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Corsair Gaming K70 RGB im Praxis-Test

22.09.2014 | 17:33 Uhr |

Wir haben eine der ersten Gaming-Tastaturen mit mechanischen Cherry-MX-RGB-Schaltern im Praxis-Test. Neben den vielen Beleuchtungsmöglichkeiten will das Keyboard auch mit guter Verarbeitung und zuverlässiger Bedienung punkten.

Beleuchtete Tastaturen sind mittlerweile fast schon Standard und nicht nur bei Gamern sehr beliebt, sondern auch bei eifrigen Vieltippern, da die Tasten auch bei schwachem Licht gut erkennbar bleiben. Und auch die mechanischen Schalter sind in beiden Lagern gern gesehen, da diese sogenannten Switches zuverlässig arbeiten und eine extreme Langlebigkeit an den Tag legen – Lieferant Cherry verspricht 50 Millionen mögliche Anschläge.

Doch bisher hatte die Tastenbeleuchtung bei den aktuellen mechanischen Tastaturen immer nur eine Farbe, die der Nutzer nicht verändern konnte. Bei den günstigeren Rubberdome-Tastaturen (bei denen eine Gummimatte die Anschläge registriert) war eine flexible Farbeinstellung schon lange möglich. Der Grund für die große Verzögerung waren vor allem die Kosten für die LEDs: Denn bei mechanischen Tastaturen sorgt je eine LED für die Beleuchtung einer einzelnen Taste, sprich bei einem Standardmodell mit 105 Tasten muss der Hersteller auch die gleiche Anzahl an Leuchtdioden verbauen.

Ratgeber: Mechanische Tastaturen - Grundlagenwissen

Und natürlich sind die RGB-Leuchten um einiges teurer als ihre einfarbigen Kollegen. Hinzu kam auch der Umstand, das die RGB-Dioden mindestens 5 Millimeter Platz im Schalter brauchten, der Standard sich aber auf 3 Millimeter belief und somit nur einfarbige LEDs Platz fanden. Corsair gehört nun zu den ersten Herstellern auf dem Markt, der mit der Gaming K70 RGB ein mechanisches Keyboard mit mehrfarbiger Hintergrundbeleuchtung im Angebot hat. Was es neben den 16,8 Millionen Farben noch zu bieten hat, erfahren Sie im Test.

Bei den neuen mechanischen Cherry-MX-Schaltern mit RGB-Leuchte sitzt die LED schon in der Platine und nicht erst im Schalter.
Vergrößern Bei den neuen mechanischen Cherry-MX-Schaltern mit RGB-Leuchte sitzt die LED schon in der Platine und nicht erst im Schalter.
© Corsair

Ausstattung & Technik der Corsair Gaming K70 RGB

Die K70 RGB verwendet nicht den Zusatz "Vengeance" wie die Vorgänger, sondern ist Teil der neuen "Corsair Gaming"-Serie – dennoch ist das Design der Tastatur komplett gleich zum Vormodell Vengeance K70: Die insgesamt 105 Tasten (beim deutschen Tasten-Layout) sitzen also wie gehabt leicht erhöht, sodass die Schalter darunter deutlich erkennbar sind. Das schaut auf dem Schreibtisch zwar hübsch aus, ist aber leider anfällig für Dreck und Staub. Die Tastenanzahl macht bereits deutlich, dass Sie bei der K70 auf zusätzliche Makro-Tasten für Ihre Tastenkürzel verzichten müssen, denn die gibt es nur bei der teureren Gaming K95. Über dem Nummernblock befinden sich die Multimedia-Tasten für die Steuerung des Musik-Players (Stopp, Umschalten und Play/Pause), darüber sitzt das Aluminium-Scrollrad für die stufenlose Lautstärkeregelung und die Stummschalte-Taste. Links daneben gibt es noch eine gesonderte Taste für das Sperren der Windows-Taste, um nicht versehentlich das Startmenü respektive die Modern-UI-Ansicht aufzurufen. Den Abschluss bildet ein Button für das Ein- und Abschalten der Beleuchtung.

Auf zusätzliche Makro-Tasten müssen Sie leider verzichten, aber nicht auf die Makro-Funktion!
Vergrößern Auf zusätzliche Makro-Tasten müssen Sie leider verzichten, aber nicht auf die Makro-Funktion!
© Corsair

Das Gehäuse besteht aus schwarzem, gebürstetem Aluminium und verleiht dem Keyboard nicht nur ein edles, sondern auch stabiles Äußeres. Die zusätzlich mitgelieferte Handballenablage besteht dagegen aus Kunststoff mit einer gummierten Oberfläche, die Sie bei Bedarf an die Tastatur klemmen können. Allerdings war es das auch schon mit dem Lieferumfang. Der Anschluss der K70 RGB erfolgt über ein gesleevtes USB-Kabel mit zwei Anschlüssen, schließlich will die Beleuchtung mit genügend Energie versorgt sein. Zusätzliche USB-Buchsen oder auch Audioanschlüsse verbaut Corsair leider nicht. An der Rückseite steht lediglich ein Regler für das vierstufige Umschalten des BIOS, das verschiedene Polling-Raten einstellt: Standardmäßig arbeitet die K70 RGB mit 1000 Hertz, was einer Reaktionszeit von einer Millisekunde entspricht. Allerdings kommen einige ältere Mainboards nicht mit der flotten Polling-Rate klar, weshalb Corsair hier die Möglichkeit zum Reduzieren der Hertz-Zahl gibt.

Rote Cherry-MX-Schalter mit RGB-Beleuchtung

Die Corsair Gaming K70 RGB gibt es mit roten, blauen und braunen Switches, unser Sample kommt mit ersteren. Die eher für Spieler gedachten Schalter lösen bereits nach 2 Millimetern aus (bei 4 Millimetern Gesamtweg) und benötigen einen Druck von 45 Gramm und sind damit schnell zu betätigen. Allerdings ist es somit auch leichter sich zu vertippen. Die RGB-Leuchte befindet sich nicht wie bisher im Schalter, sondern direkt in der Tastatur, was laut Corsair zwei Vorteile hat: Zum einen leuchtet nun der komplette Schalter (siehe Bilder) und zum anderen ist die LED nun weniger störanfällig gegenüber statischen Entladungen.

Die neuen RGB-Switches sollen noch einmal weniger störungsanfällig und langlebiger sein.
Vergrößern Die neuen RGB-Switches sollen noch einmal weniger störungsanfällig und langlebiger sein.
© Corsair

Für die LEDs zeichnet sich ein eigener Controller in der Tastatur verantwortlich, während sich ein ARM-Prozessor für die Tasten und Features wie dem N-Key-Rollover verantwortlich zeichnet: Diese Technik setzt zuverlässig alle Eingaben des Nutzers um, selbst wenn er mehrere Tasten parallel drückt. Die Beleuchtung der Tasten gehört wohl zum auffälligsten Merkmal der Gaming K70 RGB. Denn die LEDs können nicht nur ein Spektrum von 16,8 Millionen Farben abbilden, sondern es lässt sich auch jeder einzelnen Taste eine eigene Farbe zuweisen. Streng genommen lassen sich also bei 105 Tasten auch 105 verschiedene Farben vergeben.

Technische Daten

Corsair Gaming K70 RGB

Maße (B x H x L)

16,5 x 3,7 x 43,8 Zentimeter

Gewicht

1,2 Kilogramm

Bauart

mechanische Schalter (Cherry-MX-Red RGB)

Anschluss

USB 2.0

Kabellänge

2 Meter

Anschlüsse

nicht vorhanden

Format

Standardlayout mit Nummernblock (105 Tasten)

Sondertasten

Multimedia-Tasten, Lautstärke-Scrollrad, Windows-Store, Beleuchtung

Beleuchtet

ja (16,8 Millionen Farben)

Onboard-Speicher

ja

Extras

Multimedia-Funktionen, N-Key-Rollover, 1000 Hz Polling-Rate, Handballenauflage entfernbar, gesleevtes Kabel

Überarbeiteter Treiber mit Funktionsvielfalt

Der Treiber namens "Corsair Utility Engine" (CUE) hat ebenfalls ein Facelift überfahren, besonders unter der Haube. Hier lassen sich die zahlreichen Beleuchtungsmöglichkeiten detailliert einstellen. Unter dem Reiter "Beleuchtung" lassen sich die Effekte nach Herzenswünschen einstellen, wobei vier Modi in Stein gemeißelt sind. "Voll" und "Welle" sind selbstredend, während "Gradient" einen Farbverlauf darstellt. "Kräuseln" steht für den Plätschereffekt. Danach lassen sich die Farben wählen und durch das Setzen von Markern (siehe Bild) auch verändern, genau wie die Intensität, Leuchtdauer und Geschwindigkeit eines Farbwechsels.

Durch das Setzen von Markern können Sie auch unterschiedliche Farben in einem Effekt setzen.
Vergrößern Durch das Setzen von Markern können Sie auch unterschiedliche Farben in einem Effekt setzen.

Im Reiter "Aktionen" lassen sich auch Makros und andere Aktionen aufnehmen und abspeichern, was aber eine Doppelbelegung von Tasten zur Folge hat: Zum Beispiel lässt sich die DPI-Zahl der Maus auf Tastendruck verändern, was vor allem für virtuelle Scharfschützen Vorteile hat. Oder auch Timer für Spawn- oder Bauzeiten sind programmierbar. Natürlich lassen sich alle Einstellungen auch in Profilen speichern, der Onboard-Speicher behält die Konfigurationen auch Computer-übergreifend für sich. In "Profile" erfolgt auch die Zuweisung von Tastengruppen, die Sie einfach mit der Maus bestimmen, indem Sie beispielsweise einen Rahmen um die gewünschten Tasten ziehen.

Makros, Tastaturfolgen, Timer oder auch DPI-Veränderungen lassen sich einspeichern.
Vergrößern Makros, Tastaturfolgen, Timer oder auch DPI-Veränderungen lassen sich einspeichern.

Test-Fazit zur Corsair Gaming K70 RGB

Mit der Gaming K70 RGB erweist sich Corsair als technischer Vorreiter, denn bei dieser Tastatur handelt es sich um eines der ersten Modelle mit RGB-Beleuchtung für mechanische Tastaturen. Und nicht nur aufgrund der Leuchteffekte, sondern auch aufgrund der zahlreichen Möglichkeiten zum Einstellen von Befehlen, Aktionen oder Tastaturkürzel, die sich sogar pro einzelner Taste realisieren lassen. Dank dieser Merkmale lässt sich die K70 RGB als eine der Tastaturen bezeichnen, die aktuell am meisten Individualität zulässt. Hinzu kommt, dass die Verarbeitung einwandfrei ist und das Keyboard aufgrund des Aluminium-Gehäuses auch noch edel aussieht. Die mechanischen Cherry-Schalter sorgen außerdem für zuverlässige und langlebige Eingaben.

Doch einige Kritik muss die K70 RGB dennoch einstecken: Es fehlen Dinge wie zusätzliche USB- und Audio-Buchsen an der Tastatur sowie separate Makro-Tasten. Des Weiteren ist der hohe Tastenstand anfällig für Schmutz. Außerdem benötigen die vielen Einstellungsmöglichkeiten Zeit zum Einarbeiten, der Nutzer kann schnell die Übersicht verlieren. Und besonders happig wird es dann beim Preis: Corsair veranschlagt einen Preis von rund 170 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) und lässt sich damit fürstlich für die neue Technik entlohnen. Wer auf die RGB-Beleuchtung verzichten kann, der fährt mit dem Vorgänger günstiger und qualitativ fast gleich gut. Doch wer Wert auf Individualität und technische Innovationen legt, der kommt kaum um die K70 RGB herum.

Allgemeine Daten

Testkategorie

Peripherie

Hersteller

Corsair

Internetadresse

www.corsair.com/de-de

Preis (UVP)

169 Euro

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