10.02.2010, 17:17

Michael Schmelzle

CPU & Grafik für 100 Euro

Intel Core i3-530 im Test

Die Intel-CPU Core i3-530 bekommen Sie bereits für 100 Euro - inklusive integriertem Grafikchip. Der Test klärt, für welche Aufgaben sich der 2,93-GHz-Dual-Core eignet.
Der Intel Core i3-530 ist mit knapp 100 Euro die preisgünstigste Variante aller 13 Core-Modelle, die aktuell auf dem Markt sind. Intel produziert den 2,93-GHz-Dual-Core im fortschrittlichen 32-Nanometer-Verfahren. Das wirkt sich nicht nur positiv auf den Stromverbrauch des Prozessors aus, sondern erlaubt es dem Chipriesen auch, in die CPU eine Grafiklogik zu integrieren: Für einen Hunderter bekommen Sie beim Core i3-530 also CPU & Grafik in einem "Chip".
Die Grafikeinheit Intel HD Graphics des Core i5-661 arbeitet nur mit 700 statt 900 MHz, entspricht ansonsten aber dem DirectX-10-Kern des Intel Core i5-661 mit 12 Shader-Einheiten, einem adressierbaren Videospeicher von bis zu 1792 MB und einer maximalen Auflösung von 2560 x 1600 Bildpunkten. Für 3D-Spiele ist die Grafiklogik also nicht geeignet, dafür macht sie ihrem Namen alle Ehre: Sie kann zwei HD-Video-Streams gleichzeitig decodieren und unterstützt neben dem Kopierschutz HDCP auch die HD-Audio-Formate Dolby TrueHD und DTS-HD. Bei der Audio- und Videowiedergabe ist die Intel HD Graphics also auf dem Stand der Technik.
Als Einsteigermodell der Core-Familie muss der Intel Core i3-530 auf einige nützliche Funktionen verzichten: Im Gegensatz zu den Core-i5-CPUs unterstützt der i3-530 nicht die automatischen Übertaktungsfunktion "Turbo Mode" und muss zudem auf den zusätzlichen Befehlssatz AES-NI verzichten, der Programme wie Winzip, die die Verschlüsselungsfunktion Advanced Encryption Standard einsetzen, um bis zu 100 Prozent beschleunigt. Dafür beherrscht der Core i3-530 Hyper-Threading (HT). Diese Technik führt zu einer besseren Auslastung der Recheneinheiten, indem jeder Rechenkern als virtueller Zwei-Kern-Prozessor arbeitet.
Der Intel Core i3-530 besteht genau genommen aus zwei Chips in einer gemeinsamen Verpackung für den LGA1156-Steckplatz: Der Dual-Core-CPU sowie einem zweiten 45-Nanometer-Chip, in den Intel den Grafikkern, den Speicher-Controller und eine PCI-Express-Schnittstelle mit 16 Kanälen gepackt hat. Die beiden Chips verbindet Intel über das Direct Media Interface (DMI).
Trotz des identischen Steckplatzes ist aufgrund der veränderten CPU-Architektur der P55-Chipsatz nicht der optimale Partner für den Core i3-530. Die Dual-Core-CPU funktioniert nach einem Bios-Update zwar auch mit P55-Hauptplatinen, allerdings lässt sich dann der integrierte Grafikkern nicht nutzen. Deshalb hat Intel für den Core i5-661 die neuen Chipsätze H55, H57 und Q57 entwickelt. Auf den meisten Platinen findet sich der H55-Chipsatz, an dem man das Zusammenspiel zwischen CPU, Grafik, Speicher und Peripherie gut aufzeigen kann.
Der H55-Chipsatz besteht aus einem Halbleiterbaustein und fungiert hauptsächlich als South-Bridge: Er stellt unter anderem die Schnittstellen für den Audio- und Netzwerkchip sowie den SATA- und USB-Controller zur Verfügung. Zwei Datenleitungen verbinden CPU und Chipsatz: Zum DMI gesellt sich bei Core i3-530 das Flexible Display Interface (FDI). Darüber läuft der Datentransfer zwischen der in der CPU integrierten Grafiklogik und den Video-Ausgängen der Hauptplatine (siehe Blockschaltbild). Der Core i3-530 kann aber auch die eingebaute PCI-Express-Schnittstelle nutzen, um eine Grafikkarte über 16 oder zwei Grafikkarten über je 8 Kanäle anzusteuern. Das FDI schaltet sich und die integrierte Grafiklogik automatisch ab, sobald Sie eine Grafikkarte in den 16x-PCI-Express-Steckplatz der Hautplatine stecken.
Stromverbrauch: Das Test-System des Intel Core i3-530 benötigte im Desktop-Modus lediglich 67 Watt - das war der niedrigste Verbrauchswert aller CPU-Modelle im Test. Der direkte AMD-Konkurrent in dieser Preisklasse, der AMD Phenom II X4 810 (110 Euro) verbrauchte mit 116 Watt annähernd doppelt so viel Energie. Unter voller CPU-Last beeindruckte das Testsystem des Core i5-661 ebenfalls mit dem bisher niedrigsten Stromverbrauch von sagenhaften 109 Watt. Die Testplattform des AMD-Rivalen schluckt mit 187 Watt fast 72 Prozent mehr Energie.
Energieeffizienz: Wie viel Rechenleistung der Prozessor pro Watt bietet, verrät die Energieeffizienz. Die PC-WELT ermittelt die Energieeffizienz aus der Rechenleistung unter Cinebench 10 bei Vollauslastung aller Kerne geteilt durch den Bruttostromverbrauch der Testplattform. Mit 69,9 Punkten pro Watt erzielte der Intel Core i3-530 ein gutes Ergebnis, das aktuell für den fünften Platz in dieser Disziplin reicht. Zum Vergleich: Der Intel Core i7-870 hält mit 82,6 Punkten pro Watt hier die Spitzenposition, während der direkte AMD-Konkurrent X4 810 lediglich 45,6 Punkte pro Watt erreichte.
Rechenleistung: Der Intel Core i3-530 war über alle Tempo-Tests gemittelt etwas schneller als der Intel Core 2 Quad Q9300. Den direkte AMD-Konkurrent Phenom II X4 810 überflügelte der Core i3-530 ebenfalls in den meisten Tests. Unterm Strich bietet Intels Dual-Core-CPU eine solide Rechenleistung für gängige Büro- und Multimedia-Aufgaben. Alle Testergebnisse finden Sie auf der nächsten Seite.
Fazit: Der Intel Core i3-530 ist die ideale Besetzung für besonders stromsparende Office- und Multimedia-PCs - sofern Sie überwiegend Software einsetzen, die maximal zwei Rechenaufgaben parallel abarbeiten kann. Nutzen Sie hingegen häufig Anwendungen, die für Quad-Core-CPUs optimiert sind wie beispielsweise Rendering-Software, sind der Intel Core i5-750 oder der AMD Phenom II X4 die bessere Wahl. Das gilt auch für ernsthafte Spieler und PC-Nutzer, die mit vielen Programmen gleichzeitig arbeiten.
Alternativen: Setzen Sie häufig rechenhungrige Programme ein, die vier oder mehr CPU-Kerne voll auslasten, sollten Sie zum Intel Core i5-750 greifen. Die Quad-Core-CPU bietet für 50 Euro Aufpreis eine spürbar höhere Rechenleistung. Wer weniger investieren will, findet im Quad-Core AMD Phenom II X4 945 für 120 Euro eine Alternative mit attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis.
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