Bunter Spaß im Test

de Blob (Wii)

Freitag, 17.10.2008 | 10:08 von Markus Pilzweger
Fühlen Sie sich auch so schlapp und antriebslos? Geht Ihnen das triste Wetter, die trüben Farben auch auf den Geist? Sie befinden sich in bester Gesellschaft, denn de Blob lebt gezwungenermaßen in so einer schwarz-weißen Welt. Helfen Sie ihm, diese wieder mit Farbe zu versehen.
Zwischengegner
Vergrößern Zwischengegner
© 2014

"Alles so schön bunt hier.." - es dauert mit Sicherheit nicht lang, bis Ihnen dieser Ausspruch beim Spielen von de Blob über die Lippen kommen wird. Das Spielprinzip ist dabei denkbar einfach wie genial: Verwandeln Sie die Ödnis der Spielewelt in einen kunterbunten Ort und geben Sie deren Bewohnern ihre Lebensfreude zurück. Zur Vorgeschichte: Ursprünglich war die Spielewelt Chroma ein fröhlicher und vor allem bunter Ort. Dann jedoch übernahm der Konzern I.N.K.T die Herrschaft und dessen Farbpolizei verbannt alles Bunte. An dieser Stelle kommen Sie ins Spiel, in Form eines unförmigen Farbkleckses - de Blob eben.

de Blob
© 2014

Spielverlauf
Als Mitglied einer Untergrundorganisation ist es Ihr Ziel, Häuser, Straßenzüge, Autos und vieles mehr wieder mit Farbe zu versehen und letztlich die Herrschaft von I.N.K.T zu brechen. Bis dahin gilt es jedoch erst einmal, 10 gewaltige Level zu überstehen und sich einer Vielzahl an Aufgaben zu stellen. Gesteuert wird de Blob über den Analogstick des Nunchuck-Controllers, mit der Z-Taste werden Ziele oder Feinde anvisiert und mit einem Schlag mit der Wiimote springt de Blob beziehungsweise greift er das anvisierte Ziel an. Farbe erhält der zu Beginn noch kleine Kugler, indem er auf Farbsammler von I.N.K.T hüpft. Je nachdem, welche Farben er dabei aufnimmt, ergeben sich die unterschiedlichsten Farbschattierungen, die vor allem in der zweiten Hälfte des Spiels eine große Rolle spielen werden. So müssen dann bestimmte Bereiche mit bestimmten Farben bemalt werden, was durchaus knifflig ist.

de Blob in seiner vollen Pracht
Vergrößern de Blob in seiner vollen Pracht
© 2014

Zu Beginn genügt es allerdings, sich rollend und klecksend durch die Welten zu bewegen. Haben Sie beispielsweise einen kompletten Straßenzug eingepinselt, laufen die dort bislang eingesperrten Bewohner auf die Straße, so dass Sie auch diese einfärben und wertvolle Bonuspunkte einsammeln können. Grundsätzlich gibt es in jedem Level ein Hauptziel, beispielsweise die Zerstörung einer I.N.K.T-Einrichtung, sowie ein oder mehrere Neben-Quests. Diese sind mit einem speziellen Zeitlimit versehen und erhöhen das Punktekonto.

Jeder Level-Abschnitt ist mit einem globalen Zeitlimit versehen, das Sie nicht aus den Augen verlieren sollten. Zu Beginn ist dieses Limit noch sehr großzügig gesetzt, darüber hinaus gibt es in den Level auch spezielle Zeitboni, die ein paar Sekunden oben drauf packen. Das Aufgabenspektrum von de Blob ist dabei recht umfangreich, wenn es sich logischerweise auch in der Hauptsache ums Malen dreht: So müssen Sie unter anderem unterschiedliche Farbtöne mixen, um Feinde zu besiegen, gegen Bosse antreten, Gebäude in bestimmten Farben anmalen oder klassische Jump&Run-Einlagen mit einem Zeitlimit überstehen.

Die Grafik passt wie die Faust aufs Auge zur Wii, ist aber nicht zu unterschätzen: de Blob bietet sehenswerte Partikeleffekte, wunderbare Animationen und ein jederzeit flüssiges Gameplay. Und es ist einfach wunderschön anzusehen, wie sich nach kurzer Zeit eine farbliche Ödnis in eine kunterbunte Welt verwandelt.

Allerdings gibt auch ein paar negative Punkte, die einem bei de Blob auf die Nerven gehen können: So ist es nicht unbedingt eine gute Idee gewesen, Sprungaktionen mit einer Geste durchzuführen. Hier wird es teils fummelig und ungenau, besser wäre schlicht ein bestimmter Button für eine Sprungeinlage gewesen. Geschmackssache sind die Sounds- beziehungsweise Sprachsample der anderen Charaktere: Diese geben nur unverständliches Gebrabbel von sich, das sich einfach nur nervig anhört - das Lokalisierungsteam aber sicherlich freut. Und auch wenn die Aufträge grundsätzlich Abwechslung versprechen, spielt sich das Ganze nach einiger Zeit recht routiniert, der letzte Kniff fehlt leider noch. Nach rund 10 Stunden ist der Spaß auch schon wieder vorbei.

Fans von Mehrspielerpartien dürfen sich über drei Modi für bis zu vier Spieler (Splitscreen) freuen. Und wer möchte, kann im Do it yourself-Modus Chroma nach seinen eigenen Wünschen gestalten.

Fazit
de Blob von THQ kommt recht unschuldig daher, ist aber ohne Zweifel ein sehr gutes Beispiel dafür, dass auch Drittanbieter auf der Wii ansprechende Titel hinbekommen. Das Spielprinzip in frisch und es macht jede Menge Spaß, die tristen Level wieder mit Leben zu erfüllen. Langzeitmotivation ergibt sich aus zahlreichen Nebenquests, auch können die einzelnen Level später immer wieder besucht werden. Auf Dauer spielt es sich jedoch immer wieder ähnlich. Nervig ist zudem die fummelige Steuerung bei Sprüngen.

Spielspaß: 80 Prozent

Alternative
de Blob ist aus einem Gratis-Spiel für PCs entstanden. Hier firmiert der Titel unter "The Blob" und beinhaltet im Wesentlichen die Grundspielzüge von de Blob. Den Download von The Blob finden Sie hier .

Freitag, 17.10.2008 | 10:08 von Markus Pilzweger
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