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Corsair Strafe RGB im Praxistest

29.12.2015 | 17:18 Uhr |

Die erste Tastatur mit den geräuschreduzierten Mechanik-Schaltern vom Typ Cherry-MX-Red tritt zum Test an. Wie gut die Dämpfung klappt und was die Gaming-Tastatur sonst noch zu bieten hat, zeigt der Praxistest.

Als bisher einzige Tastatur auf dem Markt verfügt die Corsair Strafe RGB über die brandneuen Cherry-MX-Silent-Schalter, die nach Herstellerangaben um bis zu 30 Prozent leiser auslösen sollen als herkömmliche Cherry-MX-Red. Hinzu kommen eine effektreiche sowie programmierbare RGB-Einzeltastenbeleuchtung und ein vergleichsweise günstiger Preis von 170 Euro (UVP).

TEST-FAZIT: Corsair Strafe RGB

Das wirklich Besondere an der Corsair Strafe RGB sind die neuen MX-Silent-Schalter von Cherry, die in der Praxis wirklich leiser auslösen, ohne dabei die Schalter-Charakteristik der MX-Reds zu beeinflussen. Die Anschläge gehen deshalb gewohnt zuverlässig, aber nun eben auch etwas leiser von der Hand. Nur die Leertaste hätte eine bessere Dämpfung erhalten können. Die RGB-Beleuchtung sorgt für auffällige Effekte und lässt sich auch individuell in der umfangreichen Treiber-Software anpassen.

Der Preis von 170 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) ist unserer Meinung nach zu hoch angesetzt: Die Tastatur besteht komplett aus Kunststoff, das USB-Kabel ist nicht gesleevt und die dünne Handballenauflage wirkt alles andere als hochwertig. Und mit ausgeklappten Standfüßen ist die Tastatur nicht sonderlich rutschfest. An der Verarbeitung selbst gibt es allerdings nichts zu Meckern. Unsere Empfehlung: Wen das Klackern der mechanischen Tasten nicht stört, der muss bei Weitem nicht so viel Geld ausgeben. Wer allerdings neuste Schalter-Technik und individuelle Leuchteffekte sucht und empfindliche Ohren hat, der kommt aktuell nicht um die Corsair Strafe RGB mit den Cherry-MX-Silent-Switches herum.

+ mechanische Silent-Schalter

+ RGB-Beleuchtung

- teuer

- dünne Handballenauflage

- rutschig mit ausgeklappten Standfüßen

Leisetreter: Cherry-MX-Silent-Schalter

Bei den Silent-Switches handelt es sich um eine Weiterentwicklung der bereits etablierten MX-Technik von Cherry: Der Peripherie-Hersteller fügt dem mechanischen Schaltmodul einen sogenannten 2-Komponenten-Stößel hinzu, der die Anschläge am unteren und oberen Endpunkt dämpfen soll. Cherry betont, dass die jeweiligen Schalt-Charakteristiken der verschiedenfarbigen MX-Switches unverändert bleiben. Bisher sind die MX-Silent-Schalter aber nur in Kombination mit den roten Modulen verfügbar, die rein linear auslösen und eine Betätigungskraft von lediglich 45 Gramm benötigen.

Der Aufbau eines Cherry-MX-Schaltermoduls. In grau: der 2-Komponenten-Stößel, der die Anschläge dämpfen soll.
Vergrößern Der Aufbau eines Cherry-MX-Schaltermoduls. In grau: der 2-Komponenten-Stößel, der die Anschläge dämpfen soll.
© Cherry

In der Praxis lösen die Schalter des Corsair Strafe RGB tatsächlich wie für MX-Reds gewohnt aus – nur eben um einiges leiser. Komplett lautlos lässt sich damit aber immer noch nicht tippen. Uns fällt auch schnell auf, dass nun die Leertaste die lauteste Taste auf der Tastatur ist und mit einem unschönen Klappern und Klicken die Anschläge quittiert. Dem Nutzer stehen zwei Sondertasten zur Verfügung: Eine, um die Windows-Taste zu deaktiveren, und eine zweite, um die Helligkeit der Tastenbeleuchtung stufenweise zu regeln. Die Multimedia-Bedienung erfolgt über die Doppelbelegung der F-Tasten.

Zwei Sondertasten spendiert Ihnen Corsair: Eine, um die Windows-Taste zu sperren, und eine zweite, um die Helligkeit der Tastaturbeleuchtung zu regeln.
Vergrößern Zwei Sondertasten spendiert Ihnen Corsair: Eine, um die Windows-Taste zu sperren, und eine zweite, um die Helligkeit der Tastaturbeleuchtung zu regeln.
© Corsair

Anspruchsvolle Vieltipper aufgepasst: Mechanische Tastaturen im Test

Leise Mechanik-Tasten - Corsair Strafe RGB im Hands-on

RGB-Beleuchtung und Treiber-Software

Die Corsair Strafe RGB verfügt über einen erhöhten Tastenstand. Das sorgt zwar für eine hübschere Optik und eine intensivere Hintergrundbeleuchtung, ist aber auch recht anfällig für Staub und Schmutz. Die Einzeltastenbeleuchtung kann mit einer beliebigen Farbe aus dem RGB-Spektrum leuchten, die zugehörige Programmierung und Effektwahl erledigen Sie in der Corsair Utility Engine, kurz CUE. Dort lassen sich auch Profile und Makros erstellen, die sich im Onboard-Speicher der Strafe RGB ablegen lassen.

Die hochgestellten Tasten ermöglichen eine hübschere Optik, sind dafür aber anfälliger für Staub und Schmutz.
Vergrößern Die hochgestellten Tasten ermöglichen eine hübschere Optik, sind dafür aber anfälliger für Staub und Schmutz.
© Corsair

Wer zu faul oder unkreativ für die Programmierung aufwendiger Leuchteffekte ist, der kann sich dank Corsair Share zahlreiche, von Nutzern erstellte Leuchtprofile gratis herunterladen und auf seiner Tastatur ausführen. Die Auswahl ist riesig und sollte für jeden Geschmack etwas bieten. Die Treiber-Software ist übersichtlich aufgebaut und erfordert keine große Einarbeitung – sehr schön!

Die Corsair Utility Engine ist intuitiv aufgebaut und erlaubt umfangreiche Einstellmöglichkeiten.
Vergrößern Die Corsair Utility Engine ist intuitiv aufgebaut und erlaubt umfangreiche Einstellmöglichkeiten.

Mechanische Tastaturen - Eine gute Investition?

Wechselbare Tastenkappen und Handballenauflage

Der Anschluss der Corsair Strafe RGB erfolgt über zweimal USB2.0, denn an der Rückseite besitzt die Tastatur eine USB-Schnittstelle, um zum Beispiel Headsets, Mäuse oder andere USB-Medien komfortabel daran anzuschließen. Der Lieferumfang umfasst auch noch gummiert-geriffelte Tastenkappen: Einmal für Shooter (WASD) und für MOBAs (QWERDF), um die wichtigsten Tasten dieser Genres auch blind erkennen zu können. Dank der typischen Kreuzaufnahme der Cherry-MX-Schalter sind auch eigene Tastenkappen kein Problem.

Neben der Handballenauflage befinden sich auch wechselbare Tastenkappen (QWERDF & WASD) im Lieferumfang.
Vergrößern Neben der Handballenauflage befinden sich auch wechselbare Tastenkappen (QWERDF & WASD) im Lieferumfang.
© Corsair

Den Lieferumfang rundet Corsair mit einer wechselbaren sowie gummierten Handballenauflage ab, die komplett aus Kunststoff besteht und sich nur über dünne Haken mit der Tastatur verbinden lässt – hochwertig geht anders. Die Tastatur selbst lässt sich dank klappbarer Standfüße in zwei Höhen betreiben. Allerdings sind die Füße nicht gummiert und lassen die Tastatur bei der Bedienung auf glatteren Unterflächen herumrutschen. Hier hätte der Hersteller konsequent zu Ende denken müssen!

An der Rückseite befindet sich einmal USB 2.0. Hier zu sehen ist auch das ungesleevte Kabel.
Vergrößern An der Rückseite befindet sich einmal USB 2.0. Hier zu sehen ist auch das ungesleevte Kabel.
© Corsair
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