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Dell Inspiron XPS Gen 2

14.04.2005 | 10:55 Uhr |

Bunte LEDs, riesiges 17-Zoll-Display und extrem schnelle Nvidia-Grafikkarte: Dell preist das Inspiron XPS Gen 2 als das ideale Spiele-Notebook an - und verspricht nicht zuviel.

Tempo : Mit dem Inspiron XPS Gen 2 zielt Dell auf Spieler. Den Vorgänger gab’s nur in den USA – mit der zweiten XPS-Generation tritt Dell nun auch in Europa an. Als Grafikkarte kommt Nvidias Geforce Go 6800 Ultra mit 256 MB GDDR3-Speicher zum Einsatz. Im Gegensatz zur Standardversion (Test hier ) läuft das Ultra-Modell mit deutlich erhöhtem Takt: 450 MHz für den Grafikchip und 1,1 GHz (550 MHz effektiv) für den Speicher.
Damit bläst das Inspiron XPS Gen 2 alles um, was sich bisher mobile 3D-Grafik nannte. Zum Beispiel lässt sich Far Cry selbst in der nativen Displayauflösung von 1920 x 1200 Bildpunkten noch mit knapp 60 Bildern pro Sekunde spielen. Auch wenn man die Bildqualität per Anti-Aliasing verbessert, muss man kaum Einbußen hinnehmen – zumindest bis 1600 x 1200 Bildpunkten. In der XGA-Auflösung ist Far Cry sogar CPU-limitiert – selbst mit aktiviertem Anti-Aliasing ändert sich das Testergebnis nicht, weil die Grafikkarte für die CPU zu schnell ist.
Keine Geschwindigkeitsrekorde gibt es allerdings im Batteriebetrieb: Nicht, weil der Geforce Go 6800 Ultra dafür nicht leistungsstark genug wäre: Nvidia limitiert über den Treiber die Bildrate auf 60 Bilder pro Sekunde, wenn im Stromsparmenü „Powermizer“ der Modus „Balanced“ eingestellt ist. Allerdings schlägt das Tempolimit auch zu, wenn „Balanced“ eingestellt ist, das Notebook aber am Netzstrom hängt. Außerdem hat Dell die Einstellung „Maximum Performance“, die den Geforce Go 6800 Ultra im Netzstrombetrieb von der Leine lässt, für den Akkubetrieb nicht integriert. Einerseits durchaus vernünftig: 60 Bilder pro Sekunde reichen in den meisten Fällen fürs Spielen aus, und auf diese Weise gewinnt man im Batteriebetrieb wenigstens ein kleines Plus an Akkulaufzeit – zumal die Grafikkarte die Taktraten auf 250 MHz (Chip) und 658 MHz (Speicher; 329 MHz effektiv) zurückfährt. Andererseits sollte der Anwender selbst auswählen dürfen, ob er auch im Akkubetrieb Vollgas geben will.
Angesichts einer Grafikkarte, die unter Voll-Last rund 65 Watt schluckt, sollte man vom Inspiron XPS Gen 2 keine eindrucksvolle Batterielaufzeit erwarten: Trotz des großen 80-Wh-Akkus hält das Inspiron XPS Gen 2 auch nur zwei Stunden ohne Netzstrom durch.
Ausstattung : Wie es sich für einen echten Spiele-Rechner gehört, macht das Dell Inspiron XPS Gen 2 auch abgesehen von der Grafikkarte kaum Kompromisse bei der Ausstattung: Dazu zählen das hochauflösende 17-Zoll-Display, viele Schnittstellen – darunter sechs USB-Ports und ein DVI-D-Anschluss – und die komplette Bandbreite an Kommunikationsschnittstellen wie WLAN nach den Standards 11a und 11g, Bluetooth und der bei LAN-Parties beliebte Gigabit-Ethernet-Port.
Ergonomie : Angesichts der Ausstattung und des Einsatzzwecks sind die knapp vier Kilogramm Gewicht des Dell Inspiron XPS Gen 2, wozu noch das rund 800 Gramm schwere Netzteil kommt, akzeptabel. Wirklich bemerkenswert ist aber, dass der Lüfter auch unter Last mit rund 30 dB(A) nicht störend laut wird – bisher nervten Notebooks mit schneller Grafikkarte meist mit einem extrem lauten Gebläse.
Das Display zeigte eine durchschnittliche Helligkeit, aber einen hohen Kontrast. Auch der Blickwinkel blieb recht stabil – zumindest bei horizontaler Draufsicht. Die True-Life-Technik des Displays, die vor allem Farben knackiger aussehen lässt, hat aber wie ähnliche Displays von Sony („Black Matrix“) oder Acer („Crystalbrite“) einen gravierenden Nachteil: Es spiegelt außerordentlich, besonders wenn man bei hellem Hintergrundlicht arbeitet. Für echte Spieler, die für das Dungeon-Feeling auch die Rollläden herunterlassen, mag das kein Problem sein – für andere Anwender schon.
Besonderheiten : Netter Gag für Modding-Fans: Das Inspiron XPS Gen 2 leuchtet vorne an den Lautsprechern, seitlich aus den Lüfteröffnungen und auch am Displaydeckel. Farbe und Intensität der LEDs lassen sich per Windows-Tool oder im Bios verändern.

Fazit: Ein Notebook für Spieler, das den Vergleich mit hochgerüsteten PCs nicht scheuen muss: Tempo und Ausstattung sind über jeden Zweifel erhaben. Das Display ist groß, spiegelt aber extrem. Wer nicht nur spielt, kann mit der sehr stabile Tastatur gut arbeiten. Die sehr kurze Akkulaufzeit und das hohe Gewicht fallen für die Zielgruppe sicher weniger ins Gewicht. Trotzdem ist das Inspiron XPS Gen 2 kein ergonomischer Totalausfall: Die Lüfter sind auch unter Last nie störend laut.

TECHNISCHE DATEN

PROZESSOR

Pentium M 770 2,13 GHz

RAM (MB/ART)

1024, DDR2-533 Dual-Channel

GRAFIKCHIP

Nvidia Geforce Go 6800 Ultra, 256 MB

DISPLAY

17 Zoll, 1920 x 1200

FESTPLATTE

Hitachi Travelstar 7K60; 57,3 GB

LAUFWERK

Sony DW-D56A (DVD+R(W)/+R DL/-R(W)/CD-R(W): 8-/4-/2,4-/8-/2-/24-/24fach)

KOMMUNIKATION

Modem, 10/100/1000-Mbit/s-Netzwerk, WLAN (802.11a/g), Bluetooth

BETRIEBSSYSTEM

Windows XP Pro SP2

SCHNITTSTELLEN

1 PC-Card, 1 VGA, 1 S-Video-out, 1 DVI-D

6 USB 2.0, 1 Firewire, 1 Line-out, 1 Mikrofon

1 Modem, 1 Netzwerk, 1 SD-Card-Reader

PC-WELT-TESTERGEBNISSE

Benchmarks

Sysmark 2002 (Punkte)

267

(Best 306)

3D Mark 2001 SE (Bilder/s)

479,2

(Best 479,2)

Akkulaufzeit (Stunden)

2:02

(Best 5:11)

Dsiplay

Max. Helligkeit (cd/m2)

153

(Best 439)

Max. Kontrast

259:1

(Best 639:1)

Betriebsgeräusch (dB(A))

Ruhe/Last

29,0/30,0

(Best: 17,5/18,6)

Gewicht (Kilogramm)

Notebook

3,97

(Best 0,82)

Netzteil

0,838

WEITERE INFORMATIONEN

Anbieter

Dell

Weblink

www.dell.de

Qualitätsnote

2,9

Preis-Leistungs-Note

2,6

Preis

rund 3000 Euro

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