CPU-Bestseller auf dem Prüfstand

Intel Core 2 Duo E8400

Dienstag den 07.10.2008 um 18:00 Uhr

von Michael Schmelzle

Ganz hoch in der Gunst der Käufer steht Intels Core 2 Duo E8400 – in den Toplisten der Preissuchmaschinen nimmt der 3-GHz-Doppelkerner derzeit eine Spitzenposition ein. Unser Test klärt, ob der Bestseller sein Geld wert ist.
Verkaufsschlager: Intel Core 2 Duo E8400
Vergrößern Verkaufsschlager: Intel Core 2 Duo E8400
© 2014
Intels schnellste Zweikern-Prozessoren stammen aus der 8000er-Familie der Baureihe Core 2 Duo. Die im fortschrittlichen 45-Nanometer-Prozess gefertigten Doppelkerner arbeiten mit einem höheren Front Side Bus (333 statt 266 MHz) und sind mit 50 Prozent mehr L2-Cache (6 statt 4 MB) ausgestattet als die 65-Nanometer-Vorgängergeneration E6000. Derzeit bietet Intel fünf Modelle mit Taktraten von 2,67 bis 3,3 GHz an. Dabei liegt die Preisspanne zwischen 120 und 215 Euro.

Ein Blick auf die nachfolgende Tabelle mit allen E8000er-Modellen zeigt sofort, warum sich ausgerechnet der Core 2 Duo E8400 so großer Beliebtheit erfreut: Der Online-Versandhandel bietet den 3-GHz-Doppelkerner bereits ab 130 Euro an. Damit ist der Core 2 Duo E8400 nur fünf beziehungsweise zehn Euro teurer als das E8300- respektive E8200-Modell. Der Preisunterschied gegenüber der nächstschnelleren Variante E8500 hingegen beträgt schon 20 Euro - dafür bekommen Sie beispielsweise 2 GB Arbeitsspeicher -, während das Spitzenmodell Core 2 Duo E8600 fast doppelt so viel Geld kostet wie der E8400. Jetzt gilt es zu überprüfen, ob der Core 2 Duo E8400 nicht nur billig ist, sondern auch einen angemessenen Gegenwert bietet.

Doppelkern-Baureihe E8000: Alle Modelle im Überblick
Modell
Preis (Euro)
Takt (GHz)
FSB (GHz)
L2-Cache (MB)
TDP (Watt)
Core 2 Duo E8200
ab 120
2,67
333
6, shared
65
Core 2 Duo E8300
ab 125
2,83
333
6, shared
65
Core 2 Duo E8400
ab 130
3,00
333
6, shared
65
Core 2 Duo E8500
ab 150
3,17
333
6, shared
65
Core 2 Duo E8600
ab 215
3,33
333
6, shared
65

Stromverbrauch: Mit eingeschaltetem Energiesparmodus benötigte das Testsystem des Core 2 Duo E8400 im Leerlauf - ebenso wie die etwas taktstärkere Variante Intel Core 2 Duo E8500 - nur 133 Watt. Zum Vergleich: Das Spitzenmodell aus der 8000er-Baureihe, der Core 2 Duo E8600, genehmigte sich im Leerlauf mit 140 Watt bereits 5 Prozent mehr Energie. Sind alle Kerne voll ausgelastet, verbrauchte die E8400-Testplattform mit 160 Watt lediglich 20 Prozent mehr Energie als im Leerlauf – das ist okay. Zum Vergleich: Der Core 2 Duo E8500 lag mit 159 Watt auf dem gleichen Niveau, während die Testplattform des E8600 mit 180 Watt gut 12 Prozent mehr Energie benötigte als der E8400.

Halbleiter-Plättchen der E8000er-Baureihe des Core 2 Duo,
Codename Wolfdale
Vergrößern Halbleiter-Plättchen der E8000er-Baureihe des Core 2 Duo, Codename Wolfdale
© 2014

Noch wichtiger als der Energieverbrauch der Testplattform ist allerdings die Energieeffizienz. Sie dient als Kenngröße dafür, wie viel Rechenleistung der Prozessor pro Watt herausholt. Wir ermitteln die Energieeffizienz aus der Rechenleistung unter Cinebench 10 bei Vollauslastung aller Kerne geteilt durch den Bruttostromverbrauch der Testplattform. Hier schnitt der Core 2 Duo E8400 mit 40,0 Punkten etwas schlechter ab, als der E8500 (42,3 Punkte pro Watt), arbeitete aber zumindest etwas effizienter als der E8600, der nur 39,3 Punkte pro Watt erreichte.

Ausstattung: Der Core 2 Duo E8400 darf auf reichlich Pufferspeicher zugreifen. Je Kern stehen 32 KB L1-Cache zur Verfügung. Hinzu kommt der gemeinsame 6 MB große L2-Cache. Der Funktionsumfang lässt keine Wünsche offen: Der 3-GHz-Prozessor unterstützt die Hardware-Virtualisierung Intel Virtualization Technology (IVT) und erlaubt via EM64T den Einsatz von 32- und 64-Bit-Betriebssysteme sowie die Sicherheitsfunktion Trusted Execution Techologie (TXT). Hinzu kommen alle zusätzlichen SSE-Befehlssätze bis hin zur Version 4.1 sowie der Schutz vor Angriffen durch einen Puffer-Überlauf (XD-Bit). Weitere Ausstattungsmerkmale sind der Überhitzungs-Schutz Thermal-Monitor 2 sowie die Energiesparfunktion Enhanced Intel Speedstep Technology (EIST) inklusive der Takt- und Spannungsregulierung Enhanced Halt State (C1E).

Rechenleistung: Unter allen von uns getesteten Doppelkernern bot der Core 2 Duo E8400 die drittbeste Rechenleistung und platzierte sich standesgemäß vor den großen Brüdern E8500 und E8600. Bei einigen Benchmarks, die nur zwei Rechenkerne auslasten, konnte der 3-GHz-Doppelkerner sogar sämtlichen Quad-Cores von AMD und Intel die Stirn bieten und teilweise sogar hinter sich lassen. So war der Core 2 Duo E8400 etwa bei der Umwandlung einer Musik-CD ins MP3-Format unter iTunes mit 51 Sekunden fast genauso schnell wie das 3,2-GHz-Flaggschiff Core 2 Extreme QX9770 (48 Sekunden).

Ein weiteres Beispiel ist die Spieleleistung. So erreichte der Core 2 Duo E8400 im Ego-Shooter Crysis bei der 800er-Auflösung eine mittlere Bildrate von 130 Bildern pro Sekunde und war damit einen Tick schneller als der amtierende CPU-Testsieger Intel Core 2 Extreme QX9650 , der ebenfalls mit 3 GHz arbeitet. Im Vergleich mit dem 90-Euro-Schnäppchens Core 2 Duo E7200, das in diesem Test lediglich 106 Bildern pro Sekunde erreichte, zeigt das sich die Mehrkosten für den Core 2 Duo E8400 für Spieler in jedem Fall auszahlen: Unterm Strich war Intels 3-GHz-Doppelkerner bei Spielen 23 Prozent schneller als der E7200.

Stammt bereits aus der E0-Kernrevision: das 3-GHz-Modell
Core 2 Duo E8400
Vergrößern Stammt bereits aus der E0-Kernrevision: das 3-GHz-Modell Core 2 Duo E8400
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Wenn allerdings Programme alle vier Rechenkerne auslasten, sieht der Doppelkerner gegenüber seiner Quad-Core-Konkurrenz schlecht aus. So erreichte der Core 2 Duo E8400 beim Rendering-Test von Cinebench 10 lediglich 6398 Punkte und musste sich damit allen bisher getesteten Vierkern-Prozessoren deutlich geschlagen geben. Selbst der Intel Core 2 Quad Q6600 , der lediglich 10 Euro Aufpreis kostet, war mit 8724 Punkten fast 26 Prozent flotter unterwegs als der E8400. Beim Vergleich mit den Modellen derselben Baureihe rechnete der E8400 unterem Strich knapp 5 beziehungsweise 10 Prozent langsamer als der E8500 respektive der E8600.

Fazit: Beim Umwandeln von Musik und Videos in andere Dateiformate und Kompressionsstufen macht der Core 2 Duo E8400 eine gute Figur - sofern Sie Software wie beispielsweise iTunes verwenden, die maximal zwei Kerne auslasten. Arbeiten Sie hingegen häufig mit Applikationen die für Quad-Cores optimiert sind oder mit zahlreichen Programmen gleichzeitig, sind Sie mit einem Vierkerner der gleichen Preisklasse besser beraten.

Für moderne PC-Spiele bietet der Core 2 Duo E8400 ebenfalls genug Rechenleistung. Der derzeit am stärksten im Versandhandel nachgefragte Doppelkerner steht allerdings zu Unrecht in der Käufergunst ganz weit oben. Aktuell landet der E8400 in unserer Prozessor-Bestenliste auf Platz 7 - hinter dem Core 2 Duo E8500, der derzeit die Position 4 als bestplatzierter Zweikern-Prozessor hält. Damit bietet der E8400-Bestseller ein schlechteres Preis-Leistungs-Verhältnis als der E8500 – die aktuell 20 Euro Aufpreis für den Core 2 Duo E8500 sind also gut angelegt.

Alternativen: Arbeiten Sie überwiegend mit Büro-Programmen wie Office oder Excel und nutzen nur sporadisch CPU-lastige Applikationen wie Encoder-Software, reicht auch der halb günstige Core 2 Duo E7200 für Ihre Zwecke: er kostet derzeit nur 90 Euro. Arbeiten Sie häufig mit mehreren Programmen gleichzeitig oder setzen Sie für Quad-Cores optimierte Programme wie Rendering- und Raytracing-Software ein, raten wir Ihnen zu einer Vierkern-CPU. Für 10 Euro mehr bekommen Sie beispielsweise den Intel Core 2 Quad Q6600 .

Hardware-Galerie: Die besten Prozessoren

Dienstag den 07.10.2008 um 18:00 Uhr

von Michael Schmelzle

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