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Toshiba Portégé R500

20.03.2008 | 10:00 Uhr |

Was bringt eigentlich ein flaches Notebook? Sollte ein mobiler Rechner nicht besser klein, stromsparend und leicht sein – am besten gleich das leichteste Notebook der Welt wie das Toshiba Portégé R500.

Das Portégé R500 platziert sich vor anderen Subnotebooks mit ULV-Prozessor. Nur das Acer Travelmate 6492 mit einem Standard-Core-2-Duo ist deutlich rechenstärker.
Vergrößern Das Portégé R500 platziert sich vor anderen Subnotebooks mit ULV-Prozessor. Nur das Acer Travelmate 6492 mit einem Standard-Core-2-Duo ist deutlich rechenstärker.
© 2014

Mobilität: Tatsächlich nur 820 Gramm zeigte unsere Waage an, als das Toshiba Portégé R500 darauf lag. Damit ist es nicht nur leichter als der Asus eee PC, sondern auch als alle Konkurrenten aus dem Subnotebook-Lager. Um das geringe Gewicht zu erreichen, hat Toshiba dem Portégé R500 eine ganze Menge gewichts- und stromsparender Technik spendiert: Angefangen beim Doppelkern-Prozessor Core 2 Duo U7700 in der Ultra-Low-Voltage-Ausführung (maximale Leistungsaufnahme 10 Watt) über eine Solid-State-Disk von Samsung bis hin zum LED-Backlight im Display. Im Akkubetrieb erreicht das Portégé R500 knapp 2,5 Stunden Laufzeit – das ist nicht berühmt für ein ultra-portables Gerät. Allerdings ist der Akku auch sehr klein (26 Wh), sodass es trotz der geringen Leistungsaufnahme von 10,6 Watt nicht zu einer längeren Laufzeit reicht. Der Griff zum doppelt so großen Zweitakku (rund 150 Euro) ist also für Unterwegs-Arbeiter Pflicht. Allerdings darf man auch nicht übersehen, dass der stromsparende Core 2 Duo U7700 im Akkubetrieb immerhin die Rechenleistung eines Core Duo T2250 im Asus F7F oder der gebremsten Turion-Prozessoren im Fujtsu-Siemens Amilo Pa 2510 oder im HP Compaq 6715b erreicht.

Geschwindigkeit: Im Leistungstest Sysmark 2007 kam das Portégé R500 mit 66 Punkten auf das Leistungsniveau von Notebooks mit Einsteiger-Doppelkernern – ein Tempo-Handicap gegenüber großen Mobilrechnern hat man also bei aktuellen Subnotebooks nicht mehr unbedingt. Das liegt im Falle des Toshiba-Minis aber in erster Linie an der extrem schnellen Solid State Disk, die vor allem Office-Anwendungen messbar und das gesamte Arbeiten unter Vista spürbar beschleunigt.

Ausstattung: Die kleine Festplatte wirft das Portégé R500 in dieser Kategorie ebenso zurück wie das fehlende optische Laufwerk – hier muss man für das geringe Gewicht deutliche Kompromisse eingehen. Viel wichtiger für ein Subnotebook ist aber ein umfassendes Netzwerk-Equipment – hier gibt sich das Portégé R500 keine Blöße: Zwar fehlt ihm ein Modem, aber dafür bietet es Gigabit-LAN, 11n-WLAN, Bluetooth und ein UMTS/HSDPA-Modem. Trotz seiner kleinen Maße besitzt es drei USB-Ports – an einem davon lässt sich ein USB-Gerät auch bei ausgeschaltetem Notebook aufladen. Außerdem finden sich ein Firewire-Port, ein PC-Card-Steckplatz, ein Fingerprint-Scanner und der Anschluss für eine optionale Docking-Station (rund 250 Euro), die unter anderem vier USB-Ports sowie einen DVI-Ausgang bietet.

Ergonomie: Ein weiteres technisches Highlight des Portégé R500 ist sein transflektives Display – diese Technik kommt normalerweise bei kleinen Mobilgeräten wie PDAs zum Einsatz. Steht genügend Umgebungslicht zur Verfügung – sei es im gut beleuchteten Konferenzraum oder draußen im Sonnenlicht – kann man beim Portégé R500 die Hintergrundbeleuchtung des Display abschalten: Das Display nutzt das Umgebungslicht als Lichtquelle für die Bildschirmanzeige. So lässt sich theoretisch unter allen Lichtbedingungen mit dem Portégé R500 arbeiten – und auch noch Strom sparen. In der Praxis bedarf es aber eines wolkenlosen Himmels beziehungsweise einer starken Lampe, wenn man ohne Hintergrundbeleuchtung ergonomisch arbeiten will. In den meisten Fällen muss man das Backlight doch einschalten: Dann zeigte das Portégé R500 eine mittelmäßige Leuchtdichte, die aber angenehm gleichmäßig verteilt war. Der extrem geringe Blickwinkel des kleinen Toshiba-Laptops kann vorteilhaft sein, denn dadurch bleibt beispielsweise dem neugierigen Sitznachbar im Flieger ein Blick auf die Geschäftsgeheimnisse verwehrt. Allerdings findet auch der Anwender selbst keine ideale Arbeitsposition – in vertikaler Richtung zeigte das Display in jeder Position Abschattungen am unteren oder oberen Rand. Der Lüfter bläst häufig, ist aber nur in ruhiger Umgebung hörbar.

Handhabung: Für die Tastatur nutzt Toshiba die gesamte Gehäusebreite des Portégé R500. Fast alle Tasten besitzen daher Standardgröße, nur wenige sind mit 16 Millimeter etwas schmaler. Beim Tippen gibt die Tastatur leicht nach, der Tastenanschlag ist jedoch angenehm fest. Das Touchpad-Feld liegt nicht zentral vor der Leertaste: Zehn-Finger-Schreiber können daher versehentlich mit der rechten Hand den Cursor verschieben.

Verarbeitung: Aufgrund des dünnen Displaydeckels wirkt das Portégé R500 sehr filigran. Durch die hochwertigen Gehäusematerialien ist es aber ausreichend robust für den alltäglichen Einsatz. Nur kleinere Unregelmäßigkeiten fallen auf: Zum Beispiel sitzt der Displayrahmen nicht überall passgenau – im unteren Bereich gibt es eine kleine Lücke zwischen Rahmen und Panel.

Fazit: Wo es unterwegs auf jedes Gramm ankommt, glänzt das Toshiba Portégé R500. Bei diesem Subnotebook ist von der Hardware bis zum transflektiven Display alles auf den Einsatz unterwegs optimiert – wobei sich das Display zwar tatsächlich überall ablesen lässt, aber mit einem extrem kleinen Blickwinkel nervt. Für die hochwertige Technik im Portégé R500 zahlt man allerdings einen überzogenen Premium-Preis.

Alternativen: Rund 200 Gramm schwerer ist das Asus U1F , dafür aber auch etwa 1000 Euro günstiger. Das etwa 1,2 Kilogramm leichte SonyVGN-TZ11MN verfügt sogar über einen integrierten DVD-Brenner.

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