01.02.2010, 14:43

Michael Schmelzle

CPU und Grafik in einem Chip

Intel Core i5-661 im Test

Der Core i5-661 ist die erste Intel-CPU mit integriertem Grafikkern. Im Test präsentiert sich der Dual-Core-Prozessor als rechenstark und sparsam.
Intel hat beim Core i5-661 die Schaltkreise geschrumpft: Die neue CPU-Familie, Codename Clarkdale, fertigt der Chipriese im 32-Nanometer-Verfahren. Kleinere Strukturbreiten machen eine CPU sparsamer, erlauben höhere Taktraten und schaffen Platz für weitere Schaltkreise. Intel hat das beim Core i5-661 nicht nur genutzt, um den Stromverbrauch zu senken. In die 3,33-GHz-CPU passt auch noch ein Grafikkern. Das macht den Intel Core i5-661 zur idealen CPU für preiswerte, energieeffiziente und zugleich rechenstarke PCs.
Ander als der aktuelle Testsieger Intel Core i5-750 mit vier Rechenkernen íst der Core i5-661 eine Dual-Core-CPU. Diesen Nachteil gleicht der Core i5-661 durch Hyper-Threading (HT) aus. HT führt zu einer besseren Auslastung der Recheneinheiten, indem jeder Rechenkern als virtueller Zwei-Kern-Prozessor arbeitet. Noch mehr Leistung kitzelt Intel mit Hilfe der automatischen Übertaktungsfunktion "Turbo Mode" aus dem Core i5-661: Ist nur ein physikalischer Rechenkern beschäftigt, beschleunigt die CPU die Taktfrequenz des aktiven Kerns um zwei Taktschritte à 133 MHz auf 3,6 GHz. Zudem hat Intel dem Core i5-661 den zusätzlichen Befehlssatz AES-NI mit sieben neuen Instruktionen spendiert. AES-NI steht für Advanced Encryption Standard New Instructions. Damit lassen sich Programme wie Winzip, die die Verschlüsselungsfunktion einsetzen, um bis zu 100 Prozent beschleunigen.
Der Intel Core i5-661 besteht aus zwei Halbleiterbausteinen: Der Dual-Core-CPU sowie einem zweiten 45-Nanometer-Chip, in den Intel den Grafikkern, den Speicher-Controller und eine PCI-Express-Schnittstelle mit 16 Kanälen gepackt hat. Die beiden Chips verbindet Intel über das Direct Media Interface (DMI). Das Chip-Duo verfrachtet Intel in ein Prozessorgehäuse für den LGA1156-Steckplatz, den Intel bereits mit dem Core i5-750 eingeführt hat.
Drei neue Chipsätze für den Intel Core i5-661
Trotz des identischen Steckplatzes ist aufgrund der veränderten CPU-Architektur der P55-Chipsatz nicht der optimale Partner für den Core i5-661. Die Dual-Core-CPU funktioniert nach einem Bios-Update zwar auch mit P55-Hauptplatinen, allerdings lässt sich dann der integrierte Grafikkern nicht nutzen. Deshalb hat Intel für den Core i5-661 die neuen Chipsätze H55, H57 und Q57 entwickelt. Auf den meisten Platinen findet sich der H55-Chipsatz, an dem man das Zusammenspiel zwischen CPU, Grafik, Speicher und Peripherie gut aufzeigen kann.
Der H55-Chipsatz besteht aus einem Halbleiterbaustein und fungiert hauptsächlich als South-Bridge: Er stellt unter anderem die Schnittstellen für den Audio- und Netzwerkchip sowie den SATA- und USB-Controller zur Verfügung. Zwei Datenleitungen verbinden CPU und Chipsatz: Zum DMI gesellt sich bei Core i5-661 das Flexible Display Interface (FDI). Darüber läuft der Datentransfer zwischen der in der CPU integrierten Grafiklogik und den Video-Ausgängen der Hauptplatine (siehe Blockschaltbild).
Der Core i5-661 kann aber auch die eingebaute PCI-Express-Schnittstelle nutzen, um eine Grafikkarte über 16 oder zwei Grafikkarten über je 8 Kanäle anzusteuern. Das FDI schaltet sich und die integrierte Grafiklogik dann automatisch ab.
Der Grafikkern des Intel Core i5-661
Die Grafikeinheit des Intel Core i5-661 heißt Intel HD Graphics. Sie ist eine aufgebohrte Version des Intel GMA X4500. So steigen beispielsweise die Anzahl der Ausführungseinheiten von 10 auf 12, die Taktfrequenz auf 900 MHz und der adressierbare Videospeicher von 768 auf 1792 MB. Die maximal mögliche Auflösung des DirectX-10.0-Chips liegt weiterhin bei 2560 x 1600 Bildpunkten.
Im Test zeigte die Intel HD Graphics eine schwache 3D-Leistung, die selbst anspruchslose Gelegenheitsspieler nicht zufrieden stellt. In der neuen CPU-Testplattform der PC-WELT erzielte der Intel Core i5-661 mit der Grafikkarte Nvidia Geforce GTX285 13289 Punkte im GPU-Test des 3D Mark Vantage (Performance-Mode). In Zusammenarbeit mit der integrierten Grafiklogik erreichte das Testsystem hingegen nur mickrige 355 Punkte.
Besser eignet sich Intel HD Graphics für die HD-Wiedergabe: Sie kann zwei HD-Video-Streams gleichzeitig decodieren und unterstützt neben dem Kopierschutz HDCP auch die HD-Audio-Formate Dolby TrueHD und DTS-HD.
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