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Dell Inspiron Zino HD im Test

05.10.2010 | 08:18 Uhr |

Mit Blu-ray, kabellosen Eingabegeräten und kräftigen Gehäusefarben möchte der Dell Inspiron Zino HD einen Platz im Wohnzimmer erobern. PC WELT hat den Mini mit AMD-Plattform getestet.

Es muss nicht immer Intel sein: Die meisten Wohnzimmer-PCs mit niedrigem Stromverbrauch laufen mit Intels Atom-CPU, meist kombiniert mit Nvidias ION-Chipsatz. Der Inspiron Zino HD von Dell setzt dagegen komplett auf Technik von AMD und spielt Blu-ray-Filme ab.

Ausstattung: Der Dell Inspiron Zino HD war mit dem Athlon X2 3250e ausgestattet. Dieser Zweikern-Prozessor hat eine Taktfrequenz von 1,5 GHz. Alternativ bietet Dell den Mini auch mit dem AMD Athlon X2 6850e (Taktfrequenz 1,8 GHz) an. Der Arbeitsspeicher betrug 4 GB, die Hauptplatine unterstützt maximal 8 GB Speicher. Neben einer Terabyte-Festplatte von Samsung findet sich ein DVD-Brenner im Dell Inspiron Zino HD, der auch Blu-ray-Scheiben abspielte.

Blick ins Innere des Dell Inspiron Zino HD
Vergrößern Blick ins Innere des Dell Inspiron Zino HD
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Die Grafikkarte ATI Radeon HD 4330 kann auf 512 MB eigenen Videospeicher zurückgreifen. Neben einem Gigabit-LAN-Anschluss hatte der Dell Inspiron Zino HD ein WLAN-Modul nach dem Standard 802.11n eingebaut. Das 75-Watt-Netzteil war nicht ins Gehäuse eingebaut, sondern ist - wie bei einem Notebook - ein externes Modell. Mit der kabellosen Tastatur-/Maus-Kombination Logitech Wireless Desktop MK710 bedienen Sie den Dell Inspiron Zino HD bequem vom Sofa aus.

Anschlüsse auf der Rückseite des Dell Inspiron Zino HD
Vergrößern Anschlüsse auf der Rückseite des Dell Inspiron Zino HD
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Die vier USB-Buchsen sind nicht gerade üppig, dafür hatte der Dell Inspiron Zino HD zwei eSATA-Ports auf der Rückseite. Zum Anschluss eines Bildschirms standen eine HDMI-Buchse und ein VGA-Port zur Verfügung. Einen minimalen Schutz gegen Gelegenheitsdiebe bietet die Öffnung für ein Kensington-Schloss. Wir vermissten aber einen S/P-DIF-Ausgang zum Anschluss einer Surround-Lautsprecheranlage. Der Speicherkartenleser auf der Vorderseite liest nur SD-Karten.

Dell Inspiron Zino HD: nicht einfach zu zerlegen
Vergrößern Dell Inspiron Zino HD: nicht einfach zu zerlegen
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Handhabung: Obwohl das Gehäuse des Dell Inspiron Zino HD eigentlich groß genug wäre für Änderungen an der Hardware-Ausstattung, ist dies in der Praxis nicht ganz einfach. Für ungeübte Bastler ist der Mini-PC umständlich zu zerlegen. Um an die Hauptplatine zu kommen, müssen Sie viele Schrauben lösen. Einfach ist nur der Wechsel der Arbeitsspeicher-Module, diese sitzen nämlich auf der Unterseite der Hauptplatine. Um sie zu erreichen, müssen Sie lediglich die Bodenabdeckung des Gehäuses entfernen, die mit zwei Schrauben befestigt ist.

Der DVD-Brenner beschrieb im Test eine CD-R in knapp fünfeinhalb und eine DVD-R in zehneinhalb Minuten. Das Auslesen der PC-WELT-Test-DVD dauerte mit zwölfeinhalb Minuten länger als bei der Konkurrenz, die dies in der Regel in rund acht Minuten bewerkstelligte.

Geschwindigkeit: Im Benchmark 3D Mark 06 präsentierte der Dell Inspiron Zino HD knapp 70 Prozent mehr Leistung als vergleichbare Konkurrenten mit Atom 330 und ION-Chipsatz. Dies verdankt er sowohl dem Prozessor als auch der deutlich besseren Grafikkarte. Unter PC Mark 05 betrug der Leistungszuwachs rund 45 Prozent.

Stromverbrauch/Betriebsgeräusch: Der Energieverbrauch des Dell Inspiron Zino HD lag - verglichen mit der Konkurrenz - im noch akzeptablen Mittelfeld. Auch unter Last blieb der Verbrauch dauerhaft unter 60 Watt. Superleise ist der bunte Mini von Dell allerdings nicht - ein leichtes Surren ist dauerhaft zu hören. Allerdings wurde dieses Geräusch mit 0,6 Sone auch unter Last nicht lauter.

Dell Inspiron Zino HD: klein, bunt und recht gut ausgestattet
Vergrößern Dell Inspiron Zino HD: klein, bunt und recht gut ausgestattet
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Fazit: Zum Preis von rund 890 Euro bekommen Sie mit dem Dell Inspiron Zino HD einen Wohnzimmer-PC, der dank AMD-CPU und ATI-Grafikkarte mehr Leistung bietet als die Intel-Konkurrenz mit Atom 330 und Nvidia ION. Dafür bezahlen Sie für den Dell Mini auch rund 200 Euro mehr bei vergleichbarer Ausstattung mit Terabyte-Festplatte, WLAN und Blu-ray. Nett ist die Möglichkeit, verschiedene Gehäusefarben auszuwählen. Bastelarbeiten wie der Austausch von Festplatte oder Brenner machen beim Dell Inspiron Zino HD aber keinen Spaß. Energieverbrauch und Betriebsgeräusch lagen noch im akzeptablen Bereich.

Alle Testergebnisse zum Dell Inspiron Zino HD finden Sie im Einzeltest in PC WELT, Ausgabe 10/2010 auf Seite 126. Diese Ausgabe können Sie auch unter http://www.pcwelt.de/shop/ im Heftarchiv oder als PDF erwerben.

Alternative: Der Nexoc Nettop ION 330 kostet etwa 330 Euro weniger. Mit der Leistung des Dell Inspiron Zino HD kann er allerdings nicht mithalten.

Varianten: Dell Inspiron Zino HD mit AMD Athlon X2 6850e (1, 8 GHz)
Dell Inspiron Zino HD mit Grafiklösung ATI HD 3200
Dell Inspiron Zino HD mit bis zu 8 GB RAM
Dell Inspiron Zino HD mit 640 oder 750 GB Festplattenkapazität
Dell Inspiron Zino HD mit DVD-Brenner ohne Blu-ray
Dell Inspiron Zino HD ohne WLAN-Modul
Dell Inspiron Zino HD mit zehn verschiedenen Gehäusefarben
Dell Inspiron Zino HD mit Windows 7 Professional 64-Bit

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