Rechenleistung, Anzahl der CPU-Kerne, Stromverbrauch und natürlich der Preis sind die entscheidenden Kriterien beim Prozessorkauf. Mit unseren Tipps finden Sie garantiert die für Sie maßgeschneiderte CPU.
Moderne PC-Prozessoren bieten heutzutage genug Rechenleistung für die meisten gängigen Programme. Zwei Rechenkerne sind mittlerweile auch Standard, so dass viele Anwendungen gleichzeitig laufen können, ohne sich gegenseitig auszubremsen. Kostspielige Prozessoren mit besonders hoher Rechenleistung und vier Rechenkernen sind also in vielen Fällen überdimensioniert und verbrauchen meist auch unnötig viel Strom. Entscheidend für die richtige Wahl beim Prozessorkauf ist daher die Frage, welche Programme bei Ihnen in der Regel gleichzeitig aktiv sind und welche rechenhungrige Einzelanwendung sie beständig einsetzen.
Multi-Tasking-Szenario: Wenn Sie häufig mit mehreren leistungshungrigen Programmen gleichzeitig arbeiten, ständig viele Fenster offen haben und zahlreiche Tools im Hintergrund werkeln oder Virtualisierungs-Software einsetzen, raten wir Ihnen beim nächsten CPU-Upgrade oder PC-Kauf gleich zu einem Vierkern-Prozessor. Preispunkt: ab 130 Euro. Nutzen Sie hingegen in der Regel nur wenige Programme gleichzeitig, ist möglicherweise ein Zweikern-Prozessor aus der gleichen Preisklasse mit einer höheren Taktrate die bessere Wahl. Das gilt beispielsweise immer noch für PC-Spiele - hier ist vor allem eine gute Grafikkarte entscheidend. Aber auch zahlreiche Programme für die Umwandlung von Musik und Videos in andere Dateiformate und Kompressionsstufen wie etwa das beliebte
iTunes von Apple laufen mit einem taktstärkeren Doppelkerner schneller.
Multi-Threading-Szenario: Bei Einzelanwendungen können Quad Cores Ihre Stärke nur ausspielen, wenn die eingesetzte Software erstens eine hohe Rechenleistung benötigt und diese zweitens in vier Arbeitsschritte aufteilt, die parallel ablaufen. In der folgenden Tabelle haben wir Programme und Tools aufgeführt, die bereits vier Rechenkerne parallel ansprechen können - auch wenn einige davon (noch) nicht alle Kerne voll auslasten. Dabei erhebt die Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit:
1) angegebene Versionsnummer oder höher
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Wie Stromverbrauch, Rechenleistung und Taktfrequenz zusammenhängen
Bei unseren Energieverbrauchsmessungen prüfen wir, wie viel Strom die Testplattform im Ruhezustand und unter voller Auslastung aller Prozessorkerne benötigt. Noch aussagekräftig ist allerdings die Energieeffizienz, also die Kunst möglichst viel Rechenleistung pro Watt herauszuholen. Wir ermitteln die Energieeffizienz aus der Rechenleistung unter Cinebench 10 bei Vollauslastung aller Kerne geteilt durch den Bruttostromverbrauch der Testplattform.
Wie die nachfolgende Tabelle zeigt, gehen Intel-Prozessoren im Vergleich zur AMD-Konkurrenz derzeit effizienter mit Strom um. Das liegt zum einen an dem fortschrittlicheren Fertigungsprozess, der kleinere
Strukturbreiten der Transistoren erlaubt. Als Faustregel gilt: Je kleiner ein Transistor, desto weniger Strom muss fließen, um ihn zu schalten. So stammen etwa die drei effizientesten CPUs aus der 45-Nanometer-Fertigung von Intel, während die ineffizienteste CPU - der
AMD Athlon 64 X2 6400+ Black Edition - noch eine Strukturbreite von 90 Nanometer aufweist.
Zum anderen hängt die Energieeffizienz eines Prozessors von seiner Architektur ab. Je ökonomischer das Zusammenspiel der einzelnen Funktionseinheiten ist, desto mehr Rechenleistung kitzeln die Schaltkreise aus der eingespeisten Energie heraus. Auch hier hat Intel mit seiner Core-2-Architektur derzeit die Nase vor AMDs Phenom-Baureihe. So stammen beispielsweise die beiden Vierkerner Intel Core 2 Quad Q6600 und AMD Phenom X4 9850 Black Edition aus der 65-Nanometer-Fertigung, trotzdem hat der Intel-Prozessor eine deutlich höhere Energieeffizienz.
Aber auch die Höhe der Taktfrequenz eines Prozessors spielt bei der Energieeffizienz eine Rolle. Experten sprechen dabei von der Skalierung eines Prozessors. Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um eine zunächst lineare Beziehung zwischen Arbeitstakt und Stromverbrauch. Ab einer bestimmten Taktfrequenz steigt der Stromverbrauch dann nicht mehr linear zum Takt, sondern nimmt viel stärker zu, etwa durch die steigende thermische Verlustleistung und unbeabsichtigtem Stromfluss zwischen Transistoren - so genannte
Leckströme. Ein gutes Beispiel dafür ist die geringere Energieeffizienz des Core 2 Extreme QX9770 mit 3,2 GHz gegenüber dem Core 2 Extreme QX9650 mit 3 GHz.
| Energieeffizienz von PC-Prozessoren |
| Prozessor |
Rechenleistung pro Watt (Punkte) |
| Intel Core 2 Extreme QX9650 |
59,6 |
| Intel Core 2 Extreme QX9770 |
57,2 |
| Intel Core 2 Duo E8500 |
42,3 |
| Intel Core 2 Quad Q6600 |
40,6 |
| Intel Core 2 Duo E7200 |
35,5 |
| Intel Core 2 Duo E6750 |
29,9 |
| AMD Phenom X4 9600 |
29,0 |
| AMD Phenom X4 9100e |
27,6 |
| AMD Phenom X4 9850 BE |
26,0 |
| AMD Phenom X3 8750 |
24,8 |
| AMD Athlon 64 X2 6400+ BE |
20,0 |
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