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Intel Core 2 Quad Q9450

12.01.2009 | 18:18 Uhr |

Mit Intels Core 2 Quad Q9450 tritt der direkte Nachfolger des Vierkern-Verkaufsschlagers Q6600 zum Test an. Wir prüfen, wie sich die Verdopplung des L2-Caches auf die Rechenleistung des 2,66-GHz-CPU auswirkt.

Der Core 2 Quad Q9450 ist das Einsteigermodell aus der Yorkfield-Familie, die Intel im fortschrittlichen 45-Nanometer-Prozess fertigt. Im Vergleich zu seinem sehr erfolgreichen Vorgänger Core 2 Quad Q6600 arbeitet der 2,66-GHz-Vierkerner mit einem höheren Front Side Bus (333 statt 266 MHz) und doppelt so viel L2-Cache (12 statt 6 MB). Derzeit bietet Intel den Yorkfield in sechs Versionen mit Taktraten von 2,66 bis 3,2 GHz an, darunter auch der ehemalige Testsieger Intel Core 2 Extreme QX9650 . Dabei liegt die Preisspanne zwischen 270 und 1200 Euro.

Stromverbrauch: Mit eingeschaltetem Energiesparmodus benötigte das Testsystem des Core 2 Quad Q9450 im Leerlauf - ebenso wie der direkte AMD-Rivale Phenom II X4 940 Black Edition - nur 135 Watt. Zum Vergleich: Der Test-PC des hauseigenen Vorgängers Core 2 Quad Q6000 genehmigte sich hingegen im Bereitschaftszustand 159 Watt und damit fast 17 Prozent mehr Strom. Das gilt übrigens auch für das 3,2-GHz-Spitzenmodell aus der Yorkfield-Familie, Intels Core 2 Extreme QX9770 , das im Leerlauf mit 158 Watt ebenfalls 17 Prozent mehr Energie aus dem Netzteil zog.

Sind alle Kerne voll ausgelastet, arbeitete die Q9450-Testplattform mit 186 Watt sehr sparsam: Der hauseigene Q6600-Vorgänger saugte mit 215 Watt fast 16 Prozent mehr Strom aus dem Netzteil, was angesichts der 65-Nanometer-Fertigung allerdings nicht weiter verwundert. Schlecht sieht hingegen der direkte AMD-Konkurrent aus, der ebenso wie der Q9450 aus der 45-Nanometer-Produktion stammt. Mit 235 Watt benötigte der Phenom II X4 940 Black Edition gut 26 Prozent mehr Energie.

Noch wichtiger als der Energieverbrauch der Testplattform ist allerdings die Energieeffizienz. Sie dient als Kenngröße dafür, wie viel Rechenleistung der Prozessor pro Watt herausholt. Hier schnitt der Core 2 Quad Q9450 mit 56,6 Punkten pro Watt ebenfalls sehr gut ab, nur die beiden deutlich kostspieligeren Prozessoren Core 2 Extreme QX9650 und QX9770 aus derselben Baureihe erreichten noch etwas bessere Ergebnisse.

Im Vergleich zum Vorgängers Core 2 Quad Q6000 (40,6 Punkte/Watt) und dem direkten AMD-Rivalen Phenom II X4 940 (41,4 Punkte/Watt) setzte der Core 2 Quad Q9450 damit die eingespeiste Energie gut 30 Prozent effizienter in Rechenleistung um. Gerade wenn Ihr PC täglich mehrere Stunden in Betrieb ist, kann sich der genügsame Stromverbrauch des Q9450 sprichwörtlich bezahlt machen!

Die wichtigsten technischen Details des Intel Core 2 Duo Q9450 im Überblick
Vergrößern Die wichtigsten technischen Details des Intel Core 2 Duo Q9450 im Überblick
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Ausstattung: Der Core 2 Quad Q9450 darf auf einen üppigen Pufferspeicher zugreifen. Je Kern stehen 64 KB L1-Cache zur Verfügung. Hinzu kommt der gemeinsame 12 MB große L2-Cache. Der Funktionsumfang lässt keine Wünsche offen: Die 2,66-GHz-CPU unterstützt die Hardware-Virtualisierung Intel Virtualization Technology (IVT) und erlaubt via EM64T den Einsatz von 32- und 64-Bit-Betriebssysteme sowie die Sicherheitsfunktion Trusted Execution Techologie (TXT).

Hinzu kommen alle zusätzlichen SSE-Befehlssätze bis hin zur Version 4.1 sowie der Schutz vor Angriffen durch einen Puffer-Überlauf (XD-Bit). Weitere Ausstattungsmerkmale sind der Überhitzungs-Schutz Thermal-Monitor 2 sowie die Energiesparfunktion Enhanced Intel Speedstep Technology (EIST) inklusive der Takt- und Spannungsregulierung Enhanced Halt State (C1E).

Rechenleistung: Unter allen von uns getesteten Vierkernern bot der Core 2 Quad Q9450 die sechstbeste Rechenleistung. Damit platzierte er sich standesgemäß hinter den großen Brüdern QX9650 und QX9770 sowie dem Duo aus Intels aktueller Baureihe Core i7. Seinen Vorgänger Q6600 hatte er hingegen klar im Griff - in der Spitze sind bis zu 20 Prozent mehr Tempo drin. Allerdings musste sich der Q9450 über alle Benchmarks gemittelt auch AMDs Phenom II X4 940 geschlagen geben - wenn auch knapp. Je nach Test war er mal vor, mal hinter dem brandneuen AMD-Prozessor.

So konnte sich der Core 2 Quad Q9450 etwa bei der Umwandlung einer Musik-CD ins MP3-Format unter iTunes mit 57 Sekunden etwas vom Phenom II X4 (61 Sekunden) absetzen und lag bereits 12 Prozent vor dem Q6600 (64 Sekunden). Ein weiteres Beispiel ist die Spieleleistung. So erreichte der Core 2 Quad Q9450 im Ego-Shooter Crysis bei der 800er-Auflösung eine mittlere Bildrate von 121 Bildern pro Sekunde und war damit deutlich schneller als AMDs Flaggschiff Phenom II X4 940 Black Edition (108 Bilder/s) sowie sein Q6600-Vorgänger (102 Bilder/s).

Keine Chance hatte der Q9450 allerdings im Vergleich zum knapp 100 Euro günstigeren Intel Core 2 Duo E8500 . Dank der höheren Taktrate - der E8500 arbeitet mit 3,17 GHz - erarbeitete sich der Zweikerner mit 135 Bildern pro Sekunde in diesem Test einen Vorsprung von fast 12 Prozent. Ernsthafte PC-Spieler sind also nach wie vor mit einem möglichst taktstarken Doppelkerner besser beraten und investieren das gesparte Geld besser in eine kraftvolle Grafikkarte.

Beim Umwandeln einer1080i-Videodatei ins MPEG-4-Format mit einer Auflösung auf 640 x 352 Bildpunkten musste sich der Core 2 Quad Q9450 hingegen mit 118 Sekunden AMDs Phenom II X4 940 Black Edition geschlagen geben. AMDs neueste Kreation benötigte für die Transcodierung nur 113 Sekunden . Wie gehabt setzte sich der Q9450 aber wieder deutlich mit einem Tempoplus von fast 13 Prozent gegen seinem Vorgänger Q6600 durch, der für die Video-Umwandlung 133 Sekunden benötigte.

Das Nachsehen hatte der Core 2 Quad Q9450 auch bei der Finanzanalyse-Software Sungard: Mit 499 Sekunden in diesem Benchmark war der Intel-Prozessor rund 8 Prozent langsamer als der Phenom II X4 940 (460 Sekunden). Das hausinterne Duell mit dem Core 2 Quad Q6600 (595 Sekunden) gewann der Q9450 hingegen erneut mit einem signifikanten Vorsprung von rund 19 Prozent. Hier macht sich der doppelt so große L2-Cache positiv bemerkbar.

Fazit: Mit Intels Core 2 Quad Q9450 bekommen Sie einen flotter Vierkern-Prozessor, der sich für alle Einsatzgebiete eignet und dabei sehr energieeffizient arbeitet. Der Preis für das Gebotene ist noch fair.

Im Vergleich zu seinem Vorgänger - dem Verkaufsschlager Q6600 - zeigt sich Intels Core 2 Quad Q9450 deutlich verbessert. Intel konnte bei gleicher Taktfrequenz den Stromverbrauch im Leerlauf und unter voller Auslastung aller Rechenkerne im Schnitt um fast 17 Prozent reduzieren. Gleichzeitig hat sich die Rechenleistung dank der doppelt so großen zweiten Cache-Stufe und kleinen Optimierungen in der CPU-Architektur deutlich erhöht - in der Spitze rechnet der Q9450 gut 20 Prozent flotter als der Q6600-Bestseller. Unterem Strich klettert damit die Energieeffizienz um satte 39 Prozent - ein gewaltiger Sprung!

Gegenüber dem direkten AMD-Konkurrenten Phenom II X4 940 Black Edition kann Intels Core 2 Quad Q9450 einen niedrigeren Stromverbrauch und eine deutlich höhere Energieeffizienz ins Feld führen. Bei der reinen Rechenleistung muss sich der Intel-Prozessor dem AMD-Rivalen hingegen knapp geschlagen geben. Allerdings gilt das nur über alle Benchmarks gemittelt, bei der Konvertierung von Musik-Dateien unter iTunes und dem leistungshungrigen 3D-Spiel Crysis war der Core 2 Quad Q9450 beispielsweise schneller.

Alternativen: Wenn Sie beim Prozessor-Upgrade auch die Hauptplatine auswechseln oder gleich einen neuen PC kaufen wollen, sollten Sie Intels Core i7 920 in die engere Wahl nehmen, der ebenfalls für rund 280 Euro zu haben ist. Dafür bekommen Sie deutlich mehr Rechenleistung, müssen aber mindestens 200 Euro zusätzlich in eine passende Hauptplatine mit X58-Chipsatz sowie DDR3-Speicher investieren. Eine vergleichbar hohe Rechenleistung bei allerdings höherem Energieverbrauch bietet AMDs Phenom II X4 940 Black Edition . Im Vergleich zum Core 2 Quad Q9450 halten sich aber hier die Plattformkosten die Waage.

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