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Celluon Magic Cube im Test

02.04.2013 | 10:11 Uhr |

Ob vier oder fünf Zoll – auf dem Smartphone-Display ist das Eintippen längerer Texte eine Qual. Der Magic Cube verspricht Abhilfe und projiziert eine Tastatur auf die Tischplatte.

Selbst auf 7-Zoll-Tablets ist das Tippen langer Texte kein Vergnügen. Außerdem nimmt die virtuelle Ausklapp-Tastatur viel von der Sicht. Doch eine Bluetooth-Tastatur zusätzlich mit sich herum zu tragen ist umständlich. Einen interessanten Kompromiss verspricht da hingegen der Celluon Magic Cube von getdigital.de . Der Magic Cube projiziert eine Infrarot-Tastatur auf den Tisch, ist selbst aber klein genug für die Jackentasche. Beim Tippen unterbrechen Sie mit Ihren Fingern das Infrarot-Licht und anhand des reflektierten Lichtes berechnet der Cube, welche Taste Sie gedrückt haben.

Magic Cube per Bluetooth verbinden

Nach dem Aufladen des fest verbauten Akkus per beigelegtem USB-Kabel legen wir den Power-Schalter auf der Rückseite des Würfels um. Sofort projiziert der Cube die Tastatur in scharfen Linien auf den Tisch. Nur mittig oben ist die Projektion etwas schwach. Leider handelt es sich um ein englisches Layout, welches Sie nicht wechseln können. Der Hersteller empfiehlt eine ebene Unterlage und rät von direktem Sonnenlicht, Halogenstrahlern und Glastischen ab.

Doch zuerst müssen Sie den Magic Cube mit dem Smartphone oder Tablet via Bluetooth verbinden. Der Hersteller gibt als unterstützte Geräte iOS-Flundern und Androiden an. Auch Windows und Mac OS stehen auf der Liste. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Pairing (Bluetooth-Verbindung) erfolgt im Handbuch – zumindest für iOS und Android. Schade: Auch das Handbuch ist leider nur auf Englisch verfasst. Der Verbindungsaufbau ist aber Standard und recht simpel: Beide Geräte anschalten, Bluetooth am Tablet/Smartphone aktivieren und dort nach dem Cube suchen. Als Sicherheit müssen Sie einen angezeigten Code eingeben – die erste Eingabe, die wir mit dem Magic Cube auf der Tischplatte vornehmen. Hinweis zum Pairing: Ältere Android-Geräte unterstützen das bequemere "Bluetooth HID" eventuell nicht und benötigen einen separaten Treiber. Die Webadresse des Treibers finden Sie auf einem Beipackzettel. Dort wartet auch eine Anleitung zur Installation.

Sinnvolle Einstellungen und Stromsparmodus

Standardmäßig bestätigt der Magic Cube jede Buchstaben-Eingabe mit einem leisen trockenen Klick. Da haptisches Feedback fehlt, ist das durchaus sinnvoll. Wer sich daran stört (oder das Geräusch lauter haben möchte), drückt die FN-Taste und gleichzeitig die Cursor-Taste nach oben oder unten. Ähnlich funktionieren die Helligkeitseinstellung der Projektion und das Einstellen der Berührungsempfindlichkeit. Gut gefallen hat uns außerdem der Stromsparmodus: Drücken Sie FN und BACK gleichzeitig. Zum Weitertippen genügt das gleichzeitige Klopfen mit drei Fingern auf die Tischplatte. Der Magic Cube kann unter Android auch als Mauspad fungieren, indem Sie das Pfeilsymbol plus FN-Taste drücken. Dann lenken Sie nicht nur den Mauszeiger über den Bildschirm, sondern dürfen auch Zoom- und Wisch-Gesten verwenden – ganz wie auf dem Touchscreen.

"Daz ist einn Tezt"

Doch nun zum eigentlichen Feature des Magic Cubes: dem Tippen. Insbesondere in den beiden unteren Buchstabenreihen verhaspelt sich der Cube immer wieder. Beispiel: Bei normaler Tippgeschwindigkeit wollen wir "Das ist ein Test" eingeben, erhalten aber "Daz ist einn Tezt". Auf der englischen Tastatur ist das "Y" ein "Z" - die Taste ist unter dem "S". Scheinbar vertut sich der Cube bei der Entfernungsberechnung und denkt, wir haben ein "Z" statt dem "S" gedrückt, obwohl wir mit der Fingerspitze exakt in der Mitte des "S" gelandet sind. Das Ergebnis ist stark von der Helligkeit des Raumes (je dunkler, desto besser) abhängig und davon, dass Sie Ihre Finger nach dem Tastenanschlag wenigstens ein paar Millimeter anheben. Wer zu nah über der projizierten Taste bleibt, riskiert, dass er das Infrarotlicht weiter unterbricht.

Fazit: Für Schnelltipper oder dem Einsatz im Büro ist der Cube ungeeignet. Lediglich im Adler-Such-System mag er zum gewünschten Ergebnis führen, ohne dass man ständig die letzte Eingabe korrigieren müsste. Doch dafür 149 Euro ausgeben? Wir empfehlen stattdessen eine Schreib-App zum Wischen á la Swype , wie sie beispielsweise auf dem Nexus 10 schon vorinstalliert ist. Sie beschleunigt das Tippen auf dem kleinen Display für deutlich weniger Geld. Für den Magic Cube sprechen lediglich die freie Sicht, weil keine virtuelle Tastatur am Display ausklappt und die absolute Sicherheit, dass er zahlreiche neugierige Blicke auf sich ziehen wird (wenn man das denn möchte). Das Konzept finden wir äußerst spannend, aber noch hapert es an der praktischen Umsetzung.

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