Gegensatz zu seinen Schwestermodellen Precision M2800 (Höhe 34 mm, 2,92 kg) und Dell Precision M4800 (Höhe 40 mm, 3,18 kg) ist er bei gleichem 15,6-Zoll-Format dünner und leichter (20 mm, 2,0 kg). Die Qualität und die Stabilität hingegen befinden sich auf gleichem, hohem Niveau.

Workstation-Power im Ultrabook

Die schlanke Bauform lässt zunächst keine potenten Workstation-Komponenten vermuten. In gewöhnlichen Ultrabooks arbeiten üblicherweise die 15-Watt Low-Voltage-Varianten aktueller Intel Core-Prozessoren. Nicht beim Precision M3800, hier stehen dem Rechenwerk 45 Watt (TDP) zur Verfügung (Standard Voltage). Der Prozessor hört auf den Namen Intel Core i7 4712HQ und bringt eine HD Graphics 4600 mit. Auf Seiten der Grafikkarte stemmt eine NVIDIA Quadro K1100M (2 GB GDDR5) OpenCL und CUDA in Grafik-Tools und CAD/CAM.

Im Vergleich zu Referenz-Workstations, wie dem Schwestermodell Precision M4800 (Core i7 4900MQ, 47 Watt) mit NVIDIA Quadro K2100M, ist das Precision M3800 ein auf Leistung orientierter Kompromiss aus schneller Hardware und mobiler wie optischer Attraktivität. Die sparsameren Komponenten verringern die Energieaufnahme und damit die Abwärme- und Lautstärkeproduktion. Auf der anderen Seite steht dank Turbo-Funktion auf Seiten des Prozessors und der Grafikkarte enorm viel Rechenleistung auf Abruf bereit.

Unglaubliche Farben, unzählige Pixel

Das Precision M3800 bringt ein farbintensives und hochauflösendes 15,6-Zoll-Panel mit: Die UltraSharp-Anzeige fasst 3.200 x 1.800 Pixel (QHD+) und ist ein Touchscreen. Die Auflösung bringt einen enorm großen Arbeitsplatz auf den Desktop. Wem Icons und Schrift dabei zu klein sind, der kann je nach Anwendung unter Windows 8.1 bequem Skalieren. Für CAD/CAM-Tools ist QHD+ mitunter die beste Wahl, diese Programme wollen viel auf der Oberfläche anzeigen und sie können sehr gut skalieren. Der hohe Kontrast von zirka 1000:1 bringt sattes Schwarz und kräftige Farben auf das Panel. Zusammen mit den breiten Blickwinkeln der IPS-Anzeige kann der Betrachter Tag für Tag während der Arbeit ein angenehmes Bild genießen.

Praktisch ist der Helligkeitssensor, der die hohe Luminanz des Panels je nach Umgebungslicht drosselt oder anhebt. Damit entfällt lästiges, manuelles Nachjustieren, wenn z. B. vom eher dunklen Büro auf die Terrasse gewechselt wird. Die sehr hohe Luminanz ist gleichsam im Netz- als auch im Akkubetrieb einstellbar.

Gute Verbindungen und erstklassige Wartung

Auf Grund der geringen Bauhöhe konnte Dell nicht sämtliche Anschlüsse einbauen, wie sie bei den Precision-Schwestern zu finden sind. Es sind neben HDMI, drei USB-3.0- und einem USB-2.0-Anschluss auch der in Business-Kreisen relevante Mini-DisplayPort vorhanden. Einen Docking-Port gibt es keinen, doch kann mit der Dell eigenen USB-3.0-Dock (D3000 SuperSpeed) für eine sehr gute Konnektivität am stationären Arbeitsplatz gesorgt werden. Die Station bietet USB, Audio, Netzwerk, DisplayPort/HDMI und unterstützt sogar 4K-Displays. Dell legt seiner Workstation einen USB-LAN-Adapter bei und gleicht damit den fehlenden Ethernet-Port aus.

Viele Ultrabooks sind hermetisch abgeriegelt, nicht so das Dell Precision M3800. Seine Bodenplatte kann abgenommen werden, dann sind Arbeitsspeicher (2 Module gesteckt, max. 16 GB), Festplatte (2,5-Zoll-SATA), mSATA-SSD (256 GB), Akku (61 Wattstunden) und Funkmodul wechsel- oder aufrüstbar. Die beiden Systemlüfter können auf diesem Wege ebenfalls gereinigt werden. Das ist nach monatelangem Dauerbetrieb ein wichtiges Kriterium.

Eingabegeräte mit Touch

Mit dem Touchscreen wird nicht nur Intels Ultrabook-Kriterium erfüllt, er erleichtert auch die Arbeit mit Objekten und Werkzeugleisten in Editing- oder CAD/CAM-Software. Nicht weniger relevant sind die für Vielschreiber wichtige Tastatur und das ClickPad. Erstere bringt mit konisch gewölbten Tasten, einem präzisen Druckpunkt und einem festen Anschlag alle Merkmale einer Feedback-starken Tastatur auf einen Nenner. Hinzu kommt eine mehrstufige Hintergrundbeleuchtung, welche die Arbeit bei schlechten Lichtverhältnissen erleichtert.

Das ClickPad ist mit 104 x 80 mm sehr groß dimensioniert und ermöglicht komfortables Bewegen des Cursors und weite Mehrfingergesten.

Unterstatement pur

Das M3800 besitzt ein Gehäuse, dem man seine Leistung nicht ansieht. Dells Materialmix aus Metall, Glas (Corning Gorilla Glass NBT), Carbonfaser und gummierter Oberfläche im Arbeitsbereich, sorgt für eine wertige Haptik. Diese wird dem Anspruch an ein ständig benutztes Arbeitsgerät gerecht. Die Konstruktion mit dem inneren Rahmen aus Carbonfaserbasis und der Hülle aus massivem Aluminium (Deckel) bietet optimale Stabilität, auch für raue industrielle Umgebungen.

Starke Leistung im dünnen Gehäuse

Ist Workstation-Performance im Ultrabook möglich? Ja, denn die Intel Plattform Haswell setzt auf den Turbo mit einer großen Spannweite. Im Leerlauf und bei kaum fordernden Aktivitäten rechnen Prozessor und Grafikkarte mit niedrigen Taktungen, z. B. 800 MHz. Wird Rechenleistung abverlangt, so geht die Taktung in den Turbo-Bereich, der beim i7 4702HQ zwischen 2,2 und 3,2 GHz liegt. Hinzu kommt Optimus, die dynamische Umschaltung zwischen der Prozessorgrafik HD Graphics 4600 und der dedizierten Quadro K1100M. Bei anspruchsloser Büroarbeit spart die HD Graphics 4600 Energie und die K1100M ist inaktiv. CAD/CAM-Tools rufen den starken Nvidia-Chip mit der bestmöglichen Leistung auf den Plan. Es ist aber nicht nur die Leistung, vor allem die Stabilität der Anwendungen bei Nutzung des Grafiktreibers zählt. Die Quadro K1100M ist im professionellen CAD/CAM-Bereich zu finden, weil sie optimierte Treiber, ein angepasstes Bios und einen speziellen Support für Software mitbringt, die OpenGL-Funktionen nutzt. Das ist der Unterschied zu Consumer-Grafikkarten aus gleicher Leistungsklasse.

Pfeilschneller SSD-Massenspeicher, dennoch viel Platz

Schnelligkeit und Speicherplatz gleichermaßen, das realisiert Dell mit einer geschickten Kombination aus SSD-Minikarte (256 GB) und Solid-State-Hybridfestplatte (500 GB). Auf ersterem liegen Betriebssystem und Programme, was zu äußert schnellen Reaktionszeiten beim Lesen und Schreiben führt.

Ergonomie

Das Dual-Fan-Kühlsystem packt die Abwärme von zwei Seiten an: Zwei getrennt voneinander arbeitende Lüfter befördern die Wärme durch zwei Öffnungen hinter dem TFT-Scharnier nach draußen. Durch die Arbeitsteilung bleibt das Precision M3800 bei anspruchslosen Aufgaben stets leise. Bei konstanter Last bleibt der Geräuschpegel auf einem moderaten Niveau und wird nie zum Ärgernis. Durch die im hinteren Bereich sitzende Kühllösung bleiben Handauflage und weite Bereiche der Tastatur, selbst bei hoher Last durch CAD/CAM-Tools, angemessen temperiert. 

Zertifizierungen

Laufen meine Anwendungen stabil oder nicht? Bei der M3800-Workstation können sie in den meisten Fällen von einem Ja ausgehen, Dell lässt seine Workstations von unabhängigen Softwareanbietern zertifizieren, darunter Autodesk3, Avid, Sony und Adobe.

Mobilität

Knapp vier Stunden Laufzeit ermittelten unabhängige Tests in einem anspruchslosen Szenario mit dem Web-Browser bei reduzierter Helligkeit. Die schwere High-End-Schwester Precision M4800 (3,18 kg, 40 mm Bauhöhe) schafft ähnlich moderate Laufzeiten, muss dafür aber einen schweren 97-Wattstunden-Akku mit sich herumschleppen. Anwender können die Laufzeit mit dem Standard-Akku durch den optionalen 91-Wh-Akku erhöhen. Hierbei muss aber auf die 2,5-Zoll-Festplatte verzichtet werden. Diesen Bereich nimmt der größere Akku im Gehäuse ein.

Fazit: kraftvolle Mobilität, stilvoll eingerahmt

Das Dell Precision M3800 ist eine leichte, handliche Workstation, konzipiert für den mobilen Außendienstler, Kreativen oder Ingenieur. Diese Zielgruppe ist viel unterwegs oder arbeitet oft im Home-Office. Beim Kunden müssen CAD-Entwürfe in exzellenter Qualität und 3D-Animationen und -Modelle vorgezeigt werden. Kein Problem mit dem Precision M3800, denn der ist mit 2 Kilogramm Gewicht immer dabei. Nicht zuletzt ist dieser 15-Zoller durch seine ansprechende Optik und durch die Qualität seiner Materialien ein vorzeigbares Gerät, mit dem sie sich überall sehen lassen können.

Mehr Informationen hier . Die Workstations starten ab 1520 Euro.

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