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Audio- oder Multimedia-Systeme, Navis, eCall und mehr: Die Elektronik in modernen Autos wird immer ausgefeilter. Wir testen die Multimedia- und Multifunktionssysteme von Audi, BMW, Mercedes, Toyota und vielen Herstellern mehr.

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BMW ConnectedDrive Test: Wireless Carplay, Ferngesteuertes Parken, Gestiksteuerung

05.12.2016 | 11:22 Uhr |

Wir haben ConnectedDrive im BMW 740i getestet. Mit ferngesteuertem Parken, Wireless Carplay, Gestiksteuerung, Display Schlüssel und 10,25-Zoll-Touchscreen. Update: Video zum ferngesteuerten Parken.

ConnectedDrive von BMW gehört zu den teuersten, aber auch zu den leistungsstärksten und besonders intuitiv bedienbaren Infotainmentsystemen, die derzeit für Automobile erhältlich sind. ConnectedDrive bietet Navigation mit Echtzeitverkehrslageinformationen, Radio (DAB+, AM, FM), CD/DVD-Player, Freisprechanlage für das gekoppelte Smartphone und Carplay (neu). Dazu kommt noch eine Fülle von Internet-Diensten wie Nachrichten-Ticker, Google Suche, Browser, Wetterdaten, Parkplatzsuche, Musik-Flatrates und so weiter.

Sie bedienen ConnectedDrive wahlweise über das iDrive auf der Mittelkonsole, mit der sehr guten Sprachsteuerung, mit den Lenkradtasten oder direkt über den Touchscreen (neu). Außerdem steht Ihnen im 7er BMW zudem eine Gestiksteuerung (neu) zur Verfügung.

Einige der rechten Lenkradtasten stehen auch für Carplay zur Verfügung.
Vergrößern Einige der rechten Lenkradtasten stehen auch für Carplay zur Verfügung.

Wir haben mittlerweile drei Generationen von ConnectedDrive getestet:

1. Was ConnectedDrive im 7er BMW im Jahr 2013 an Funktionen geboten hat, lesen Sie auf dieser Seite weiter unten und auf der folgenden Seite dieses Testberichts.

2. ConnectedDrive mit Stand Herbst 2014 und den damals neu dazu gekommenen Funktionen wie Online-Entertainment, Touchpad und erstmals auch Android-Support stellen wir Ihnen in einem separaten Testbericht ausführlich vor.

3. BMW hat sein Infotainmentsystem ConnectedDrive zuletzt aber wieder um einige spannende Features erweitert. Speziell im 7er BMW gibt es zudem Extras wie „Ferngesteuertes Parken“ und den „Display Schlüssel“. Wir haben deshalb das aktuelle ConnectedDrive (Stand November 2016) in einem BMW 740i (Listenpreis: 114.320 Euro) getestet und stellen Ihnen hier die Neuerungen vor. Die in den älteren Tests erwähnten Funktionen von ConnectedDrive stehen nach wie vor zur Verfügung.

Preise

Der Listengrundpreis für den 7er-Benziner, einen 740i, liegt bei 88.900 Euro. Für die Diesel-Variante, einen 730d, beginnen die Preise bei 83.200 Euro. Im Preis ist das Navigationssystem Professional mit 10,25 Zoll Touchscreen, ConnectedDrive, Gestiksteuerung sowie Wireless Charging enthalten. Für den DAB+-Tuner kassiert BMW 460 Euro extra. Das Head-Up-Diplay kostet noch einmal 1390 Euro Aufpreis. Online-Entertainment kostet weitere 220 Euro. Für die Carplay-Vorbereitung verlang BMW noch einmal 300 Euro und das "ferngesteuerte Parken" kostet weitere 550 Euro Aufpreis.

Links der Home Screen von Carplay, rechts die Abbiege-Hinweise der Navigation von BMW.
Vergrößern Links der Home Screen von Carplay, rechts die Abbiege-Hinweise der Navigation von BMW.

Wireless Carplay: Vom Start weg sehr gut

Für iPhone-Besitzer ist sicherlich die Integration von Carplay am spannendsten. Wobei BMW die kabelgebundene Version von Carplay übersprungen und sofort mit Wireless Carplay gestartet ist. Diese Integration des kabellosen Carplay ist BMW ziemlich gut gelungen, wie unser ausführlicher Test von Wireless Carplay im BMW 740i zeigt.

Video: Wireless CarPlay im 7er-BMW ausprobiert
Startbildschirm von ConnectedDrive mit dem Menü-Punkt Carplay ganz links. Man sieht das Cover zu dem aktuell auf Apple Music gespielten Lied.
Vergrößern Startbildschirm von ConnectedDrive mit dem Menü-Punkt Carplay ganz links. Man sieht das Cover zu dem aktuell auf Apple Music gespielten Lied.

Gestiksteuerung: Etwas unzuverlässig

Sollte sich die Gestensteuerung in modernen Autos durchsetzen, so wird man künftig wohl noch öfter im Auto gestikulierende Menschen sehen. Volkswagen will zum Beispiel künftig eine Gestensteuerung im neuen Golf VII Update anbieten. BMW bietet ein ähnliches Feature unter der etwas hölzern klingenden Bezeichnung Gestiksteuerung bereits im BMW 7er an.

Die etwas wankelmütige Gestiksteuerung im 7er BMW.
Vergrößern Die etwas wankelmütige Gestiksteuerung im 7er BMW.

Für die Gestiksteuerung verbaut BMW eine 3D-Kamera oberhalb der Mittelkonsole. Sie erkennt Gesten, die der Fahrer ungefähr oberhalb des Automatik-Schalthebels Richtung Control Display ausführt. Der Fahrer muss diese Position korrekt treffen, damit seine Gesten erkannt werden: Befindet sich die Hand zu nahe am Control Display, also zu weit vorne, so funktioniert die Gestiksteuerung nicht. Ebenso bleibt sie außer Funktion, wenn sich die Hand zu weit hinten befindet.

Mit der Gestiksteuerung kann man unter anderem die Lautstärke regeln.
Vergrößern Mit der Gestiksteuerung kann man unter anderem die Lautstärke regeln.

Zum Thema Privatsphäre ist dieser Hinweis von BMW wichtig: Die Kamera filmt weder Fahrer noch Beifahrer, sondern nur einen klar eingegrenzten Bereich oberhalb der Armauflage der Mittelkonsole.

Derzeit erkennt die Gestiksteuerung im BMW 7er fünf unterschiedliche Gesten:
* Zwei Finger nach vorn auf den Hauptbildschirm hin starten das Hauptmenü. Diese Geste kann der Fahrer aber auch anders belegen. Wir belegten damit die Stummschaltung der Audio-Funktion.
* Mindestens eine ganze Umdrehung des Zeigefingers nach links oder rechts regelt die Lautstärke von Radio oder dem gerade gespielten Lied auf leiser oder lauter.
* Tippt der Fahrer mit dem rechten Zeigefinger nach vorn auf dass Control Display und wieder zurück, nimmt er einen eingehenden Anruf an.
* Eine Wischbewegung mit der ganzen Hand nach rechts lehnt den eingehenden Anruf ab.
* Mit Daumen und Zeigefinger greifen und dabei die Hand horizontal nach links oder rechts bewegen dreht die Kameraansicht bei Surround View.

Alle Auto-Test-Videos der PC-WELT: Audi, BMW, Daimler, Carplay, Android Auto

Wir testeten vor allem die Lautstärkeregelung sowie die Stummschaltung. Dabei zeigten sich die Grenzen der Gestiksteuerung: Unsere Bewegungen erkannte das System nicht immer zuverlässig, wir mussten sie mehrmals wiederholen. Dabei spielt das exakte Einhalten der von der Kamera erwarteten Hand-Position die entscheidende Rolle. Das wiederum bedeutet aber, dass man die Gesten nicht blind so nebenbei ausführen kann, sondern sich darauf konzentrieren muss. Damit lenkt die Gestiksteuerung den Fahrer aber vom Verkehrsgeschehen ab, weil man immer kurz auf das Control Display schauen muss um sich zu vergewissern, ob das System die Geste richtig verstanden hat. Im direkten Vergleich siegt hier klar das klassische Bedienkonzept: Mit der rechten Lenkradtaste kann man die Lautstärke blind und absolut zuverlässig regeln und auch der Drehknopf am Armaturenbrett ist deutlich sicherer bedienbar. Die Gestiksteuerung steht erkennbar noch am Anfang ihrer Entwicklung und ist in ihrem derzeitigen Zustand den klassischen Bedienelementen unterlegen.

Tipp: In unserem Fall war die Erkennungsrate der Gestiksteuerung am höchsten, wenn wir unseren rechten Ellbogen auf der Mittelarmlehne ablegten, dann die rechte Hand etwas anhoben und die Gesten ausführten. Doch mit absoluter Sicherheit erkannte die Gestikstellung auch dann nicht unsere Gesten. Die Lenkradtasten oder der Bedienknopf am Armaturenbrett bleiben also in jedem Fall erste Wahl.

Ferngesteuertes Parken: Geisterhand parkt BMW in enge Parklücken

Staunende Zuschauer sind dem Besitzer eines BMW 7ers garantiert, wenn er das „Ferngesteuerte Parken“ alias „Parkassistent Plus“ (Aufpreis: 550 Euro) vorführt: Der neue 7er war bei seinem Erscheinen 2015 das „weltweit erste Serienautomobil“ (O-Ton BMW), das ohne Fahrer hinterm Lenkrad einparken kann. Stattdessen steht der Fahrer neben seinem BMW und hält nur den Schlüssel in der Hand. Der Fahrersitz bleibt leer, während der BMW wie von Geisterhand einparkt.

Der Display Schlüssel.
Vergrößern Der Display Schlüssel.

Das ferngesteuerte Einparken sieht in der Tat spektakulär aus, es gilt aber einiges dabei zu beachten. So kann der BMW nur vorwärts in gerade Kopfparklücken einparken. Er kann also weder in eine schräge Parklücke einparken, noch rückwärts einparken noch seitwärts in eine Parklücke, die sich parallel zur Fahrbahn befindet, einparken.

Der Fahrer muss den BMW also gerade vor einem freien Parkplatz abstellen, den Motor ausschalten und die Parkbremse einlegen. Der BMW darf maximal zwei Meter von dem freien Parkplatz entfernt sein, in der Parklücke müssen links und rechts des BMW noch jeweils 40 Zentimeter Platz (ohne Außenspiegel) sein. Dann steigt der Fahrer aus und stellt sich am besten neben das Heck seines Fahrzeugs. Denn im Heckbereich ist die Funkantenne verbaut, die den Kontakt zum Display Schlüssel hält. Jetzt wählt man auf dem Display Schlüssel den letzten Menü-Punkt aus: Ferngesteuertes Parken.

Der Fahrer muss nun durchgehend und ohne Unterbrechung den Sicherungsknopf für das ferngesteuerte Parken gedrückt halten – eine Art Totmann-Einrichtung. Es dauert einige Sekunden, bis die Verbindung steht und der Motor des 740i anspringt. Dann fährt das Fahrzeug langsam in die Parklücke. Der BMW macht dabei selbstständig leichte Lenkbewegungen, sofern diese erforderlich dafür sind, damit er gerade in der Parklücke steht. Wenn der Fahrer der Meinung ist, dass der BMW perfekt steht, lässt er den Druckknopf los: Der BMW macht ein Vollbremsung und stellt den Motor aus und legt die Parkbremse ein. Nun noch den Wagen absperren und der Wagen ist perfekt geparkt. Für das Ausparken wiederholt der Fahrer den Vorgang: Also wieder das Menü auf dem Display Schlüssel aufrufen und den Druckknopf dauernd gedrückt, der Wagen startet und fährt heraus.

Kollisionen sollte der Notbremsassistent des BMW vermeiden, sofern er aktiviert ist. Allerdings sollten Sie auf diesen Versuch verzichten und besser von Hand bremsen. In unserem Test hielt der BMW aber zuverlässig vor den Pappkartons an, die wir ihm in den Weg stellten.

Zweck des Parkassistent Plus: Der Fahrer kann damit in engen Parklücken einparken, in denen er kaum noch die Tür aufbekommen würde. Für Besitzer einer alten (und somit engen) Garage kann diese Neuerung das Autofahrer-Leben durchaus erleichern.

Allerdings erklärt BMW nicht, wie denn die Besitzer der Fahrzeuge links und rechts vom BMW in ihre Wagen kommen sollen, wenn der BMW auf einem öffentlichen Parkplatz so eng daneben steht...

Der Fahrerarbeitsplatz im BMW 740i.
Vergrößern Der Fahrerarbeitsplatz im BMW 740i.

Control Display mit Touchscreen: Endlich

Einen 10,25 Zoll besaß bereits das Vorgängermodell des 7ers. Doch im neuen 7er ist das Control Display als Touchscreen ausgeführt. BMW weicht also von der bisherigen Linie der Premium-Hersteller ab und verbaut erstmals einen großen Touchscreen. Audi, Mercedes-Benz und Lexus sind noch nicht so weit.

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Mit dem großen Touchscreen kann der Fahrer nun neben dem bekannten Bedienprinzip mit iDrive-Controller und Sprachsteuerung auch noch per Fingerdruck auf dem Bildschirm die gewünschten Funktionen auswählen oder in der Navigationskarte zoomen. Das spielt besonders bei Carplay eine große Rolle. Den während man bei dem sonstigen ConnectedDrive-Menü durchaus auf Touchfunktionen verzichten kann - für die bequeme Zeicheneingabe ist schon seit längerer Zeit ein kleines Touchpad auf dem iDrive-Controller verbaut - ist Carplay genauso wie Android Auto und Mirrorlink (diese beiden Lösungen für Android-Smartphones unterstützt BMW allerdings nicht) ausdrücklich für die Touch-Bedienung konzipiert. Fehlt der Touchscreen bei Carplay, wie es beispielsweise bei Audi und Daimler der Fall ist, dann schränkt das den Bedienkomfort spürbar ein. BMW verbaut deshalb einen Touchscreen. Der Touchscreen reagiert rasch und zuverlässig auf unsere Eingaben und steigert deutlich den Bedienkomfort, insbesondere bei Carplay.

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Touchscreen im Auto - Pro und Contra

Induktives aufladen

In die Smartphone-Halterung auf der Mittelkonsole hat BMW im neuen 7er erstmals eine induktive Ladestation integriert. Sie lädt Smartphones nach dem Qi-Standard, also beispielsweise das Samsung Galaxy S7. iPhone-Besitzer schauen damit erstmal in die Röhre. Außer sie stecken ihr iPhone in eine kompatible Ladehülle. BMW selbst verkauft so eine Wireless-Charging-Hülle für iPhone 5/5s, iPhone 6/6s und iPhone 6/6s Plus für rund 60 Euro. Falls Sie aber eine solche Hülle für ein iPhone 7/7 Plus benötigen oder deutlich weniger für die Hülle zahlen wollen, so werden Sie auch auf Amazon fündig. Einen Nachteil haben aber sowohl die teure BMW-Hülle als auch die preiswerteren Hüllen im Handel: Sie werten das iPhone optisch nicht gerade auf und machen es größer und schwerer.

Diese Lade-Hülle verkauft BMW für ältere iPhone-Modelle.
Vergrößern Diese Lade-Hülle verkauft BMW für ältere iPhone-Modelle.
© BMW

Display Schlüssel mit Touchscreen

Eine weitere Neuerung ist der Display Schlüssel mit dem Touchscreen. Er informiert darüber, ob die Türen und Fenster geschlossen sind, ob die Diebstahlwarnanlage okay und die Lichter ausgeschaltet sind und wie viel Reichweite der Tankinhalt noch ermöglicht. Er bietet eine Programmiermöglichkeit für die Standheizung/Lüftung und ermöglicht das oben erwähnte ferngesteuerte Parken. Natürlich öffnen Sie damit auch die Türen und den Kofferraum des Wagens.

Der Display Schlüssel teilt mit Smartphone und anderen Gadgets einen Nachteil: Der Akku muss aufgeladen werden. Deshalb wird der Schlüssel während der Fahrt in ein Fach in der Mittelablage gesteckt und dort induktiv aufgeladen. „Die Verfügbarkeit der Display-Funktionen hängt von der Nutzungshäufigkeit ab“, wie Suzana Kolundzic, Pressesprecherin BMW 6er Reihe und BMW 7er Reihe, erläutert. Und weiter: „Bei täglichem Gebrauch von wenigen Minuten ist aber von einer Verfügbarkeit über mehrere Wochen auszugehen. Lässt der Ladezustand der Batterie der Fernbedienung nach, wird das Display automatisch ausgeschaltet. Die Funktionsfähigkeit der Standard-Tasten bleibt noch circa 3 Monate erhalten.“

Allerdings dürfte so ein Touchscreen reparaturanfälliger als ein konventioneller Schlüssel sein: Denn wie oft ist jedem von uns schon mal der Autoschlüssel runtergefallen? Der Display Schlüssel ist immerhin staub- und spritzwassergeschützt nach IP 52. Damit das Display nicht so leicht bricht, fertigt BMW es aus Gorilla Glas. Zudem befinden sich neben dem Touchscreen erhöhte Metallspangen. Sie sollen das Display vor mechanischen Beschädigungen schützen, wenn der Schlüssel zu Boden fällt.

Wenn der elektronische Schlüssel aber in eine Pfütze fällt, dürfte er kaputt sein. Ein neuer Schlüssel kostet 349,65 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Falls der Schlüssel technisch defekt sein sollte, ist noch ein mechanischer Schlüssel als Notlösung integriert.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass der Schieberegler für die Steuerung der Warm- und Kaltluft in den mittleren Luftauströmern im Armaturenbrett sowie die Sitzheizung digital mit Touchsensoren ausgeführt sind und nicht mehr als mechanische Drehräder oder Druckschalter. Das mag eine ansprechendere Optik zur Folge haben, die Haptik und die Blindbedienbarkeit werden dadurch aber nicht besser.

Der Fahrerarbeitsplatz im BMW 740i.
Vergrößern Der Fahrerarbeitsplatz im BMW 740i.

Fazit zu ConnectedDrive, Parkassistent Plus, Carplay, Gestiksteuerung und Display Schlüssel im BMW 740i

ConnectedDrive ist nach wie vor mit das Beste, was man in Sachen Infotainmentsystem bekommen kann. Trotz seines großen Funktionsumfangs findet sich der Fahrer sofort zurecht und kann ConnectedDrive großenteils intuitiv bedienen. Durch den Einbau des Touchscreens hat sich die Bedienbarkeit von ConnectedDrive weiter verbessert, besonders im Hinblick auf das ebenfalls neue Wireless Carplay. Mit der erstmaligen Integration des kabellosen Carplay, das sich wirklich gut bedienen lässt, beweist sich BMW als Innovationsführer. 

Der Alltagsnutzen des "Ferngesteuerten Parkens" dürfte überschaubar sein, ein Hingucker ist diese Funktion aber in jedem Fall. Weniger gut gefällt uns dagegen die Gestiksteuerung. Sie ist unserer Meinung nach noch zu fehlerbehaftet und unzuverlässig. Das dürfte aber auch Gewöhnungssache sein, vermutlich gibt es Fahrer, die damit besser zurecht kommen.

Das iDrive im 740i.
Vergrößern Das iDrive im 740i.

Ende des Tests von ConnectedDrive im Herbst 2016, Beginn des ursprünglichen Tests von ConnectedDrive im Jahr 2013:

Aus Freude am Surfen - mit dieser abgewandelten Version des bekannten Werbeslogans der Bayerischen Motorenwerke nahmen wir die Internet- und Multimedia-Funktionen von BMW unter die Lupe. Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit, Kofferraumvolumen, Beinfreiheit auf den Rücksitzen und die von manchen Auto-Testern fast schon religiös überhöhten Spalt- und Fugenmaße interessierten uns bei unserem Test nicht. Stattdessen dreht sich alles darum, wie gut man von einem BMW mit ConnectedDrive die verschiedenen Ressourcen des Internets nutzen kann und wie gut diese in die Fahrzeugbedienung integriert sind. Unsere Erfahrungen aus diesem Test haben wir nach Funktionen sortiert aufgelistet.

Video: BMW ConnectedDrive im Test
Der "Arbeitsplatz" von ConnectedDrive: Control Display, iDrive, Schalter für die Rückfahrkamera und ganz unten die Ablage für das iPhone.
Vergrößern Der "Arbeitsplatz" von ConnectedDrive: Control Display, iDrive, Schalter für die Rückfahrkamera und ganz unten die Ablage für das iPhone.

Denn Internet, Navigation und Multimedia im Auto sind an und für sich nichts besonderes – das klappt mit jedem Smartphone. Der Vorteil einer fertigen Lösung ab Werk besteht aber darin, dass alles perfekt und übersichtlich in das Fahrzeug integriert ist und sich die Daten aus den unterschiedlichen Quellen miteinander austauschen und bequem nutzen lassen. Zudem kann man einen großen Bildschirm nutzen und belegt die Steckdose nicht mit dem Ladegerät für den Smartphone-Akku. Im Fall von BMW ConnectedDrive kommt außerdem noch der Vorteil hinzu, dass man für die Internetnutzung im Ausland keine Roamingkosten bezahlen muss.

Zahlreiche Kameras und ein Laser versorgen die Sicherheitssysteme mit den nötigen Daten.
Vergrößern Zahlreiche Kameras und ein Laser versorgen die Sicherheitssysteme mit den nötigen Daten.

Die Testbasis: Ein BMW 7er mit ConnectedDrive

Unser Testfahrzeug war ein 740d xDrive, weil im Flaggschiff der Bayerischen Motorenwerke alle Funktionen integriert sind, die BMW im Rahmen von ConnectedDrive anbietet. Unter dem Begriff ConnectedDrive fasst BMW allerdings nicht nur Internet- und Multimedia-Funktionen, sondern auch diverse Sicherheits-Assistenten zusammen.

Riesen-Foto-Galerie: Internet, Multimedia und Sicherheits-Assistenten im BMW

Sie wollen sich sofort einen ausführlichen Eindruck davon verschaffen, wie BMW ConnectedDrive und die übrigen Infotainment-Funktionen in seine Fahrzeuge integriert hat? Dann klicken Sie sich durch unsere Foto-Galerie. Alle Aufnahmen entstanden in unserem Testfahrzeug:

Aufgepasst: ConnectedDrive steht je nach Fahrzeugklasse mit deutlich unterschiedlichem Leistungsumfang zur Verfügung. Das muss man wissen, wenn man Auffahrschutz mit Anbremsfunktion, Head-Up-Display oder Night Vision haben möchte, sich aber einen kleineren BMW wie beispielsweise den 1er kaufen will. Für dieses Modell sind nämlich nur wenige der Sicherheitsassistenten erhältlich. Zudem verkauft BMW besonders die sinnvollen Fahrerassistenzsysteme teilweise gegen hohe Aufpreise.
 
Überblick über die Funktionen von BMW ConnectedDrive

Night Vision blendet eine Warnung vor erkannten Personen auf dem Head-Up Display ein.
Vergrößern Night Vision blendet eine Warnung vor erkannten Personen auf dem Head-Up Display ein.
© BMW

Der wesentliche Zweck von ConnectedDrive ist aber die Kontaktaufnahme. Sei es mit diversen Internetdiensten oder mit dem Smartphone. Wobei man bei letzterem darauf achten muss, dass BMW derzeit nur das iPhone unterstützt. Android-Besitzer schauen also erst einmal in die Röhre. Das soll sich laut BMW aber bald ändern: Ab Juli 2013 soll die Smartphone-App-Plattform von BMW und Mini auch Android-basierte Endgeräte unterstützen. Eine BMW-Connected-App für Android wird ebenfalls ab Juli verfügbar sein, weitere 3rd-Party-Applikationen soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Komfort, Infotainment und Sicherheit

BMW gliedert ConnectedDrive in drei Bereiche: Komfort, Infotainment und Sicherheit. Gerade bei letzterem gibt es die oben erwähnten Unterschiede je nach Fahrzeug-Modell. Doch dazu später. In unserem Test gehen wir nicht weiter auf das Thema Radio und CD-Player ein – beide sind vorhanden und arbeiten einwandfrei. Stattdessen konzentrieren wir uns auf die spannenden Themen Konnektivität (also alles was mit Internet und Smartphone-Anschluss zu tun hat) und Sicherheit. Mit einer Ausnahme: Die Hotspot-Funktion des BMW. Diese war in unser Testfahrzeug nicht eingebaut. Sofern man dieses Feature beim Fahrzeugkauf miterwirbt, kann man den BMW als WLAN-Hotspot für bis zu acht angeschlossene Fahrzeuge verwenden. Die für die Internetverbindung nötige SIM-Karte (auch LTE wird unterstützt) muss sich der Kunde selbst besorgen. Nicht ausprobiert haben wir außerdem die automatische Notruf-Funktion im Falle eines Unfalles...

Das iPhone findet im Ablagefach der Mittelkonsole Platz und ist dort sicher verstaut. Zudem wird es dort mit Strom aufgeladen.
Vergrößern Das iPhone findet im Ablagefach der Mittelkonsole Platz und ist dort sicher verstaut. Zudem wird es dort mit Strom aufgeladen.

Funktioniert auch ohne iPhone

Zwar ist ConnectedDrive dafür ausgelegt, dass man es mit einem iPhone verbindet (das in der Mittelablage zwischen den Vordersitzen zur Stromversorgung an eine USB-Buchse angeschlossen und via Bluetooth mit dem Wagen verbunden wird). Doch viele Funktionen von ConnectedDrive lassen sich auch ohne angeschlossenes iPhone nutzen. Denn im BMW ist eine SIM-Karte fest verbaut! Diese bekommt der Fahrer aber nicht zu Gesicht, wie uns BMW erklärte: "Diese SIM Karte ist Crash-sicher im Fahrzeug verbaut, da BMW darüber auch den Intelligenten Notruf anbietet. Die genau Verortung der SIM-Karte kann je Fahrzeugmodell leicht variieren. Aktuell ist für 3G eine Vodafone-SIM-Karte verbaut. Entscheidet sich der Kunde für LTE, dann baut BMW eine Telekom-SIM-Karte ein."

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Über diese SIM-Karte laufen BMW Assist, BMW Online und die Internetnutzung. Voraussetzung für die Nutzung von BMW Assist und BMW Online ist die Sonderausstattung „Handyvorbereitung Business mit Bluetooth-Schnittstelle“, die für alle aktuellen BMW-Fahrzeuge erhältlich ist. Wenn Sie sich für das Navigationssystem Professional entscheiden, dann ist die Nutzung der eingebauten SIM-Karte in den ersten drei Jahren kostenlos, mit dem Navigationssystem Business gibt es ConnectedDrive nur sechs Monate lang gratis. Im Anschluss daran beträgt die jährliche länderübergreifende Flatrate 250 Euro. Unabhängig davon wird für die uneingeschränkte Internetnutzung in Ihrem BMW eine jährliche Flatrate in Höhe von 150 Euro ab Erstzulassung erhoben. Roaminggebühren entstehen nicht, wie BMW betont.

App-Unterstützung und Fernfunktionen

Es gibt einige sogenannten Fahrzeug-Apps, die mit Hilfe des BMW ConnectedDrive Dienstes „BMW Online“ durch die festverbaute SIM-Karte genutzt werden können. Beispielsweise My BMW Remote . Die My BMW Remote App ist für die Kunden entwickelt worden, die mit Hilfe des BMW-ConnectedDrive-Dienstes „Remote Services“ (vormals BMW Assist) jederzeit und überall mit dem Smartphone auf ihr Fahrzeug zugreifen wollen. Mit BMW Remote kann man zum Beispiel das Fahrzeug auf einer Google Maps-Karte lokalisieren - das klappte bei uns reibungslos. Weniger gut klappten dagegen Fernfunktionen wie Heizung und Klimaanlage vom Smartphone aus einschalten oder das Auto aufsperren und schließen. Weil wir die dafür erforderliche Freischaltung im Webfrontend von ConnectedDrive nicht vornehmen konnten. Der Dienst stand während unseres gesamten Testzeitraums nicht zur Verfügung.

Darüber hinaus gibt es die Smartphone-App-Plattform, die es BMW und Mini erlaubt, bestimmte Smartphone-Applikationen in das Bedienkonzept des Fahrzeugs zu integrieren. Dazu gehören die von BMW selbst entwickelte App BMW Connected und die verschiedenen 3rd-Party-Applikationen, die in enger Zusammenarbeit mit den Partnern für die Nutzung im BMW und Mini angepasst wurden, wie uns BMW erklärte. Die App ConnectedDrive liefert unter anderem Informationen zum Fahrzeugzustand wie zum Tankinhalt aufs Smartphone.

Ebenfalls über das Webfrontend von ConnectedDrive können Sie bequem zu Hause am PC eine Fahrtroute anlegen und speichern und diese dann auf Ihr Fahrzeug übertragen lassen. BMW verwendet für die Routenplanung wie auch für alle anderen Karten Google Maps. Geben Sie der Route einen Namen, damit Sie diese im Fahrzeug wiedererkennen. Dann starten die die Übertragung ins Auto. Im Test funktionierte das Übertragen einer zu Hause am PC erstellten Route einwandfrei, wir konnten damit sofort los fahren.

Das iDrive hat BMW im Laufe der Jahre stetig weiter entwickelt.
Vergrößern Das iDrive hat BMW im Laufe der Jahre stetig weiter entwickelt.

ConnectedDrive bedienen: per iDrive oder per Sprachsteuerung

Das BMW ConnectedDrive können Sie nutzen, sobald Sie den Start-Stop-Knopf am Armaturenbrett gedrückt haben, die Zündung also eingeschaltet ist. Der Motor muss dafür nicht laufen. Um ConnectedDrive zu bedienen, nutzt man hauptsächlich den Bildschirm, das so genannte Control Display, zusammen mit dem iDrive. Alternativ kann man das Control Panel samt ConnectedDrive auch über die Sprachsteuerung und gegebenenfalls über diverse Ein- und Ausschalter am Armaturenbrett bedienen.

Der Startbildschirm des Control Displays
Vergrößern Der Startbildschirm des Control Displays

Control Display als zentrales Anzeigeinstrument

In der Mitte des Armaturenbretts ist ein Farbdisplay verbaut, das so genannte Control Display. Es zeigte alle für die Themenbereiche Unterhaltung, Internet, Fahrzeugüberwachung und Sicherheit zur Verfügung stehenden Menüpunkte an, darunter auch unser eigentliches Thema ConnectedDrive. Auf Wunsch kann man das Control Display in den Splitscreen-Modus mit zwei Bildschirmbereichen schalten, wodurch mehr Informationen zeitgleich zur Verfügung stehen.

In der Basis haben die verbauten Bildschirme eine Diagonale von 6,5 Zoll. Über die Navigation Professional wird ein größerer Bildschirm verbaut: 8,8 Zoll bei 1er, X1, 3er sowie X3. Sogar 10,25 Zoll Bildschirmdiagonale sind es bei X5, X6, 5er, 6er und beim 7er. Zudem kann über die SA6WB „Multifunktionales Instrumentendisplay“ auch ein 10,25-Zoll-Instrumenten-Kombi bestellt werden, wie Silke Brigl, BMW-Pressesprecherin für ConnectedDrive, erläutert.

Die Texteingabe via iDrive ist umständlich
Vergrößern Die Texteingabe via iDrive ist umständlich

Das Display - kein Touchscreen

Außerdem zeigt der Bildschirm alle Daten wie Bordcomputereinträge, Multimediaquellen und TV-Kanäle sowie den Browser an. Und er dient als Navigationsgerät. Sie bedienen den Bildschirm aber nicht etwa mit ihren Fingern - BMW hat nämlich keinen Touchscreen verbaut. Stattdessen bedienen Sie den Bildschirm über das bereits vor vielen Jahren eingeführte und kontinuierlich weiter entwickelte iDrive, ein Dreh-, Drück- und Kippsteuerinstrument auf der Mittelkonsole rechts neben dem Automatik-Wahlhebel (Mercedes setzt übrigens ebenfalls auf einen vergleichbaren Drück-/Dreh-Controller zur Bedienung seines Bildschirms im Wagen - hier macht auch die neue S-Klasse keine Ausnahme. Und auch die VW-Tochter Audi verwendet noch einen Dreh-Drücksteller). An dieser Stelle muss man zum ersten Mal Kritik üben: Im Jahr 2013 erwartet man einen Touchscreen als Bedienelement - zumindest als Ergänzung zum iDrive. Sogar im vergleichsweise günstigen VW Golf VII ist ein Touchscreen eingebaut (gegen Aufpreis auch in Farbe). Doch selbst im teuersten BMW, dem 7er, gibt es auf dem Bildschirm keine intuitiven Finger- und Wischgesten. Darüber tröstet auch die wirklich gute Bild- und Farbqualität des Bildschirms nicht hinweg.
 
Besonders die Texteingabe mit dem iDrive ist eine Zeit- und Nerven-aufreibende Angelegenheit. Man dreht dazu mit dem iDrive an einer virtuellen Wahlscheibe, die alle verfügbaren Buchstaben und Ziffern anzeigt. Nicht benötigte Buchstaben werden zwar automatisch ausgeblendet, trotzdem dauert es lange, bis eine Adresse oder ein Suchbegriff eingegeben ist. Vertippt man sich, kann man zwar das letzte Zeichen wieder löschen. Doch falls man den Vertipper erst nach einigen Zeichen entdeckt, muss man bis zur fehlerhafte Stelle zurück alles wieder löschen. Das bestätigte uns Silke Brigl: "Es ist im Moment leider nicht möglich, auf eine andere Textstelle zu wechseln, ohne den Text dazwischen zu löschen. Es wird in Zukunft aber bessere Möglichkeiten dazu geben".

Wir fragten bei BMW nach, weshalb kein Touchscreen verbaut wird. Silke Brigl erklärte uns hierzu: "Mit iDrive bieten wir die aus BMW-Sicht sicherste Modalität speziell für Bedienungen während der Fahrt an: Blindbedienbarkeit, d.h. ich kann auf die Straße schauen und habe keine aufwändige Auge-Hand-Koordination wie beim Touch-Screen."

Intuitive Bedienung

Auch wenn ein Touchscreen unserer Meinung nach die bessere Lösung wäre, so hat BMW das iDrive zur Menüsteuerung gut hinbekommen. Seine Bedienung hat man bald heraus. Die Menüführung auf dem Bildschirm ist zudem sehr intuitiv, da kann man nicht meckern. Im Großen und Ganzen muss man kein Handbuch konsultieren, um den Bildschirm bedienen und ConnectedDrive nutzen zu können. Bevor man damit loslegen kann, muss man sich aber mit seinen ConnectedDrive-Zugangsdaten am Fahrzeug anmelden. Zudem müssen beispielsweise die Mail-Zugangdaten, also beispielsweise für Googlemail oder web.de, eingegeben werden, wenn man diese vom iPhone aus via ConnectDrive im Wagen lesen und schreiben möchte. Im Webfrontend von ConnectedDrive muss man zudem die oben bereits erwähnten Fernfunktionen frei schalten. Dann kann man das Fahrzeug im Winter vorheizen und im Sommer vorkühlen lassen.

Sprachsteuerung am Lenkrad einschalten
Vergrößern Sprachsteuerung am Lenkrad einschalten

Alternative zu iDrive: Die Sprachsteuerung

Bei Texteingaben ist das iDrive wie gesagt nicht die erste Wahl. Stattdessen empfiehlt sich die Nutzung der Sprachsteuerung. In unserem Test funktionierte die Sprachsteuerung sehr gut, so lange keine Störgeräusche (durch offene Fenster oder sprechende Mitfahrer) auftraten. Sie drücken einfach nur die kleine Taste rechts auf dem Lenkrad, um die Sprachsteuerung einzuschalten. Danach können Sie in der Regel alle Kommandos, die Sie auf dem Bildschirm finden, verwenden. Sie können sich zudem jederzeit alle zur Verfügung stehenden Sprachbefehle vorlesen lassen.
 
Zwei Beispiele für die Nutzung der Sprachsteuerung: Sie steigen ein, drücken den Start-Stop-Knopf und danach den Knopf für die Sprachsteuerung. Sagen Sie dann "Navigation". Sie werden nun von einer Frauenstimme aufgefordert, die Stadt und danach die Straße und die Hausnummer zu nennen. Danach starten Sie die Zielanfahrt und fahren sofort los. Das klappte immer dann reibungslos, so lange niemand im Wagen dazwischen plapperte oder das Fahrerfenster geschlossen war (was BMW in seinem Handbuch auch ausdrücklich verlangt). Unterhalten sich dagegen auf dem Hintersitz mehrere Menschen, kommt die Sprachführung durcheinander.
 
Ein anderes Beispiel: Sie steigen wieder ein, drücken den Start-Stop-Knopf, starten dann die Sprachsteuerung und sagen „Telefon“. Sie werden aufgefordert die Telefonnummer aufzusprechen. Dann befehlen Sie noch, dass die Nummer gewählt wird. Und schon klingelt es bei dem Angerufenen. Das Telefonat läuft über das angeschlossene iPhone. Im Test klappte das Telefonieren via Sprachsteuerung perfekt.

  Die Menüpunkte des Bildschirms

Gehen wir nun die auf dem Startbildschirm zur Verfügung stehenden Punkte einmal der Reihe nach von oben nach durch. Der Startbildschirm bietet nach dem Einschalten diese Funktionsbereiche: Multimedia, Radio, Telefon, Navigation, Office, ConnectedDrive, Fahrzeuginfo und Einstellungen. ConnectedDrive ist also genau genommen nur eine Teilmenge der Infotainment- und Konnektivitäts-Funktionen eines modernen BMWs. Wir schauen bei unserem Test aber über den Tellerrand und stellen auch die übrigen verwandten Funktionen vor. 

Multimedia

Hier legen Sie fest, von welchen Medien Musikdateien abgespielt werden sollen und wählen bei Bedarf den gewünschten TV-Kanal. Denn Fernsehen ist auf Wunsch auch verbaut. Wenn das iPhone mit dem Wagen via Bluetooth verbunden ist, können Sie die darauf befindlichen Lieder über die Lautsprecher des Fahrzeugs abspielen. Das klappte im Test ohne Probleme.

Zur technischen Basis der Fernsehfunktion heißt es von BMW: „Die TV-Funktion läuft aktuell entweder über analoges TV, über DVB-T oder über andere regionale Digital-TV-Standards. Internet Streaming ist im Moment für Video nicht möglich. Allerdings ist es für Audio über die BMW Connected-App (Webradio) oder über BMW kompatible Musik Apps wie Aupeo, Pandora usw möglich".

Radio

Spricht für sich selbst. Auch digitaler Radioempfang ist möglich.

Telefon

Hier kommt das angeschlossene iPhone ins Spiel. Sie können entweder via iDrive oder per Sprachsteuerung jederzeit Telefonate starten. Diese laufen über die SIM-Karte des iPhones (in unserem Fall ein iPhone 5) und nicht über die SIM-Karte des BMWs. Für die Telefonate stehen Ihnen alle Möglichkeiten des iPhones zur Verfügung, inklusive Wahlwiederholung und Kontaktverzeichnis.
 
Das Telefonieren klappte im Test einwandfrei. Unser per USB-Kabel und Bluetooth mit dem BMW verbundene iPhone 5 hatten wir bequem in der Mittelablage zwischen den beiden Vordersitzen verstaut.

Navigation mit Verkehrslageinformationen
Vergrößern Navigation mit Verkehrslageinformationen

Navigation

Sie können sowohl per Sprachsteuerung als auch per iDrive Ihr Fahrtziel angeben. Oder sich die Route, die Sie am PC zusammengestellt haben, auf Ihr Fahrzeug schicken. Die Navigation funktioniert im Test sehr gut, besonders im Zusammenspiel mit dem weiter unten beschriebenen Head-up-Display: Sie fahren sozusagen direkt nach den Pfeilen vor Ihnen auf der Windschutzscheibe. Bei Autobahnabfahrten und Kreuzungen hilft eine spezielle Anzeige auf dem Monitor dabei, die richtige Abfahrt zu erwischen (Kreuzungsassistent, Abbiegeassistent). Optional können Sie sich auch noch per Sprachbefehle führen lassen. Besonders wertvoll ist die Navigation im Zusammenspiel mit den diversen Suchoptionen von BMW Online (siehe unten): Wenn Sie beispielsweise nach einer Tankstelle oder einem Arzt in Ihrer Nähe suchen, können Sie sich aus der Trefferliste von BMW Online direkt dorthin navigieren lassen.
 
Für das Navigationsmenü gibt es eine Reihe von Einstelloptionen, unter anderem für die Kartendarstellung, für die Routenermittlung und für die Anzeige der Verkehrslage. Letztendlich bietet die fest im BMW verbaute Navigation die gleichen Funktionen, die man auch von Navigationsgeräten von TomTom oder Garmin oder von Navigations-Apps für Smartphones her kennt. Nur dass man eben kein separates Navi oder das Smartphone auf dem Armaturenbrett positionieren muss, sondern alles sauber integriert ist. Dieser Komfort hat aber seinen Preis: Nicht nur bei der Anschaffung, sondern später auch bei den Karten-Updates, die sich BMW wie jeder andere Automobil-Hersteller auch teuer bezahlen lässt.

Office

Hier können Sie Kontakte suchen oder Mails lesen. Als Quelle dient ihr iPhone. Eine Office-Suite ist nicht mit an Bord (was der Name dieses Menüpunktes ja nahe legen könnte).

ConnectedDrive

Hier finden Sie alles, was mit Internet, Online-Dienste und Suchen zu tun hat. Weil dieser Punkt der Schwerpunkt unseres Artikels ist, kommen wir im Anschluss an diese Aufzählung der Menüpunkte ausführlich darauf zu sprechen. Sowohl wollen wir aber schon mal verraten: Ihr BMW beschränkt sich aber nicht darauf, Sie per Navigation ans Ziel zu bringen. Sondern Sie können mit Hilfe von ConnectedDrive zum Beispiel schon bei der Abfahrt und auch während der Fahrt das Wetter am Zielort checken und sich einen Überblick über die dortigen Sehenswürdigkeiten verschaffen. Sowohl in Wort wie auch in Bild. BMW nutzt hierzu diverse Internetdienste wie Panoramio, Google-Suche, Wikipedia-Einträge und ähnliches.

Fahrzeuginfo

Technische Informationen über das Fahrzeug, wie beispielsweise der Bordcomputer mit den Verbrauchwerten und der Restreichweite.

Einstellungen

Hier passen Sie das Control Display und ConnectedDrive an Ihre Wünsche an. Wobei Sie zumindest einige Einstellungen für ConnectedDrive auch über das dazu gehörige Webfrontend vornehmen können, beispielsweise den News-Feed.

Genug der Vorrede: Das kann ConnectedDrive

Wenn Sie auf dem Bildschirm via iDrive oder Sprachsteuerung den Menüpunkt „ConnectedDrive“ wählen, dann bekommen Sie dieses Untermenü zu sehen: Auskunftsdienst, Nachrichten, Pannenhilfe, BMW Online, Internet, Hotline.
 
Der Auskunftsdienst ist ihr persönlicher Concierge. Damit rufen Sie ein Callcenter an, das Ihnen im Telefongespräch hilft. Beispielsweise bei der Suche nach einem Hotel am Zielort. Die nötigen Navigationsdaten liefert Ihnen der Auskunftsdienst dann auf Ihr Fahrzeug. Mit der eigentlichen Internetnutzung hat das aber nichts zu tun, ebenso wenig wie die Punkte Pannenhilfe und Hotline (das alles läuft bei BMW unter BMW Assist). Deshalb gehen wir darauf nicht weiter ein. Und unter „Nachrichten“ empfangen Sie Ihre persönlichen Nachrichten, deren Quellen Sie zuvor konfigurieren müssen.
 
Für die Internetnutzung spielen dagegen diese beiden Menüpunkte von ConnectedDrive eine Rolle: BMW Online und Internet.

BMW Online bietet Zugriff auf viele Recherche-Möglichkeiten im Web
Vergrößern BMW Online bietet Zugriff auf viele Recherche-Möglichkeiten im Web

BMW Online

BMW Online ist das Tool für die Online-Suche unterwegs. Es umfasst folgende Menüpunkte: News, Wetter, Google Lokale Suche, Office, Anwendungen, Zuletzt verwendet, Extras.

Nachrichtenempfang im BMW
Vergrößern Nachrichtenempfang im BMW

News

Unter News empfangen Sie Nachrichten aus den unterschiedlichen Themenbereichen wie Deutschland (Politik), Wirtschaft oder Sport. Sie sind also auch unterwegs immer bestens informiert. Für einen kurzen Parkplatzstopp ideal. Zu jedem Newseintrag gibt es nicht nur reichlich Text, sondern auch ein illustrierendes Bild.

Wetter

Die Wetterdaten für den gewünschten Ort für den aktuellen Tag oder für die nächsten Tage, Inklusive Karte mit Wolkenlage.

Diese Webseite haben wir direkt aus den Detailinformationen von Google Lokale Suche heraus im Browser geöffnet.
Vergrößern Diese Webseite haben wir direkt aus den Detailinformationen von Google Lokale Suche heraus im Browser geöffnet.

Google Lokale Suche

Hiermit suchen Sie wie auch am PC nach allem, was Sie an dem von Ihnen genannten Ort benötigen. Beispielsweise die nächste Pizzeria am Zielort. Die Trefferlisten waren in unseren Tests oft nicht ganz vollständig, aber durchaus brauchbar.

Office

Hier kann man seine Mails verwalten und sich deren Inhalte vorlesen lassen. Diese Vorlesefunktion gibt es übrigens auch für Kurznachrichten und Kontakte.

Anwendungen

Hierunter hat BMW eine Reihe von Spezialsuchen zusammengefasst, die man teilweise auch mit Google Lokale Suche erledigen könnte. Durch die Spezialisierung spart man aber Zeit und die Suche fällt einem bequemer. So gibt es eine Apothekensuche, Bilder am Zielort, Börse, Deutsche Post, Geldautomaten, Hotels und Apothekennotdienste. Außerdem spürt ConnectedDrive Geldautomaten und Postfilialen sowie Briefkästen auf. Der Suchdienst zeigt zudem Parkmöglichkeiten und Reiseinformationen (zum Beispiel zu Sehenswürdigkeiten entlang der Route oder am Zielort) an. Ein nettes Café oder ein Restaurant ist ebenfalls schnell gefunden und angefahren, dank dem integrierten Yelp.

Google Street View in ConnectedDrive
Vergrößern Google Street View in ConnectedDrive


Hinter „Bilder am Zielort“ verbergen sich die Fotos von Panoramio sowie Google Street View-Aufnahmen. Damit können Sie sich im Urlaub bequem bereits auf der Anfahrt einen ersten Eindruck von Sehenswürdigkeiten am Ziel Ihre Urlaubsreise verschaffen. Mit einem Panoramio-Foto können Sie übrigens auch die Startseite von BMW Online schmücken – standardmäßig finden Sie dort die Temperaturangaben für den ausgewählten Ort. Börsenspekulanten bleiben zudem mit „Börse“ immer auf dem aktuellen Stand. 

Die Verknüpfung macht den Unterschied

Man benötigt natürlich keinesfalls BMW ConnectedDrive, um auf Reisen seine Aktienkurse checken zu können oder Google Lokale Suche zu starten. Alle diese Informationen finden Sie auch auf Ihrem Smartphone. Aber der Vorteil von ConnectedDrive besteht eben darin, dass alle diese Suchdienste auf einem großen, gut ablesebaren Display im Auto stattfinden und dass man sie rund um die Uhr nutzen kann ohne einen leeren Smartphone-Akku fürchten zu müssen. Die im Ausland drohenden hohen Roamingkosten spielen im BMW ebenfalls keine Rolle.
 
Zudem ist die Verknüpfung der Suchergebnisse mit dem eingebauten Navigationsgerät unschlagbar: Sie können sich zu jeder Adresse, die Google Lokale Suche, die Apothekensuche oder die Geldautomaten oder die Briefkastensuche liefert, sofort hinlotsen lassen. Oder Sie rufen dort direkt via iPhone an. Dazu wählen Sie einfach mit dem iDrive den entsprechenden Eintrag zu dem Treffer aus. Alle Treffer werden auf einer Google-Maps-Karte angezeigt. Sie können mit dem iDrive bequem zwischen den Treffern wechseln und sehen so sofort auf der Karte, welcher Eintrag Ihnen am nächsten liegt.       
 
Wirklich praktisch ist in diesem Zusammenhang die bereits erwähnte Möglichkeit, sich zu Hause am PC in aller Ruhe eine Route zusammenzustellen und diese dann aufs Fahrzeug zu schicken. Das klappte im Test mehrmals einwandfrei. BMW stellt nämlich im Webfrontend von ConnectedDrive einen Routenplaner bereit (der auf Google Maps basiert). Die abgeschickten Routen können Sie dann auf dem Fahrzeug unter „Navigation“ aufrufen und starten.
 
Eher witzig als nützlich ist der Eintrag „Webcams“ unter BMW Online. Denn die Anzahl der verfügbaren freien Webcams ist überschaubar. Aber immerhin bekommen Sie damit zumindest einen groben Eindruck vom aktuellen Geschehen und Wetter am gewünschten Ort.
 
Unter BMW Online können Sie auch Daten auf Ihr iPhone senden, beispielsweise die Fahrzeugposition, um es später leichter wieder zu finden. Allerdings können Sie „send to Phone“ nur für iPhone, Nokia und Blackberry nutzen, auf Androiden können Sie keine Daten senden.

Flash, Youtube, Facebook, Twitter

Für Youtube steht übrigens keine Anwendung unter BMW Online bereit. Und der ebenfalls vorhandene Browser (siehe weiter unten) spielt keine Youtube- beziehungsweise Flash-Videos ab.
 
Im Zeitalter von Social Media fragt man sich natürlich unwillkürlich, wie man Facebook, Twitter und eventuell noch Google Plus im BMW abfragen kann. Die Antwort: Sie können Facebook und Twitter im Rahmen der Sonderausstattung "App" nutzen. Diese unterstützt derzeit das iPhone 3GS, das iPhone 4 und das iPhone 5. Zusätzlich muss das iPhone mit dem SnapIn Adapter im Wagen verbunden sein. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, dann können Sie Facebook und Twitter auf dem Control Display verwenden.

Zudem hat BMW mit Wiki Local eine Schnittstelle zur Online-Enzyklopädie Wikipedia integriert. Sozusagen als „Brockhaus-Ersatz“ auf Rädern. Für die schnelle Recherche unterwegs sicher praktisch.

Etwas holprige Darstellung im BMW-Browser: Deutsche Umlaute werden falsch dargestellt. Links sehen Sie die Menüleiste des Browsers.
Vergrößern Etwas holprige Darstellung im BMW-Browser: Deutsche Umlaute werden falsch dargestellt. Links sehen Sie die Menüleiste des Browsers.

Internet - Surfen mit ConnectedDrive

Wir haben zwar bereits viel über diverse Internetdienste gesprochen, doch wie steht es bei ConnectedDrive mit dem eigentlichen Surfen auf Webseiten? Den Browser finden Sie nicht unter BMW Online, sondern unter dem separaten Menüpunkt „Internet“. Er spielt wie bereits erwähnt kein Flash ab, unterstützt aber Tabs und Favoriten. Insgesamt erweist sich die Bedienung des Browsers aber als etwas zähes Unterfangen, hier rächt sich wieder der fehlende Touchscreen. Mit dem iDrive bewegt man den Cursor, scrollt die Seite und klickt Links an. Je nach Qualität der Mobilfunkverbindung geht der Seitenaufbau einigermaßen flott voran (BMW Online und Internet laufen über die separat im BMW verbaute SIM-Karte. Die Qualität der Verbindungen, also beispielsweise 3G, zeigt das Display links oben an). Aber das Navigieren auf der Seite ist wie gesagt kein so großer Spaß. Zumal der Browser deutsche Umlaute falsch darstellt.
 
Den Browser im BMW kann man als Notlösung bezeichnen. Wenn man unterwegs schnell etwas recherchieren muss oder noch kurz die Webseite des Kunden, den man als Außendienstler gleich besuchen wird, checken will, dann reicht er aus. Aber für längere Surfsessions greift man lieber zum Touchscreen-Tablet mit 3G.

Webfrontend zu ConnectedDrive

Hier können Sie eine Reihe von Einstellungen vornehmen. Das Erstellen einer Route und Verschicken auf das Fahrzeug haben wir bereits erwähnt. Ebenso können Sie im Webfrontend den News-Feed im BMW bearbeiten. Und Sie können hier die Fernfunktion aktivieren.

Das Head-Up Display blendet wichtige Informationen im Sichtfeld des Fahrers ein.
Vergrößern Das Head-Up Display blendet wichtige Informationen im Sichtfeld des Fahrers ein.
© BMW

Sonderfall: Sicherheitsassistenten

Was haben ACC (bei BMW als Auffahrwarnung mit Anbremsassistent bezeichnet), Spurwechselwarnung (Spurwechselassistent) und Spurverlassenswarnung (Spurhalteassistent) mit der Internetnutzung zu tun? Bis heute relativ wenig, insofern rätselt man schon etwas, weshalb BMW diese – in der Tat wichtigen – potenziellen Lebensretter unter ConnectedDrive aufführt. Vermutlich liegt das daran begründet, dass künftig die Sicherheitsassistenten eng mit der Konnektivität und der Internetnutzung verbunden sein werden. Wenn sich zum Beispiel Autos gegenseitig warnen – weil ein defektes Fahrzeug hinter einer nicht einsehbaren Kurve liegt oder wenn ein voraus fahrendes Fahrzeug wegen einer nassen Fahrbahn ins Schleudern kommt. BMW spricht in diesem Zusammenhang von der „Vernetzung von Fahrer, Fahrzeug und Außenwelt“ und nennt dafür die Notruffunktion als Beispiel. Weil BMW aber seine Sicherheitsassistenten nun einmal unter ConnectedDrive mitzählt und diese in der Tat faszinierend funktionieren, stellen wir sie hier ebenfalls vor.

Night Vision mit Personenerkennung
Vergrößern Night Vision mit Personenerkennung
© BMW

Sensoren in Hülle und Fülle

Die Sicherheitsassistenten erhalten ihre Informationen von mehreren Kameras und einem Laser. Letzterer ist vorne unter dem Kühlergrill eingebaut und misst die Entfernung und Relativgeschwindigkeit zum vorausfahrenden Fahrzeug. Die Frontkamera (für den Spurverlassenswarner und andere Funktionen wie z.B. SLI) befindet sich an der Vorderseite des Innen-Rückspiegels, außerdem sind (allerdings nicht für Sicherheits- sondern für Komfortfunktionen) in den vorderen Kotflügeln/Stoßfänger seitliche Kameras verbaut (für die Side View). Für die Einparkhilfe alias Surround View sind in den Außenspiegeln und in der Heckklappe weitere Kameras verbaut, letztere bedient auch Rear View. Der Spurwechselassistent nutzt darüber hinaus weitere Radarsensoren, die in den hinteren Stoßfängern verbaut sind (unsichtbar dahinter). Für PDC werden darüber hinaus Ultraschallsensoren vorne und hinten genutzt. Für NIght Vision ist zudem eine Wärmebildkamera links im Kühlergrill eingebaut.

Der Spurwechselwarner im Fahrerspiegel
Vergrößern Der Spurwechselwarner im Fahrerspiegel

Spurwechselwarner

Der Spurwechselwarner warnt vor Fahrzeugen, die sich in Ihrem Toten Winkel befinden, wenn Sie mit Ihrem PKW zum Überholen ansetzen beziehungsweise die Fahrspur wechseln wollen. Dann blinkt ein kleines oranges Warndreieck, das sich bei beiden Außenspiegeln innen Richtung Fensterscheibe befindet. Zusätzlich rüttelt leicht das Lenkrad.

Spurverlassenswarner

Der Spurverlassenswarner hält das Fahrzeug in der Fahrspur. Dazu muss er natürlich erst einmal eine Fahrspur erkennen. Auf der Autobahn ist das kein Problem, sofern die Fahrbahnmarkierung nicht wegen Teerarbeiten verschwunden ist. Auch hier rüttelt das Lenkrad, wenn der Wagen von der Fahrbahn abzukommen oder in eine andere Fahrbahn zu wechseln droht, sofern der Fahrer keinen Blinker gesetzt hat.

Auffahrwarnung mit Anbremsfunktion

Vor Auffahrunfällen soll die Auffahrwarnung mit Anbremsfunktion schützen. Sie misst ständig den Abstand zum vorausfahrenden Wagen und blendet in zwei Stufen Warnungen in das Head-Up-Display ein. Reagiert der Fahrer nicht, dann bremst der Wagen selbstständig etwas ab, allerdings kommt es nicht zu einer völlig autonomen Bremsung – BMW will offensichtlich seine Kunden nicht völlig entmündigen.

Eine Stop-and-Go-Funktion für Staus gibt es derzeit noch nicht. Damit ist gemeint, dass das Auto ohne Lenk- und Bremseingriff des Fahrers bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten im Kolonnenverkehr zum Beispiel im Stau fährt. So einen Stauassistent für die Längs- und Querführung auf Autobahnen von 0-40 km/h will BMW aber im November 2013 bringen. ACC stop & go („Aktive Geschwindigkeitsregelegung“) funktioniert aber bereits jetzt so ähnlich wie Stauassistent, allerdings ohne Lenken.

Das Head-Up-Display ist gestochen scharf! Dass das Head-Up-Display auf diesem Foto so verwackelt und unscharf wirkt, liegt ausschließlich an den schwierigen Bedingungen, unter denen dieses Foto entstand. In der Mitte sieht man die gefahrende Geschwindigkeit, links daneben der Hinweis, dass es kein Tempolimit gibt.
Vergrößern Das Head-Up-Display ist gestochen scharf! Dass das Head-Up-Display auf diesem Foto so verwackelt und unscharf wirkt, liegt ausschließlich an den schwierigen Bedingungen, unter denen dieses Foto entstand. In der Mitte sieht man die gefahrende Geschwindigkeit, links daneben der Hinweis, dass es kein Tempolimit gibt.

Alles im Blick: Headup-Display

Ein Highlight ist sicherlich das Head-Up-Display, das BMW ab dem 3er und dem X1 anbietet. Alle relevanten Informationen blendet das Fahrzeug ins Sichtfeld des Fahrers direkt vor ihm auf die Windschutzscheibe (BMW verbaut dafür eine Windschutzscheibe mit einer speziellen Folie darauf). Der Fahrer muss also nicht mehr den Blick weg von der Fahrtstrecke wenden, um sich zu vergewissern, wie schnell er fährt und wie schnell er fahren darf: Eventuell bestehende Geschwindigkeitsbegrenzungen werden links unten im Head-Up-Display angezeigt, rechts davon ziemlich in der Mitte des Head-Up-Displays erscheint die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit. Auch der Auffahrwarner schlägt im Head-Up-Display sofort Alarm, wenn der Sicherheitsabstand nach vorne zu gering wird (durch Einblenden eines orangefarbenen Achtung-Schildes). Clever: Die Navigationsanweisungen sind hier ebenfalls integriert (rechts im Head-Up-Display), der Fahrer sieht also direkt vor sich die Abbiegepfeile und bei Autobahnausfahrten den Kreuzungsassistenten. Und zu guter Letzt wird hier auch die Fußgängerwarnung von Night Vision (siehe unten) eingeblendet. Bequemer und vor allem sicherer geht es nicht. Perfekt.

Head-Up-Display mit Tempolimit, gefahrener Geschwindigkeit, Navigationsanweisung und Spurwarner.
Vergrößern Head-Up-Display mit Tempolimit, gefahrener Geschwindigkeit, Navigationsanweisung und Spurwarner.
© BMW

Verkehrszeichenerkennung

Damit das Head-Up-Display Tempolimits einblenden kann, muss es Verkehrszeichen und Geschwindigkeitsregelanlagen erkennen können. Dafür hat BMW die Verkehrszeichenerkennung integriert. Das klappte im Test sehr zuverlässig. Geschwindigkeitsbegrenzungen wurden mit zirka einer Sekunde Verzögerung auf dem Head-Up-Display eingeblendet. Als wir mit unserem Testfahrzeug losfuhren, konnten wir das Head-Up-Display im obersten Bereich nicht einsehen, weil es nicht optimal in unserem Gesichtsfeld lag. Wir mussten den Kopf also kurz nach unten bewegen, um alles sehen zu können. Im Einstellungsmenü für das Headup-Display gibt es dafür aber die Möglichkeit, die Höhe des Displays zu verändern. Das machten wir und schon passte die Höhe.

NIght Vision zeigt hier die Autobahn bei Nacht
Vergrößern NIght Vision zeigt hier die Autobahn bei Nacht

Night Vision mit Personenerkennung

Wärmebildkameras sind ein Feature aus der Wehrtechnik. Mit ihnen kann man die Wärmeabstrahlung von Lebewesen und Gegenständen sichtbar machen. Das klappt ohne Infrarotscheinwerfer und ohne Restlichtverstärkung mit Night Vision im BMW. Hauptsächlicher Zweck: Mit Night Vision soll man bei schlechter Sicht Fußgänger und Fahrradfahrer besser/früher erkennen können, insbesondere wenn man auf schlecht oder gar nicht beleuchteten Landstraßen unterwegs ist. Das Bild der Wärmebildkamera ergänzt also das durch die Scheinwerfer ausgeleuchtete Sichtfeld des Fahrers. Zudem richtet das System den Scheinwerfer auf einen Menschen, wenn es ihn als solchen identifiziert. Dadurch erkennt der Auto-Fahrer schneller die potenzielle Gefahr. Bei Regen, Nebel oder Schnee funktionieren Wärmebildkameras aber kaum oder gar nicht.

Night Vision mit Fußgängererkennung: identifiziert Night Vision einen Menschen, so richtet es den Scheinwerfer auf ihn, damit der BMW-Fahrer die Gefahr schneller erkennt..
Vergrößern Night Vision mit Fußgängererkennung: identifiziert Night Vision einen Menschen, so richtet es den Scheinwerfer auf ihn, damit der BMW-Fahrer die Gefahr schneller erkennt..
© BMW

Night Vision funktionierte im Test bei Dunkelheit ohne Nebel und Niederschlag zwar gut. Menschen konnten wir schon auf weite Entfernungen erkennen, auch wenn sie in anderen Fahrzeugen saßen – zum Beispiel auf Parkplätzen. Doch der Blick auf den Bildschirm lenkt auch etwas ab. Immerhin werden Warnungen vor Fußgängern auf dem Head-Up-Display eingeblendet, so dass man nicht auf den Monitor starren muss. Dessen Bild wird übrigens nicht im Head-Up-Display eingeblendet.

Rückfahrkamera (Rear View) mit Hilfslinien und Hinderniswarnung.
Vergrößern Rückfahrkamera (Rear View) mit Hilfslinien und Hinderniswarnung.

Parkhilfe (PDC)

Gerade in unserem Testfahrzeug, einem rund fünf Meter langen 7er, sind Einparkhilfen nützlich. BMW bietet im Rahmen von ConnectedDrive gleich mehrere an. So gibt es eine Rückfahrkamera, deren Bild auf dem Control Display sogar mit Hilfslinien einblendet wird.

Dank der Surround View (das Fahrzeug in der Mitte ist unser 7er) sollten Parkrempler der Vergangenheit angehören.
Vergrößern Dank der Surround View (das Fahrzeug in der Mitte ist unser 7er) sollten Parkrempler der Vergangenheit angehören.

Richtig clever ist aber die „Draufsicht“ auf das Auto (die so genannte Surround View, die ihre Bilder von den Kameras in den Außenspiegeln und in der Heckklappe bezieht) – hier sieht man auf dem Bildschirm das gesamte Fahrzeug quasi von oben, wobei farblich die Stellen hervorgehoben sind, bei denen sich Hindernisse in der Nähe des PKWs befinden. Tote Winkel, gerade nach vorne oder neben den Kotflügeln gibt es also keine mehr. P.S.: Ein klassisches PDC und einen automatischen Parkassistenten bietet BMW natürlich zusätzlich auch noch an.

Side View: Blick hinter die Mauer. Damit tasten Sie sich vorsichtig in schlecht einsehbare Straßen vor.
Vergrößern Side View: Blick hinter die Mauer. Damit tasten Sie sich vorsichtig in schlecht einsehbare Straßen vor.

Um die Ecke schauen (Side View)

Ebenfalls clever ist der Blick zur Seite (BMW nennt das Side View), wenn man sich in eine schlecht einsehbare Straße hineintasten muss. Hier blicken nach links und rechts je eine Kamera, die an den Rändern der vorderen Radkästen respektive im vorderen Stoßfänger eingebaut sind, um die Ecke. Beide Bilder werden gleichzeitigt auf dem Control Display eingeblendet. So erkennt man beispielsweise Kinder, die sich verdeckt durch eine Mauer von der Seite nähern. Genial.

Datenschutz bei ConnectedDrive

ConnectedDrive sammelt eine Menge Daten über den oder die Benutzer. Beispielsweise die Suchanfragen, den Browserverkauf, Telefonnummern, Navigationsziele, Vorlieben bei TV und Musik und so weiter. Den Browserverkauf kann der Anwender selbst im Fahrzeug löschen, doch wie sieht es mit den übrigen von ConnectedDrive gesammelten Daten aus? Dazu wieder Silke Brigl: "Die Daten werden ausschließlich zur jeweiligen Leistungserbringung verwendet und bis zur ordnungsgemäßen Bearbeitung der Vorgänge vorgehalten. Anschließend werden die Daten gelöscht. Eine Weitergabe der Daten an Dritte findet darüber hinaus nicht statt."

 

 
 
 
 






 
 

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