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DJI Phantom 4 - die Drohne im Praxis-Test

03.06.2016 | 15:21 Uhr |

Ausgestattet mit einem Anti-Kollisionsschutz, guter 4K-Kamera und einem "Selfie"-Modus überzeugt der Quadrocopter DJI Phantom 4 auch mit einfacher Bedienung. Wir haben die Drohne einem Praxistest unterzogen.

Statt mattem Look mit Rallyestreifen verpasst DJI dem Phantom 4 ein komplett weißes Hochglanz-Gehäuse. Die vierte Generation sieht sportlicher und moderner aus, insgesamt deutlich hochwertiger. So verschwindet auch die Dämpfereinheit der Kamerastabilisierung im Gehäuse und hängt nicht offen unter der Drohne.

DJI Phantom 4: Sensoren, Kamera uvm.

Der Phantom 4 ist mit vielen Sensoren ausgestattet, so sitzen alleine auf der Unterseite Dual-Ultraschallsensoren sowie zwei Kameras zur besseren Positionsbestimmung.
Vergrößern Der Phantom 4 ist mit vielen Sensoren ausgestattet, so sitzen alleine auf der Unterseite Dual-Ultraschallsensoren sowie zwei Kameras zur besseren Positionsbestimmung.
© DJI

Anti-Kollisionsschutz: Der Phantom 4 ist vollgestopft mit aktueller Technik, Sensoren und Kameras. Neben 2 Ultraschallsensoren sind 4 Kameras auf der Vorder- und Unterseite des Quadrocopters verbaut. Sie liefern der Drohne ein dreidimensionales Bild der Umgebung und dienen dazu, Hindernisse zu erkennen. Das funktioniert in der Praxis sogar richtig gut. In der App sehen Sie Entfernungsbalken zu Objekten, kommt die Drohne einem Hindernis zu nahe, bremst sie automatisch ab. Das klappt aber nur, wenn Sie frontal auf ein Objekt zusteuern - fliegen Sie seitlich oder rückwärts, können Sie noch immer kollidieren. Außerdem müssen Umgebungshelligkeit und Kontraste stimmen. Ist es zu dunkel oder plötzlich durch Gegenlicht zu hell, funktioniert der Kollisionsschutz nicht mehr 100-prozentig. Auch bei nur schwer erkennbaren Objekten wie kleinen Ästen oder Oberspannungsleitungen kann es Probleme geben. Die Hinderniserkennung klappt sowohl bei manuellen wie auch bei autonomen Flugmanövern. Sie holen die Drohne via "Return to Home" deutlich sicherer nach Hause als zuvor, denn Sie weicht automatisch Hindernissen auf dem Weg zu Ihnen zurück aus.

Luftraum G - Wo Sie mit Ihrer Drohne fliegen dürfen

Akku: Der Akku ist mit 5350 mAh knapp 22 Prozent stärker als der im Vorgänger, aber nicht kompatibel zu anderen Modellen. Dadurch soll eine Verlängerung der Flugzeit von 5 Minuten auf insgesamt 28 Minuten möglich sein. Je nachdem, wie der Pilot die Drohne steuert, sind tatsächlich Flugzeiten von 20 bis 25 Minuten realistisch. Es können aber auch mal nur 12 Minuten sein, wenn viele Flugmanöver durchgeführt werden - ein zweiter Akku ist zu empfehlen.

Die 4K-Kamera des Phantom 4 macht starke Foto- und Videoaufnahmen. In der DJI Go können Sie außerdem noch manuell Einstellungen vornehmen.
Vergrößern Die 4K-Kamera des Phantom 4 macht starke Foto- und Videoaufnahmen. In der DJI Go können Sie außerdem noch manuell Einstellungen vornehmen.
© DJI

Kamera: Das 3-Achsen-Gimbal balanciert die Kamera extrem gut aus, das Bild bleibt selbst bei hohen Geschwindigkeiten und abrupten Richtungswechseln stabil. Auch Windböen verwackeln das Bild nicht. Der 1/2,3-Zoll-Sensor löst mit 12 Megapixeln auf, die Qualität der Fotos ist gut - übrigens sind Fotos im RAW-Format möglich. In der DJI-Go-App können Sie manuelle Einstellungen wie der ISO-Werte und Belichtungszeit vornehmen. Videoaufnahmen sind mit maximal 4096 x 2160 (4K) bei 25 Bildern pro Sekunde möglich, bei 3840 x 2160 Pixeln(4K) sind es 30fps. Schade ist, dass während einer Videoaufnahme keine Fotos möglich sind. dafür ist auch die Videoqualität sehr ansehnlich, nur bei Dunkelheit stört das Bildrauschen.

Etwa 2,5 Minuten 4K-Aufnahmen nehmen rund 1 GB auf der Speicherkarte ein - Sie können im Grunde den gesamten Flug filmen, da eher der Akku schlapp macht als dass die Speicherkarte voll wird.

Optional erhältliche Zusatz-Akkus sind mit fast 170 Euro sehr teuer.
Vergrößern Optional erhältliche Zusatz-Akkus sind mit fast 170 Euro sehr teuer.
© DJI

Fernsteuerung mit iPad-Halterung

Die Fernbedienung des Phantom 4 ähnelt weitestgehend der seiner Vorgänger und ist hochwertig verarbeitet. Über die Analogsticks steuern Sie den Quadrocopter. Daneben gibt es weitere Tasten und Rädchen, um Videoaufnahmen zu starten und zu stoppen, den Neigungswinkel der Kamera zu ändern und Belichtungszeit einzustellen. Via Pause-Taste können Sie autonome Flüge unterbrechen.

Die meisten Optionen lassen sich aber nur auf einem angeschlossenen Smartphone oder Tablet einstellen. Dazu laden Sie die App "DJI Go" aus dem jeweiligen App-Store für Ihr iOS- bzw. Android-Gerät herunter. Ihr Smartphone oder Tablet findet in der Halterung der Fernsteuerung Platz und sitzt dort richtig fest und stabil. Per USB-Kabel werden beide Geräte miteinander verbunden, die App startet automatisch. Sie sehen in Echtzeit, was die Kamera sieht.

DJI Go: In der App können sämtliche Kamera-Einstellungen vornehmen, verschiedene Flugmodi auswählen und maximale Flughöhen und Geschwindigkeiten einstellen. Auch können Sie eine Kartenansicht einblenden, auf der die Position der Drohne per GPS angezeigt wird. Zudem zeigt die App an, wie viele Satelliten derzeit zur Positionsbestimmung zur Verfügung stehen. Die Bedienung ist sehr simpel und weitestgehend selbsterklärend.

Drohnen steuern - was Sie zur Rechtslage wissen müssen

Abheben mit dem DJI Phantom 4

Den Phantom 4 flugbereit machen, ist kinderleicht - denn Sie müssen nur die Propeller anbringen und die Gimbal-Klemme entfernen. Anschließend klemmen Sie Ihr Smartphone/Tablet in die Halterung der Fernbedienung und verbinden diese mit dem USB-Kabel und los geht´s! Gut, im Idealfall laden Sie die Akkus vorher vollständig auf, damit das Vergnügen nicht nur von kurzer Dauer ist.

Drücken Sie die jeweiligen Power-Buttons einmal kurz, dann länger, um die Geräte zu starten. Stellen Sie beide Analogsticks nach unten in die jeweils äußere oder innere Ecke, starten die Rotoren. Schieben Sie den linken Stick nach oben, hebt die Drohne ab. Oder Sie lassen den Phantom 4 automatisch in die Höhe steigen über die Startfunktion in der App. Standardmäßig ist eine maximale Flughöhe von 120 Metern möglich, maximal fliegt die Drohne bis zu 500 Meter hoch. Die Flughöhe können Sie genau wie die maximal Reichweite von 5km in den Optionen anpassen. Selbst bei der maximalen Entfernung soll dank in der Fernsteuerung integriertes Lightbridge noch eine gute Signalstärke sowie Videoverbindung bestehen - das konnten wir in unserem Test aber leider nicht überprüfen.

Der Multicopter liegt besonders stabil in der Luft, auch Windstöße haben ihm fast nichts an - nicht zuletzt dank des Gewichts von 1380 Gramm (100 Gramm schwerer als der Vorgänger). Die Steuerung ist recht simpel: Mit dem linken Analogstick bewegen Sie die Drohne auf und ab und drehen sie um die eigene Achse. In die jeweilige Himmelsrichtung navigieren Sie via rechtem Analogstick - Sie können die die Navigaion in den Einstellungen auch konfigurieren. Selbst Anfänger dürften mit der Steuerung schnell vertraut werden und sehr coole Videoaufnahme zustande bringen. Üben Sie aber am besten auf einem freien Feld, auf dem die Kollisionsgefahr nicht sehr hoch ist.

Flugmodi: Dank der neuen Sensoren sind auch neue und bessere Flugmodi möglich. "Active Track" ermöglicht dem Piloten, ein Objekt im Live View zu markieren, dessen Bewegungen die Drohne folgen soll. Sie fliegt dem Objekt nicht nur hinterher, sie richtet auch die Kamera stets auf ihn. Mit "TapFly" markieren Sie einen beliebigen Punkt in der Kamera-Ansicht, zu dem der Phantom 4 fliegen soll - Sie müssen nicht extra die Kartenansicht öffnen, was alternativ aber auch ginge. Sie können noch weitere spannende Flugmodi im "Smart-Modus" auswählen, die allesamt dank der intelligenten Sensorik erstaunlich gut funktionieren.

Lieferumfang: Transportbox inklusive

Im Lieferumfang sind neben der Drohne und der Fernsteuerung auch noch Ersatzpropeller enthalten. Außerdem gibt es einen Transportkoffer dazu - praktisch für Reisen.
Vergrößern Im Lieferumfang sind neben der Drohne und der Fernsteuerung auch noch Ersatzpropeller enthalten. Außerdem gibt es einen Transportkoffer dazu - praktisch für Reisen.
© DJI

Der Phantom 4 wird wie seine Vorgänger zuvor in einem weißen Karton ausgeliefert. Erstmals befindet sich darin jedoch ein robuster Schaumstoffkoffer, der gleichzeitig als Transportkoffer fungiert - praktisch! Dieser Koffer ist mit einem Transportgriff sowie einem Metall-Drehverschluss ausgestattet. Er bietet Platz für den Quadrocopter, Fernbedienung, Propeller, Ladegerät und zwei weitere Akkus.

Drohnen: 50 Tipps für einen guten Flug

Zum Lieferumfang gehören der Phantom 4 selbst inklusive Akku, Propeller und Ersatzpropeller, Fernsteuerung, Netzteil, USB-OTG-Kabel, Micro-USB-Kabel sowie eine Micro-SD-Karte mit 16-GB-Speicherplatz. Auch ist eine Bedienungsanleitung dabei. Übrigens: Ein Verbindungskabel zu Apple-Produkten wie ein Lightning-Kabel fehlt dem Lieferumfang.

Zur Info: Optionale Akkus für den Phantom 4 kosten im eigenen Shop 169 Euro , bei Amazon fahren Sie mit 167 Euro etwas günstiger. Einzelne Propeller bekommen Sie für 9 Euro. Und sollte Ihnen der mitgelieferte Transportkoffer nicht ausreichen, finden sich im DJI-Shop noch Rucksäcke für 229 und 379 Euro für einen angenehmen Transport.

Fazit zum DJI Phantom 4

Optisch und technisch macht der neuen Phantom 4 einen Sprung nach vorne gegenüber dem Vorgänger. Das Design wirkt cleaner als zuvor und ist sportlicher und moderner, auch wenn der Phantom knapp 100 Gramm zugenommen hat. Positiv zu erwähnen sind die Signalreichweite und Videoverbindung über mehrere hundert Meter bzw. bis maximal 5km - wobei wir die maximale Reichweite nicht testen können. Die Bedienung ist leicht und schnell zu verstehen und auch für Anfänger geeignet, die sich langsam über den Anfänger-Modus herantasten können - auch ist hier die Hinderniserkennung von Vorteil. Es gibt coole Flugmodi, die in der Praxis tatsächlich gut funktionieren.

Insgesamt ist der DJI Phantom ein sehr ausgereifter Quadrocopter mit Profi-Ausstattung, den auch Anfänger steuern können. Schade ist, dass die Kamera sich gegenüber dem Vorgänger kaum weiterentwickelt hat. Außerdem sind die Kosten für zusätzliche Akkus, die man bei längerem Einsatz auf jeden Fall benötigt, mit fast 170 Euro sehr teuer.

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