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Cougar 300K im Praxistest

07.10.2016 | 11:32 Uhr |

Mit der 300K bringt Cougar ein günstiges Modell für Einstiegs-Gamer heraus. Dabei verwendet der Hersteller keine mechanischen Switches und auch kein klassisches Rubberdome, sondern sogenannte High-Scissor-Switches. Die Schalter, die Ihnen beispielsweise aus Notebooks bekannt sein könnten, haben wir zusammen mit der Verarbeitung und den technischen Features unter die Lupe genommen

Schon der günstige Preis von rund 40 Euro lässt vermuten, dass die Cougar 300K ohne mechanische Schalter auskommen muss. Denn bereits Mech-Einsteigermodelle fangen bei rund 80 Euro an und verfügen neben präzisen Schaltern auch noch über RGB-Beleuchtung und Software mit Einstellungen zur Personalisierung.

Um zumindest nicht auf präzise Schalter mit einem satten Anschlag zu verzichten, hat sich Cougar eine Lösung einfallen lassen, die solchen Switches schon sehr nahekommt. Ausgestattet mit den High-Scissor-Switches, können auch Gaming-Einsteiger, die in ihre Peripherie nicht sehr viel investieren möchten, in den Genuss von einem leicht spürbaren Druckpunkt und einer relativ zuverlässigen Eingabe kommen.

An dieser Stelle möchten wir uns auch noch bei Caseking.de für die Bereitstellung eines Testgeräts bedanken.

TEST-FAZIT: Cougar 300 K

Mit der Cougar 300 K holen Sie sich eine ordentlich verarbeitete und recht solide Tastatur ins Haus. Sie lässt im ersten Moment keine Wünsche offen: So kann ein wenig mit der Beleuchtung gespielt werden und sogar Makros lassen sich programmieren. Somit ist sie auch für Einstiegs-Gamer gut geeignet. Die Verarbeitung ist, für diese Preisklasse und die gewählten Materialien, sehr gut, wenn auch die Standfüße und Halterungen an der Unterseite etwas windig ausfallen. Auch die verbauten High-Scissor-Switches liefern eine fehlerfreie und flüssige Eingabe ab.

Für den günstigen Preis von rund 40 Euro ist Cougar auch den ein oder anderen Kompromiss eingegangen und deaktiviert im Game-Mode einfach die ESC-Taste. Finden wir etwas unsinnig, da diese Taste doch in den meisten Spielen sehr häufig genutzt wird. Hinzu kommen Abstriche an der Beleuchtung, die nur einfarbig ausfällt, das Kabel nicht gesleevt ist, und nur ein 24-Key- anstelle eines N-Key-Rollovers aufweist. Behalten wir jedoch immer den äußerst günstigen Preis im Hinterkopf, dann sind diese Abstriche vollkommen zu verschmerzen.

+ sehr flüssige Eingabe

+ kann ohne Software genutzt werden

+ Kabelmanagement

- deaktiviert ESC-Taste im Game-Mode

- Kabel ist nicht gesleevt

Plastikbomber oder solider Einsteiger?

Die 300K besteht nahezu komplett aus Kunststoff. Das hat den Vorteil, dass sie ein geringes Gewicht von nur 700 Gramm auf die Waage bringt – mechanische Tastaturen wären in etwa doppelt so schwer. Allerdings leidet die Wertigkeit unter dem leichten Material. Das konnten wir vor allem auf der Unterseite feststellen: Die Standfüße, die nur in eine Position einrasten können, fallen sehr dünn aus und klappen dazu noch sehr weit nach außen. Schon ein geringer Druck lässt die Füße leicht nachgeben. Wir haben Bedenken, dass Ihnen die Tastatur unter einer unbeabsichtigten, größeren Last wegbricht. Ebenfalls auf der Unterseite: das praktische Kabelmanagement. Mit diesem verlegen Sie das Stromkabel sauber nach links, in die Mitte oder nach rechts. Und auch hier fallen die Halterungen sehr windig aus.

Mit den knallig-gelben Akzenten sorgt Cougar für einen wahren Hingucker.
Vergrößern Mit den knallig-gelben Akzenten sorgt Cougar für einen wahren Hingucker.
© Cougar

Gut gelungen finden wir jedoch die Materialverarbeitung. Wir ertasten keine scharfen Kanten oder größere Spaltmaße. Auch die Oberfläche des Gehäuses und der Tasten fühlt sich weich und keinesfalls minderwertig an. Über die Farbgebung der Tastatur lässt sich, wie bei Geschmacksfragen so üblich, wieder einmal streiten. Bei uns kommt das knallig, satte Gelb in Kombination mit der mattschwarzen Oberfläche sehr gut an. Die gelben Kanten, die von unten hervorblitzen, setzen einen leichten Akzent, als wäre die Tastatur auch von unten beleuchtet. Definitiv eine angenehme Abwechslung zu den meist verwendeten Standardfarben wie rot, blau und grün.

Schauen wir uns die Tastenkappen an, fällt uns auf, dass die leicht futuristischen Zeichen deutlich zu erkennen sind und auch nicht zu klein ausfallen. Verwenden Sie dazu noch die sehr gut abgestimmte und gleichmäßige, neongelbe Beleuchtung, haben Sie wohl keine Probleme, die Tasten auch im Dunkeln zu finden. Negativ fällt uns jedoch auf, dass das Kabel nicht stoffummantelt ist. Warum Cougar darauf verzichtet ist uns etwas schleierhaft, denn gerade durch das gewundene Kabelmanagement ist doch eine recht hohe Belastung vorhanden, weshalb es da schnell zu einem Kabelbruch kommen kann.

Die Schriften sind aufgrund der deutlichen Beschriftung und der einfarbigen Hintergrundbeleuchtung problemlos auch bei schlechten Lichtverhältnissen zu lesen.
Vergrößern Die Schriften sind aufgrund der deutlichen Beschriftung und der einfarbigen Hintergrundbeleuchtung problemlos auch bei schlechten Lichtverhältnissen zu lesen.
© Cougar

High-Scissor-Switches in der Praxis

Wie eingangs schon erwähnt verwendet Cougar bei der 300K keine mechanischen Schalter, sondern High-Scissor-Switches. Diese Form der häufig in Notebooks verwendeten Rubberdome-Variante unterscheidet sich zu den herkömmlichen Gummikuppeln darin, dass eine scherenartige Spange den Anschlag merklich beschleunigt. So entsteht ein knackiger und deutlich spürbarer Druckpunkt. Anfangs ist ein hoher Aufwand notwendig, danach springen die Tasten zackig nach unten. Diese Eigenschaft und auch die Tatsache, dass die Tasten sehr leise sind, erinnern uns fast ein wenig an die mechanischen Cherry MX-Brown-Schalter. Drücken Sie die Tasten jedoch etwas langsamer, merken Sie einen deutlichen Gegendruck nach oben, den die MX-Brown definitiv nicht aufweist. Doch trotz der Tatsache, dass die High-Scissor-Switches präziser als normale Rubberdomes sind, kommen sie nie an die Genauigkeit einer mechanischen Taste heran.

Mechanische Tastaturen - Grundlagenwissen

Welche Einstellungsmöglichkeiten bietet die 300K?

Die Tastatur kann bereits nach dem Einstecken verwendet werden und benötigt keine spezielle Treiber-Software - es steht für das Modell 300K ohnehin kein Treiber zur Verfügung. Alle Einstellungen nehmen Sie direkt über die Tastatur vor. Um nun Einstellungen wie die Beleuchtung oder die Makroprogrammierung in Anspruch zu nehmen, müssen Sie mit der Fn- und den F-Tasten arbeiten. So drücken Sie „Fn“ und die Pfeiltaste nach oben oder unten, um so die Helligkeit zu regulieren oder die Tastenbeleuchtung zu deaktivieren. Ein Wechsel der Farbe ist nicht möglich.

Die High-Scissor-Switches lassen fast schon mechanisches Tastatur-Feeling aufkommen.
Vergrößern Die High-Scissor-Switches lassen fast schon mechanisches Tastatur-Feeling aufkommen.
© Cougar

Die ESC-Taste plus die F-Taste Ihrer Wahl ermöglicht es Ihnen die Makroprogrammierung vorzunehmen. Wenn Sie diese Kombination gedrückt haben, leuchtet die LED für MR (Makro Recording) und die Tastatur ist bereit Ihre Eingabe zu speichern. Sobald Sie damit fertig sind, beenden Sie den Vorgang mit einem Druck auf „ESC“. Lediglich die zwölf F-Tasten können mit Makros belegt werden, was für Einsteiger natürlich eine ausreichende Anzahl ist. Für fortgeschrittene Gamer, die bereits das Vergnügen mit einer mechanischen Gaming-Tastatur hatten, könnte die Einschränkung in diesem Bereich störend sein.

Mechanische Tastaturen im Test

Um die programmierten Makros nutzen zu können, müssen Sie in den Game-Mode wechseln. Dieser befindet sich rechts oben auf der Tastatur. Er ermöglicht Ihnen außerdem die Deaktivierung der Windows-Taste. Somit stellen Sie sicher, dass Sie während eines Spiels nicht versehentlich auf den Desktop wechseln. Zudem schaltet die Tastatur in diesem Modus auch von einem 6-Key-Rollover auf ein 24-Key-Rollover um. Das bedeutet, dass die Tastatur auf den 24 wichtigsten Gaming-Tasten gleichzeitige Anschläge erkennt. Ist der Game-Mode einmal aktiviert, verliert leider die ESC-Taste Ihre eigentliche Funktion. Damit Sie zum Beispiel in das Spiele-Menü gelangen um zu speichern, müssen Sie den Game-Mode erst deaktivieren. Sehr umständlich gelöst, da die ESC-Taste in sehr vielen Spielen undenkbar ist. Ein weiteres, nettes Extra ist die separate Lautstärke-Regelung. Man kann zumindest hierfür auf doppelt-belegte Tasten verzichten.

Technische Daten

Cougar 300K

Maße (H x B x L)

33 x 144 x 447 Millimeter

Gewicht

700 Gramm

Bauart

Rubberdome (High-Scissor-Switches)

Anschluss

USB 2.0

Kabellänge

1,8 Meter

Anschluss-Hub

nicht vorhanden

Format

Standardlayout mit Nummernblock (113 Tasten)

Sondertasten

Separate Lautstärkeregelung, Game-Mode-Taste

Beleuchtet

Ja (gelb)

Onboard-Speicher

Ja

Extras

6 Key- oder 24 Key-Rollover / bis zu 1000 Hz Polling-Rate / sperrbare Windows-Taste / Makro-Programmierung/ einfach verstellbare Höhe

Allgemeine Daten

Testkategorie

Peripherie

Hersteller

Cougar

Internetadresse

http://cougargaming.com/

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

40,00 Euro

Garantie

24 Monate

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