18.01.2013, 14:36

Friedrich Stiemer

Soundkarte

Creative Sound Blaster Z im Test

Soundkarte Sound Blaster Z von Creative im Test. ©Creative

Mit einem Multi-Kern-Soundchip schickt sich die Soundkarte Sound Blaster Z von Creativ an, auch verwöhnte und anspruchsvolle Ohren mit glasklaren Klängen zu beeindrucken. Wir haben die Karte getestet und klären, ob ihr das auch gelingt.
Der Sound Blaster Z ist Teil der neuen Sound Blaster Z-Serie-Soundkarten und bildet mit einem Preis von 99 Euro die Mittelklasse des Produktportfolios. Mit einem beigelegten Mikrofon für den Schreibtisch und Studio-Techniken ausgestattet, schickt sich der Sound Blaster Z an, Onboard-Soundchips in puncto Leistung und Qualität nicht nur den Rang abzulaufen, sondern weit hinter sich zu lassen. Ob sich die Investition von knapp 100 Euro lohnen und wie groß der Unterschied im Klang wirklich ist, haben wir uns genauer angesehen.

Ausstattung des Sound Blaster Z

Die Soundkarte hüllt sich in rotem Aluminium und eine LED leuchtet im laufenden Betrieb. Ein Sichtfenster gewährt Blick auf den mit einer Plastikkappe verdeckten Sound-Prozessor Soundcore 3D. Genauer genommen handelt es sich um den Chip CA0132, der so auch auf Mainboards zum Einsatz kommt. Daneben verstecken sich zusätzlich noch der Digital-Analog-Konverter von Cirrus Logic und die zwei Vorverstärker JRC 2114 und JRC 4556A. Beide sind eher kostengünstiger, genau wie die verwendeten Kondensatoren von Fujicon und G-Luxon.
Der Rauschabstand der Soundkarte beträgt reine 116 Dezibel und ist damit sehr hoch angesetzt, denn in der Praxis entspricht das einer Klangreinheit von 99,99 Prozent. Ab 100 Dezibel ist der Unterschied aber nicht mehr hörbar. Zum Vergleich: Gute Hifi-Verstärker liegen bei etwa 90 bis 95 Dezibel Rauschabstand. Die Digital-Analog-Wandler arbeitet mit einer 24-Bit-Auflösung. die Abtastraten erreichen 96 kHz (Aufnahme) respektive 192 kHz (Wiedergabe) und genügt damit auch gehobeneren Ansprüchen. Entscheidend ist am Ende jedoch auch das verwendete Mikrofon und das Wiedergabegerät.
Dank des Soundchips kommen Sie in den Genuss von Creatives CrystalVoice-Technik, die beste Wiedergabetreue garantiert, um sein Gegenüber kristallklar verstehen zu können. Die Vorzüge sollen vor allem in Videokonferenzen, Online-Gaming und Sprach-Chats deutlich zum Tragen kommen. Die Technik vereint mehrere Funktionen wie dem Ausfiltern von Nebengeräuschen, Echos und fokussiert die Aufnahme von Stimmen in einer bestimmten Zone. Mit "Smart Volume" passt sich das Aufnahme-Level an die aktuelle Lautstärke der Konversation an.
Ein weiteres Feature ist THX TruStudio Pro, das ein vergleichbares Klangerlebnis wie im professionellen Aufnahmestudio ermöglichen soll. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf eine realistische und natürliche Wiedergabe des Tons aus allen erdenklichen Boxen-Konfigurationen dank smarter Techniken und präziser Equalizer.
Technische Daten Creative Sound Blaster Z
Audiochip Creative Soundcore 3D (CA0132)
Rauschabstand 116 Dezibel
Analog-Digital-Konverter 24 Bit
Abtastrate Aufnahmen bis 96 Kilohertz
Abtastrate Wiedergabe bis 192 Kilohertz
Steckplatz PCI-Express-x1
Anschlüsse 4x analog Klinke (3,5 Millimeter), 1x Mikrofon-/Line-In (3,5 Millimeter), 2x optisch (S/PDIF), 1x intern (5-Pin)
Lieferumfang Software-CD (SBX Pro Studio), Tischmikrofon mit Beam-Forming
Hersteller, Webseite Creative, http://de.creative.com
Unverbindliche Preisempfehlung 99,99 Euro

Anschlüsse: Übernimmt alle Klänge

Der Sound Blaster Z bereichert das Back-Panel des Desktop-PCs mit insgesamt fünf 3,5-Millimeter-Klinken-Buchsen und einem optischen Eingang sowie einem optischen Ausgang (TOSLINK). Somit unterstützt die Karte alle Wiedergabequellen bis hoch zum 5.1-Soundsystem. Sehr schön finden wir, dass Creative sogar zwei 5-polige Pins auf der Platine zur Verfügung stellt, damit die Soundkarte auch die Front-Audio-Anschlüsse mit einem besseren Klang versorgen kann.
Im Lieferumfang befindet sich neben der Anleitung und der Software-CD auch noch ein separates Mikrofon mit Beam-Forming, das auf die Sprachübertragung abgestimmt ist. Dank der vorhin erwähnten CrystalVoice-Technik sollen störende Nebengeräusche innerhalb des festgelegten Akustikbereichs der Vergangenheit angehören. Das Programm SBX Studio Pro bietet umfangreiche Verstellmöglichkeiten. Sehr schön finden wir, dass wir dort auch per Schalter beliebig zwischen Kopfhörern und Lautsprechern hin- und her schalten können, wenn sie sich einen Eingang teilen. Damit erübrigt sich das fummlige Umstöpseln der Stecker.

Sound Blaster Z in der Praxis

Wer viel mit dem Headset spielt, der muss mit einem Stereo-Modell auf Raumklang verzichten. Deshalb muss oft eine Soundkarte her, die einen Surroundklang simuliert. Und genau das gehört zu den Top-Features der des Sound Blaster Z. In der mitgelieferten Software SBX Studio Pro lässt sich die Raumklangsimulation einschalten. Darauf daddeln wir eine Multiplayer-Runde im Shooter Call of Duty - Black Ops 2 und bemerken tatsächlich einen hörbaren Unterschied zum früheren Stereoklang: Wir können bei den Gegnern deutlich ausmachen, aus welcher Richtung sie kommen oder schießen, was sich als spielerischer Vorteil erweist. Mit einer Stereoboxen-Konfiguration ist der Effekt etwas schwächer und nicht mehr mit dem Surround-Sound im Headset zu vergleichen.
Auch beim Lauschen von Musik oder dem Kucken von Filmen ist der Unterschied deutlich zu hören. Wir erleben einen viel dynamischeren Ton, Bässe wummern satter durch den Raum während Instrumente deutlich freier voneinander spielen. Hier machen sich vor allem die separaten Digital-Audio-Wandler bemerkbar.

Test-Fazit Creative Sound Blaster Z

Wir bemerken mit der Soundkarte Sound Blaster Z von Creative schnell den Unterschied zwischen einer OEM- und dedizierten Sound-Lösung. Der Einbau stellt keinen vor große Herausforderungen, und was Sie am Ende erwartet kann sich nicht nur sprichwörtlich hören lassen: Besonders im Vergleich zu einem Onboard-Soundchip spielt die Soundkarte mit einem Headset seine Stärken aus. Explosionen weisen nun eine voluminöse Tiefe auf, mehrstimmige Szenarien wirken viel räumlicher und im Allgemeinen wirkt der Sound viel detaillierter. Die mitgelieferte Software ist intuitiv aufgebaut und bietet zahlreiche Möglichkeiten, den Ton zu optimieren und nach eigenem Geschmack zu justieren. Etwas schwächer schneidet der Klang mit offenen Boxen ab, denn hier wirkt der Ton zwar positiv verändert, aber nicht in dem Maße wie mit dem Headset. Für 99 Euro bietet der Sound Blaster Z ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, besonders für audiophile Ohren dürfte das Geld gut angelegt sein.
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