1686685

Creative Sound Blaster ZxR im Test

14.02.2013 | 10:10 Uhr |

Der Sound Blaster ZxR ist das Flaggschiff der Modell-Serie, Creative preist ihn als "die beste Soundkarte der Welt" an. Tatsächlich erhalten Sie noch eine zusätzliche Tochter-Karte, die mit einem eigenen Konverter und weiteren Aus- sowie Eingängen daher kommt. Wir haben den ZxR im Test.

Das Flaggschif der Z-Serie Sound Blaster ZxR verspricht Klang in Studioqualität, eine fast 100%ige Klangreinheit und einen erhöhten Bedienkomfort dank mitgelieferten Steuerungsmodul. Eine zweite Zusatz-Karte ist standardmäßig im Lieferumfang enthalten und bietet weitere Anschlüsse sowie einen eigenen Soundprozessor. Wir klären, ob die Soundkarte den durchaus gehobenen Ansprüchen gerecht wird.

Ausstattung: Zwei CPUs und jede Menge Features

Der Sound Blaster ZxR ist mit einem Quad-Core-Soundchip ausgestattet, dem Sound Core 3D. Der Chip trägt die Modellbezeichnung CA0132 und ist auch im günstigeren Modell Sound Blaster Z verbaut. Den OEM-Chip platziert Creative auch auf Mainboards. Dadurch entlastet die Soundkarte den Hauptprozessor Ihres Computers, da er sich nicht mehr um die Berechnung von Tönen kümmern muss. Neben der Sound-CPU sind auch Digital-Analog-Konverter und Vorverstärker auf der Platine verlötet. Die Anbindung ans System erfolgt über eine PCI-Express-x1-Schnittstelle.

Creative Sound Blaster Z im Test

Die sogenannte Tochter-Karte verfügt ebenfalls über einen eigenen Sound-Core-3D-Prozessor. Und wozu brauchen Sie eine zusätzliche Soundkarte? Sie profitieren von weiteren Anschlüssen und einer sauberen Berechnung von Wiedergaben und Aufnahmen. Sie verbinden die Zusatz-Karte über ein DBpro-Kabel mit der Hauptkarte. Eine weitere PCI-Schnittstelle ist zwar nicht erforderlich, belegt wäre der Steckplatz aber dennoch. Der Soundchip beherrscht unter anderem DTS Connect, Dolby Digital Live, Creative CrystalVoice und SBX Pro Studio - Techniken, um Klänge besonders realistisch respektive räumlich wiederzugeben.

Nach Herstellerangaben beträgt der Rauschabstand ganze 124 Dezibel und entspricht damit einer Klangreinheit von 99,99 Prozent. Jedoch lassen sich bereits ab 100 Dezibel Rauschabstand keine Unterschiede mehr feststellen. Die Abtastraten für 16- bis 24-Bit-Aufnahmen erreichen 96 kHz, bei der Wiedergabe sind es 192 kHz.

Technische Daten

Creative Sound Blaster ZxR

Audiochip

2x Creative Soundcore 3D (CA0132)

Rauschabstand

124 Dezibel

Analog-Digital-Konverter

24 Bit

Abtastrate Aufnahmen

bis 96 Kilohertz

Abtastrate Wiedergabe

bis 192 Kilohertz

Steckplatz

1x PCI-Express-x1, 1x Slot-Steckplatz

Anschlüsse

2x Klinke (6,35 Millimeter), 2x Cinch-Ausgänge, 2x analog Klinke (3,5 Millimeter), 2x Aux-Eingänge (Cinch), 1x optischer Eingang, 1x optischer Ausgang (TOSLINK)

Lieferumfang

Software-CD (SBX Pro Studio), Tochter-Karte, Audio-Steuerungsmodul mit Dual-Mikrofonen, optisches Kabel, 3,5-Millimeter-Klinke-auf-Cinch-Kabel, DBpro-Kabel

Hersteller, Webseite

Creative, http://de.creative.com

Unverbindliche Preisempfehlung

249,99 Euro

Separates Steuerungsmodul und Anschlüsse

Hier stehen Ihnen weitere Audio-Anschlüsse, ein Lautstärkeregler und Dual-Mikrofone zur Verfügung.
Vergrößern Hier stehen Ihnen weitere Audio-Anschlüsse, ein Lautstärkeregler und Dual-Mikrofone zur Verfügung.
© Creative

Das externe Audio-Steuerungsmodul (ACM) ist nicht nur mit Dual-Mikrofonen, sondern auch mit Ein- und Ausgängen für Mikrofone und Kopfhörern ausgestattet. Über einen Regler stellen Sie die Systemlautstärke stufenlos ein. Die Mikrofone beinhalten die Beam-Forming-Technik: Störende Nebengeräusche blendet das Mikrofon mit speziellen Filtern aus, indem sie nur einen bestimmten Bereich abdecken. Das Modul verbindet sich mit dicken geflochtenen Kabeln mit der Soundkarte. Schön ist, dass das Modul jeweils Buchsen für 3,5-Millimeter- und 6,35-Millimeter-Klinkenanschlüsse bereit hält (links beziehungsweise rechts auf dem Bild zu sehen).

© Creative

An der Soundkarte stehen folgende Anschlüsse bereit: je ein Mikrofon- und Kopfhöreranschluss (6,35 Millimeter Klinke), zwei Cinch-Ausgänge, ein Rear-Ausgang (3,5 Millimeter Klinke) und eine Center-/Subwoofer-Buchse (3,5 Millimeter Klinke).

© Creative

Die Tochter-Karte wartet mit zwei Aux-Eingängen (Cinch), sowie einem optischen Ausgang und einem Eingang (TOSLINK). Die Karten unterstützen demnach Lautsprecher bis hin zur 5.1-Konfiguration und Kopfhörer mir bis zu 600 Ohm. Ideal also fürs (Heim-) Studio.

SBX Studio Pro und Lieferumfang

Das Menü bietet zahlreiche Einstellungen.
Vergrößern Das Menü bietet zahlreiche Einstellungen.

Die Software SBX Studio Pro auf der beigelegten Treiber-CD lässt kaum Wünsche offen, um einen individuellen Klang aus den eigenen Boxen oder Kopfhörern zu erstellen. Ihnen stehen ein Mixer, Equalizer und weitere Reiter zur Verfügung, um den Sound nach Ihrem Belieben zu optimieren. Komfortabel ist auch Schalter, um einfach zwischen Kopfhörern und Lautsprechern zu wechseln, ohne irgendwelche Anschlüsse umzustecken. Im Lieferumfang befinden sich erfreulicherweise auch zwei Kabel (siehe obere Tabelle).

Sound Blaster ZxR in der Praxis

Die beiden Karten einzubauen und zu verbinden dürfte wohl niemanden vor eine wirkliche Herausforderung stellen. Wir nehmen eines unserer Test-Headsets, das Creative Sound Blaster Tactic3D Alpha und schließen es via 3,5-Millimeter-Klinke an das ACM an. In der Software geben wir an, dass wir besonderen Wert auf einen räumlichen Klang legen, denn unser Headset verfügt nur über zwei Stereo-Treiber.

Unentbehrliche Multimedia-One-Click-Tools

In einer Multiplayer-Runde Battlefield 3 sind wir fast schon überwältigt vom sauberen und ausgewogenen Klang. Der Bass drückt dort, wo er Druck machen soll. Und das nicht nur mit einem tiefen Brummen, sondern schön dynamisch und abwechslungsreich: Explosionen aus der Ferne wummern dezent, das virtuelle Sturmgewehr bockt mit einem Stakkato-Bass in den Händen unseres Alter Egos. Stimmen sind trotz des heftigen Treibens klar und deutlich zu erkennen.

In Musik und Filmen vermissen wir kaum ein echtes Mehrkanal-Lautsprechersystem, denn der virtuelle Raumklang ist super umgesetzt. Die Dolby-Techniken kann der Sound-Core-Chip gut verarbeiten: Der Klang ist ordentlich differenziert und dennoch fein aufeinander abgestimmt, was sich in klaren Hochtönen und sauberen Mitteltönen äußert.

Fazit zum Creative Sound Blaster ZxR

© Creative

Das Flaggschiff der Creative Z-Serie hat sich seinen Namen eindeutig verdient. In Sachen Klangwiedergabe machen Sie mit dem Sound Blaster ZxR kaum etwas falsch, für den herkömmlichen Heimgebrauch ist die Karte kaum ausgelastet. Denkbar ist auch ein professioneller Einsatz im Aufnahmestudio, genügend Anschlüsse und Profi-Techniken sind vorhanden. Daher rechtfertigt sich auch fast der Preis von rund 250 Euro, den Creative aufruft. Und in der audiophilen Welt ist das fast schon ein Schnäppchen.
Allerdings genügen dem durchschnittlichen Gamer auch die günstigeren Modelle, wie zum Beispiel der Sound Blaster Z für 99 Euro. Wer sich aber mit einem High-End-System brüsten will, der ist mit der ZxR schon einmal gut ausgestattet. Nur die zusätzliche Belegung der Steckplätze könnte dem ein oder anderen Nutzer sauer aufstoßen, bei Bedarf können Sie die Tocher-Karte aber theoretisch weg lassen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1686685