25.06.2007, 08:30

Thomas Hümmler

Debian/GNU Linux 4 Etch

Debian Etch ist eine sichere und stabile Linux-Distribution. Version 4 kommt mit über 18.000 Programmpaketen und unterstützt elf Prozessor-Architekturen.

Seit Anfang April gibt es Version 4 von Debian/Gnu Linux, auch Debian Etch genannt. Diese Linux-Distribution gilt als sehr sicher und stabil und wird daher gern in kritischen Server-Umgebungen eingesetzt.

Mit Version 4 gibt es erstmals auch eine offizielle stabile 64-Bit-Version für AMD- und Intel-Prozessoren. Insgesamt werden elf Prozessor-Architekturen unterstützt, darunter Power-PCs und Sparc-Computer, Mips- und Risc-Rechner. Damit ist Debian die umfangreichste Distribution. Die aktuelle Version kommt zudem mit über 18.000 Programmpaketen, die gerade mal auf drei DVDs beziehungsweise 21 CDs passen.
Debian selber dagegen ist äußerst genügsam: Schon 32 MB RAM und 256 MB Festplattenspeicher reichen für ein Basissystem aus. Zur Installation eines vollständigen Arbeitsplatzes muss man nicht einmal alle DVDs haben. Es genügt das erste CD-Image, das die am häufigsten genutzten Pakete enthält. So kann die Büro-Software Open Office ebenso installiert werden wie die Desktop-Umgebung Gnome. Ein Internet-Browser ist dabei, ebenso ein Mail-Programm und die Bildbearbeitung Gimp. Hier bietet Debian klare Vorteile gegenüber anderen Distributionen: Das von Novell gesponserte Open Suse Linux 10.2 etwa benötigt mindestens drei CDs, bis ein Arbeitsplatzrechner eingerichtet ist.
Das Installations-Tool von Debian arbeitet text- oder grafikorientiert, es kann im Standard- oder Expertenmodus benutzt werden. Für ein grafisches Setup muss man „installgui“ oder „expertgui“ am Boot-Prompt eingeben. Eine Standardinstallation dauert je nach Rechnerkonfiguration nur wenige Minuten, inklusive Um- oder Neupartitionieren der Festplatte. Das geschieht in der aktuellen Version am schnellsten mit Hilfe der sogenannten „geführten Partitionierungen“. Hier muss man lediglich die richtige Festplatte wählen und kann schon nach wenigen Klicks mit der Installation weitermachen.
Bereits nach wenigen Eingaben wie Root-Passwort und Benutzername wird das Grundsystem mit Kernel, Bibliotheken und wichtigen Programmen installiert. Einiges wie die Zeitzone und die Uhr stellt das Setup ohne Eingriff des Nutzers automatisch ein. In der anschließenden Software-Auswahl sind bereits die „Desktop-Umgebung“ und das „Standard-System“ eingestellt. In dieser Kombination wird ein System mit fast 700 Programmpaketen inklusive Gnome und Open Office aufgesetzt. Des weiteren kann der Administrator einen PC aber auch gleich für Spezialaufgaben wie Web-, Druck-, Datei- oder Mail-Server einrichten lassen.
Der Boot-Loader Grub, der anschließend im Master Boot Record der Festplatte installiert wird, erkennt bereits Windows Vista und baut dieses ebenso wie andere gefundene Betriebssysteme ins Startmenü ein. Wenn der Rechner dann neu gestartet und Debian hochgefahren wird, meldet sich direkt der Gnome Display Manager, in dem der Benutzer seinen Namen und sein Passwort zur Anmeldung am System eingibt. Anschließend hat man Zugriff auf alle wichtigen Programme aus der Open-Source-Szene und kann mit diesen genauso wie in anderen Linux-Distributionen arbeiten.
Fazit: Debian Etch hat in der Installation viele Pluspunkte gesammelt. Die riesige Zahl von mehr als 18.000 Programmpaketen macht es zu einer Linux-Distribution erster Wahl, die zudem sehr aktuell ist.
Alternative: Auf Debian basieren die Distributionen Ubuntu (www.ubuntu.org) und Kubuntu (www.kubuntu.org), die häufiger aktualisiert werden.
BEWERTUNG

Leistung (50%): Note 1,5
Bedienung (35%): Note 2,0
Dokumentation (5%): Note 1,5
Installation/De-Installation (5%): Note 1,5
Systemanforderungen (5%): Note 2,0
GESAMTNOTE: 1,7
Anbieter: Debian
Weblink: www.debian.org
Preis: 0 Euro
Betriebssysteme: Linux
Plattenplatz: ab 250 MB
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