Das taugen Antispyware-Tools wirklich

7 Spyware-Jäger

Dienstag den 14.10.2008 um 09:00 Uhr

von Arne Arnold

Spyware im Test
Vergrößern Spyware im Test
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Antispyware-Tools versprechen Schutz vor gefährlichen Spionen und nervigen Werbemodulen. In unserem Test konnten nur zwei überzeugen.
Immer dreistere Betrugsfälle beweisen es:
Guter Schutz vor Spy- und Adware ist unerlässlich. Auf einem PC, der mit Adware verseucht ist, springen ständig Werbefenster in den Vordergrund und blinken Sie aufdringlich an. Spyware hingegen arbeitet stiller, denn sie will heimlich an Ihre Daten kommen, zum Beispiel an die Log-in-Daten von Bankkonten. Häufig tritt auch Schad-Code auf, der Passwörter für alle möglichen Zugänge stehlen will, etwa für Online-Spiele, Paypal-Konten oder Ebay-Log-ins.

Das Testfeld: Abhilfe sollen spezielle Antispyware-Tools schaffen. Wir haben fünf aktuelle Programme einem ausführlichen Test unterzogen. Im Vergleich dazu müssen zwei gängige Antiviren-Programme zeigen, was sie drauf haben.

Schleichwege: So landet Spyware auf Ihrem PC
Ad- und Spyware gelangt meist zusammen mit kostenlosen Tools auf Ihren Rechner. Manchmal werden Sie konkret über die zusätzliche Werbekomponente informiert. Oft wird sie aber gar nicht oder nur sehr versteckt erwähnt. Häufig versuchen die Schädlinge auch, sich über Web-Seiten in Ihr System einzuschleichen. Dafür nutzen sie etwa Sicherheitslücken im Browser, um sich auch ohne Ihre Zustimmung installieren zu können. Vor Ad- und Spyware müssen sich somit vor allem Anwender schützen, die öfter mal Tools installieren oder viel im Internet surfen.

Schutz-Software im Test: Gewinner und Verlierer
In unserem Test zeigten sich gravierende Unterschiede in der Kategorie Sicherheit. Dagegen fielen die Bewertungen von Bedienung, Support und Systemanforderungen recht ähnlich aus. Bei „Funktionen“ gab es mit Ad-Aware Free nur einen Ausreißer, der deutlich weniger bot als die anderen Tools. Entscheidend ist somit die Leistung bei der Sicherheit.

1. Platz:
Norton Antivirus 2008 überzeugte mit einer sehr guten Sicherheitsleistung. Beim Aufspüren von aktiver Ad- und Spyware war nur Kaspersky Anti-Virus ebenso gut. Installationsdateien von gefährlicher Spyware (Bankdaten-Dieben) fand Norton zu 99 Prozent. Etwas schwächer war das Ergebnis bei der Adware: nur 87 Prozent. Das ist deutlich weniger als bei Kaspersky, das hier exzellente 99 Prozent aufdeckte. Da wir aber das erfolgreiche Suchen und Beseitigen von Spyware höher bewerten als das von Adware, erringt Norton knapp vor Kaspersky den 1. Platz.

2. Platz:
Kaspersky Antivirus 2009 liegt nur hauchdünn hinter Norton auf dem 2. Platz. Der Unterschied ist minimal. Beide Tools sind in den getesteten Punkten top. Kaspersky ist in der Bedienung komplizierter als Norton, zumindest wenn es in die Tiefen der Konfigurationsmenüs geht.

3. Platz:
Spyware Doctor 5.5.1 ist ein kostenpflichtiges reines Antispyware-Tool, das verglichen mit den anderen Antispyware-Programmen noch am besten abschneidet. Der Abstand zu den beiden Virenjägern von Platz 1 und 2 ist aber groß. Spyware Doctor schafft zwar den Sprung aufs Siegertreppchen, doch empfehlen können wir das Programm bei einem Preis von 30 Euro pro Jahr nicht. Das Geld ist für eine komplette Antiviren-Software besser angelegt.
Die Testversion des Spyware Doctor 6.0.0.383 finden Sie bei der PC-Welt zum kostenlosen Download.

4. Platz:
Windows Defender von Microsoft zeigte ein ganz besonderes Ergebnis. Das Tool lieferte bei der Suche nach Adware das zweitbeste Ergebnis (nach Kaspersky). Doch versagte es bei der Spyware fast völlig. Microsoft unterscheidet also genau, was Adware und was Spyware ist und kümmert sich mit dem Defender nur um Ersteres. Damit ist er ein ideales Tool als Ergänzung zum beliebten Antivir Personal Free (siehe unten).

5. bis 7. Platz:
Die Tools Ad-Aware Free , Spy Sweeper und Spybot S&D lieferten eine enttäuschende Vorstellung. Sie sind allenfalls als Zweit-Tool nutzbar, wenn Sie beispielsweise nach einem Spyware-Befall eine zweite Meinung einholen möchten.

Spezialfall: Antivir Personal Free braucht ein Tool gegen Adware
Aus vergangenen Tests ist bekannt, dass die Antiviren-Software Antivir Personal Free bei der Erkennung von Adware nicht viel leistet. Der Grund: Nur die kostenpflichtige Variante von Antivir findet diese Malware. Sie können dieses Manko der Gratis-Version aber gut mit dem kostenlosen Tool Windows Defender von Microsoft ausgleichen. Der Defender (Platz 4) schnitt zwar im Vergleich mit den anderen Tools nicht so berauschend ab, da er fast die komplette Spyware-Sammlung ignorierte, doch war er bei der reinen Adware sehr stark. Dass die beiden Programme zusammen gute Arbeit leisten, hat auch der Test „Das Duell der Virenkiller“ in der PC-WELT 9/2008 gezeigt.

Fazit: Extra Antispyware-Tools sind fast immer überflüssig
Die Testergebnisse zeigen eindeutig, dass die beiden Antiviren-Programme zuverlässiger vor Ad- und Spyware schützen als alle anderen Tools im Test. Ein zusätzliches Antispyware-Programm, gar ein kostenpflichtiges, ist damit überflüssig. Die 30 Euro pro Jahr, die man für ein reines Antispyware-Tool wie das auf Platz 3 hinblättern muss, investiert man besser in ein komplettes Antiviren-Programm – etwa eines der beiden Utilities der Plätze 1 und 2: Norton Antivirus oder Kaspersky Anti-Virus.

Dienstag den 14.10.2008 um 09:00 Uhr

von Arne Arnold

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