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Eine ernsthafte Alternative fürs Backup

23.04.2008 | 11:19 Uhr |

Mit seinem "Data Protection Manager 2007" (DPM) will Microsoft die Platzhirsche und Spezialisten im Backup-Markt verdrängen. Wie gut ist das Produkt wirklich? Unsere Schwesterpublikation COMPUTERWOCHE hat sich die Lösung genauer angesehen.

Auf jeden Fall ernster zu nehmen als sein Vorgänger ist Microsofts Data Protection Manager 2007, so viel lässt sich mit Sicherheit behaupten. Allein die Tatsache, dass mit dem neuen Produkt auch Anwendungen wie Exchange, Sharepoint oder SQL Server sichern lassen, machen das Produkt zu einer überlegenswerten Alternative.

Der DMP 2007 kommt denn auch mit einer Menge Neuerungen im Vergleich zu seinem Vorgänger. Zu den wichtigsten gehört der neue Backup-Client. Während der alte Agent noch das NTFS-Journal verfolgte, um Veränderungen an den Dateien zu registrieren, greift der neue direkt auf die Bitmap zu. Damit arbeitet er nicht mehr auf Ebene des File-Systems sondern im Kernel-Modus. Dadurch ist eine Block-Level-Sicherung gewährleistet.

Über die intuitiv zu bedienende Oberfläche des DPM richtet der Administrator die gewünschten Gruppen ein und legt fest, welche Laufwerke, Verzeichnisse und Daten gesichert werden.
Vergrößern Über die intuitiv zu bedienende Oberfläche des DPM richtet der Administrator die gewünschten Gruppen ein und legt fest, welche Laufwerke, Verzeichnisse und Daten gesichert werden.
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Bei Backup-to-Disk repliziert der DPM die zu sichernden Daten auf den vom DPM verwalteten Festplattenspeicher. Sobald die initiale Synchronisierung der Daten abgeschlossen ist, überträgt der DPM bei den weiteren Sicherungen nur noch die veränderten Datenblöcke. Sind zum Beispiel in einer Outlook-PST-Datei seit der letzten Sicherung zwei neue E-Mails hinzugekommen, werden nur die Datenblöcke dieser beiden Mails an das Backup-System übertragen. Diese Delta-Block-Technik kommt auch bei der direkten Sicherung auf Bandlaufwerke zum Einsatz. Die auf Tape gespeicherten Daten lassen sich zudem verschlüsseln. Die DPM-Kompatibilitätsliste für Bandbibliotheken umfasst bereits 75 Modelle.

So wurde getestet

Wir installierten Microsofts DPM 2007 auf einem Windows 2003 R2 SP2 Server und setzten als SAN-Speicher einen Storage-Server ein, der seine internen Speicherkapazitäten über Datacores iSCSI-Target-Software "Sanmelody" über das Netz bereitstellte. Für den Test wurde ein 200 Gigabyte großes iSCSI-Volume des Datacore-Sanmelody-Systems auf den DPM-Server gemappt. Die DPM-Agenten installierten wir auf einem Windows-2003-File-Server, Exchange 2003, SQL 2005 sowie jeweils einem Vista- und XP-Client. Für jede Server-Kategorie wurde eine eigene Protection Group mit unterschiedlichen Settings eingerichtet.

Die Anzahl der Schattenkopien hat Microsoft von 64 auf 512 erhöht, so dass nun alle 15 Minuten ein Snapshot erstellt werden kann. Ferner ist eine Express-Backup-Funktion vorhanden, die einmal täglich das Delta zum Vortag sichert.

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