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Das Keyboard 4C im Test

25.08.2015 | 13:24 Uhr |

Klein, aber fein? Das Keyboard hat sich von Cherry-Switches verabschiedet. Wir testen die mechanische 88-Tasten-Tastatur mit USB-Hub und NKRO.

Mit „Das Keyboard 4C“ hat das texanische Unternehmen Metadot eine besonders kompakte mechanische Tastatur ohne Num-Pad mit deutschem Namen und chinesischen Schaltern (dazu mehr weiter unten) im Angebot. Edel: Die Oberseite des Gehäuses besteht aus Aluminium – die Tasten und die Unterseite und Seitenteile sind aber aus Plastik. Das Keyboard 4C verfügt an der linken Seite über zwei USB-2.0-Anschlüsse, über die Sie etwa Ihr Smartphone laden oder einen USB-Stick anschließen können. Im Lieferumfang ist ein Lineal mit zwei Magneten enthalten. In erster Linie ist es dafür gedacht, an der Unterseite angebracht zu werden, um die Tastatur hinten leicht zu erhöhen und den Tipp-Komfort so zu verbessern. Das klappt auch sehr gut. Wer mag, kann es natürlich auch zum Zeichnen verwenden.

Obwohl die kleine Mechanische nur 88 Tasten hat, muss der Nutzer nicht auf Funktions-Tasten zur Medien-Wiedergabe (Start, Pause, Laut, Leise, Spulen) verzichten. Wie bei vielen Laptops haben einige der F-Tasten eine zweite Funktion, wenn man gleichzeitig die Taste „fn“ rechts von „alt gr“ drückt. Drücken Sie „fn“ und „ESC“ gleichzeitig, wechselt Windows etwa in den Standby.

Spiele-Tauglichkeit im Check

Für Spieler interessant: „fn“ und „F12“ deaktivieren die Windows-Taste des Keyboards. So kann es im Eifer des Gefechts nicht mehr vorkommen, dass man versehentlich die Windows-Taste drückt und aus dem Spiel auf den Desktop geworfen wird. Allerdings merkt sich das Tastenbrett leider diese Einstellung nicht. Nach dem nächsten Neustart muss die Windows-Taste erneut deaktiviert werden.

Ferner wirbt Das Keyboard 4C mit einer N-Key-Rollover-Technik (NKRO). Drücken Sie „fn“ und „F11“, blinken dreimal die drei LEDs unter der Druck-Taste auf. Dann ist NKRO aktiv. Wiederholen Sie nun die Tastenkombination, blinken die LEDs nur noch zweimal – das Zeichen dafür, dass NKRO deaktiviert wurde. NKRO bedeutet, dass die Tastatur auch bei sehr schnellem Tippen und dem gleichzeitigen Drücken mehrerer Tasten noch hinterher kommt und keine gedrückte Taste übergeht. Das soll Gamern bei schnellen Spielen helfen – doch in der Praxis dürften nur Profi-Spieler und vielleicht sehr, sehr ambitionierte Gamer wirklich davon profitieren.

Das Keyboard 4C setzt auf Greetech-Switches

Mechanische Tastaturen bringen einige Eigenheiten mit - die zu kennen es sich vor dem Kauf lohnt. Metadot hat seiner Tastatur chinesische Schalter von Greetech (fälschlicherweise oft auch Greentech genannt) eingebaut. In älteren Modellen war man noch der Marke Cherry treu geblieben und hatte Cherry-MX-Switches verbaut. Der Wechsel auf Greetech sei aber nicht aus finanziellen Gründen erfolgt, versicherte im Februar ein Mitarbeiter von Das Keyboard in einer Fragerunde bei tomshardware.co.uk. Oberste Priorität habe immer die Qualität. Greetech verspricht, dass die Schalter 50 Millionen Anschläge überdauern. Das entspricht auch dem Cherry-Versprechen.

Die Greetech-Switches gibt es wahlweise in Blau für einen harten Anschlag und gegen geringen Aufpreis in Braun für einen geräuscharmeren Soft-Anschlag. Die Schalter kommen, ebenso wie die Cherry-Vorbilder, mit Goldkontakten daher.

In der Seitenansicht gut zu sehen: die beiden USB-Ports und das Lineal (rot).
Vergrößern In der Seitenansicht gut zu sehen: die beiden USB-Ports und das Lineal (rot).
© Metadot

Ein wichtiger Aspekt – gerade dann, wenn man sich für eine mechanische Tastatur entscheidet – ist die Haptik. Für Das Keyboard 4C bedarf es mit rund 60 Gramm einer vergleichsweise hohen Kraft zum Aktivieren der einzelnen Taste. Die Tasten lassen sich circa vier Millimeter herunterdrücken. Die Variante mit den braunen Schaltern erreicht den spürbaren Widerstand vor dem Auslösen früher als die blaue Version. Sie ist zudem leiser. Die 4C mit den blauen Switches löst dafür früher aus und lässt die Tasten schneller zurückschnellen. Mit den blauen Schaltern tippt es sich lauter und schneller. Ob braun oder blau ist im Wesentlichen eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Bei Getdigital kostet Das Keyboard 4C 139 Euro – auch als Ultimate-Fassung ohne Tasten-Beschriftung. Apropos Beschriftung: Diese wurde aufgedruckt und mittels UV-hard-coat-Verfahren mit einem speziellen Schutzverfahren überzogen, das beständiger als die Laser-Gravur sein soll. Wer braune Switches mag, zahlt 143 Euro.

Das Keyboard 4C hat eine Aluminimum-Oberseite.
Vergrößern Das Keyboard 4C hat eine Aluminimum-Oberseite.
© Metadot

Fazit: Das Lineal ist nur ein Gimmick und die als Gaming-Features angepriesenen Funktiönchen machen aus dem Tastenbrett noch lange keine Gamer-Tastatur. Ein Schnäppchen ist Das Keyboard 4C auch nicht gerade. Aber die hochwertige Verarbeitung und die angenehme Haptik sprechen für die Tastatur. Wer keine programmierbaren Tasten oder eine Beleuchtung braucht und auf ein Num-Pad verzichten kann, aber gleichzeitig Wert auf Tippgefühl und -klang legt, ist mit der 4C gut beraten. Gerade für kleinere Schreibtische eignet sich der mechanische Allrounder ganz hervorragend. Gegen Aufpreis gibt es die Tastatur übrigens auch mit USB-3.0-Hub und Num-Pad: Das Keyboard 4 kostet rund 170 Euro. Wer noch ein bisschen mehr ausgeben mag, erhält mit der Steelseries Apex M800 eine empfehlenswerte Gaming-Tastatur mit individualisierbarer Beleuchtung.

Ratgeber: So finden Sie die optimale Tastatur

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