167470

Fukato Datacask Jupiter 1010A

05.08.2008 | 10:00 Uhr |

Der Datacask Jupiter 1010A von Fukato will sich von den Netbooks à la Eee PC unterscheiden: Der 400 Euro günstige Mini-Laptop richtet sich an Geschäftsanwender.

Als Betriebssystem installiert Fukato Ubuntu 8.04. Im Gegensatz zum Asus Eee PC 701 oder Acer Aspire One bastelt Fukato für sein Netbook aber keine spezielle Benutzeroberfläche: Der Hersteller greift auf Gnome 2.22 zurück. Doch damit sollten selbst Linux-Einsteiger keine Bedienungsprobleme bekommen. Ein weiterer Unterschied zur Netbook-Konkurrenz: Im Jupiter sitzt keine Intel-CPU, sondern ein Prozessor von AMD: der Geode LX 800, der mit 500 MHz taktet. Diese CPU ist extrem sparsam: AMD gibt die typische Leistungsaufnahme mit 1,8 Watt an, die maximale (Thermal Design Power) mit 3,6 Watt.

Tempo: Der Geode-Prozessor mag zwar stromsparend sein. Er ist trotzdem eine schlechte Wahl für das Netbook von Fukato: Seine Rechenleistung ist absolut nicht mehr zeitgemäß. Zusammen mit den nur 512 MB Arbeitsspeicher sorgte er im Fukato-Netbook dafür, dass flüssiges Arbeiten fast unmöglich war. Nicht nur der Bootvorgang dauert mit rund zwei Minuten unerträglich lange. Auch beim Start von Programmen wie Open Office oder Gimp vergehen rund 20 Sekunden. Programmfenster öffnen und schließen mit sichtbarer Verzögerung. Durch längere PDFs kann man nur mit Denkpausen blättern, da es einige Sekunden braucht bis die Seiten angezeigt werden. Multimedia ist auf dem Jupiter 1010A so gut wie unmöglich: Divx-Filme laufen nicht ruckelfrei. Und selbst beim Abspielen von Flash-Videos liegt die CPU-Last bei 100 Prozent, so dass es laufend zu Aussetzern kommt.

Ausstattung: Im Fukato-Netbook sitzt eine Festplatte mit 60 GB – damit bietet der Jupiter 1010A mehr Platz als die meisten anderen Netbooks. Online geht man per Kabel (Fast-Ethernet) oder kabellos (11g-WLAN). Modem und Bluetooth fehlen dem Mini-Laptop. Dafür bietet er im Gegensatz zur Netbook-Konkurrenz von Asus, Acer und Medion einen PC-Card-Steckplatz. Weitere Peripherie lässt sich an die beiden USB-Ports auf der linken Gehäuseseite oder den Speicherkartenleser anschließen.

Mobilität: Mit 1,44 Kilogramm ist das Fukato Jupiter 1010A relativ schwer für ein Netbook – die Konkurrenz bringt mindestens 300 Gramm weniger auf die Waage. Dafür ist der Mini-Laptop ein echter Langläufer: Beim WLAN-Surfen hielt er fast vier, bei geringer Systemlast sogar rund 5,5 Stunden durch. Seine Leistungsaufnahme liegt dabei zwischen sechs und neun Watt – der Jupiter 1010A ist also eine echte Sparbüchse. Auch im Betrieb am Stromnetz genehmigt er sich weniger als andere Netbooks: Wir maßen 11 Watt bei geringer Systemlast und 13 Watt, wenn das Netbook viel zu tun hatte.

Ergonomie: Das entspiegelte Display des Fukato-Netbooks mit 10,2 Zoll Diagonale ist hell, kontraststark und unter unterschiedlichen Lichtverhältnissen problemlos ablesbar – auch draußen. Kontrast und Farben blieben auch dann stabil, wenn man nicht mittig auf das Display schaute. Im Betrieb ist das Netbook unhörbar.

Handhabung: Für die Tastatur nutzt Fukato die gesamte Gehäusebreite des Mini-Laptops. Daher lassen sich fast alle Tasten in einem recht ergonomischen Raster unterbringen, so dass auch Schnelltipper oder Anwender mit größeren Händen gut auf der Tastatur des Fukato schreiben können. Die Tasten geben eine deutliche Rückmeldung, die Tastatur ist stabil eingebaut, nur ganz rechts außen gibt sie beim Tippen zu sehr nach.

Verarbeitung: Das Kunststoffgehäuse vermittelt beim Anfassen keinen besonders hochwertigen Eindruck. Doch im Praxiseinsatz erwies es sich als recht robust und widerstandsfähig gegen Kratzer und Fingerabdrücke.

Fazit: Der Datacask Jupiter ist sparsam, sehr leise, hat ein robustes Gehäuse und ist mit 1,44 Kilogramm zwar deutlich schwerer als die anderen Netbooks, aber immer noch tragbar. Also Daumen hoch für das Netbook? Nein, denn den positiven ersten Eindruck zerstört die schwachbrüstige Hardware, die zügiges Arbeiten kaum zulässt.

Alternativen: Eine ähnlich gute Tastatur und ein vergleichbar hochwertiges Display bietet das Medion Akoya Mini Netbook E1210 . Nachteil: eine deutlich kürzere Akkulaufzeit.

10-Punkte-Checkliste: So finden Sie das richtige Notebook

0 Kommentare zu diesem Artikel
167470